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 Marios Geschichte

 

Ich habe Marios Mutter gebeten, über ihren Sohn zu schreiben. Hier nun die Geschichte von Mario, aufgeschrieben von seiner Mutter Renate Henneberger:

Jetzt beginnt unsere Geschichte - Marios Geschichte:

Mario, unser Wunschkind, wurde am 28. September 1986 termingerecht während der Zeitumstellung geboren - Janas eigentlicher Geburtstermin, wie ich jetzt von Eva erfuhr. Nach nur eineinhalb Stunden Wehen erblickte er das Licht der Welt - ein dunkelhaariger Wonnebrocken mit Idealmaßen und -gewicht.

Heute sage ich mir oft: So schnell wie Mario auf dieser Welt war, so schnell hat er sie leider auch verlassen.

Unser Kind war unser ganzer Stolz, zumal er sich prächtig entwickelte. Bereits mit gut 4 Monaten bekam er seine ersten Zähnchen, jeweils immer 4 gleichzeitig, was er uns Eltern vor allem nachts lautstark mitteilte. Bereits in den ersten Lebensmonaten war er ein aufgewecktes Kerlchen, das sich für alles interessierte, zudem ein kleiner Nimmersatt.

 

 

Dieses Bild zeigt Mario mit achteinhalb Monaten, wo er bereits versuchte, auf seinen eigenen kleinen Beinchen zu stehen, wie ein anderes Foto besonders eindrucksvoll dokumentiert. Zunehmend wird er noch mehr an der Welt interessiert, die Mario bereits mit zehneinhalb Monaten selbstständig erkundete, stets gut drauf und bekannt für sein Strahlen über das ganze Gesicht. 

Als ich meine Arbeit wieder aufnahm (2 Tage pro Woche), kümmerten sich Oma und Opa um den kleinen Spatz. Beide liebte er über alle Maßen - vor allem seinen Opa, den er aber mit gerade 5 Jahren wegen eines Krebsleidens verlor. Lange stellte er an mich die Frage: "Warum muss man eigentlich sterben?" Seinem Opa trauerte er noch lange nach, eigentlich bis zu seinem eigenen Tod.

Unser Sohn war in diesen Jahren quicklebendig und lebenshungrig, was sich darin äußerte, dass er ganz wenig Schlaf benötigte - immer in der Angst etwas Wichtiges zu verpassen.

Marios Begeisterung für motorisierte Dinge, ob Auto oder Motorrad, zeigte sich sehr früh. Mit Papa auf dem Motorrad zu fahren, war das Größte. Liebe zur Natur und Tieren zeichnete ihn aus. Sehr bald beschäftigte er sich mit Büchern, zunächst ließ er sich von Opa oder mir vorlesen. Bald eignete er sich selbstständig die Fähigkeit an, Worte bzw. kleine Textchen selbst zu lesen. 

Zudem war er sehr früh von Musik jeder Art fasziniert, besuchte als Kindergartenkind die musikalische Früherziehung. Als 6- jähriges Kind äußerte Mario vehement den Wunsch, Posaune spielen zu wollen. Deshalb brachte ich ihm die Schulposaune mit; jetzt war für ihn aus eigener Anschauung klar, was er vorher nicht einsehen wollte. Das Instrument ist zu groß! Daher stieg er auf Trompete um. Mit viel Liebe und Begeisterung, aber auch Talent, widmete er sich dem Instrument, bis eine hartnäckige Infektion der Atemwege über nahezu 5 Monate ihn im Alter von 11 Jahren weit zurückwarf. Die Lippenmuskulatur erschlaffte völlig. Nun hatte er keine Lust mehr zum Neuaufbau und steckte das Trompetenspiel auf.

Die Grundschulzeit machte Mario mit Links. Er brauchte nichts lernen, alles fiel ihm zu. In die anfängliche Grundschulzeit fiel der Beginn seiner tiefen Freundschaft mit Richard, die beide auch bis zu Marios Tod intensiv pflegten. Sie verbrachten viel Zeit miteinander und hatten viele gemeinsame Interessen. Auch vom Wesen und Charakter her waren sie sich sehr ähnlich: ruhig, still und bedacht, Streitereien und Raufereien mit Gleichaltrigen gingen sie aus dem Weg. Viel unternahmen sie gemeinsam. Nebenher unterhielten beide mit anderen Gleichaltrigen aber auch noch weniger intensive Beziehungen.

Zu Beginn Klasse 5  wechselten beide nach Tauberbischhofsheim auf das Gymnasium. Wieder waren sie in einer Klasse. Auch hier lief zunächst alles bestens. Mario kam alles zugeflogen. Mitte Klasse 7 wechselte sein Freund die Schule, Mario vertiefte daraufhin seine Freundschaft mit einer Klassenkameradin. Es war in meinen Augen eine innige Jugendliebe. Im Mai 2000 unternahm die Klasse eine Fahrt an die Nordsee - eine sehr glückliche Zeit für alle.

Wenige Wochen danach zerbrach diese Freundschaft. Ende Juni äußerte unser Sohn vehement Selbstmordabsichten, was uns veranlasste ihn in ärztliche Behandlung zu geben. Die Situation stabilisierte sich wieder.

Bereits von diesem Zeitpunkt an machte ich mir stets Sorgen, dass an seinen Suizidgedanken mehr dran ist, als nur Aufmerksamkeit zu erregen. Die Sorgen um unser Kind beschäftigten mich zunehmend. Nach einer Ruhephase gab Mario ähnliche Äußerungen von sich. Es folgte eine weitere ärztliche Behandlung. Die Sorgen zernagten und zermarterten mich. Es war ein stetes Auf und Ab.....  

  

Fortsetzung folgt....

 

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