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Freitag, 31.03.2006
Ich weiß, ich bin ein unruhiger Geist. Nie kann ich lange untätig herumsitzen. So mache ich mich heute ans Putzen, nachdem die beiden Männer das Haus verlassen haben und ich freie Bahn habe... Aber irgendwie habe ich mich wohl überschätzt, denn mittags kann ich nicht mehr, habe mehr Schmerzen als "normal" und bin völlig fertig, obwohl ich gar nicht mehr als nötig gemacht habe. Ich lege mich auf die Couch, mache den Fernseher an und werde zwei Stunden später langsam wieder wach...
Ich muss wohl einsehen, dass meine Kraftreserven derzeit ziemlich begrenzt sind und ich meine Hausarbeit auf mehrere Tage aufteilen muss. Na gut, ich gelobe Besserung...
Donnerstag, 30.03. 2006
Heute wird es wieder kurz, denn es ist schon spät. Abends habe ich einigen Schriftkram zu erledigen. Auch rufe ich Renate an und telefoniere fast eine Stunde mit ihr, denn sie wusste bisher noch nichts von der guten Nachricht, dass ich keine Chemo bekomme. Renate jubelt am Telefon und freut sich unendlich für mich. Wir "rechnen" auch etwas mit der Zeit, denn eigentlich wollte ich im Juni zu ihrem 50. Geburtstag fahren. Aber nun weiß ich noch nicht, ob die Bestrahlungen 4, 5 oder 6 Wochen dauern, ob ich hinterher eine Reha bekomme, und, und und... Es ist also alles offen, und wir müssen einfach abwarten.
Mittwoch, 29.03.2006
Heute Vormittag ist hier Telefonzentrale. Ich bin in der Küche und will einen eingeweichten Topf mit Angebranntem sauber machen, aber dazu brauche ich fast drei Stunden *grins* Immer wieder klingelt das Telefon. Aber ich freue mich, denn jeder möchte wissen wie es mir geht. Würde niemand anrufen, würde man sich wohl auch seine Gedanken machen...
Als ich gegen Mittag mit Jill in die Gassi- Ecke will, haben wir auf dem Grundstück "Besuch". Im Garten ist unser Grundstücksnachbar mit dem Gärtner, der die Sträucher und Koniferen des Nachbarn von unserer Seite aus beschneidet. Das wird jedes Jahr im Frühling gemacht. Wenige Tagen zuvor fragt er uns immer, ob sie das Grundstück zu diesem Zweck betreten dürfen, obwohl er genau weiß, dass wir noch nie nein gesagt haben. Eigentlich wäre er gar nicht dazu verpflichtet, denn alles, was zu uns hinüberragt, müssten wir eigentlich selber schneiden. Also haben wir doch nichts dagegen *schmunzel*
Jill begutachtet die "Eindringlinge" in ihrem Revier, aber bei jedem Annäherungsversuch vom Nachbarn oder dem Gärtner schaltet sie wieder den Rückwärtsgang ein. Sie ist und bleibt ein Clown... So unterhalte ich mich auch eine Weile mit dem Nachbarn. Er ist schon lange Jahre Rentner, sah früher auch manchmal den Telebus vor der Tür und weiß, dass ich seit einiger Zeit keine Arbeit mehr habe. Er fragt mich, wie es mir geht und erfährt nun, was ich in den letzten 3 Wochen hinter mir habe. Bei dem Wort Krebs ist er sichtlich bestürzt und hat anfangs Mühe, passende Worte zu finden. Da unser nachbarschaftlicher Kontakt meist nur rein zufällig und platonisch ist, bin ich von seiner großen Betroffenheit überrascht. So bekomme ich auch von ihm alle guten Wünsche...
Dienstag, 28.03.2006
Es ist erstaunlich, wie viel Papiere sich in knapp drei Wochen durch meine Erkrankung angesammelt haben. Merkblätter, Kopien der Arztbefunde, der "Antrag auf Feststellung des Grades der Behinderung", Prospekte von Rehkliniken, alles liegt hier noch ungeordnet herum. Darum nehme ich mir heute Vormittag die Zeit, um alles zu sortieren und abzuheften. Nora erzählte mir vor kurzem, dass sich in dem knappen Jahr bei ihr ein ganzer Ordner gefüllt hat...
Auch rufe ich heute in der Strahlentherapie an, wo ich einen Termin für ein Vorgespräch bekomme. Dieser soll am 7. April sein. Man fragt mich nach Befunden, die man vorab gern hätte, und ich faxe ihnen die 9 Seiten zu. Ja, dann wird es sicher bald losgehen, 4 bis 6 Wochen 5 mal die Woche...
Montag, 27.03.2006
Heute Morgen ist sie nun da, die Angst... Gegen 12 Uhr muss ich los, und ich bin froh, dass mich Nora wieder begleitet. Die nette Ärztin begrüßt mich wie immer sehr freundlich und fragt zuerst wie es mir geht. Ich erzähle ihr, dass ich immer noch ziemlich heftige Schmerzen habe. Aber es ist alles in Ordnung und sie zieht die Fäden. Dann informiert sie mich über das Ergebnis der Tumorkonferenz. Dass es nach einer Brust erhaltenden Operation auf jeden Fall Bestrahlung gibt, wurde mir ja schon gesagt, aber nun erfahre ich, dass ich keine Chemotherapie bekommen muss. Mir fällt nicht nur ein Stein, sondern ein ganzer Felsen vom Herzen! Ich bekomme eine Antihormontherapie, da der Tumor durch Hormone zum Wachstum angeregt wurde. Das heißt nun, dass ich 5 Jahre lang Tabletten nehmen muss. Als ich das Arztzimmer verlasse, gehe ich strahlend auf Nora zu. Sie versteht meine Gesten sofort, und wir fallen uns vor Freude in die Arme.
Wir fahren nun zu meiner Gynäkologin, denn ich brauche viele "Zettel". Von ihr bekomme ich die weitere Krankschreibung, das Rezept für die Tabletten und die Überweisung zur Bestrahlung. Die Frauenärztin staunt, als ich mit Nora so guter Dinge in ihr Sprechzimmer eintrete. Merklich erfreut ist über unsere gute Laune und liest den Inhalt der mitgebrachten Arztberichte. Dann begutachtet sie das Ergebnis der OP und sagt: "Ja, der Dr. Schönegg ist ein Künstler." Über diesen Satz freue ich mich besonders, sagt er mir doch, dass dieser Arzt zu Recht als Spezialist für Brustoperationen gilt und ich großes Glück hatte, dass er mich operiert hat.
Welch große Angst habe ich heute früh, und wie froh bin ich jetzt! Vor einer Woche grübelte ich, wie lange es wohl dauern wird, bis meine Haare wieder lang sind. Auch überlegte ich, ob bei meinem anstehenden Termin bei der Friseuse nur die Spitzen geschnitten werden oder nur 3 cm bleiben, um den Haarausfall nicht so krass erleben zu müssen. Nun gut, auch die Bestrahlungen sind nicht ohne und haben ihre Nebenwirkungen. Aber mit den Haaren, die man durch eine Chemotherapie verliert, dass war eine Angst, die mir sehr zugesetzt hat...
Nun ist es spät geworden, vor einer Stunde bin ich nach hause gekommen. Ich habe noch Olav zum Flughafen gebracht, er ist wieder nach London geflogen. In den letzten Tagen hier hat er festgestellt, dass ihm doch Familie und Freunde sehr fehlen. Ende April will er darum endgültig zurückkommen. Außerdem ist das Leben in London so teuer, dass mir bei allem, was Olav erzählt, regelrecht die Kinnlade nach unten fällt. So zahlt er für ein Zimmer von 12 qm mit drei Möbeln monatlich umgerechnet 450,- € Miete. Am Flughafen geht er heute mit einem sehr traurigen Gesicht durch die Schleuse, denn lieber würde er schon jetzt hier bleiben. Nora ist auch mitgekommen, und wir winken, bis wir ihn nicht mehr sehen können...
Sonntag, 26.03.2006
Was man an einem faulen Sonntag macht oder nicht macht, ist sicher kaum erwähnenswert. Ich finde es aber lustig, dass mir meine Schwester heute Vormittag in einer Email schreibt, dass sie beim Lesen des gestrigen Tagebucheintrages Appetit bekommen hat und gern das Rezept vom Tzaziki haben möchte. Ich rufe sie also gleich an und gebe es ihr durch. Als ich dann erwähne, dass es heute Kartoffelpuffer gibt, tropft ihr schon wieder der Zahn...*schmunzel*
Was den morgigen Tag betrifft, bin ich noch erstaunlich ruhig und gefasst. Eigentlich bringt es ja auch nichts, sich vorher verrückt zu machen...
Sonnabend, 25.03.2006
Mittags mache ich uns zu den Kartoffeln und Minutensteaks eine große Schüssel Tzaziki mit ganz viel Knoblauch. Wir haben dieses Essen aus Rücksicht auf unsere Mitmenschen absichtlich schon auf den Sonnabend gelegt, und zum Glück kann man ja über das Internet nichts riechen *grins*
Am späten Abend kam gestern noch eine Antwort auf meine Anfrage wegen des Email- Formulars. Der Gästebuchanbieter hat diese Funktion vorübergehend deaktiviert, weil Spammer darüber ca. 8- 10.000 Werbemails versendet haben. Das Skript wird derzeit überarbeitet. Ich schätze mal, dass dann auch im Mailformular ein vorgegebener Code eingegeben werden mus. Für diese Übergangszeit habe ich meine Mailadresse direkt angegeben, jedoch, das @ durch [at] ersetzt, um damit dem "Saugen" von Email- Adressen und somit Spam vorzubeugen.
Gerade, als ich diese Zeilen schreibe, klingelt mein Handy, aber nur einmal... Ich schaue auf das Display und sehe folgende Nummer: +491377130110 Ich kenne diese Nummer nicht und grübele. Dann fällt mir etwas ein, und ich hole einen Zettel hervor, den mir Nora ins Krankenhaus mitbrachte. Sie hatte eine Nachricht ausgedruckt, in der es um Abzocke mit dieser Vorwahl geht. Angeblich wird dieses Gespräch bis zu einer Stunde gehalten, auch wenn man auflegt. Nun habe ich mich eben mal bei Google umgeschaut und einiges gefunden. Es handelt sich um eine Kettenmail (Hoax), die seit 2003 verschickt wird, aber das Halten des Gesprächs ist nicht möglich. Na ja, 1.92 € pro Anruf reichen auch, und vorsichtig sollte man ohnehin immer sein... Ich füge mal zwei informative Links zu diesem Thema hinzu:
http://cms.ecoweb.de/artikel151.html
http://www.tu-berlin.de/www/software/hoax/telefon0137.shtml
Freitag, 24.03.2006
Da ich doch merke, dass ich kräftemäßig zurzeit sehr schnell abbaue, will ich heute einen ruhigen Tag verbringen. Das mache ich auch. Lediglich zwei Waschmaschinen lasse ich laufen und hänge die Wäsche auf. Mittags fahre ich nur kurz zu Lidl und mache den Wochenendeinkauf, aber nicht allein, denn Andi kommt mit, und ich brauche nur an der Kasse zu bezahlen, alles andere macht mein kräftiger junger Begleiter *schmunzel*
Abends bekomme ich einen Anruf von Petra, denn sie wollte einen Gästebucheintrag schreiben, konnte ihn aber nicht abschicken. Seit kurzer Zeit hat der Gästebuchanbieter einen Schutz gegen Spam- und Werbeeinträge eingebaut. Bevor man den Eintrag abschickt, muss man einen vorgegebenen Code eingeben. Ich probiere es mehrmals selber aus, bei meinem dritten Test klappt es nicht mehr. Letztendlich muss ich feststellen, dass ich ein kleingeschriebenes "L" als eine "1" angesehen habe. Also gut aufpassen....*grins* Dann muss ich jedoch noch etwas feststellen. Was wirklich nicht funktioniert, ist das Mailformular, welches ebenso über das Gästebuch geschaltet ist. Also schreibe ich unter der Kontaktadresse an die Supportadresse, aber die Mail kommt zurück. Im Impressum des Gästebuchanbieters finde ich die Telefonnummer und rufe an, aber es geht nur ein AB an... Ich spreche also mein Problem auf Band und hoffe auf baldige Klärung...*stöhn*
Während ich mit Petra telefoniere, fragt sie auch, wie es mir geht. Oft weiß ich gar nicht so recht, was ich auf diese Frage antworten soll, denn gut und schlecht sind doch ziemlich relative Begriffe. Ich habe zwar ständig Schmerzen, aber empfinde sie nach dieser OP als "normal". Oft ist es ein Gefühl, als hätte man einen riesigen blauen Fleck, der weh tut, dazu ein Ziehen und Brennen. Dazu kommen die Bewegungseinschränkungen und eine Taubheit in der Achselhöhle. Aber wenn man bedenkt, dass nicht nur ein Tumor entfernt wurde, sondern auch mit körpereigenem Gewebe aus dem Achselbereich "aufgefüllt" wurde, dann geht es mir doch eigentlich richtig gut. Ich versuche halt positiv zu denken. Allerdings weiß ich auch, dass spätestens am Sonntagabend meine Gedanken wieder Karussell fahren werden, denn am Montag werde ich erfahren, wie es weitergeht...
Donnerstag, 23.03.2006
Wenn der Wetterbericht stimmt, dann soll es in den nächsten Tagen wärmer werden. Norbert freut sich heute früh, dass er nach der Vorhersage für Berlin nur noch heute und morgen an seinen Autoscheiben Eis kratzen muss....
Auch ich mache mich heute früh bald auf den Weg. Nach seinem Kurzbesuch zu meinem OP- Termin kommt Olav heute wieder für einige Tage aus London nach Berlin... Ich freue mich auf meinen Ole- Bole und lasse es mir nicht nehmen, ihn vom Flughafen abzuholen. Ich passe auch auf, um auf dieser Strecke nicht nochmals für ein "Porträt" 25,- € bezahlen zu müssen *schmunzel* Ich setze Olav nur bei Nora ab und fahre wieder nach hause, denn ich bin völlig geschafft, da nach der Landung vom Flieger es über eine halbe Stunde gedauert hat, bis Olav mit seinem Gepäck durch die Schleuse kam. In dieser Halle ist nicht eine einzige Sitzgelegenheit...
Abends meldet sich Renate wieder bei mir. Wir telefonieren sehr lange, denn ein Schüler von Renate ist vorgestern gestorben. Oft schon erzählte sie mir von Stefan, der einen Hirntumor hatte, nie die Hoffnung aufgab und den Krebs besiegen wollte. Ende Februar war er das letzte Mal in der Schule, aber wusste, dass man ihm nicht mehr helfen konnte. Oft hat Renate ihn im Krankenhaus besucht, in der letzten Zeit zu hause, das letzte Mal wenige Tage vor seinem Tod. Morgen ist Beerdigung, und ich bitte Renate darum, dass sie den Eltern meine Anteilnahme übermittelt...
Mittwoch, 22.03.2006
Immer, wenn ich bei meiner Schwester bin und ihr auch mal etwas am Computer einrichte oder in Ordnung bringe, dann tut es mir so leid, dass sie solch einen blöden alten Röhrenmonitor mit schwarzen Bildrändern und schlechten Farben hat. Schon länger überlege ich darum, ob ich bei einem günstigen Angebot meinen 17- Zoll- durch einen 19- Zoll- Flachbildschirm ersetze und meinen an Nora weitergebe. Vor einigen Tagen entdeckte ich auf der Homepage von Aldi, dass es heute Computer gibt und natürlich auch Monitore. Es ließ mich nicht los, und ich erzählte tagelang Norbert von meiner Idee. Er erklärte mich für verrückt, aber weiß nur zu gut, dass ich kaum davon abzubringen bin, wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe *schmunzel* Also fahre ich morgens zu Aldi und hole einen 19- Zoll- TFT- Monitor, stelle ihn auf und schließe ihn an...
Gegen Mittag will ich Nora anrufen, ohne ihr etwas zu sagen, sondern nur, dass ich in der Nähe bin und "einfach mal so" vorbeischauen möchte, aber Nora ist nicht zu hause. Auch ihr Handy ist ausgeschaltet, also kann sie theoretisch nur beim Arzt sein. Na gut, ich habe ja ihren Wohnungsschlüssel und spiele nun Heinzelmännchen. Allerdings habe ich ein Problem, an dem meine Überraschung fast zu scheitern droht: der alte Monitor ist so unhandlich und schwer, dass ich ihn mit meinem derzeitigen Handicap kaum tragen kann. Ich schaffe es gerade so, ihn vom Computertisch auf den Boden zu stellen. Der Flachbildschirm ist ja dagegen fast so handlich wie ein Frühstücksbrett. Ich schließe ihn an, starte den Computer probehalber, überprüfe und korrigiere die Einstellungen und schalte ihn wieder aus. Alles ok., und ich verschwinde wieder...
Ich fahre zurück nach hause und ziehe gerade meine Jacke aus, da klingelt mein Telefon. Noras Stimme hört sich an, als wäre ihr gerade ein Gespenst begegnet. Auch sie hat gerade ihre Wohnung betreten, fragt mich, was das da ist und findet kaum Worte. Mir macht es natürlich richtigen Spaß, mich dumm zu stellen und zu fragen, was sie denn meint. Die Überraschung ist also gelungen! Nora braucht wohl noch eine Weile, um zu begreifen, was ihr da "widerfahren" ist. Eineinhalb Stunden später kommt eine Grußkarte von ihr, und letztendlich freue ich mich mehr darüber, dass ich sie so überraschen konnte, als über meinen eigenen neuen Monitor... Nun grinse ich heute mit meinem kleinen Schaf um die Wette...
Dienstag, 21.03.2006
Es ist 8:20 Uhr, als heute morgen bei mir das Telefon klingelt. Als ich den Hörer abhebe und mich melde, stutze ich. Es ist eine Freundin, über die ich vor längerer Zeit einmal im Tagebuch schrieb. Wir telefonierten das letzte Mal wenige Tage nach Janas Tod. Danach hörte ich viele Monate nichts mehr von ihr. Ich war traurig, verstand es nicht, aber zog letztendlich für mich einen Schlussstrich unter diese langjährige Freundschaft. Im Sommer 2003 erschien ihre Rufnummer auf meinem Handy und SMS kamen, aber ich ignorierte dies und wollte nun auch keinen Kontakt mehr. Heute nun erzählt mir Gisela am Telefon, dass sie mir nach unserem letzten Telefonat im November 2002 mehrmals geschrieben hat, auch, um den Termin der Beerdigung zu erfahren. Bei mir ist jedoch nie Post von ihr angekommen, auch nicht spätere Geburtstags- und Weihnachtskarten, von denen sie erzählt. Ich glaube es ihr, denn eigentlich habe ich sie als ehrliche und treue Seele in Erinnerung. Wir wohnten vor der Wende viele Jahre Tür an Tür, Gisela kannte Jana von Geburt an und erlebte kurz darauf auch den Tod von Raimund mit. Wenige Wochen später freundeten wir uns an. Unser Telefonat dauert heute fast eine Stunde, dann muss Gisela zur Arbeit. Vieles haben wir uns erzählt, aber fast dreieinhalb Jahre kann man nicht auf die Schnelle nachholen. Ob wir irgendwann wieder die Freundinnen sein werden, die wir früher waren? Die Zeit wird es zeigen...
Montag, 20.03.2006
Um 9:30 Uhr habe ich im Krankenhaus den Termin in der Nuklearmedizin. Ich bekomme einen radioaktivem "Cocktail" gespritzt, muss in den nächsten Stunden viel trinken und kann vorerst wieder gehen. Um 12:15 Uhr soll ich wiederkommen, dann werden die Aufnahmen gemacht. Ich bin froh, dass Nora mich begleitet, denn allein wäre es nun langweilig. Wir gehen in die Cafeteria, wo wir etwas essen, aber dort ist es total ungemütlich. Also wechseln wir die Lokalität und setzen uns in ein gemütliches Cafe gegenüber vom Krankenhaus. Der Kellner schaut mich ganz groß an, als ich mir gleich zwei Gläser Apfelsaft auf einmal bestelle, aber ich soll ja viel trinken... Nach dem dritten Glas Apfelsaft ist die Zeit langsam um, und wir schlendern zurück.
Die Aufnahmen für das Skelett- Szintigramm dauern etwa eine halbe Stunde, und wir sind gerade so um 13 Uhr auf Station, wo ich zum Verbandwechsel bestellt bin. Der Chefarzt ist nicht da, und ich werde von der Stationsärztin versorgt. Sie war und ist immer sehr nett und sieht verdammt jung aus. Wenn auf ihrem Namensschild am Kittel nicht Dr. stehen würde, würde ich sie auf ca. 23 Jahre schätzen... Sie sagt mir nochmals, dass am Mittwochabend die Tumorkonferenz stattfindet, aber sie und der Chefarzt am Donnerstag und Freitag nicht da sind. Darum soll ich am Montag wiederkommen und werde leider erst dann erfahren, wie es weitergeht. Nun muss ich nochmals in die Nuklearmedizin, wo der Arzt mit mir noch den Befund besprechen will. Metastasen im Skelett sind nicht zu sehen, aber er zeigt mir meine schiefe Wirbelsäule, eine Stelle, die nach einem Bannscheibenvorfall aussieht, meine Kalkschulter und einen Bereich in den Kreuzbandwirbeln, der ebenfalls nicht gut aussieht... Letzteren wird er für weitere Röntgenaufnahmen empfehlen. Es ist der Bereich, wo ich vor kurzem so heftige Rückenschmerzen hatte, und wundern tue ich mich darüber jetzt nicht mehr.
Vieles geht mir nach dem Gespräch mit dem Arzt durch den Kopf: Wie froh war ich bis vor einem knappen Jahr, dass ich noch nie arbeitslos war... Heute muss ich feststellen, dass ich dafür auch einen sehr hohen Preis bezahlt habe und muss mich fragen, ob er es wirklich wert war...
Sonntag, 19.03.2005
Was macht man sonntags, wenn man sich freut, wieder zu hause zu sein? Man genießt die gewohnte heimische Umgebung. So "große Sprünge" kann ich noch nicht machen, denn bei allen Handgriffen wird man vom eigenen Körper in seine Schranken gewiesen. Mit dem linken Arm kann ich nur leichte Handgriffe dicht am Körper verrichten, mehr geht noch nicht, ansonsten ziept und schmerzt es. Obwohl man sich relativ fit fühlt, kommen ständig Signale, die einem die Grenzen aufzeigen. So habe ich heute nur ein "großes Ziel": ich möchte meine Haare waschen und versuchen, den unschön heraus gewachsenen Haaransatz nachzufärben. Es ist eigenartig, denn während ich mühsam hantiere, überlege ich, ob es überhaupt noch lohnt, oder ob ich nicht bald meine Haare sowieso kurz schneiden muss, um den Haarausfall nicht so extrem erleben zu müssen. All dies werde ich in wenigen Tagen erfahren, aber diese Ungewissheit und das Warten sind zeitweise unerträglich und machen einen mürbe... So kommt mir jede Ablenkung recht. Oft ruhe ich mich aus, liege auf der Couch, schaue mit Norbert und Andi Eishockey, freue mich dass die Eisbären gewinnen, fiebere vor dem Fernseher, während "meine beiden Männer" im Olympiastadion in der Kälte klappern. Aber schön ist es, als sie zwar durchgefroren, aber gut gelaunt nach dem Hertha- Sieg wieder nach hause kommen...
Sonnabend, 18.03.2006
Als ich morgens wach werde, bin ich richtig gut drauf, und das Frühstück schmeckt besonders gut, wenn man sich auf zu hause freut. Der Chefarzt soll gegen 10 Uhr zur Visite kommen. So ist noch etwas Warten angesagt, und die Zeit vergeht viel zu langsam. Norbert ist pünktlich um 10 Uhr da, muss aber leider noch eine knappe halbe Stunde warten. Dann ist es soweit. Der Chefarzt zieht den Schlauch, aus dem die Wundflüssigkeit in eine Flasche lief und übergibt mir dann alle Papiere mit den Befunden für den Gynäkologen. Am Montag bestellt er mich zum Verbandwechsel auf Station, und vorher muss ich zum Skelett- Szintigramm.
Nun kann ich endlich sagen: hurra, ich bin wieder zu hause! Jill überschlägt sich fast vor Freude, aber auch ich bin unendlich froh, dass ich meine treue Seele wieder um mich habe. Auf Schritt und Tritt folgt sie mir.... und wenn ich zu den Bildern von Jana und Mario schaue, habe ich den Eindruck, als wollten sie mir sagen: "Schön, dass du wieder da bist..."
Obwohl mich Nora telefonisch auf dem Laufenden gehalten und die Gästebucheinträge frei geschaltet hat, kann ich nun selber nachlesen und möchte mich für alle lieben Zeilen ganz herzlich bedanken!
Freitag, 17.03.2006
Nachdem Nora gestern gegangen war, kam kurze Zeit später eine Frau zu mir, die sich als Sozialarbeiterin vorstellte. Sie erzählte mir einiges, was ich auch schon von Nora kannte. Es geht um den Antrag auf einen Schwerbeschädigtenausweis, um Reha etc. So erfahre ich, dass es in Berlin für mich nur eine einzige Klinik gibt, in der ich eine ambulante Reha machen könnte. Das käme mir sehr gelegen, denn ich möchte nicht wegfahren. Ich weiß, wie sehr mich Jill bereits die wenigen Tage vermisst, aber mehrere Wochen? Norbert erzählte mir, wie Jill bei jedem Auto aufspringt und hofft, dass ich heimkomme. Ich habe große Sehnsucht nach meiner kleinen Schnecke...
Heute früh kurz vor dem Frühstück kommt die Visite, und ich erfahre, dass der Tumorbefund da ist. Der Chefarzt erklärt mir, dass der Tumor 3cm groß war und er noch einen Sicherheitsrand weg geschnitten hat. Laut Befund ist dieses Gewebe frei. Die endgültige Entscheidung, wie es mit der Behandlung weitergeht, fällt jedoch erst am nächsten Mittwoch in der so genannten Tumorkonferenz. Dann wird entschieden, ob ich eine Chemotherapie bekomme. Normalerweise braucht man keine Chemo, wenn die Lymphknoten frei waren, aber ab einer Tumorgröße von 2cm wird meist eine Chemo empfohlen. Der Chefarzt spricht heute auch von einer Antihormontherapie, da der Tumor hormonabhängig war. Die ganzen Begriffe sind mir nicht neu, habe ich sie doch alle bereits von Nora gehört.... Aber trotzdem werde ich eben erst nächste Woche hören, wie es weiter geht...
Dann erfahre ich, dass ich morgen nach nach der Visite heim darf *freu* Montag muss ich jedoch zum Verbandwechsel hier auf die Station kommen, auch muss noch das Skelett geröntgt werden. Das passiert wieder mit einem radioaktiven Mittel, weil man dabei erkennen möchte, ob sich im Skelett Metastasen befinden.
Norbert kommt heute nochmals zu Besuch, zusammen mit Momo, Andi wollte eigentlich auch kommen, aber hat seit gestern Fieber....
Mal sehen, wie ich morgen die Wiedersehensfreude von Jill überstehe, vielleicht sollte ich Schutzkleidung anlegen... *schmunzel*
Donnerstag, 16.03.2006
In der Nacht guckte ich zwar hin und wieder auf die Uhr, aber geschlafen habe ich eigentlich trotzdem ganz gut. Gleich um 7 Uhr kommt die Visite, und man befreit mich von meinem Druckverband. Das ist für mich ein spannender Moment, kann ich doch nun mal den Schnitt sehen. Habe es mir schlimmer vorgestellt und bin sehr zufrieden.
Frühstücken darf ich erst wieder später, denn ich soll zuvor mit leerem Magen zur Sonografie des Bauches (Leber etc.) und zum Lunge röntgen. Bin froh, als ich es hinter mir habe, denn mein Magen knurrt bereits lautstark...
Nun hat gerade Nora angerufen und ist auf dem Weg hierher, um den USB- Stick mit den Homepagedateien abzuholen, also mache ich mal Schluss für heute....
Mittwoch, 15.03.2006
Dass ich gut geschlafen habe, kann ich nicht gerade behaupten. Mehrmals wachte ich letzte Nacht trotz Schlaftablette auf, und heute morgen ab 6 Uhr bin ich fast putzmunter. Kurz nach sieben werde ich ins Behandlungszimmer gerufen. Der Chefarzt möchte mich nochmals sehen.
Gegen 8 Uhr holt mich dann ein Pfleger ab, und ich komme mir vor wie der kleine Häwelmann, denn es geht mit dem Bett durch unzählige lange Krankenhausflure. Im OP angekommen dauert es nicht lange, bis meine Erinnerung aussetzt.... Als ich wieder zu mir komme, suchen meine Augen eine Uhr, und über einer Tür sehe ich, dass es auf 10:30 Uhr zugeht. Das Atmen fällt schwer, denn ich habe einen Druckverband. Zurück in meinem Zimmer bin ich eigentlich gut drauf. Schmerzen habe ich nur, wenn ich mit meinen linken Arm unbedachte Bewegungen mache, denn durch die Entfernung von drei Lymphknoten ist er sehr stark eingeschränkt.
Jetzt ist jedoch meine vorerst größte Sorge, ob ich so kurz nach dem OP Mittagessen bekomme, denn ich habe großen Hunger. Da mir nach dem ersten Getränk nicht schlecht wurde, darf ich nun auch essen. Inzwischen melde ich mich auch telefonisch bei Norbert und meiner Schwester, und später kommen sie auch zu Besuch. Nora staunt, dass ich schon aufstehe...
Zwischendurch schaut noch einmal der Chefarzt zu uns ins Zimmer uns teilt mir mit, dass die drei entfernten Lymphknoten frei sind...
Dienstag, 14.03.2006
Um 7:30 kratzt unsere Nachbarin Sofie ihr Auto vom Eis frei und fährt mich zum Krankenhaus, denn es liegt fast auf ihrem Weg. Dort wartet Nora am Eingang auf mich, denn sie möchte mich bei der Aufnahme begleiten. Die Formalitäten in der Aufnahme sind schnell erledigt, und nun gehen wir zur Station. Die erste Schwester, die wir hier kennen lernen, ist Schwester Petra, burschikos und scheinbar immer guter Laune. Ich komme in ein Zweibettzimmer. Die andere Frau scheint auch heute gekommen zu sein, denn ihr Koffer steht noch mitten im Zimmer. Allerdings stutze ich, denn auf Noras und mein freundliches "Guten Morgen" kommt mit Mühe und Not eine Antwort, geschweige denn, dass man uns dabei ansieht. So bin ich fast schon bedient, denn tagelang mit einem Stinkstiefel in einem Zimmer, das kann ja was werden....
Aber vorerst ist nicht viel Zeit zum Nachdenken, denn ich muss gleich zum Arztgespräch. Über den ganzen Tag verteilt muss ich dann noch zu einigen Voruntersuchungen. Ich bin froh, als ich um 18:45 Uhr endlich alles hinter mir habe. Sogar die Abendbrotzeit ist schon vorbei, aber die Schwester hat mir etwas zurück gestellt. Als ich zwischendurch Wartezeit in meinem Zimmer verbringe, sind die Sachen von meiner Bettnachbarin nicht mehr da. Abends erfahre ich von der Schwester, dass diese Patientin ein anderes Zimmer bekommen hat. Man wollte nicht nur ihr, sondern auch mir damit einen Gefallen tun *schmunzel*
Der Tag hat mich richtig geschafft, bin nur noch müde... Morgen früh um 7 Uhr werde ich dem Chefarzt vorgestellt, bei dem ich für 9 Uhr auf dem OP- Plan stehe....
Montag, 13.03.2006
Ja, nun läuft der „Countdown“. Ich mache heute noch sauber und einiges an Wäsche. Beschäftigung ist gut zur Ablenkung, denn ich muss gestehen, dass nach der Erholung am Wochenende nunmehr meine Stimmung jetzt langsam wieder abwärts geht... Meine Sachen stehen gepackt hinter mir, zu guter letzt wird der USB- Stick mit den Homepagedateien noch im Laptoprucksack verschwinden…
Sonntag, 12.03.2006
Um ehrlich zu sein, habe ich die Zeit gestern im wahrsten Sinne des Wortes verspielt. Nachdem wir alle drei vor dem Fernseher das Hertha- Spiel gegen Bremen gesehen hatten, war hier gute Laune eingekehrt. Niemand hatte mit einem Sieg gegen Bremen gerechnet, und dann gewann Hertha mit 3:0!
Ich setzte mich dann wieder an den Schreibtisch, um den Laptop weiter mit Spielen zu „füttern“. Im Internet fand ich ein Spiel namens „Mah Jong Quest Deluxe“. Es gefiel mir sehr gut, zumal ich alle Arten von Mahjongg gern spiele. Ich lud es dann runter, registrierte mich und spielte, spielte und vergaß alles andere…bis ganz spät…
Heute muss ich mich etwas bremsen und erst einmal andere Dinge erledigen. Langsam fange ich an, mir wichtige Dinge aufzuschreiben, damit sie mir im Krankenhaus nicht fehlen. Nebenbei läuft das erste Formel1- Rennen, und durch die neuen Regeln wird es wohl eine spannende Saison. Da hätten Jana und Mario wieder ihre volle Freude, denn beide waren große Fans von den „Roten“…
Freitag, 10.03.2006
Fast zwei Stunden verbringe ich heute Vormittag mit Nora am Telefon. Ich schicke ihr nach und nach alle Homepagedateien als Email- Anhänge. Ich muss ihr ja vorher erklären können, wie man die HP bearbeitet und aktualisiert. Glücklicherweise ist das Homepageprogramm auf ihrem PC installiert, aber sie hat noch nie damit gearbeitet. So machen wir nun am Telefon einen Fernkurs, und Nora staunt und staunt… *schmunzel*
Als heute die Post kommt, ist bereits der Brief mit der Krankschrift und dem Einweisungsschein von der Gynäkologin da. Gegen 14:30 Uhr klingelt das Telefon, und der erwartete Anruf kommt. Die Ärztin aus dem Brustzentrum erzählt mir, dass sie den Befund erhalten hat. Es handelt sich um einen relativ langsam wachsenden Krebs. Sie hat inzwischen nochmals Rücksprache mit dem operierenden Chefarzt genommen, der aufgrund der Ultraschallbilder und des Befundes zunächst Brust erhaltend operieren möchte. Ausschlaggebend wird der Befund der Lymphknoten sein, wenn es um Folgebehandlungen geht. Auch am Telefon ist die Ärztin wieder so richtig lieb und nett. Sie fragt mich auch, wie es mir geht und findet es richtig, dass ich diesen relativ kurzfristigen OP- Termin angenommen habe.
Als ich gestern bei der Ärztin war, sah sie auf dem Anamnesebogen, den ich zuvor ausfüllen musste, dass es in unserer Familie bereits sehr oft Krebserkrankungen gab. Darum fragte sie mich, ob bei meinen Geburten auch Mädchen waren. Als ich dies bejahte, empfahl sie eine Vorsorge bei meiner Tochter. Aber dann musste ich ihr ja sagen, dass Jana nicht mehr lebt… Sie war sehr bestürzt. Jedoch fragte sie mich dann sehr einfühlsam, was denn passiert ist, und ich war froh, dass sie fragte. Nichts tut mehr weh, als wenn dann schnell das Thema gewechselt wird, und wie oft habe ich das schon erlebt! Obwohl ich sie bereits vom ersten Moment an sehr nett fand, hatte sie von nun an meine volle Sympathie… Bevor wir uns heute am Telefon verabschieden, frage ich sie, ob es denn erlaubt sei, dass ich ins Krankenhaus meinen Laptop mitbringe. Sie antwortet mir: „Aber natürlich Frau Hentrich, nehmen sie ihren Laptop ruhig mit!“ Am liebsten hätte ich sie dafür umarmt… Nun werde ich noch einiges auf dem Notebook installieren, denn nach der Neueinrichtung fehlen noch einige Standardprogramme. Ich möchte mir auch einige Spielchen zum Zeitvertreib installieren, damit keine Langeweile aufkommt….
Bevor ich für heute nun zum Ende komme, möchte ich mich für die vielen guten Wünsche bedanken, welche mir durch Email und Gästebucheinträge zugesandt wurden. Im Moment habe ich jedoch leider nicht mehr die innere Ruhe, um jedem einzelnen zu antworten und hoffe, dass man mir dies nachsieht…
Donnerstag, 09.03.2006
Als Norbert gestern von der Arbeit kam, nahm er mich in den Arm und sagte mir, dass wir auch dies gemeinsam durchstehen werden. Lange haben wir miteinander geredet, und mir wurde wieder einmal bewusst, was ich für einen Schatz ich habe.
Heute fahre ich nun zum Klinikum Westend ins Brustzentrum. Als ich aufgerufen werde, treffe ich im Sprechzimmer auf eine sehr nette Ärztin. Sehr einfühlsam, aber trotzdem nicht mitleidig unterhält sie sich mit mir, macht auch eine Ultraschalluntersuchung. Sie ist sich anhand der Bilder bereits sicher, dass der Tumor bösartig ist und bestätigt somit die gestrige Vermutung der Gynäkologin. Als dann eine Gewebeprobe abgenommen werden soll, habe ich doch ganz schön Angst, aber durch eine örtliche Betäubung ist es nicht schlimm. Die nun folgende Gewebsuntersuchung soll die Art des Krebses feststellen. Morgen Nachmittag soll der Befund bereits da sein, und sie wird mich anrufen. Ich werde gefragt, ob ich bereits nächste Woche oder erst in der darauf folgenden ins Krankenhaus möchte. Noch über eine Woche warten hätte mich total mürbe gemacht, zumal ich jetzt schon kaum noch klar denken kann, also entscheide ich mich für den nächstmöglichen Termin. Die Ärztin stimmt mir zu, und nun geht alles Schlag auf Schlag. Sie ruft den Chefarzt des Brustzentrums an, spricht von einem Mamma- Karzinom und bittet um einen schnellstmöglichen Termin. Obwohl der OP- Plan für kommende Woche voll ist, „schiebt“ man mich für Mittwoch ein. So muss ich am Dienstag früh ins Krankenhaus. An diesem Tag werden noch einige Untersuchungen gemacht, und die Ärztin wird mich dem Chefarzt vorstellen, der mich operieren wird.
Die wenigen Tage, die mir nun bleiben, werde ich der Bürokratie opfern müssen. Von der Gynäkologin brauche ich eine Krankenhauseinweisung und einen Krankenschein bis zum Montag. Mit der Einweisung muss ich wiederum zur Krankenkasse, um die Kostenübernahme für das Krankenhaus bestätigen zu lassen. Für die Zeit im Krankenhaus werde ich von dort krankgeschrieben, danach wieder von der Gynäkologin. Ja, die deutsche Bürokratie ist beispiellos…
Heute Nachmittag setze ich mich mit Nachbarin Sofie zusammen, denn ich muss nochmals ihre Hilfe in Anspruch nehmen. Sie hatte ja bereits während meines Bewerbungstrainings tagsüber eine Gassi- Runde mit Jill übernommen und wird es ab Dienstag wieder tun. Jill bellt heute, als Sofie kommt, knurrt sie auch großkotzig an, und 10 Minuten später leckt sie ihr die Hände ab. Sie ist ein richtiger Clown und wird mir im Krankenhaus sicher sehr fehlen. Norbert hat leider das Pech, denn seine Vertreterin ist nächste Woche im Urlaub. Dadurch bekommt er nicht kurzfristig frei, aber will wenigstens verkürzt arbeiten
Ich weiß, es klingt verrückt, aber auch um die Aktualisierung der Homepage während meines Krankenhausaufenthaltes mache ich mir einen Kopf. Auf jeden Fall werde ich den Laptop mit ins Krankenhaus nehmen und dort mein Tagebuch schreiben. Andere Leute lesen den ganzen Tag oder haben Stöpsel vom CD- Player im Ohr, also kann ich auch schreiben. Da ich die HP-Dateien auf USB- Stick habe, werde ich Nora bei jedem Besuch den Stick zur Aktualisierung mitgeben. Ich hoffe nur, dass Ärzte und Schwestern mir den Laptop nicht verbieten, weil sie vielleicht denken, dass ich Unternehmer bin und vom Bett aus meine Geschäfte führe *schmunzel*
Ja, ab und zu kann ich noch lächeln. Auch Norbert hat es gestern geschafft, mich trotzdem noch zum Lachen zu bringen. Ich sagte ihm, dass es mir echt nah gehen würde, wenn ich durch eine Chemotherapie meine langen Haare verlieren würde, zumal ich doch weiß, wie sehr Norbert meine langen Haare gefallen. Er tröstete mich und meinte, dass dies doch absolut unwichtig wäre, wichtig wäre nur, dass ich gesund werde. Dann meinte er: „Weißt du, dann holst du dir drei verschiedene Perücken, eine blonde, eine schwarze und eine rote… und dann habe ich jeden Tag eine andere tolle Frau…“ So konnte ich nur noch lachen, umarmte meinen Schatz und hätte ihn am liebsten nicht mehr losgelassen. Vor knapp sechs Jahren hatte ich mich auf ein ewiges Single- Leben eingestellt, wollte es als gegeben hinnehmen und nicht mehr „suchen“. Bei meinem letzten Kontaktversuch war mir bereits egal, wie es ausgeht, aber es war Norbert, der mir begegnete… Heute kann ich sagen: Mein Schatz, du bist das, von dem ich glaubte, dass es dies nur in meiner Vorstellung gibt…
Mittwoch, 08.03.2006
Nora begleitet mich heute früh zum Arzt, und als wir die Praxis der Gynäkologin verlassen, laufen wir wie in Trance zu meinem geparkten Auto. In der Hand habe ich eine Überweisung zum Brustzentrum, worauf steht: "suspekter Mamma- Tumor 30x21mm... zur histologischen Sicherung und weiteren Therapie"
Vor einigen Tagen hatte ich eine harte Stelle entdeckt. Die Frauenärztin kann es ebenfalls ertasten und macht einen Ultraschall. Selbst ich sehe den großen schwarzen Fleck auf dem Bildschirm. Ich erfahre, dass eine OP unumgänglich sein wird. Die Ärztin sagt, dass es aussieht, als wäre er bösartig, denn er zeigt keine glatten Ränder. Die weitere Diagnostik findet nun im Brustzentrum statt, wo auch eine Gewebeprobe zur Untersuchung entnommen wird. Morgen Mittag habe ich dort bereits einen Termin.
Im Moment habe ich das Gefühl, als ob zwischen mir und der Wirklichkeit eine Wand steht. 10 Monate ist es her, da bekam Nora eine Überweisung ins Brustzentrum. Tausend Gedanken gehen durch meinen Kopf, und ich kann sie noch gar nicht ordnen....
Dienstag, 07.03.2006
Am späten Vormittag fahre ich spontan zu Nora, um zu helfen, denn ihr Drucker spinnt und sie kann eine wichtige Bewerbung nicht ausdrucken. Als ich bei Nora ankomme, ruft mich Norbert auf dem Handy an. Was er mir erzählt, kann ich kaum glauben. Eine Mitarbeiterin der Geschäftsleitung von Arcor hat Norbert im Dienst angerufen (als Kontaktmöglichkeit liegt Arcor seine Dienst- Nr. vor). Sie möchte wegen "einer dem Vorstand vorliegenden Beschwerde" die Angelegenheit klären. Ich kann es kaum fassen, sollte mein Schreiben an den Vorstandsvorsitzenden wirklich etwas bewirkt haben? Man gab viele Fehler zu und versprach Norbert als erstes, dass schnellstmöglich meine Rufnummern wieder frei geschaltet werden. 1 bis 2 Tage Geduld müssten wir jedoch haben. Noch sichtet die Mitarbeiterin alle Unterlagen, will sich nochmals bei Norbert melden, dann auch bei mir, um die Angelegenheit mit dem Kundenkonto zu bereinigen.
Eigentlich mehr aus Spaß wähle ich abends mit meinem Apparat Nora an, und siehe da, der Ruf geht raus und Nora hebt ab. Meine Rufnummern funktionieren also schon wieder! So schnell kann es gehen! Was höre ich da mein kleines Schaf wieder sagen: "Geht doch, geht doch!!!"
Als ich das Schreiben an den Vorstand abschickte, fragte ich mich bereits, was ich mache, wenn dies auch nichts bewirkt. Aber bekanntlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt... Nun habe ich Bewegung in die Sache gebracht und hoffe nur, dass Arcor nicht wieder auf halbem Weg einschläft...
Montag, 06.03.2006
Irgendwie hat es mir gestern richtig Spaß gemacht, den Computer neu einzurichten, und so nehme ich mir heute meinen Laptop vor. Allerdings habe ich ein Problem. Auf meinem großen PC habe ich gestern mittels Recovery-CD (Systemwiederherstellung in den Auslieferungszustand) Windows erneuert. Auf dem Laptop hatte ich bisher eine andere Windows- Version und will wieder das einst mitgelieferte Windows XP- Home aufspielen. Aber mit der Aktivierung von Windows klappt es nicht. So muss ich bei Microsoft anrufen, und ich staune, dass es sogar eine kostenfreie Hotline gibt. Sehr nett hilft man mir weiter, und nun ist alles ok.
Als Norbert nach hause kommt, erzähle ich ihm, dass nun auch der Laptop wieder topp fit ist. Da fragt er, wann denn sein Computer dran ist. Na gut, ich werde demnächst auch seinem PC noch einen "Frühjahrsputz" verpassen...
Sonntag, 05.03.2006
Nachdem ich gestern mit dem Tagebuch fertig war, kamen auf meinem Computer einige Fehlermeldungen. Ich probierte einiges durch, dann schaltete ich ihn aus und nahm mir für heute vor, ihn neu einzurichten. Da muss ich doch neulich mit der Datensicherung einen siebten Sinn gehabt haben... Nun habe ich mit einigen Pausen den ganzen Tag damit verbracht, und alles läuft wieder im "grünen" Bereich. Auch habe ich mir die neue Version von Norton Antivirus im Internet gekauft, welches ich gleich downloaden und installieren konnte. Ein schönes Gefühl, wenn wieder alles "sauber" ist. Das war dann sozusagen der Frühjahrsputz auf dem PC...
Draußen dagegen sieht es gar nicht nach Frühjahr aus. Als ich gegen 18:30 Uhr mit Jill in die Gassi- Ecke gehen will, traue ich meinen Augen kaum, denn der seit Tagen angesagte Schnee scheint uns erreicht zu haben, dicke weiße Flocken fallen von Himmel... Die heutigen Fernsehbilder haben mich schon genug geschockt, München versinkt im Schnee, auf Bahnhöfen kündigen Anzeigetafeln 120 Minuten Verspätung und mehr an oder Züge fallen ganz aus, auf den Straßen ist das absolute Schneechaos. Mal sehen, wie lange und wie viel es hier in Berlin schneien wird...
Sonnabend, 04.03.2006
Heute spielt Hertha BSC in Berlin gegen Köln, also gehen Norbert und Andi ins Olympiastadion. Norbert hat aufgrund der Wettervorhersage gar keine richtige Lust, aber er hat ja die Dauerkarten... Der große Schneefall bleibt glücklicherweise aus, aber trotzdem haben die beiden keinen Grund zur Freude, denn Hertha verliert 2:4. Ich bekomme das Spiel wieder nebenbei im Fernsehen mit und ahne schon, dass zwei lange Gesichter nach hause kommen. Aber weit gefehlt, Norbert und Andi scherzen. Es muss wohl eine Art Galgenhumor sein, denn Herthas Pleiten-, Pech- und Pannenserie scheint nicht zu enden...
Freitag, 03.03.2006
Als heute die Post kommt, ist nichts von Arcor dabei, was mich fast schon wundert *schmunzel* Vormittags läutet mehrmals mein Telefon, und ich freue mich über jedes Klingeln, denn es bedeutet ja, dass meine Nummern noch nicht ganz abgestellt sind.
Als abends Renate anruft, erzählt sie mir, dass sie mit dem Schnee schieben kaum hinterher kommt... Man, nun haben wir den 3. März, und auch in Berlin ist für morgen großer Schneefall angekündigt...
Donnerstag, 02.03.2006
Die letzten zwei Tage waren meine Tagebucheinträge nicht gerade sehr ergiebig. Ich muss gestehen, dass ich durch diese ständigen Rückenschmerzen von einer regelrechten Lustlosigkeit befallen bin und mich zu allem aufraffen muss. Noch weniger Lust habe ich allerdings, zwei Stunden auf den unbequemen Holzstühlen im Wartezimmer beim Orthopäden zu sitzen, der mir dann sicherlich auch nur Ruhe und ein Heizkissen verordnet... Ich schone mich also so lange es geht hier zu hause.
Vorgestern, gestern und heute kommt jeweils ein Brief von Arcor an Norbert. Auf sein bitterböses Schreiben von voriger Woche wird in keiner Art und Weise eingegangen. Man bestätigt lediglich die Kündigung, die ab 3.August wirksam werden soll. Jedoch ist dieser Termin weder fristlos, geschweige denn der wirkliche Zeitpunkt des Vertragsablaufs. Wahrscheinlich hat man mit zugebundenen Augen auf den Kalender getippt. Im heutigen Schreiben fragt man nach den Gründen der Rückbuchung, aber genau das stand in Norberts Schreiben! Nun gut, wir füllen das Formular aus und faxen es zu Arcor... Wenn ich auch nicht weiß, welche Kapriolen Arcor noch schlägt, eins weiß ich ganz genau: ich freue mich riesig auf den 3. August!
Mittwoch, 01.03.2006
Heute schone ich mich ein wenig, damit mein Rücken etwas zur Ruhe kommt. Gestern hatte ich Betten bezogen und sauber gemacht, war wohl etwas viel...
Morgens fahre ich nur kurz zu Lidl, um ein paar Kleinigkeiten zu holen, dann faulenze ich auf der Couch vor dem Fernseher. So schaue ich auch wieder mal die RTL- Sendung "Einsatz in vier Wänden", denn dort werden Räume genial umgestaltet. Für solche Sendungen kann ich mich immer begeistern, weil man dadurch auch Anregungen für das eigene Heim bekommt....
Dienstag, 28.02.2006
Ist schon wieder später geworden, als ich wollte. Habe soeben noch ein Fax an Arcor geschickt. Zurzeit kann ich mit meinen Nummern nicht mehr telefonieren, nur noch Anrufe empfangen, die " letzte Zahlfrist" ist bis 2. März, dann werden sie wohl ganz abdrehen... Ja, und was ist dann, wenn sich jemand auf eine Bewerbung melden und mich anrufen will? Ich überlege schon wegen einem Anwalt... Aber heute falle ich nur noch ins Bett, mein Rücken macht mir immer noch zu schaffen und kann kaum noch sitzen...
Montag, 27.02.2006
Gleich früh um 8 Uhr bin ich bei Lidl, so wie man das macht, wenn man etwas von den Sonderangeboten abhaben möchte *schmunzel* Heute gibt es viele Dinge für den Garten, und die meisten Leute stürzen sich auf die preiswerten Düngerangebote. Ich möchte für uns nur Garten- Clogs kaufen, bekomme sie auch, hole noch einige Kleinigkeiten und verdrücke mich dann in Richtung Kasse. Weiter geht es zur Post, denn ich will ja den Brief an Arcor mit Rückschein aufgeben. Da nicht weit entfernt, will ich meiner ehemaligen Nachbarin Katrin noch einen kurzen Besuch abstatten. Nach dem Einparken laufe ich jedoch zuerst dem guten Geist der Wohnanlage in die Arme, dem Hausmeister. Na ja, einen Kaffee kann ich nicht abschlagen, und zu erzählen gibt es reichlich... So erfahre ich auch, dass meine ehemalige Wohnung inzwischen zwar schon besichtigt wurde, aber noch nicht wieder vermietet ist. Auch beginnt in nächster Zeit endlich die Strangsanierung, auf die wir schon jahrelang warteten. Aber vielleicht auch ganz gut, dass ich die damit verbundenen Unannehmlichkeiten nicht mehr miterleben muss... Der Kaffeeplausch hat Spaß gemacht, aber allzu lange kann ich den guten Hausgeist nicht von seiner Arbeit abhalten. Also gehe ich einige Eingänge weiter und klingele bei Katrin. Sie freut sich über meinen Überraschungsbesuch, und nochmals gibt es Kaffee... Es vergeht eine weitere Stunde, dann muss ich aber langsam los, denn es ist bereits Mittag geworden...
Abends will ich mal im Internet nach verschiedenen Telefon- und DSL- Anbietern suchen, um mich für unsere Zeit "nach Arcor" etwas zu informieren und finde eine interessante Seite: www.netzwelt.de Dort werden unter anderem die DSL- Provider aufgelistet, auch können Kunden ihre Erfahrungen und eine Bewertung zu den einzelnen Anbietern abgeben. Stundenlang lese ich und komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Über die Telekom wird ja nach wie vor gemeckert, aber Arcor ist fast auf der Überholspur im negativen Sinne, denn kaum jemand ist mit dem "Kundendienst" zufrieden. Aber auch Versatel- Kunden schreiben überwiegend negativ. Dann gibt es Provider, die Ihren Kunden 3000er DSL berechnen, aber gerade so Isdn- Geschwindigkeit schaffen. Interessant war es allemal, dies zu lesen, kann man doch bereits feststellen, wo man auf keinen Fall einen Vertrag abschließen sollte....*grins*
Sonntag, 26.02.2006
In den letzten Tagen ist es ja leider nochmals kälter geworden, und heute morgen liegt wieder eine ganz dünne Schneedecke. Wir waren froh, dass die letzten weißen Reste langsam verschwanden, aber noch scheint der Winter zu kämpfen, und auch in den nächsten Tagen soll es in Berlin nachts bis auf -7°C runtergehen. Ich erwarte sehnlichst den Frühling, denn dann steigt auch die Stimmung, und das geht sicher nicht nur mir so. Vor einigen Tagen entdeckte ich bei uns im Garten, dass die ersten grünen Spitzen unserer Blumenzwiebeln aus der Erde kommen...
Seit einigen Tagen durchstöbere ich meinen PC. Viel hat sich angesammelt, was ich langsam mal auf CD oder DVD sichern muss. Überlege auch schon, ob ich dem Computer wieder einmal einen "Frühjahrputz" verpasse... Wenn Jana oder ich früher plötzlich anfing zu formatieren, wirkte es auf den anderen immer regelrecht ansteckend, und man legte ebenfalls los. Dann standen wir gegenseitig im "Wettbewerb" und berichteten uns, was wir inzwischen geschafft haben, aber oft probierten wir auch gemeinsam, wenn es bei einem nicht gleich so lief...
Sonnabend, 25.02.2006
Heute bekomme ich die Arcor- Rechnung für den Zeitraum vom 20.01. bis 19.02., weitere 60 Euro zu den bisher aufgelaufenen 184,-, was für eine Freude! Ja, wenn man den Bogen überspannt, werde ich zum Zyniker... Somit stehe ich nun angeblich mit rund 245,-Euro bei Arcor "in der Kreide". Mir kommt aber heute eine Idee. Bisher schrieb ich immer an den Kundenservice in Essen, der mich seit nunmehr 9 Monaten verschaukelt. Auf der Homepage von Arcor finde ich heute eine "höhere" Ebene, nämlich die Adresse der Hauptzentrale, die in Eschborn angesiedelt ist. Soll der "König" mal erfahren, was das "Volk" so treibt... Ob es etwas nützen wird, weiß ich nicht, aber letztendlich kann ich hinterher nicht sagen, dass ich nicht alles versucht habe. Das Schreiben werde ich Montag früh auf der Post als Einschreiben mit Rückschein versenden, sicher ist sicher... Als ich mit Nora telefoniere, ihr davon erzähle und den Brief vorlese, ist sie ganz begeistert. Oft schon, wenn ich ihr am Telefon meine Entwürfe vorlas, sagte sie zu mir: "Schwesterlein, wie machst du das? Ich werde dich mal engagieren, wenn ich solche Briefe schreiben muss." Wie ich das mache? Na ja, in 5 Minuten bestimmt nicht, heute habe ich 3 Stunden gebraucht, um die 9 Monate Arcor- Odyssee auf 1 ½ Seiten möglichst kurz und verständlich zu formulieren.... Das Lob von Nora tut gut, aber entschädigt doch nicht für die Zeit, die mir durch diesen Mist verloren geht!
Freitag, 24.02.2006
Mein Rücken ist immer noch nicht besser, obwohl ich hoffte, dass die Nachtruhe die Beschwerden etwas lindert. So nehme ich mir für heute nichts vor, nur eins will und muss ich, nämlich einkaufen, damit wir uns nicht nachmittags im vollen Supermarkt herumdrängeln müssen. Beim Ein- und Aussteigen am Auto muss nicht nur ich schmunzeln, auch mein kleines Schaf kommt wieder voll auf seine Kosten...
Nun werde ich das Wochenende noch abwarten, und sollte es Montag noch nicht besser sein, muss ich wohl mal zum Doc.... Allen ein erholsames und vor allem gesundes Wochenende!
Donnerstag, 23.02.2006
Norbert kam gestern fast 4 Stunden später als sonst von der Arbeit, ich machte mir bereits Sorgen, aber er hatte eine ewig lange Besprechung. Als ich ihm dann von Arcor erzählte, rastete er aus. Dazu muss ich sagen, dass Norbert ein ruhiger Zeitgenosse ist und man ihn schon ganz schön anstacheln muss, bis er ausflippt. Ich brauchte selber nicht an Arcor zu schreiben, denn Norbert diktierte mir sein Schreiben. Er sagt, dass meine Nummern seit einiger Zeit zu seinem Anschluss gehören und sie ihm nicht einfach die Nummern abschalten können, denn er hat seine Rechnungen bezahlt. So habe ich das vorher noch gar nicht gesehen, aber er hat Recht. Gleichzeitig kündigte er aufgrund dessen fristlos, und Norberts nächste Handlung war, der letzten Abbuchung zu widersprechen, da Arcor seine Vertragsleistungen nicht erfüllt hat. Nun heißt es wieder abwarten, und so wird das Thema Arcor wohl noch einige Male hier erscheinen, um mir Luft zu machen...
Ich habe mir für heute einiges an Hausarbeit vorgenommen. Ich mache sie auch, aber brauche zu allem viel Zeit, denn mich plagen fürchterliche Rückenschmerzen. Als ich fertig bin und meine Haare waschen will, kann ich mich nur mit Mühe und Not über die Wanne beugen, und dann komme ich kaum wieder hoch. Es scheint immer schlimmer zu werden. Selbst als ich mich nachmittags auf die Couch lege, bringt es kaum Linderung, denn ich weiß gar nicht wie ich liegen soll. Langsam bin ich mir auch nicht so sicher, ob es Rücken- oder Nierenschmerzen sind. Ich hoffe, dass es wirklich "nur" der Rücken ist, denn als Kind hatte ich bereits eine Nierenbeckenentzündung. Hochschwanger mit Jana bekam ich Nierenkoliken... Ein Nierenstein, von dem ich wusste, der sich aber jahrelang nicht bewegte, "wanderte" plötzlich, weshalb man die Geburt 3 Wochen vor dem Termin einleitete. Etwa 14 Tage später verlor ich ihn... Er hatte etwa die Größe und Form einer Linse, aber was dieses Ding für Schmerzen verursacht hat, wünsche ich nicht einmal meinem ärgsten Feind...
Mittwoch, 22.02.2006
Heute früh bringe ich Olav wieder zum Flughafen, denn er fliegt zurück nach London. Sonst haben wir uns auch oft wochenlang nicht gesehen, aber man wusste, dass er in der Nähe war. Jetzt ist es irgendwie anders, und selbst ein Abschied für vier Wochen macht einen sehr traurig...
Als ich zurück nach hause komme, will ich Norbert anrufen, aber bekomme immer die Ansage, dass die von mir gewählte Nummer vorübergehend nicht erreichbar ist. Ich versuche es darum von Handy zu Handy und sage ihm, dass er im Dienst mal diese Störung melden soll....
Abends ruft meine Schwester an und gibt mir von Olav eine Festnetznummer in London durch, die er ihr per SMS geschickt hat. Ich versuche gleich, meinen Ole- Bole anzurufen, aber wieder habe ich diese Ansage im Telefon. Ich will Nora noch mal zurückrufen und wieder diese Ansage, da werde ich stutzig und ahne etwas.... Ich logge mich bei Arcor in meinem Kundenkonto ein, welches ja längst gelöscht sein soll und sehe: Mahnstufe wegen nicht bezahlter Rechnungen. Mit Norberts Telefon und seiner Rufnummer erreiche ich Olav... Man hat also meine Rufnummern gesperrt, und ich kann nur noch Anrufe empfangen, aber selber nicht mehr wählen. Nun hatte mir am 19. Januar die nette Dame von Arcor hoch und heilig versprochen, die Angelegenheit in Ordnung zu bringen. Mein Misstrauen war also berechtigt, denn das Ergebnis ihres Versprechens habe ich nun.... Was ich nun mache? Ein weiteres Schreiben wird folgen, und dies per Einschreiben mit Rückschein, aber nett wird es bestimmt nicht sein....
Dienstag, 21.02.2006
Morgens antworte ich auf eine Email und erhalte ziemlich schnell Antwort. So wird fast ein Chat daraus, denn etliche Mails gehen nun hin und her... Meine Gesprächspartnerin ist eine Mutter wie ich, sie verlor ihren Sohn im Jahr 2001... Sie schreibt unter anderem folgenden Satz:
"...ich weiß gar nicht mehr wie es war... früher... hab das Gefühl dazu verloren, aber trotzdem trauere ich auch um mein altes Leben..."
Diese Worte machen mich sehr nachdenklich und traurig, denn machen sie mir doch bewusst, das auch ich mich auf diesem "Weg" befinde...
Vieles ist schon wieder "normal" geworden, aber nicht so wie es andere verstehen würden. Normal ist für mich die geistige Gegenwart von Jana, ihre ständigen "Kommentare" zu allem, was ich mache, mein Lächeln, wenn ich zu ihrem Bild schaue... Es ist wie ein andauernder Trancezustand, in dem man sich befindet. Aber es ist mein jetziges Leben, ein anderes gibt es nicht mehr... Viele Menschen in meinem Umfeld bekommen nichts davon mit, für sie funktioniere ich ja ganz gut... Manchmal auch gut so, denn was soll ich immer wieder erklären? Dass der Schmerz nie aufhört? Das verstehen nur Mütter, die Gleiches erlebt haben...
Montag, 20.02.2006
Eigentlich wollte ich darüber nichts mehr schreiben, da es auf Dauer langweilig wird, aber bei meiner heutigen Online- Presseschau wegen Jobanzeigen in den Wochenendausgaben lese ich auch folgende Anzeige:
"Marktforschung sucht trendorientierte Neuwagenfahrer (25-36 J.) ohne Kinder, ab Bj. 2003, gegen Honorar. xxxxx Marktforschung. Tel.: xxxxx"
Abgesehen davon, dass ich altersmäßig durch den Raster falle, stutze ich, denn worauf bezieht sich denn nun dieses Bj. 2003 - auf die Neuwagen, die Fahrer oder die Kinder???? *schmunzel*
Nach reichlich zwei Stunden Stellensuche habe ich ganze zwei Angebote und mache die Bewerbungen fertig. Diesen Satz könnte ich jede Woche schreiben, darum genug davon...
Erfreulich hingegen ist heute die Post, die ich aus dem Briefkasten nehme. Nachdem ich mich bei Premiere und der Kanzlei Haas & Kollegen gegen die Forderungen (Tagebuch vom 21.1.) verwahrt habe, wollte Premiere noch einen Nachweis, dass ich die Smartcard zurückgeschickt habe. Ich schickte ihnen die Kopie vom Beleg des Einschreibens und druckte auch die Zustellbestätigung von der Sendungsverfolgung aus. Ja, und nun schreibt mir die Kanzlei, dass "....das Verfahren gegen Sie auf Anweisung des Mandanten eingestellt wurde." Ach, das freut mich aber zu lesen *grins* Etwas anderes habe ich auch nicht erwartet! Mein kleines Schaf grinst natürlich ebenso und bringt wieder den Spruch aus der Bresso- Werbung: "Geht doch, geht doch...!!!"
Sonntag, 19.02.2006
Im Gegensatz zu gestern wird der Tag heute ganz ruhig verlaufen, darum schreibe ich bereits vormittags mein Tagebuch. Norbert verfolgt nach wie vor die Berichterstattung von der Winterolympiade. Ich habe von gestern Fotos, wovon ich einige auf den Familienseiten meiner Homepage einfügen möchte. Es wird sowieso höchste Zeit, dass ich wieder einmal etwas daran arbeite, aber nie hatte ich in den letzten Wochen soviel Zeit, dass ich mich ausgiebig damit beschäftigen konnte. Ich werde heute einfach nur mal das tun, wozu ich Lust habe, denn es ist ja Sonntag....
Sonnabend, 18.02.2006
Nichts geht am Wochenende über ein gemütliches Frühstück, zumal wenn leckere selbstgebackene Sonntagsbrötchen auf dem Tisch stehen... Gegen 10:30 Uhr muss ich dann los, um Olav vom Flughafen Schönefeld abzuholen. Letztes Mal hatte Olav seinen Flieger verpasst, heute ist das Pech auf meiner Seite, denn auf der Ankunftstafel muss ich lesen, dass die Maschine 45 Minuten Verspätung hat. In der Halle ist nicht eine einzige Bank. So hole ich mir eine Zeitung und setze mich in mein Auto. Ich bin froh, als die Wartezeit vorbei ist und ich endlich meinen Ole- Bole begrüßen kann.
Nun geht es zu meiner Schwester, die mit einem tollen Mittagessen auf uns wartet. Wir sitzen nur wenige Minuten im Auto und unterhalten uns, da sehe ich hundert Meter vor uns eine rotweiße Kelle, die uns in eine Seitenstraße winkt... Mit 64 km/h hat man mich im Radar gehabt, 3 km/h zieht man davon als Toleranz ab, und mein Geldbeutel wird um 25 Euro "erleichtert". Früher habe ich mich immer tagelang geärgert, wenn ich in eine Radarfalle geraten bin, aber heute nehme ich es relativ gelassen hin, denn die Freude über Olavs Ankunft überwiegt. Außerdem liegt mein letztes Verwarnungsgeld einige Jahre zurück, ich war also wieder einmal dran, und mein kleines Schaf hat etwas zum Grinsen....
Olavs Ankunft ist nicht die einzige Freude, denn auf dem Weg zu Nora holen wir auch noch Marie, Olavs Tochter, am S-Bahnhof ab und nehmen sie mit. Ich schrieb ja neulich schon, dass ich Marie ziemlich lange nicht gesehen habe, um genau zu sein, zuletzt auf Janas Beerdigung... Wir telefonierten immer nur, aber heute kann ich nur staunen. Aus Marie ist eine junge Dame geworden, und ich bin fast sprachlos. Die Stunden bei Nora sind sehr gemütlich. Gegen 16 Uhr muss ich nochmals kurz nach hause, weil ich noch etwas für Olav holen muss, was ich vergessen habe. Marie kommt mit, denn sie mag Hunde und würde Jill gern sehen. Anfangs schleicht Jill nur neugierig um Marie herum, lässt sich aber nicht anfassen. Ich kann nur noch lachen. Dass ist jedoch eine typische Art der Rasse Sharpei, dieses Misstrauen gegenüber Fremden. Nach einer Weile ist das Eis jedoch gebrochen, Jill lässt sich streicheln und tobt mit ihr. Marie ist von Jill ganz begeistert und möchte gern wieder mal herkommen, aber nun müssen wir erst einmal zurück zu meiner Schwester und Olav.
Gegen 19 Uhr fahre ich Marie zu S- Bahn, denn sie wird auf einer Familienfeier erwartet. Olav hat heute Nacht noch einen Einsatz als DJ, muss sich noch vorbereiten und etwas ausruhen. Für mich geht ein schöner Tag zu Ende.., Ich habe mich so sehr über Olav und Marie gefreut, dass es mir richtig gut geht. Oft sehe ich auch Jana neben mir und ihre Freude über Marie. Früher war Marie für sie die kleine Nichte, mit der sie sehr fürsorglich umging. Heute würde Jana sicher dem Teenager Marie ein paar Tipps geben, wie man mit den so "anstrengenden" Müttern klarkommt....
Freitag, 17.02.2006
Nun steht wieder das Wochenende vor der Tür. Ich bin nicht mehr ganz unten im Keller, aber habe immer noch relativ heftige Stimmungsschwankungen. Freuen tue ich mich auf morgen, denn Olav kommt nochmals für wenige Tage aus London, und ich werde ihn wieder vom Flughafen abholen. Vielleicht baut es mich wieder etwas auf, wenn ich meinen Ole- Bole in die Arme nehmen kann....
Donnerstag, 16.02.2006
Nicht nur ich gebe mir Mühe wieder "auf die Beine" zu kommen, auch andere Menschen machen sich Gedanken und versuchen mir zu helfen. So bekam ich auch Post, in der man die Annahme äußerte, dass ich mich nach der RTL- Reportage mit der Flut von Emails und deren Beantwortung selber unter Druck gesetzt und übernommen habe. Nein, das war nicht die Ursache, denn das habe ich gern getan, obwohl es durch die Vielzahl sicher teilweise in Stress ausartete. Aber ich kann mich erinnern, dass ich anfangs auch manchmal enttäuscht war, wenn man mir auf Emails oder Gästebucheinträge auf anderen Gedenkseiten nicht antwortete. Ich versuche immer, mich in die anderen Menschen hineinzuversetzen und versuche das zu geben, was ich selber erwarten würde, auch wenn es manchmal nur wenige Zeilen sind. Heute ist mir klar, und jeder versteht sicher, dass ich bei der Fülle von Zuschriften nicht mit jedem einen dauerhaften und ständigen Mailkontakt halten kann. So gibt es Menschen, von denen ich gelegentlich mal etwas höre, dann antworte ich, und in einem halben Jahr hören wir wieder einmal voneinander. So freue ich mich heute ganz besonders über den Gästebucheintrag von Tanja. Lange ist es her, dass wir voneinander hörten, auch sie hatte den Verlust eines lieben Menschen zu verkraften und war ein treuer Leser der Homepage. Besonders verband uns immer das Schaf, denn auch sie benutzte diesen Kosenamen... Heute erfahre ich, dass sie seit 5 Monaten glückliche Mama ist und freue mich riesig... Aber ich freue mich auch darüber: dass man Jana und Mario nicht vergessen hat, man sich nach so langer Zeit wieder bei mir meldet und ich ebenso einen Grund zur Freude habe...
Mittwoch, 15.02.2006
Natürlich überlege ich seit Tagen, was ich tun kann, damit es mir besser geht. Reden steht für mich immer an erster Stelle, aber es gibt nur wenige Menschen, die nicht nach wenigen Minuten versuchen das Thema zu wechseln. Darum möchte ich denen danken, die mir zugehört haben, und das waren nicht nur Norbert und meine Schwester Nora... Auch denen, die mir per Mail schrieben, dass sie sich Sorgen machen, möchte ich danken und sagen, dass ich mich wieder auf dem aufsteigenden Ast befinde und hoffe, dass ich nicht gleich wieder herunterfalle...
Auch der gestrige Valentinstag hat mich wieder etwas aufgebaut. Sicher, einige finden diesen Tag albern, aber ich denke mal, dass man an solch einem Tag auch über die eigene Beziehung nachdenkt und einem bewusst wird, wie gut oder schlecht eine Beziehung ist. Dabei habe ich festgestellt, dass ich einen richtigen Schatz habe. Ich bin seit Janas Tod nicht gerade pflegleichter geworden, im Gegenteil... Neulich machte Norbert eine lapidare Bemerkung, und ich überlegte gleich, ob ich ausziehe... Es ist, wie gesagt, oft auch nicht einfach mit mir, denn ich lege heute jedes Wort auf die berühmte Goldwaage, und viele Redewendungen, über die ich früher lachte, tun mir heute weh... Norbert aber "erträgt" mich wie ich heute bin, und oft denke ich, dass es jedem anderen bereits zu anstrengend mit mir geworden wäre... Darum habe ich gestern Norbert, als er von der Arbeit kam, mit roten Luftballons, Kerzen in Herzform und einem Lieblingsessen überrascht...
Heute fahre ich mit meiner Eigentherapie fort. Ich möchte etwas tun, was mich zufrieden macht. Mein Psychologe meinte ja einmal, dass ich angeblich die Eigenschaft hätte, immer das Richtige zu tun, um mir selber zu helfen. Also beginne ich mit der Grundreinigung der Küche, denn das heißt, dass ich nicht nur die Küchenschränke abwische, aufräume, sauge und wische. Ich schrubbe die Wandfliesen, wische Regale ab, putze Fenster, wasche Gardinen... Ich sehe regelrecht die langen Gesichter der Leser, denn niemandem macht solche Arbeit Spaß, mir normalerweise auch nicht... Mehrere Stunden verbringe ich dadurch in der Küche, und als Norbert von der Arbeit kommt, muss ich nur noch mit dem Wischmob den Fußboden wischen... In der Mikrowelle mache ich Norbert die Reste vom gestrigen Valentins- Essen warm, und nun kann der gemütliche Teil des Tages beginnen...
Nun sitze ich hier am Computer, und Norbert ärgert sich über den Ausgang des Hertha- Spiels gegen Bukarest... Aber mein kleines Schaf Jana lächelt mich an, als wollte sie sagen: "Mum, siehst Du, nun geht es Dir wieder besser..." Ja, sie hat Recht, und ich hoffe, dass ich am morgigen Tag noch ein paar Stufen auf der Stimmungsleiter schaffe...
Montag, 13.02.2006
Allzu viele Zeilen kommen in meinem Tagebuch heute nicht dazu, ich telefoniere tagsüber sehr viel, denn ich muss reden. Ich erwäge nach einem Jahr ohne Psychologen, ob ich mir wieder einen Termin geben lasse, denn es geht mir seit gestern Abend richtig mies...
Sonntag, 12.02.2006
Da habe ich doch vorigen Sonntag völlig vergessen, die Hintergrundmusik zu ändern! Da ich bisher fast nur Titel aus Janas mp3- Sammlung verwendet habe, krame ich heute wieder einmal im CD- Ständer, und da kommt so manche Erinnerung... Etliche Stunden höre ich mit dem Kopfhörer Musik (Norbert verfolgt im Fernsehen die Winterolympiade) Ich finde auch Musik- CDs, die wir uns mit unseren Lieblingstiteln selbst gebrannt haben. Napster war damals der Inbegriff zum Downloaden von mp3-Titeln, und Jana hat unzählige Stunden damit verbracht. Dann wurde diese Musiktauschbörse verboten. Irgendwann gab es Napster nicht mehr, auch bei Audiogalaxy wurde es immer weniger, nur noch einige kleinere Tauschbörsen, aber auch diese verliefen im Sande. So schlief auch bei Jana irgendwann die Suche nach Musikdownloads ein...
Heute werden seit einiger Zeit kostenpflichtige Musikdownloads angeboten. Norbert hatte einige Monate ein Abo bei "Firstload". Oft waren jedoch Dateiordner leer oder Dateien fehlerhaft, auch die Suchergebnisse ließen zu wünschen übrig, So hat er nach kurzer Zeit wieder gekündigt.
Nun geht das Wochenende seinen letzten vier Buchstaben entgegen. Bei uns lief und läuft ständig Winterolympiade. Begonnen hat sie ja ganz gut mit den zweimal Gold, aber gerade hat es bei 3000 Meter im Eisschnelllauf der Damen nicht so geklappt wie erwartet.
Ich wünsche allen Lesern einen guten und stressfreien Wochenanfang!
Sonnabend, 11.02.2006
Nach diesem Anruf gestern, der mich völlig aus der Bahn geworfen hat, schrieb ich Olav eine Email. Heute Vormittag bekomme ich ich eine SMS von Olav, dass er bei Bekannten auf Festnetz zu erreichen ist und rufe ihn gleich in London an. Olav ist stinksauer. Mehrmals hat die Mutter von Rachel im Laufe der Jahre Kontakt zu ihm aufgenommen, ließ die Beziehung neu aufleben, aber servierte ihn nach kurzer Zeit wieder ab. Olav hat die Nase voll davon und vermutet eine erneute "Aktion" in dieser Richtung... Auch fragt er mich, warum Rachel angeblich unbedingt ihre Halbschwester kennen lernen möchte und nicht ihren Vater, was ja wirklich der erste Wunsch eines Kindes ist. Ich muss ihm Recht geben, dass dies vielleicht ein Umweg zum "Ziel" sein soll.
Als ich mit der Mutter von Marie telefoniere, stoße ich ebenfalls auf Zurückhaltung. Marie lebt in ihrer Familie und hat ein gutes Verhältnis zu Olav. Ihre Mutter befürchtet, dass solch ein Treffen doch Unruhe ins Familienleben bringen würde, zumal Marie als 15jähriger Teenager auch nicht immer pflegeleicht ist. Wenigstens kommt bei dem Telefonat auch etwas positives heraus. Lange habe ich Marie nicht gesehen, zu Geburtstagen haben wir in der letzten Zeit nur telefoniert. Nun kann ich mich freuen, dass wir uns bald wieder mal sehen... Sie ist "Olav Nummer 2", denn die Ähnlichkeit ist einfach verblüffend, aber nicht nur dies. Als Marie klein war, hatte ich oft das Gefühl, als wäre ich 19 Jahre zurück versetzt, denn einige Dinge hatte ich absolut identisch bereits erlebt. Jana liebte Marie abgöttisch, und mir kommen wieder die Tränen, wenn ich an die Beerdigung denke, denn Marie wollte unbedingt mit ihren Eltern mitkommen, und sie war so tapfer...
Freitag, 10.02.2006
Norbert freut sich heute, dass das Wochenende vor der Tür steht. Ich selber freue mich, dass es hier langsam wieder ruhiger wird. Aber das soll nicht heißen, dass ich mich nicht über die vielen Besucher auf der Homepage freue, im Gegenteil. Nur ist es nach solchen Reportagen, als überrollt mich eine Lawine von Gästebucheinträgen und Emails. Ich möchte immer gern allen antworten, aber dazu brauche ich mehrere Tage. Oft schreibe ich eine Antwort, und während dessen kommen weitere Emails oder Gästebucheinträge, der "Postberg" wurde also nicht kleiner... Aber nun habe ich fast allen geantwortet. Es ist mir auch sehr wichtig, nicht Serienmails mit unpersönlichen Antworten zu versenden, denn ich erfahre von ganz persönlichen Schicksalen und möchte auch auf jeden persönlich eingehen, genauso wie ich es selber erwarten würde.
In den letzten Tagen bat man mich auch um die Verlinkung weiterer Gedenkseiten, und so sind zwei neue Links unter "Andere Schicksale" dazugekommen. In den Nachrichten hörte ich heute vom Unfall zwischen dem Sattelschlepper mit Stahlträgern und dem Bus, in dem viele Schüler saßen. Dabei verloren drei junge Menschen ihr Leben, und es werden sicher weitere Gedenkseiten entstehen... Wenn ich von solchen Unglücken höre, läuft mir regelrecht ein Schauer über den Rücken, und meine Gedanken sind bei den verzweifelten Angehörigen, welche nun diesen schweren Weg des Begreifens und die endlose Trauer vor sich haben...
Bei mir klingelt heute gegen 17:30 Uhr das Telefon. Es ist eine ehemalige Freundin von Olav. Sie hatte damals die Beziehung mit ihm beendet, ohne ihm zu sagen, dass sie zu der Zeit bereits schwanger war. Erst zwei Jahre später lies sie es Olav durch einen Brief wissen, dass er Vater einer weiteren Tochter ist. Damals lernte ich Olavs zweite Tochter Rachel mit knapp 2 Jahren kennen, danach zog sich ihre Mutter wieder zurück. Nun sagt sie mir heute am Telefon, dass Rachel, mittlerweile 12 Jahre alt, in letzter Zeit vermehrt den Wunsch äußert, ihre Halbschwester Marie kennen zu lernen. Marie und ihre Mutter haben regelmäßigen und freundschaftlichen Kontakt mit Olav. Marie ist bereits 15, denn mit 37 Jahren wurde ich zum ersten Mal Oma. Jana war damals ganz stolz, bereits mit 9 Jahren Tante zu werden. Jana war immer sehr traurig, dass Marie bereits bei ihrer anderen Oma war, wenn wir fragten, ob wir sie am Wochenende mal zu uns holen können. Ich bin heute sehr erstaunt über den Anruf von Rachels Mutter, aber kann diesen Wunsch von Rachel nachvollziehen, denn auch Olav suchte den Kontakt zu einer Halbschwester, die er zuvor nicht kannte. Nur kommt es heute im Laufe des Telefonats zu einer Situation, die mich völlig aus dem Gleichgewicht bringt. Rachels Mutter bittet mich, ob ich den Kontakt zu Marie herstellen kann, wozu ich gern bereit bin. Auch hofft sie, dass ich bei einem Treffen und Kennen lernen dabei bin. Dann bittet sie mich, dass auch Olavs Schwester mitkommt... Ich frage zuerst, wen sie meint.... Warum ich frage, ich weiß es nicht, es ist wie ein Schock für mich. Dann wiederholt sie, dass Olav doch eine Schwester hat, also Rachels Tante... Von dem Moment an sitzt ein dicker Kloß in meinem Hals, und ich sage ihr, dass Jana seit drei Jahren nicht mehr lebt. Betroffen und geschockt sagt sie mir, dass es ihr leid tut, und ihr fehlen die Worte. Jana ist ja immer bei mir, stets höre ich, ob ich etwas gut mache oder Kritik verdiene, aber wenn ich dann jemandem sagen muss, dass sie eigentlich gar nicht mehr da ist, dann wird alles wieder so verdammt wahr. Ich fühle mich aus meiner persönlichen Welt heraus gerissen, und seit langer Zeit kullern wieder einmal Tränen...
Donnerstag, 09.02.2006
Obwohl ich gestern auf dem Geburtstag nicht einen Tropfen Alkohol getrunken habe (ich bin ja immer Familienchauffeur), war ich abends völlig K.O. und fiel nach den zwei Tagebuchzeilen nur noch in mein Bett. Auch schaffe ich es heute früh nicht, mit Norbert kurz nach 5 Uhr aufzustehen, sondern schlafe bis 6:45 Uhr...
Durch die vielen Emails, die ich in den letzten Tagen beantwortet habe, blieb hier viel liegen, und darum mache ich heute einen richtigen Haushaltstag..... Hinterher geht es mir sogar besser als vorher, denn ich bin zufrieden, dass ich sehr viel geschafft habe...
Am späten Nachmittag setze ich mich wieder an den Computer. Da einige Leser angefragt haben, ob ich die Reportage von RTL zum Download auf die HP setzen kann, hatte ich ein Problem, denn die Datei umfasst beinahe 1 GB und würde mein Download- Traffic ins Unermessliche steigern, was gleichzeitig immense Kosten verursachen würde. Prompt meldete sich Hilfe an... Es folgten viele Mails, auch telefoniere ich heute mit dem helfenden Engel... Nun steht die Datei zum Download zur Verfügung, jedoch eignet sich zum Abspielen dieser gezipten nur noch ca. 70 MB großen Datei nicht der Windows Media Player. Habe es selber ausprobiert, Windows Media Player spielt die Datei zu schnell ab, das heißt, die Sprache erinnert dann eher an einen Trickfilm, und trotz des ernsten Themas muss man unweigerlich lächeln. Na ja, Janas schadenfrohes Grinsen ist mir ja sowieso sicher *schmunzel* Mir wurde der VCD- Player empfohlen, auch dies habe ich getestet, es klappt, und damit wird das Video originalgetreu wiedergegeben.
Hier nun die Links...
Download VCD -Player Download RTL- Reportage vom 05.02.06
P.S. Die Reportage von RTL steht nur begrenzte Zeit zum Download zur Verfügung
Mittwoch, 08.02.2006
Norberts Mutter hat heute Geburtstag, und wir fahren am frühen Nachmittag zu ihr. Nun sind wir gerade nach hause gekommen, es ist 23 Uhr, darum heute nur diese zwei Zeilen....
Dienstag, 07.02.2006
In der letzten Nacht hat es heftig geschneit, jedoch ist es dann in Regen übergegangen. Auch vormittags regnet es noch ohne Ende... Unser Pflasterweg zum Gartentor gleicht einem See, denn durch den noch stark gefrorenen Boden kann das Wasser nicht versickern. Aber wie es dann so ist, muss ich heute nicht nur den obligatorischen Gang zum Briefkasten am Gartentor machen... Zweimal werde ich nochmals durch Paketboten herausgeholt, die wegen des Hundeschildes nicht auf das Grundstück kommen, was ja sonst ganz gut ist. Aber heute muss ich nun noch mehrmals auf Zehenspitzen in Gummiclogs zum Gartenzaun, um die Pakete in Empfang zu nehmen, und mein kleines Schaf hat wieder etwas zum Grinsen. Das hätte ich am Wochenende wissen sollen, als ich bei Quelle und BonPrix einige Pullover, Pullis und Hosen bestellt habe. Das Ergebnis nach der Anprobe ist auch nicht gerade prickelnd, denn zu groß, zu klein oder minderwertiges Material - so werde ich 90% zurücksenden. Na gut, etwas anderes hatte ich bei Katalogbestellung ohnehin nicht erwartet.....
Immer noch kommen zwei Tage nach der RTL- Reportage überdurchschnittlich viele Besucher auf die Homepage, somit habe ich derzeit eine Vollbeschäftigung, denn mein Postfach wird nicht leer. Kaum habe ich eine Mail beantwortet, ist eine neue da. Das soll nicht heißen, dass ich mich nicht darüber freue, im Gegenteil. Manchmal werde ich aber fast verlegen, denn immer wieder lese ich, dass man mich wegen meiner Kraft bewundert. Oh je, nach außen sieht es sicher oft so aus, aber hinter der vielfach erwähnten Maske versteckt man meist seine eigene Sensibilität und Verletzlichkeit. Ich hatte schon einmal darüber geschrieben und geschlussfolgert: mein Kern ist heute verletzlicher denn je, und um diesen zu schützen, musste meine Schale zum Panzer werden...
Montag, 06.02.2006
Am Wochenende habe ich mir mal eine Auszeit genommen, eine Reparatur an unserer Telefonverkabelung war nötig, auch habe ich mich zu Norbert vor den Fernseher gesetzt, als die Bundesliga spielte. Erst abends schaltete ich den Computer an, aber wollte niemanden mit Alltäglichkeiten langweilen...
Seit der Reportage gestern Abend auf RTL ist nun viel zu tun. Ich gebe mir alle Mühe, allen zu antworten, aber während ich mir hier die Finger fast wund tippe, kommen die nächsten Gästebucheinträge und Emails... So erfahre ich von weiteren schlimmen Schicksalen, die mich sehr betroffen machen. Leider gibt es aber auch Leute, die solche Geschichten erfinden und eine falsche Email- Adresse angeben. Soeben habe ich die mittlerweile dritte Antwort als unzustellbar zurückbekommen... Ich kann es wirklich nicht nachvollziehen, wie abgebrüht man sein muss, um sich daraus einen Spaß zu machen. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle noch einmal darauf verweisen, dass das Internet nicht so anonym ist wie viele denken. Wer hier regelmäßig liest, kann sich sicher an die Selbstmordandrohung erinnern, die ich zur Anzeige gebracht habe. Als man den Absender aufgrund seiner übermittelten IP- Adresse identifiziert hat, war dann Schluss mit lustig... So schreibt mir auch heute jemand mit dem "Namen" Wolverine ins Gästebuch. Aufgrund meiner Statistik mit IP-Adressen und der Anzeige, von welchen Verlinkungen man hierher gelangt, stelle ich schnell fest, woher Wolverine kommt, denn viele Leser kommen aus einem Suizidforum. Als ich dies anklicke, sehe ich, dass Wolverine dort Stammgast ist und selber den Link zu Janas Homepage gesetzt hat. Sie selber bezeichnet den Link als "die Homepage von der ollen Schrulle". Nun gut, darüber lächele ich, und natürlich grinst auch mein kleines Schaf.... Aber was für kluge Sprüche dann kommen, was man alles hätte merken müssen, da habe ich das Gefühl, dass es mir an jeglicher Lebenserfahrung fehlt *grübel* Aber nicht nur über mich zieht man her, sondern auch über andere:
"Ich fands schlecht. Man könnte glatt meinen nur Kinder sozial schwacher Familien würden suizid begehen. Es war einfach nur schlecht, ich glaub die Reporter haben zuviel Drogen genommen. Wie können die Eltern nur glauben, das ihre Kinder sich in der Umgebung die ich da gesehen habe, glücklich fühlen? Ihre 2 Söhne werden das selbe Schicksal erleiden. Das sehe ich jetzt schon kommen, und wenn es 20-30Jahre dauert ..."
Nun gut, genug für heute, solche Leute wird es immer geben, "superschlau" und das geistige Niveau von einem Schraubenzieher... sorry, aber manchmal platzt auch mir der Kragen...
Freitag, 03.02.2006
In unserem Lehrgang sind wir uns heute alle einig: diese Woche verging wie im Fluge! Wir waren eine bunt zusammen gewürfelte Truppe, die Jüngste mit 21 Jahren, ich mit meinen 52 die Älteste *grins* Obwohl die meisten so wie ich vor diesem Lehrgang skeptisch waren, stellen wir nun fest, dass es uns allen sehr viel gebracht hat. Es hat uns gefallen, dass der Unterricht sehr ungezwungen gestaltet war, aber dennoch sehr viel vermittelt hat. Auch kamen wir manchmal vom Unterrichtsstoff etwas ab und tauschten unter anderem unsere Erfahrungen mit der Agentur für Arbeit aus. Auch wurde berichtet, wie man als billige Arbeitskraft regelrecht ausgebeutet wurde. Ein Lehrgangsteilnehmer erzählte von Mobbing- Erfahrungen und deren Folgen... Das hört sich nun alles sehr ernst an, aber wir haben auch sehr viel gelacht, man könnte fast von einer lustigen Truppe reden. Unsere Dozentin macht kurz vor dem endgültigen Abschied fast einen etwas traurigen Eindruck, denn es hat ihr mit uns sehr gefallen. Das erste Mal erlebt sie, dass am Ende eines Lehrgangs eine Telefonliste erstellt wird, um vielleicht später ein Treffen zu vereinbaren und Erfahrungen auszutauschen...
Donnerstag, 02.02.2006
Die meisten in unserem Lehrgang basteln heute weiter an ihren Unterlagen. Ich arbeite inzwischen am "Feinschliff". Unsere Dozentin hat bei der Durchsicht meiner erstellten Unterlagen einige Schönheitsfehler entdeckt. Da sind im Bewerbungsschreiben zwei Wortwiederholungen, die ich beseitige. Ein paar Tippfehler muss ich ebenfalls beheben, denn auf dem Computer dort ist die Rechtschreibeprüfung nicht eingeschaltet. An meinem schalte ich sie dann ein, es ist ja nicht die Systemsteuerung *grins* Meinen Lebenslauf soll ich zusätzlich auch in der so genannten amerikanischen Form verfassen, das heißt, man fängt mit der letzten Arbeitsstelle an. Dies geht ziemlich schnell, denn ich bin ja ein Fuchs *schmunzel*. Ich markiere nur die Textpassagen und übertrage mit "Kopieren" und "Einfügen", brauche also nicht alles nochmals zu tippen...
Am frühen Vormittag wird es richtig spannend. Wenn wir an den Computern sitzen, schauen wir gleichzeitig aus den Fenstern auf die Falkenseer Chaussee, einer Hauptverkehrsstraße in Berlin- Spandau. Genau gegenüber geht eine schmale Seitenstraße ab, wo Wohnblöcke stehen, dazwischen ein Hochhaus mit ca. 15 Etagen. Kurz nach 8 Uhr sehen wir aus dem Dach des Hochhauses schwarzen Rauch aufsteigen. Während wir alle erst einmal grübeln, was da los sein könnte, greift ein Lehrgangsteilnehmer geistesgegenwärtig zu seinem Handy und ruft die Feuerwehr. Nach 10 Minuten sind aus allen Richtungen Sirenen zu hören. Ein Funkwagen der Polizei hält bei uns vor dem Schulungszentrum, der Anrufer flitzt runter und zeigt den Polizisten das Hochhaus. In den vergangenen Minuten ist der Rauch heller und weniger geworden. Ich kann mir vorstellen, dass man dies von der Straße aus kaum noch sehen kann, denn wir sitzen im 2. Stock und haben einen ganz anderen Blickwinkel. Von den vielen Sirenen ist im Umkreis bestimmt nun auch der letzte Schlafende munter geworden. Letztendlich steht die ganze schmale Seitenstraße voller Feuerwehren. Mehrere Löschzüge, Krankenwagen und Polizeiautos machen sie nun zur absoluten Sackgasse. Rauch ist nach kurzer Zeit nicht mehr zu sehen, dafür aber Feuerwehrmänner, die auf dem Dach des Hochhauses sind. Ich kann da gar nicht hinsehen, mir wird bei dem Anblick richtig schlecht, denn ich selber habe absolute Höhenangst. Wir staunen jedoch alle über die Dauer der Feuerwehreinsatzes, denn schätzungsweise dauert er eineinhalb Stunden. In der Zwischenzeit kommt noch einmal ein Polizist zu uns, um die Personalien des Anrufers aufzunehmen. Dabei erfahren wir, dass es wohl der Müllschlucker war, der gebrannt hat. Wie ein Lehrgangsteilnehmer schlussfolgert, entsteht in dem langen Schacht des Müllschluckers wohl ein starker Kamineffekt. Irgendwann wird dann die Seitenstraße gegenüber wieder frei... Gegen Mittag hören wir erneut Sirenen, und es werden immer mehr. Zu unserem Erstaunen fahren nochmals viele Feuerwehrfahrzeuge in die gegenüber liegende Seitenstraße, und wieder halten alle am Hochhaus. Rauch sehen wir nicht, aber nochmals ist die Straße über eine Stunde gesperrt...
Am Nachmittag werden die Computer abgeschaltet, und im Schulungsraum nebenan müssen zwei Lehrgangsteilnehmer zu einem Bewerbungsgespräch. Es ist nicht echt, sondern eine Übung mit unserer Dozentin, die den Personalchef "spielt" und den Bewerbern nicht gerade leichte Fragen stellt. Hinterher werden die Gespräche in der Klasse ausgewertet. Morgen findet die Fortsetzung statt...
Mittwoch, 01.02.2006
Ich kann nicht gerade behaupten, dass mir das Aufstehen heute früh leicht fällt, denn Norbert weckt mich wie immer, wenn er aus dem Bad kommt, und das ist gegen 5:15 Uhr... Ich trenne mich nur ungern von meinem Kuschelkissen und der warmen Bettdecke.... Aber zu früher Stunde ein paar gemeinsame und gemütliche Minuten zu zweit beim Tee müssen sein. Schlimmer wäre es für mich, wenn ich ausgeschlafen hätte, mir aber die Zeit im Nacken sitzen würde. Wenn mein Tag damit beginnen würde, das ich in 15 Minuten schaffen muss, wozu ich 30 Minuten brauche, dann ist es für mich Stress pur, und dieser würde sich erfahrungsgemäß über den ganzen Tag hinziehen....
Als Norbert gegen 5:45 Uhr das Haus verlässt, habe ich noch eine gute Stunde Zeit. Diese nutze ich, um mir einen weiteren Tee zu machen, nach Emails zu schauen und mich innerlich auf den bevorstehenden Tag einzustellen. Letztendlich verlasse ich entspannt das Haus und schaue dem bevorstehenden Tag optimistisch entgegen. Ja, ich muss zugeben, ich bin gut drauf, fahre auch gern zu diesem Bewerbungstraining, denn es ist gut aufgebaut und vermittelt wirklich wertvolles Wissen. Oft sind es kleine Details, die eine Bewerbung zum Erfolg bringen oder von vornherein zum Scheitern verurteilen können.
Am Computer erstellt heute jeder sein persönliches Deckblatt und sein Bewerbungsschreiben. Ich schaffe es relativ schnell und habe dann fast Langeweile, also surfe ich ziellos im Internet... Es gibt jedoch Leute, die immer noch mit ihren Lebenslauf "kämpfen". Ich will mich nicht über andere lustig machen, aber schmunzeln muss ich schon, denn mir fällt ein, wie ich einmal angefangen habe. Der gelernte Schlosser neben mit schimpft immer nur: "Ich bin doch keine Sekretärin!" Zum Unterrichtsende hat er gerade mal seinen halben Lebenslauf fertig...
Abends telefoniere ich mit meiner Schwester. Nora hat ja auch solch einen Lehrgang gemacht, aber als ich ihr Details erzähle, ist sie sehr interessiert, denn einige Dinge sind neu, zumal ihr Lehrgang auch bereits einige Jahre her ist. Nichts mache ich lieber, als mein neu erworbenes Wissen an Nora weiter zu geben. Also werden wir uns nächste Woche mal verabreden...
Nun steht der Zeiger genau auf 22 Uhr, also genug für heute, damit morgen früh das Aufstehen etwas leichter fällt...
Dienstag, 31.01.2006
Nachdem ich nach der Schule einiges im Haushalt erledigt und dann über 3 Stunden "Hausaufgaben" gemacht habe, bleibt nicht mehr viel Zeit...
Im Lehrgang sitzen wir heute fast den ganzen Tag am Computer. Zuerst sollen wir online nach Stellenangeboten suchen. Uns werden sehr viele Internetadressen von Jobbörsen gegeben. Da ich bereits zu hause viele Internetseiten nach Jobs durchsucht habe, klicke ich nur mir fremde Adressen an. Aber ich finde immer nur mir bekannte Angebote. Es erinnert mich an meine Autosuche vor einem guten Jahr: bei mobile.de waren die gleichen Anzeigen wie bei autoscout24... Ich finde es jedenfalls ziemlich langweilig, denn ich finde nichts, was ich nicht schon kenne. So helfe ich meinem Nachbarn, einem Schlosser, der scheinbar noch nie am Computer gesessen hat, geschweige denn im Internet war und mit den Funktionen der Tastatur völlig überfordert ist...
Am Nachmittag sollen wir nun unseren Lebenslauf am PC schreiben. Bisher hatte ich ihn immer nur mit Jahreszahlen geschrieben, gefordert wird aber Monat/Jahr. Da ich nicht alles im Kopf habe, suche ich nun zu hause in Ordnern mit meinen alten Unterlagen, um die teilweise geschätzten Angaben zu berichtigen. Gleichzeitig kopiere ich meine Nachweise über Qualifikationen, Zertifikate etc., denn wir stellen im Lehrgang eine vollständige Bewerbungsmappe zusammen. So habe ich vielleicht sogar einen kleinen "Vorsprung" erarbeitet...
Aber nun genug von der Schule. Eigentlich hätte ich noch Emails zu beantworten, die mich heute erreichten, aber ich schaffe es nicht mehr, denn dir Uhr rückt Richtung 23 Uhr... Darum vorerst an dieser Stelle ein Dankeschön für die Zeilen und liebe Grüße an meine treuen Leser!
Aber dem nicht genug - ich wurde gefragt, warum man die Musik nicht hören kann, jedoch kann man dies nicht eindeutig beantworten. Es kann verschiedene Ursachen haben, und Ferndiagnosen sind nicht leicht.
Auch erreichen mich wiederholt Anfragen, wann und wo man denn sehen kann, was am 6. Januar vom Kamerateam gedreht wurde. Bisher habe ich den Sendetermin absichtlich nicht veröffentlicht und wollte es auch dem Zufall überlassen, denn "Reklame" liegt mir nicht. Aber um auf die Mails zu antworten und für diejenigen, die es wirklich interessiert: am 5. Februar um (leider erst) 23.20 Uhr kommt auf RTL eine Reportage mit dem Titel: "Warum bist du gegangen?" Hier der Link zur RTL- Seite.
Gute Nacht, es ist 23:15 Uhr....
Montag, 30.01.2006
Es ist richtig lieb, dass mir einige Leute für meine Schulwoche gutes Gelingen wünschen. Danke an Nadine für die Grußkarte zum ersten Schultag ;-) Danke an Bianka für den Gästebucheintrag!
Mit dem zeitigen Aufstehen habe ich ja keine Probleme, auch fahre ich rechtzeitig los, da ich nicht genau weiß, wie es dort mit Parkplätzen aussieht. Ich bin in 10 Minuten da und genau vor der Tür ist eine Lücke frei. Aber auch rundherum sind viele Parkmöglichkeiten, also muss ich morgen nicht so zeitig los...
Wir sind im Lehrgang 11 Teilnehmer. Heute geht es hauptsächlich um Bewerbungsgründe und die Erarbeitung eines eigenen Profils. Wir bekommen viele Vordrucke mit Fragen, müssen uns selber analysieren, unsere beruflichen Qualifikationen zusammen stellen und unsere persönlichen Ziele definieren. Unsere schriftlichen Aufzeichnungen sollen wir dann immer vor den anderen vortragen. Das hört sich einfacher an, als es ist. Nicht jedem fällt es leicht vor den anderen zu reden. Auch ich habe gewisse Anlaufprobleme, aber dann rede ich einfach, wie mir der Schnabel gewachsen ist, und unserer Lehrgangsleiterin gefällt es sogar! Das gibt mir natürlich Auftrieb...
Morgen geht es in den Computerraum, wo wir online Stellenangebote suchen werden. Man hat uns jedoch bereits vorgewarnt, dass es nicht allzu schnell gehen wird mit dem Internet. Bestimmt werde ich da als DSL-verwöhnter Surfer ungeduldig werden *grins* Aber schmunzeln muss ich auch, als man uns heute früh zuerst die Hausordnung verliest. Demnach ist es unter anderem untersagt Tiere mitzubringen. Na ja, das muss ich Jill wohl auch nicht antun... Ein anderer Punkt besagt, dass es nicht gestattet ist, am Computer in der Systemsteuerung Änderungen vorzunehmen. Ein Schmunzeln kann ich mir nicht verkneifen, aber ein Schelm, wer Böses denkt...
Sonntag, 29.01.2006
Der Countdown läuft, ab morgen sitze ich nun wieder einmal auf der Schulbank... Letztmalig hatte ich diese Perspektive im Sommer 1990. Damals machte ich den dreimonatigen Lehrgang für den Führerschein zur Fahrgastbeförderung (so ist die offizielle Bezeichnung). Neben den rechtlichen Vorschriften in der Personenbeförderung, einigen technischen Dingen und der Auffrischung von Führerscheinfragen lag der Schwerpunkt darin, Berlins Straßen stur auswendig zu lernen und die kürzesten Fahrstrecken zu erkennen. Damals habe ich zu Jana gesagt, dass ich nicht einmal fürs Abi so lernen musste. Nachdem ich mit vielen anderen aus meiner Lehrgangsklasse (über 50%) durch die Prüfung gerasselt war, schaffte ich es im zweiten Anlauf. Danach habe ich mir geschworen, mich nie mehr auf eine Schulbank zu setzen... Morgen muss ich nun nach fast 16 Jahren meinen eigenen Schwur brechen... Sicher wird es kein Vergleich zum P-Schein-Lehrgang sein, auch dauert es nur eine Woche, aber mein kleines Schaf grinst schon....
Nun habe ich alles für morgen früh bereit gelegt und meine "Schultasche" gepackt. Ein Schlüssel ist bei Nachbarn, die Jill mögen und mit ihr Gassi gehen. Also lasse ich mich mal überraschen, was mich kommende Woche täglich ab 7:30 Uhr erwartet. Nur eins weiß ich jetzt schon: wie Jill sich jeden Tag freuen wird, wenn Frauchen nach hause kommt....
Sonnabend. 28.01.2006
Happy Birthday sage ich heute zu meiner Mum am Telefon... Auf 78 Lebensjahre kann sie nun zurück schauen. Es ist nur immer eine blöde Jahreszeit, um hinzufahren. Sie will es auch nie, denn sie hat endlose Angst, dass mir bei Schnee und Glatteis etwas passieren könnte.
Ansonsten "passiert" ja bei uns am Wochenende nie allzu viel, es wird spät gefrühstückt und folglich auch spät Mittag gegessen... Vater und Sohn gehen nachmittags ins Olympiastadion zum ersten Fußballspiel nach der so genannten Winterpause in der Bundesliga, denn Norbert hat ja für die gesamte Saison zwei Dauerkarten... Es sind einige Grade unter Null, und beide laufen los wie Michelin- Männchen, denn sie sind so dick angezogen, dass sie sich kaum noch bewegen können *grins* Ich habe während der Zeit nebenbei den Fernseher laufen und bekomme auf Premiere mit, dass es mit Hertha nicht gut aussieht. Sie liegen nach kurzer Zeit mit 0:1 hinten, und ich kann mir gut vorstellen, dass auch Norberts Laune im Stadion eisig ist. Erst in der Nachspielzeit am Ende des Spiels schafft Hertha den Ausgleich zum 1:1, und ich hoffe auf nicht allzu schlechte Laune, wenn die beiden zum Auftauen heimkommen...
Abends setze ich mich dann in mein Auto und fahre nach Schönefeld zum Flughafen. Ich hole Olav ab, denn er hat heute Nacht einen Auftritt als DJ und kommt für drei Tage aus London. Eigentlich sollte er schon mittags eintreffen, aber er war in London auf dem falschen Flughafen und hat dadurch seinen Flieger verpasst. Per SMS schrieb er mir, dass er sich darüber unendlich ärgert, zumal ihm viel Zeit verloren geht, und er durch die Umbuchung auch noch zusätzliche Kosten hat. Man, wie freue ich mich, als mein Ole- Bole durch die Schleuse kommt! Wir umarmen uns, und ich möchte ihn am liebsten nicht wieder loslassen...
Freitag, 27.01.2006
Wie verabredet, rufe ich nach meinem Termin beim Arbeitsamt gleich meine Schwester an, denn sie will unbedingt wissen, ob ihre Prognose stimmte. Nur bedingt, denn man schickt mich kommende Woche zu einem Bewerbungstraining. Ich hatte bei meinem Termin im Dezember ein Stellenangebot bekommen, auf das ich mich sofort bewerben sollte. Das tat ich auch, aber man hat darauf nicht geantwortet. Dafür bekam aber die Agentur für Arbeit von dem Stellenanbieter eine Rückmeldung. Man zeigt mir das Formular, und darauf stehen nur zwei Worte: "unhaltbare Bewerbungsunterlagen". Mein Bewerbung schrieb ich auf dem Computer und sie lautete wie folgt:
Sehr geehrter Herr....
durch die Bundesagentur für Arbeit erfuhr ich, dass Sie eine freie Stelle als Krankenwagenfahrer/in zu besetzen haben.
Nach 25-jähriger Tätigkeit als Berufskraftfahrerin bin ich vor wenigen Tagen arbeitslos geworden und möchte mich darum um diese Stelle bewerben.
Ich bin P- Schein- Inhaber für Mietwagen und Krankenwagen und fuhr in den letzten
15 Jahren Telebus.
Über eine Einladung zu einem Gespräch würde ich mich sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Diesem Anschreiben fügte ich einen tabellarischen Lebenslauf bei. Ich zeige der Beraterin die Kopie der Bewerbung, und sie schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. Zugegeben, sehr ausgefeilt war diese erste Bewerbung noch nicht, aber was war daran unhaltbar? Wäre es besser gewesen, wenn ich statt auf 25 Jahre Berufserfahrung auf viele Jahre topp Bewerbungen verweisen könnte? Da muss ich mich allerdings auch fragen, nach welchen Kriterien der Stellenanbieter seine Mitarbeiter aussucht...
Ich erzähle der Beraterin, dass ich danach meine Bewerbungen überarbeitet und ausgefeilt habe und lege ihr meine derzeitigen Muster vor. Aber diese möchte sie gar nicht mehr sehen. Nur widerwillig nimmt sie mir die drei Seiten ab, die ich ihr zureiche, überfliegt nur eine davon und findet sie "auch nicht so besonders". Für sie steht fest, dass ich zum Bewerbungstraining muss. Ich habe ja auch nichts dagegen, nur sind meine derzeitigen Bewerbungsunterlagen mit Hilfe meiner Schwester entstanden, die bereits solche Schulung hinter sich hat...
Donnerstag, 26.01.2006
So richtig kann ich mich heute gar nicht aufs Tagebuch konzentrieren, denn in Gedanken bin ich bereits auf dem Arbeitsamt. Ich weiß nicht, was mich morgen erwartet... Wem werde ich morgen gegenüber sitzen, wie wird das Gespräch verlaufen? Werde ich als Mensch oder wieder als Nummer behandelt? Bereits seit Tagen macht mir allein diese Ungewissheit zu schaffen. Immer habe ich den letzten Termin vom 19. Dezember vor Augen, und meine Verfassung ist auf Null. Mein Körper reagiert mit Übelkeit und Erbrechen...
Mittwoch, 25.01.2006
Es ist noch früh am Tage, erst 8 Uhr... Normalerweise schreibe ich meist abends mein Tagebuch, aber vor einigen Minuten habe ich einen Gästebucheintrag bekommen... Mir wird mitgeteilt, dass die gestrige Mail ein Fake ist und bereits früher im Umlauf war. Ich bin nicht nur entsetzt, sondern fassungslos! Mir fehlen einfach die Worte! Wenn dann wirklich mal ein echter Notruf erfolgt, und das Medium Internet helfen könnte, nimmt es niemand mehr ernst, einfach nur traurig...
Dienstag, 24.01.2006
Mehrmals telefoniere ich heute mit Janas Schulfreundin Linn, denn sie bastelt mit ihrem Freund an einer Homepage und hat eine Frage. Sie haben sich eine besonders schöne Schrift ausgesucht und Linn möchte wissen, ob diese beim Aufrufen der Seite bei mir angezeigt wird. Ich muss sie leider enttäuschen, denn bei mir wird nur eine Standardschriftart angezeigt. Erklären kann ich es nicht, noch nicht... Ich erzähle Linn von der Schrift auf meiner privaten HP und erfahre dadurch, dass auch diese bei Ihr nicht angezeigt wird. Aber lange Rede, kurzer Sinn, meine grauen Zellen schlussfolgern, dass man nur Schriften sehen kann, die man auch auf dem eigenen Computer hat. Ich setze mich also an Norberts Computer, rufe meine Seite auf und kann mit eigenen Augen sehen, was da so erscheint. Na ja, der Abend ist für mich gelaufen, ich ändere auf meiner gesamten Homepage den Schrifttyp, so dass es wieder einheitlich aussieht. Schade nur, denn ich fand es vorher schöner. Nun gut , noch ist nicht aller Tage Abend, ich habe schon vieles heraus gefunden...
Während ich nun überall die neue Schrift anpasse, mache ich auch gleich die Galerie 1 und 2 von Jill fertig. Ich hatte sie mal angefangen, aber letzte Woche blieb zur Fertigstellung keine Zeit.
Wenn ich am Computer sitze, ruft mein Email- Programm alle 5 Minuten Mails ab. Meistens kommt Spam, aber heute Abend bekomme ich von Olav eine Email- Weiterleitung, die mich doch sehr betroffen macht. Ich veröffentliche sie, denn viele Menschen lesen hier, vielleicht hilft es weiter:
Hallo, an alle!
Bitte um Weiterleitung, wenn Ihr nicht helfen könnt!
Gesucht:
AB-Rhesus negativ.
Wer hat diese Blutgruppe? Wegen Leukämieerkrankung dringend gesucht.
Selber wäre man auch froh wenn's weitergeleitet werden würde....
DRINGEND!!!!!!! Knochenmarkspender Blutgruppe AB Rhfkt. negativ gesucht!
Heiko Spatz Eichendorffstr. 5 63773 Goldbach Tel. 0170/6332300
Ich wende mich an Euch, weil ich ziemlich verzweifelt bin. Ich hoffe, Ihr könnt mir und meiner Freundin helfen, und lest diesen Brief! Das Problem ist, dass meine Freundin an Leukämie erkrankt ist.. Es hat sich herausgestellt, dass Sie nur noch wenige Wochen zu leben hat. Aus diesem Grund seid Ihr meine letzte Chance ihr zu helfen. Wir benötigen dringend eine/n Spender/in mit der Blutgruppe "AB Rhesus negativ"!!!!, der/die bereit wären, ggf. Knochenmark zu spenden. Dies ist für Euch nur ein kleiner Eingriff, kann aber meiner Freundin zu Leben verhelfen. Wenn jemand diese Blutgruppe hat, möchte er/sie sich doch bitte mit mir in Verbindung setzen. Alles weitere besprechen wir. Sendet bitte diesen Brief an alle, die Ihr kennt!!! Ich danke Euch für Eure Hilfe!!!
Gruss, Julia Schmidt Oberweg 8 82008 Unterhaching Tel.: 089/66532-428
Fax: 089/66532-115
Mail: julia.schmidt@heye.de
Liebe Empfängerin, lieber Empfänger, auch wenn Sie wie ich nicht helfen können, seien Sie bitte so nett Und verteilen diese Mail weiter, vielen Dank im Voraus!
Angela Gruber DV-Organisation Klinikum der Universität Regensburg
Montag, 23.01.2006
Eine neue Woche fängt an... Ich will es mir nicht nehmen lassen, mit Norbert gemütlich Tee zu trinken und stehe auch kurz nach 5 Uhr auf. Wegen des angesagten starken Frostes haben wir am Wochenende noch die Türgummis unserer Autos eingerieben, um einem Zufrieren vorzubeugen. Aber es hat nichts gebracht, denn als Norbert losfahren will, gehen zwar die Türen auf, aber das Auto springt nicht mehr an. Das Außenthermometer am Haus zeigt -10°C, jedoch liegt es durch die Hauswärme immer noch wesentlich über dem wahren Wert. Mit meiner Fernbedienung für die Standheizung kann ich die Innentemperatur meines Autos anzeigen lassen, diese zeigt mir -16°C und lässt mich fast erstarren...
Auch gegen Mittag ist es noch nicht viel "wärmer" geworden, die Fernbedienung zeigt in meinem Auto immer noch -12°C an. Im Prinzip könnte mir das egal sein, aber ich muss dringend zur Post und einiges einkaufen. Ich mache also die Standheizung an, habe aber die Befürchtung, dass meine Batterie ebenfalls schlapp macht. Nach einer halben Stunde sind im Auto 10 Grad plus, und es springt auch ohne Probleme an *freu* Hätte mich auch etwas gewundert, denn die Batterie hat 100 Ah und ist gerade mal ein Jahr alt, aber man ist halt immer skeptisch. Nach der Post und meinem Lebensmitteleinkauf schaue ich mich noch nach einer Mütze für Norbert um. Am Wochenende hat er schon im ganzen Haus gesucht, aber fand keine passende Kopfbedeckung für diese Kälte. Es tat mir heute morgen in der Seele leid, dass Norbert zum Bus laufen musste. Aber als er nach hause kommt, liegen hier drei Mützen für ihn, die ich preisgesenkt für je 1 € erstanden habe. Eigentlich waren es vier, aber eine hat sich Andi mitgenommen, als er zur Spätschicht gegangen ist...
Sonntag, 22.01.2006
Vor einigen Tagen habe ich auf der Homepage von Verwaiste Eltern in Deutschland einen Hinweis auf einen Fernsehbeitrag entdeckt. Ich wollte im Tagebuch eigentlich noch darauf hinweisen, aber habe es völlig verschwitzt. Heute um 17:30 Uhr kam in der ARD ein Beitrag mit dem Titel "Warum hast du uns allein gelassen". In diesem Bericht, der 30 Minuten ging, wurde von zwei Frauen berichtet. Eine hatte vor 7 Jahren ihren Sohn durch Suizid verloren, die andere ihren ersten Mann, dann ihre Schwester und später auch ihren zweiten Mann. Alles, was sie sagen, kann ich nachempfinden, auch die "Reaktionen" bzw. die Ignoranz vieler Mitmenschen und wie weh es tut...
Sonnabend, 21.01.2006
Die vergangene Woche empfand ich als richtig stressig, jeden Tag war irgend etwas. Mein Schreibtisch sah zeitweise aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Da lagen bereits meine bisherigen Bewerbungen, die ich sortieren wollte, dann kamen die neu ausgedruckten Jobanzeigen dazu und verschiedene Entwürfe für Bewerbungen... Aber fast jeden Tag brachte die Briefpost neues hinzu. Es gibt nämlich nicht nur "Seiler und Kollegen", sondern auch "Haas und Kollegen", ebenfalls eine Anwaltskanzlei...*schmunzel* Diese hat mir Premiere nach Ablauf des Vertrages auf den Hals gehetzt. Ich hatte vergessen, die Smartcard (eine Art Scheckkarte für den Premiere- Decoder, die einen Chip enthält) zurückzusenden. Dies wäre im Oktober fällig gewesen, aber die Karte war ohnehin von Premiere deaktiviert. Plötzlich kam hier Anfang Dezember ein Brief eines Inkassobüros. Ich sollte für die Smartcard 35,-€, Mahngebühren von Premiere 10,-€ und 30,-€ diverse Kosten bezahlen. Ich schickte also sofort per Einschreiben die Smartcard an Premiere, entschuldigte mich für die Verspätung, aber verwahrte mich gegen Mahngebühren und die Beauftragung eines Inkassobüros, denn trotz Nachsendeantrag kam nie eine Mahnung. Kurz vor Weihnachten folgte eine Mahnung vom Inkassobüro, die ich jedoch ignorierte. Diese Woche hat sich nun die Kanzlei Haas und Kollegen der "Sache" angenommen. Auf die bisherige "Forderung" schlug man gleich noch 12,-€ neue Gebühren für den Anwalt drauf. Nun sind wir bei 87,-€, wer bietet mehr...*grins* Also musste ich wohl wieder mal einige Schreiben aufsetzen, eins an die Rechtsanwaltskanzlei, eins an Premiere... Hatte mich mal im Internet umgeschaut, nicht nur diverse Anwaltskanzleien sind das Thema in Foren, auch über die Machenschaften von Premiere findet ein heftiger Erfahrungsaustausch statt...
Am Donnerstag Abend sah ich mir im Fernsehen wieder mal Akte 06 auf SAT1 an, oft ist es mir leider zu spät... Ich wurde durch den vorherigen Programmhinweis neugierig, den ich nebenbei mitbekam, denn da hatte jemand ungerechtfertigte Forderungen einer Anwaltskanzlei bekommen. Im Beitrag wurde zwar nicht der Name der Kanzlei genannt, aber es ging um Forderungen der Telekom...
Aber Haas und Kollegen war noch nicht der Höhepunkt in dieser Woche. Quelle hatte am 1. Dezember den defekten Fernseher abholen lassen, aber seitdem warteten wir auf die Rückerstattung des Kaufpreises. Anfang Januar rief ich an und fragte nach. Erst durch meinen Anruf und die Nachfrage wollte man uns einen Verrechnungsscheck schicken. Schon dies machte mich wütend, denn bei einem guten Kundendienst hätte dies automatisch geschehen müssen. Mitte dieser Woche kam ein Brief von Quelle, aber nicht der Scheck! Es war ein so genanter Kontoauszug. Aufgrund dieses hohen Guthabens schlug man uns vor, doch mal bei Quelle vorbei zu schauen und einzukaufen. Als Norbert diesen Brief öffnete, bin ich fast ausgerastet und rief nochmals bei Quelle an. Gestern war der Scheck im Briefkasten....
Wenn man überlegt, wie viel Zeit und vor allem Nerven einem oft durch die schlampige Arbeitsweise von anderen Leuten geraubt wird, da werde ich nur noch wütend...
Aber trotzdem allen ein erholsames Wochenende und eine hoffentlich stressfreie Woche!
Donnerstag, 19.01.2006
Wenn ich heute über die ersten 5 Wochen meiner Arbeitslosigkeit eine Statistik erstellen würde, hätte sie folgenden Inhalt:
5 schriftliche Bewerbungen im Dezember, gestern 1. Absage, 4 blieben bis heute unbeantwortet...
3 Online- Bewerbungen Anfang Januar, deren Eingang nicht einmal bestätigt wurde...
5 mal telefonische Kontaktaufnahme, 4 sofortige Absagen, einer versprach Rückruf...
Heute führe ich ein Telefonat, welches mich anfangs stutzig macht, dann kurz schmunzeln lässt, aber letztendlich richtig wütend macht. Das Stellenangebot: " Wir suchen für ein renommiertes Sicherheitsunternehmen einen Chauffeur (Berufskraftfahrer/in)......... sehr gute Ortskenntnisse....... P-Schein von Vorteil, aber nicht Bedingung....." Nachdem ich mich vorgestellt habe und mein Interesse bekunde, bekomme ich nur zurückhaltende und sehr gering dosierte Auskünfte über die angebotene Stelle. Dann erzählt mir aber die Frau am Telefon sehr ausführlich, das man auf ein sehr gepflegtes Erscheinungsbild wert legt und spricht von Anzug und Schlips. Ich stelle mir in Gedanken vor, wie ich wohl in einem Anzug und Schlips aussehen würde und muss grinsen, lasse mir jedoch nichts anmerken, auch sieht sie mich ja nicht. Dann irgendwann fragt sie mich plötzlich: "Sie sind eine Frau? Wir suchen einen männlichen Chauffeur!" Ach du meine Güte, merkt man das wirklich erst nach einem längeren Gespräch??? Unfassbar!
Es ist insgesamt auch nicht gerade ein besonders guter Tag. Da es der Mutter von Thomas (HP unter Andere Schicksale) Anfang Januar richtig mies ging und ich seitdem nichts von ihr gehört habe, sende ich ihr heute wenigstens eine Nachricht, dass ich in Gedanken bei ihr bin. Heute ist der erste Todestag von Thomas, und ich würde ihr gern ein großes Paket Kraft schicken, um diesen Tag einigermaßen zu überstehen. Den ganzen Tag brennt hier für Thomas eine Kerze...
Es ist sicher kein Vergleich, aber auch bei mir ist dieser 19. Januar 2005 nicht gerade ein Datum, welches gute Erinnerungen hervor bringt. Heute vor einem Jahr lief Jill ins Auto, und ich hatte panische Angst um meine kleine treue Seele...
Der heutige Tag bringt nur eine einzige kleine Freude, aber selbst diese betrachte ich voller Misstrauen, denn zu oft habe ich vergebens geglaubt und gehofft. Eine Woche nach meinem Fax an Arcor mit der dringenden Bitte um Rückruf eines kompetenten Mitarbeiters hat man wohl solch einen gefunden *grins*, und man ruft mich an. Eine nette Frau ist am Telefon, und ich erkläre nochmals, was ich schon so oft erzählt habe. Sie versteht sehr gut, was mein Anliegen ist und verspricht mir hoch und heilig, sich darum zu kümmern und es entsprechend weiter zu leiten. Oh, wie oft habe ich diese Worte schon gehört! Ihre Erklärung ist, dass die technische Umstellung erfolgt ist, aber nicht in der Kontoführung. Ich kann es mir am Ende des Gesprächs nicht verkneifen, ihr zu sagen, dass sie nicht die Erste ist, die mir etwas verspricht. Ich glaube erst daran, wenn dieser Spuk wirklich ein Ende hat...
Mittwoch, 18.01.2006
Es ist schon wieder nach 23.00 Uhr... Was ich so lange gemacht habe? Im Haushalt heute nichts, auch muss Norbert auf ein warmes Essen verzichten... Vormittags "bewaffne" ich mich mit dem Schneeschieber, denn ca. 10 cm hat es seit gestern geschneit. Dann telefonierte ich mit meiner Schwester und erzähle ihr zuversichtlich von dem Brief vom Arbeitsamt. Aber Nora ist skeptisch, was eine schnelle Vermittlung betrifft, und will mir per Email noch einige Links zur Jobsuche schicken. Eine halbe Stunde später sind sie da, und seitdem "surfe" ich von Jobangebot zu Jobangebot. Es ist anfangs erstaunlich, wie viele Jobangebote es auf diesen Links noch für Berufskraftfahrer gibt, aber letztendlich werde ich immer frustrierter. 95% der Stellen ist für LKW mit Be- und Entladetätigkeit. Da steht meist etwas von Wechselbrücken, Sattel- oder Hänger- Erfahrung, Staplerschein, Gefahrguttransportberechtigung, Lieferung von Möbeln und deren Aufbau oder Fernfahrten mit 40- Tonnen- Fahrzeugen ins Ausland... Mir wird ganz schlecht, denn ich habe zwar den LKW- Schein, aber es ist über 15 Jahre her, dass ich über 7,5 Tonnen gefahren habe... Die restlichen 5% sind teilweise Taxifahrerstellen, wozu ich mit meinem P- Schein keine Berechtigung habe. Einige Angebote kannte ich bereits von der Internetseite der Agentur für Arbeit, also teilweise nichts Neues... Dann gibt es noch einige wenige Jobangebote, klingen auch ganz gut, aber "natürlich" mit Altersgrenzen... Da bräuchte ich wohl einen großen Kasten mit Schminke *schmunzel* Ja, trotzdem habe ich mir einige ausgedruckt, meistens mit telefonischer Kontaktmöglichkeit. Das finde ich auch besser, als wenn man ewig auf Antwort wartet oder gar keine bekommt. Gegen Mittag kommt eine Email mit der Bitte um einen frankierten Rückumschlag für die Rücksendung meiner Bewerbungsunterlagen. Man, soll ich nun auch noch für Absagen bezahlen? Sollen sie doch die Unterlagen durch den Schredder schieben... Auch bei einem Telefonat erhalte ich nur die Mitteilung, dass die Stelle bereits vergeben ist... Also mal sehen, was der morgige Tag bringt, wenn ich die anderen anrufe...
Dienstag, 17.01.2006
Gestern und heute sind die Tage fast identisch abgelaufen: bis Mittag habe ich mit Hausarbeit verbracht, aber das interessiert sicher niemanden *grins* Eigentlich freue ich mich immer, wenn dann die so genannte Freizeit kommt, aber seit Tagen suche ich wieder nach Stellenangeboten, und dabei rieselt die Zeit wie Sand durch die Finger... Letztendlich bleibt kaum noch Zeit für das Tagebuch, geschweige denn für die leeren Seiten auf meiner privaten Homepage... Als hätte man meine Verzweiflung erhört, kommt heute ein Brief von der Agentur für Arbeit. Es ist eine Vorladung zum 27.01., wo man mit mir einen Vermittlungsvorschlag besprechen möchte. Ich bin überrascht und gespannt, was mich erwartet...
Montag, 16.01.2006
Gestern lief der "Countdown", denn die Besucherzahl auf Janas und Marios Homepage näherte sich der ersten sechsstelligen Zahl... Heute morgen ist die 100.000 überschritten, und ich sehe im Login- Bereich des Besucherzählers, dass gestern um 23.35 Uhr der 100 000. Besucher da war. Ich muss zugeben, es berührt mich sehr...
Sonntag, 15.01.2005
Spät ist es gestern geworden, da im Fernsehen noch ein WM- Kampf im Boxen kam, und so stehen wir heute auch nicht gerade zeitig auf. Im Sommer fahre ich am Wochenende immer frische Brötchen holen. Aber jetzt wäre es wohl etwas aufwendig: Scheiben kratzen oder zum Auftauen vorher 20 Minuten Standheizung, und das für ganze 5 Minuten Fahrzeit... Also gibt es Brötchen zum Aufbacken...
Im Fernsehen läuft bereits wieder Wintersport, und Norbert lässt sich nichts entgehen... Ich will derweil versuchen, einige Fehler an meiner privaten Homepage beheben, denn meine Schwester sagte neulich zu mir, dass sich bei ihr im Browser einige Bilder und Texte überlagern. Bei mir ist es nicht so, aber als es heute auch in einer Email erwähnt wird, die Leserin es aber ihren Monitoreinstellungen zuordnet, will ich der Sache auf den Grund gehen. Es kann also irgend etwas nicht stimmen *grübel* Ich rufe meine Schwester an und lasse mir von ihr genau sagen, welche Texte und Bilder sich bei ihr überlagern. Schnell kann ich eine gewisse Regelmäßigkeit und den berühmten "roten Faden" erkennen, der den Fehler in der Darstellung verursacht, mache entsprechende Änderungen und sende sie zum Server. Nochmals greife ich nun zum Telefonhörer und frage Nora, ob sie die bisher fehlerhaften Seiten nun richtig angezeigt bekommt. Durch den Hörer kommt ein freudiges "Ja, jetzt sieht alles richtig gut aus!" Na klar freut sie sich, denn auch auf ihrer Seite stimmte etwas nicht *schmunzel* Wie so oft: kleine Ursache, große Wirkung, oder wie würde mein kleines Schaf jetzt sagen? "Geht doch, geht doch!" Jawohl, und nun habe ich auch wieder Lust, die noch leeren Seiten auf der HP nach und nach zu füllen...
Seit einiger Zeit wähle ich fast immer sonntags eine neue Hintergrundmusik für das aktuelle Tagebuch aus. Oft fällt mir die Auswahl gar nicht so leicht, denn Janas mp3- Sammlung ist sehr unfangreich. Auf mehreren CDs habe ich sie gesichert, und wenn man bedenkt, dass auf einer CD ungefähr 200 Titel Platz finden, dann kann man meine Qual der Wahl wohl nachempfinden. Hinzu kommen noch viele Original- CDs, deren Musik wir gemeinsam hörten. Heute habe ich einen Titel von Nena ausgesucht. Jana und ich, wir hörten sie immer sehr gern und freuten uns auch über ihr Comeback. Als ich diesen Titel "Wunder gescheh'n" heute anspiele, läuft mir ein Schauer über den Rücken. Noch nie habe ich diesen Text so bewusst gehört wie heute, und es ist, als würde Jana zu mir sprechen. Unzählige Male höre ich das Lied und entschließe mich, den Text hier aufzuschreiben:
Auch das Schicksal und die Angst kommt über Nacht
Ich bin traurig, gerade hab ich noch gelacht
Und an so was schönes gedacht
Auch die Sehnsucht und das Glück kommt über Nacht
Ich will lieben, auch wenn man dabei Fehler macht
Ich hab mir das nicht ausgedacht
Wunder gescheh’n, ich hab's geseh’n
Es gibt so vieles, was wir nicht versteh’n
Wunder gescheh’n, ich war dabei
Wir dürfen nicht nur an das glauben, was wir sehn
Immer weiter, immer weiter geradeaus
Nicht verzweifeln
Denn da holt dich niemand raus
Komm steh selber wieder auf
Wunder gescheh’n , ich hab's geseh’n
Es gibt so vieles, was wir nicht versteh’n
Wunder gescheh’n , ich war dabei
Wir dürfen nicht nur an das glauben, was wir sehn
Was auch passiert, ich bleibe hier
Ich geh den ganzen langen Weg mit dir
Was auch passiert , Wunder gescheh’n
Wunder gescheh’n
Wunder gescheh’n
Sonnabend, 14.01.2006
Nein, am Wochenende schreibe ich nichts über Arcor...*grins*
Vorgenommen haben wir uns nichts, außer Ruhe, faulenzen und nur das machen, wozu man Lust hat. Bei Norbert sind es alle Fernsehübertragungen, die Sport zeigen. Bei mir? Dreimal darf jeder raten....
Im Sommer sehen unsere Wochenenden etwas anders aus, da macht man einiges im Garten und genießt das Wetter. Aber im Winter "hockt" man eben drinnen. Ich bin auch nicht der Typ, der Winterspaziergänge macht, noch dazu, wo ich doch solch eine Frostbeule bin *schmunzel*
Darum bin ich auch froh, dass ich mein Auto mit der Standheizung vorheizen kann, denn ich muss heute noch kurz zur Postbank. Von der Agentur für Arbeit habe ich vorgestern meinen Bewilligungsbescheid bekommen, gestern kam ein Verrechnungsscheck, da man meine Kontonummer noch nicht hatte.
Auf meine ersten Bewerbungen kamen noch keine Antworten. Ich finde es zum Ko......, dass einige es nicht einmal für nötig halten, überhaupt zu antworten....
Wie so oft in den letzten Tagen, schaue ich mir nachmittags wieder viele Gedenkseiten an. Dabei gelange ich auch auf zwei Seiten, die ich schon einmal verlinkt hatte bzw. wo ich darum gebeten wurde. Ich hole mein Versäumnis nach und aktualisiere....
Freitag, 13.01.2006
Zwischen 9 Uhr und 12 Uhr bleibe ich in der Nähe des Telefons, denn ich hatte im Fax an Arcor diesen Zeitraum für meine heutige Anwesenheit genannt. Da sie die gestrige Möglichkeit bis 17:30 Uhr nicht wahrgenommen haben, hoffe ich auf heute... Aber ich hätte es mir denken können, es kommt kein Anruf... Meine Mum gab mir gestern am Telefon den Rat, mich an den MDR zu wenden, denn da gibt es die Sendung "Ein Fall für Escher". Ich bin skeptisch, denn bereits im August wandte ich mich an den Berliner Radiosender 88,8. Die hatten eine Rubrik "nicht zu fassen", aber ich erhielt nur eine Bestätigung über den Posteingang und den Hinweis, dass man sehr viele Zuschriften bekommt... Das war's und seitdem nichts mehr gehört... Gegen 14 Uhr rufe ich dann doch mal beim MDR an, dessen Telefonnummer ich auf der Homepage gefunden habe. So erfahre ich, dass man monatlich 1300 Zuschriften bekommt und die Redaktion Escher die Fälle auswählt. Da kann ich mir wohl das Schreiben sparen, denn die Chancen, dass man sich meines Falles annimmt, stehen somit 1 : 1300. Ich grüble also weiter, was ich tun kann, um bei Arcor auf einen kompetenten Mitarbeiter zu treffen. Kann natürlich sein, dass sie gar keine kompetenten Mitarbeiter haben und deshalb kein Anruf kam *grins* Mal sehen, vielleicht sollte ich mich doch mal wieder an die Bild- Zeitung wenden. Ich weiß, jeder verflucht sie, aber alle wissen, was drin steht... Mir haben sie schon einmal geholfen, als Monate nach Janas Tod die GEZ plötzlich ein Schreiben nach dem anderen an sie schickte und wollte, dass Jana sich anmeldet. Dabei stellte sich heraus, dass sie die Namen und Anschriften von Adresshändlern beziehen. Bei solchen Arbeitsweisen ist ein Kommentar wohl überflüssig... Auch half mir ein Redakteur bei der Auflösung von Janas D1- Vertrag, den sie zwei Tage vor ihrem Tod abgeschlossen hatte und dessen Karte nie aktiviert wurde. Kein Schreiben von mir half, ich erklärte und erklärte, Mahnungen und neue Rechnungen folgten.. Erstaunlich war nur, dass ein einziger Anruf des Redakteurs in der Pressestelle alles regelte. Dann bekam ich sogar einen Anruf vom Pressesprecher, der sich bei mir entschuldigte. Wieso muss man solche Wege beschreiten, um erhört zu werden?
Die letzten Tage, in denen sich in meinem Kopf wieder alles um Arcor dreht, deute ich Janas Blick auf dem Foto etwas mitleidig. Aber gleichzeitig schaut sie, als wolle sie mir sagen, dass ich mich nicht unterkriegen lassen soll. Nein, mein kleines Schaf, Deine Mum gibt nicht so schnell auf, Du kennst mich doch....
Während ich nun heute zwischen 9 und 12 Uhr sinnlos das Telefon neben mir liegen habe, surfe ich im Internet und "entdecke" neue und sehr interessante Seiten. Durch die ganzen Verlinkungen weiß man letztendlich kaum noch, wie man wohin gekommen ist. Aber eine Seite hat mich ganz besonders beeindruckt. Diese Seite ist Nicole Deck gewidmet. Ihre Kindheit ist die Hölle, sie überlebt auch ihren dritten Selbstmordversuch, aber ist von diesem Zeitpunkt an blind... Ich sitze am PC, lese ihre Geschichte, schaue mir ihr Video an, welches man sich downloaden kann, und mir stehen die Tränen in den Augen... Ich nehme Kontakt zu Nicoles Schwester auf und bitte um ihr Einverständnis, ihre Seite verlinken zu dürfen. Es dauert nicht lange, und ich erhalte einen lieben Gästebucheintrag.... Nicoles Seite ist nunmehr unter Andere Schicksale zu erreichen....
Donnerstag, 12.01.2006
Langsam glaube ich, dass mich Arcor in den Wahnsinn treiben will...
Heute kommt wieder ein Brief, aber es ist keine Antwort auf das Kündigungsschreiben für Norberts Anschluss vom 02.01., sondern beinhaltet meine Kundennummer und "gute Ratschläge", was ich bei einem Wechsel des Netzbetreibers zu beachten habe:

Verdammt noch mal! Was soll bzw. kann ich denn noch tun, damit man mich versteht? Selbst hier weiß schon jeder regelmäßige Leser, dass einfach nur zwei Anschlüsse zusammengefasst werden sollten. Um nach dem Öffnen des Schreibens den ersten Kloß im Hals loszuwerden, rufe ich Norbert an. Sein Vorschlag ist, dass ich ein Fax an Arcor sende, in dem ich zwecks Klärung eines Sachverhalts dringend um den Anruf eines kompetenten Mitarbeiters bitte, da die Kundenhotline nicht weiter verbindet. Da mir auch nichts besseres mehr einfällt, tippe ich diese Zeilen und faxe sie an Arcor. Beim Abheften des Schreibens zähle ich mal durch. In 7 Monaten habe ich nun 12 mal an Arcor geschrieben, also fast 2 mal pro Monat. Nicht gezählt habe ich die Anrufe bei der Kundenhotline und die Zeiten in der Warteschleife...
Mittwoch, 11.01.2006
Da mein Sohnemann morgen wieder für einige Zeit nach London fliegen wird, wollen wir uns heute noch einmal sehen. Als er kommt, habe ich gerade das Essen fertig... Olav hat einige Repräsentations- CDs gebrannt, die er für Bewerbungen als DJ verwenden möchte. Seit vielen Jahren jobbt er nebenbei in dieser Tätigkeit. Für diese CDs möchte er bei mir Aufkleber drucken, da bei mir noch eine ganze Packung davon herum liegt. Olav entwirft und druckt diese CD- Etiketten, und ich klebe sie auf. Richtig gut sehen sie nun aus, und mein Ole- Bole strahlt über das ganze Gesicht...
Dienstag, 10.01.2006
Eigentlich könnte ich den ersten Absatz von gestern hierher kopieren *schmunzel*
Nach meiner obligatorischen Runde im Haushalt nehme ich mir heute meinen Laptop vor. Seit ich bei Norbert wohne, ist mein zweiter Schreibtisch Norberts Computerplatz. Früher stand da immer einsatzbereit der Laptop, und ich arbeitete manchmal fast an beiden gleichzeitig. Nun hat das Notebook keinen festen Standort mehr und ist fast nur noch für Notfälle bzw. Reisen. Im Sommer saß ich allerdings manchmal mit ihm auf der Terrasse unter dem Sonnenschirm... Ich will heute einige "Wartungsarbeiten" erledigen. Das liegt mir schon längere Zeit auf der Seele. Es wird auch höchste Zeit, dass ich eine Aktualisierung des Antivirus- Programms vornehme, und das ist meine erste Handlung. Auch mein Homepageprogramm muss ich erneuern, denn ich arbeite inzwischen mit einem neuen. So kann ich die Homepage, deren Dateien ich auf USB- Stick habe, auch wieder an beiden Computern bearbeiten. Dann entdecke ich noch eine Menge "Schrott": abgelaufene Demo- Versionen von Spielen und mein früheres Email- Programm IncrediMail. Alles wird deinstalliert, und hinterher bereinige ich den Computer mit dem Programm Tune Up, welches alte Datenreste entfernt und den Computer optimiert. Na ja, da vergehen auch so einige Stunden...
Nun sitze ich hier, schreibe Tagebuch, und da klingelt das Telefon. Es ist Janas Schulfreundin Linn, die nun schon einige Zeit in Bremen wohnt. Leider können wir uns darum kaum noch treffen. Nun haben wir auch telefonisch längere Zeit nichts von einander gehört, darum gibt es richtig viel zu erzählen, und wir "schnattern" bestimmt eine Stunde lang... Ich weiß gar nicht, wie ich erklären soll, warum ich mich so über ihren Anruf freue. Jana hat während des Gymnasiums ihre Freizeit meist mit Linn verbracht, manchmal haben sie auch gemeinsam Mist gebaut *schmunzel* Wenn ich heute mit Linn rede, dann habe ich das Gefühl, als wäre auch Jana wieder in der Nähe...
Vorhin saß ich noch hier und überlegte, was denn heute erwähnenswert ist. Nach dem Telefonat mit Linn überschlagen sich nun meine Gedanken. Linn ist eine von den ganz wenigen, die vom Freundes- und Bekanntenkreis "übrig" geblieben ist, und ich wünsche mir sehr, dass sich trotz der Entfernung daran auch nichts ändert. Manchmal grüble ich und kann mir kaum erklären, warum man von früheren guten Freunden nichts mehr hört. Dafür gibt es aber heute Menschen, denen ich in meinem Leben nie begegnet wäre, von denen ich nicht einmal weiß, wie sie aussehen, die mir aber beistehen wie langjährige Freunde und mir unendlich viel Kraft geben... Danke an Nadine, Birgitt, Peter, Bea, Sabine, Talaya, "Anna", Catherine, Sebastian und allen Ungenannten!
Montag, 09.01.2006
Um 5:30 Uhr stehe ich auf, um mit Norbert einen Tee zu trinken. Sonst geht er immer so aus dem Haus und macht sich erst auf Arbeit seinen Kaffee. Aber ich finde es schön, wenn man früh noch 10 Minuten zusammen sitzen kann. Heute ist es bestimmt auch angenehm, dass er bereits etwas Warmes im Magen hat, denn das Außenthermometer zeigt - 8° C. Das Auto, mit dem er sonst bis zur U- Bahn fährt, lässt er stehen, denn die Scheiben sind zugefroren. Ich sage ihm dann immer, dass er doch vorher einfach die Standheizung anmachen soll (die er nicht hat), so wie ich es bei meinem Auto immer mache *grins* Norbert veräppelt mich so oft, da muss ich mich ab und zu auch mal revanchieren....
Ich bin richtig happy, dass ich so zeitig aufgestanden bin und dadurch nun den ganzen Tag vor mir habe. Natürlich zuerst die Arbeit, und heute ist mein Zimmer dran... Danach setze ich mich nicht an meinen Computer, sondern an den von Norbert. Seit dem letzten Formatieren und Einrichten, und das ist ja eine Weile her, fehlen ihm noch einige kleine Programme. Ich hatte ihm schon oft versprochen, dass ich diese noch installiere, aber wie das so ist, es blieb bisher dabei. Nun löse ich mein Versprechen ein...
Ja, nun habe ich mein "Pflichtprogramm" absolviert und kann den Rest des Tages frei gestalten, aber genau in diesem Moment fällt mir nochmals die 2. Mahnung von Arcor in die Hände. Ich fange an, ein weiteres Schreiben aufzusetzen, aber lasse es dann wieder, denn es macht mich wütend, und ich bekomme keinen vernünftigen Satz zusammen. Auch denke ich dann, dass wir im letzten Schreiben mit der Formulierung, dass wir allen zukünftigen falschen Rechnungen widersprechen, eigentlich bereits alles gesagt haben. In unzähligen Schreiben habe ich erklärt und um Berichtigung gebeten, es hat nichts genützt. Das Ergebnis ist das Gleiche, als hätte ich Jill erklärt wie man Schnitzel paniert.....
Sonntag, 08.01.2006
Auch der Sonntag bringt nicht unbedingt "Highlights" hervor... Norbert genießt die Ruhe und schaut im Fernsehen Wintersport und Hallenfußball. Ich setze mich an den Computer, beantworte Emails und besuche wieder einmal einige von den verlinkten Gedenkseiten. Beim Lesen in den Gästebüchern stoße auf weitere, mir unbekannte Gedenkseiten, die ich lese. So vergehen viele Stunden, und mit jeder Gedenkseite werde ich trauriger, denn jedes Kind hat so viele trauernde Menschen hinterlassen....
Auf der Seite "Links" habe ich heute einen weiteren Eintrag hinzugefügt. Es ist eine Seite, wo Hilfe von jungen Menschen für junge Menschen in Krisensituationen angeboten wird. Diese Seite wurde mir per Email für die Linksammlung empfohlen. Ich habe sie mir angeschaut und glaube, dass sie wirklich empfehlenswert ist.
Sonnabend, 07.01.2006
Nicht jeden Tag sprudeln meine Gedanken und Tageserlebnisse so aus mir heraus, dass ich hier endlos schreiben kann. Würde dieses Tagebuch unter meinem Kissen liegen, stände heute vielleicht gar nichts drin, denn dieses Wochenende verläuft einfach nur "stinknormal"...
Es gibt heute nur ein einziges Ereignis, das meinen sonst so niedrigen Blutdruck ansteigen lässt: ein Brief von Arcor. Nach unserem gemeinsamen Brief, den wir nun vor einer Woche per Einschreiben an Arcor schickten, und in dem wir auch Norberts Vertrag zum 01.10.2006 (Mindestvertragslaufzeit) kündigten, rechne ich mit einer Antwort darauf. Aber weit gefehlt! Es ist eine zweite Mahnung für meine nicht bezahlte Rechnung für den Anschluss in meiner alten Wohnung... Ich muss mich wirklich langsam fragen, ob dort Gehirnamputierte arbeiten... Trotzdem allen treuen und neuen Lesern ein schönes Wochenende!
Freitag, 06.01.2006
Um 6 Uhr klingelt mein Wecker, aber eigentlich müsste ich sagen: seit 6 Uhr klingelt er, denn erst nach 35 Minuten höre ich ihn *schmunzel*. Jeder normale Mensch fällt von diesem Geräusch fast aus dem Bett, aber nicht ich! Ich muss wohl "endlich" im Tiefschlaf gewesen sein, denn die Nacht habe ich wieder hauptsächlich mit Husten verbracht... Ich springe vor lauter Schrecken zwar aus dem Bett, aber richtig munter bin ich natürlich nicht. Ich hoffe somit auf meinen Tee, dass er den Rest des Wachwerdens erledigt...
Kurz nach 8 Uhr klingelt es dann, der Redakteur und sein Kameramann stehen vor der Tür, und sie begleiten mich den ganzen Tag...
Donnerstag, 05.01.2005
Die letzte Nacht habe ich mehr im Sitzen, als im Liegen verbracht. Meine Halsschmerzen, sprich Schluckbeschwerden, sind zwar weg, aber dafür plagt mich ein hartnäckiger Husten. Dieser ist "natürlich" immer nachts in Hochform und raubt mir den Schlaf. Morgens ist man dann wie gerädert und kommt kaum aus dem Bett. So habe ich heute auch gewisse Anlaufschwierigkeiten.
Gegen Abend bekomme ich Besuch. Es sind der Redakteur und ein Kameramann aus München. Wir wollen uns heute kurz kennen lernen, denn morgen wird für den Beitrag gedreht.
Mittwoch, 04.01.2005
Nachdem ich mein "Home- Programm" hinter mir habe, fahre ich zum Friedhof. Sonst habe ich immer die typischen roten Kerzen in die Laterne gestellt. Renate hatte mir mal eine elektrische Kerze mitgebracht, die über Monate ständig leuchtet, aber seit langem waren die Batterien leer... Nun stelle ich sie mit neuen Batterien in der Laterne. Auf dem Grab liegt noch so viel Schnee, dass man die Pflanzen gar nicht erkennen kann. Ich bin erstaunt, denn inzwischen ist viel Schnee weggetaut, aber auf dem Friedhof ist noch tiefer Winter...
Von dort aus fahre ich zu meiner Schwester, denn ich will ihr eine Computertastatur bringen, die ich übrig habe. Auf ihrer ist kaum noch die Beschriftung zu erkennen. Mein Ole- Bole ist gerade kurz bei Nora, so kann ich ihn wieder mal richtig in den Arm nehmen. Leider hat er wenig Zeit und muss schon wieder weg. Aber mit Nora kann ich noch etwas schwatzen und lade sie darum zu dem Griechen ein, von dem auch Renate bei ihren Besuchen immer so schwärmt...
Dienstag, 03.01.2006
Mein Frust von gestern Abend hat mir heute den ganzen Tag die Lust genommen, es nochmals mit dem Hochladen der Homepage zu probieren. So "beschäftige" ich mich mit anderen Dingen, na ja, man kann auch aufräumen oder Wäsche waschen dazu sagen... Aber eins habe ich dabei festgestellt: aufräumen kann ich mit Wut im Bauch ganz gut *grins*
Dann will ich zuerst das Tagebuch schreiben, bevor ich wieder sauer werde, aber es kribbelt irgendwie langsam in den Fingern... Also will ich es nur kurz probieren, aber mich nicht lange damit aufhalten, falls es nicht klappt. "Natürlich" habe ich das gleiche Ergebnis wie gestern. Durch Zufall entdecke ich eine Kleinigkeit in den Einstellungen des Webseitenprogramms, versuche es mit einer kleinen Änderung, will aber hier nicht mit Details langweilen... Ja, und nun hat es geklappt, und die neue Homepage zeigt alle Seiten richtig an. Sicher könnte ich jetzt voll und ganz zufrieden sein, aber meine Frage, warum es nur auf dieser Domain nicht richtig klappte, lässt mich trotzdem weiter grübeln...
Montag, 02.01.2006
Es ist nach 23 Uhr, ich wollte schon vor mindestens einer Stunde im Bett sein, um mit Norbert früh aufzustehen...
Habe die letzten Tage jede freie Minute an meiner privaten Homepage gearbeitet und wollte sie vorhin trotz einiger unfertigen Seiten bereits ins Netz stellen. Das habe ich auch gemacht, aber sie ganz schnell wieder entfernt. Die Bilder und Texte erscheinen total verschoben... Also habe ich nochmals alles durchgesehen, aber auch bei der Vorschau im Browser war alles in Ordnung *grübel* Ich lud die Homepage also für weitere Experimente auf meine Test- Domain. Aber siehe da, sie erschien korrekt, besser ging es gar nicht. Also nächster Versuch auf der evero- Domain, und ich traue meinen Augen kaum! Wieder erscheint alles verschoben! Auch der dritte Versuch bringt kein anderes Ergebnis, und ich lade vorerst die alte Version wieder hoch. Natürlich bin ich jetzt so richtig wütend, auch wenn mich da wieder jemand angrinst... Nächster Versuch startet morgen, denn nun bin ich hundemüde...
Neujahr, 01.01.2006
Da ich gestern nichts von mir gegeben habe, möchte ich hiermit allen Lesern ein frohes und vor allem gesundes Neues Jahr wünschen!
Ich selber habe einen dicken Schal um den Hals, kann kaum schlucken und friere trotz mollig warmem Zimmer...
Wie ich vorhin festgestellt habe, bauen sich die Seiten der Homepage sehr langsam auf. Da ich nicht weiß, ob dies nur heute oder schon länger so ist, kann ich nicht sagen, ob es am Server oder an der HP liegt. Jedoch habe ich fast zufällig entdeckt, dass im HTML- Code noch versteckte Restdateien des alten Counter- Anbieters waren. Diese habe ich nun mühsam von allen Seiten entfernt...