Home
Vorwort
Unsere Geschichte
Marios Geschichte
Recherchen
Trauer
Fotos von Jana
Fotos von Mario
Janas Hobbys
Marios Hobbys
Janas Grab
Marios Grab
Tagebuch
Andere Schicksale
Links
Gästebuch
Altes Gästebuch
Kontakt
Freitag, 30.06.2006
Nach dem Aufstehen überrasche ich Norbert mit einem Geschenk, denn es ist unser 6. Jahrestag. Mir war schon vorher klar, dass er nicht daran denken wird, denn in seinem Kopf dreht sich schon alles um das heutige Spiel Deutschlang gegen Argentinien, und er ist das reinste Nervenbündel *grins* Ich bin meinem Schatz auch nicht böse, es ist ja sozusagen Ausnahmezustand *schmunzel* Ich fahre Norbert dann zur U-Bahn, denn heute ist ja für ihn wieder keine Parkmöglichkeit.
Ich nehme mir nun einiges an Hausarbeit vor, schaffe sogar mehr, als ich wollte und bin jetzt richtig zufrieden. 14 Uhr Tagebuch schreiben ist bei mir ungewöhnlich, aber gleich wird der Computer ausgeschaltet, und das bleibt er dann heute auch *schmunzel* Ich will nun los, um Norbert von der Bahn abzuholen...
Nachtrag: Es ist so aufregend heute, dass ich zwischen den Spielen noch einige Sätze anfügen muss. Ich kann mir gut vorstellen, dass einige Leute bei diesem Spiel nahe dem Herzinfarkt waren. Auch Norbert hat einige Nerven gelassen, aber ist glücklicherweise noch wohlauf *schmunzel* Deutschland hat nun im Elfmeter- Schießen gewonnen, und wir Deutschen sind natürlich richtig happy, aber diese Art Entscheidung wünscht man eigentlich keiner Mannschaft... Unschön nur, dass man aus Frust anfängt zu prügeln...
Norbert und ich, jeder nutzt die Stunde zwischen den Spielen auf seine Weise zur Erholung, aber nun geht es weiter mit Italien gegen Ukraine - der Sieger wird unser nächster Gegner sein...
Donnerstag, 29.06.2006
Ich habe zwar gar keine Lust, quer durch die Stadt zu fahren, aber ich muss zu meiner Frauenärztin, denn meine Krankschrift muss verlängert werden. Die Schwestern füllen mir den Schein aus und lassen von der Ärztin unterschreiben. Bis zum 27. Juli wird verlängert, dann muss ich mich auch wieder bei der Ärztin vorstellen. Da ich vorher wusste, dass es schnell geht, habe ich Jill mitgenommen. Ich will sie aber nicht im Auto lassen, zumal ich dort nicht direkt vor der Tür parken kann. Bei der Ärztin binde ich sie dann für die wenigen Minuten vor der Praxistür im Hausflur am Treppengeländer an. Während die Schwestern meinen Schein ausfüllen, schaue ich kurz durch den Türspalt, aber meine kleine Schnecke wartet ganz lieb. Als die Schwestern mitbekommen, dass da draußen mein Hund wartet, kommen sie gucken und sind ganz hin und weg. Auch eine Patientin, die gerade die Praxis betritt, ist von Jill ganz angetan. Natürlich freue ich mich immer, wenn meiner kleinen Maus so viel Sympathie entgegen gebracht wird. Bin ich allein zu Fuß unterwegs, ist mein Gesichtsausdruck eigentlich immer sehr ernst, aber habe ich Jill an der Leine, dann lächelt jeder zweite Fußgänger, der uns begegnet - und obwohl es sicher kaum mir gilt, lächele ich zurück...*grins*
Am frühen Nachmittag überfällt mich regelrecht die Müdigkeit, mein Kopf fällt beinahe auf die Tastatur, und ich lege mich auf die Couch, bis Norbert von der Arbeit kommt... Nachdem ich langsam munter bin, essen wir, und dann mache ich auch den PC wieder an... Ich habe Post in meinem Email-Fach, und es ist ganz besondere Post:
"Hallo meine liebe Eva, wollte Dir nur schreiben, dass jetzt auch mein zweiter Sohn auf der Welt ist. Jamie kam am 27.06. um 22.15 Uhr mit einer Größe von 52 cm und einem Gewicht von 3470 g zur Welt...."
Ja, die Mail ist von Steffi, und ich bin vor Freude ganz aus dem Häuschen! Steffi hat ambulant entbunden, die Geburt verlief relativ schnell, und wenige Stunden später war sie wieder zu hause... Ich freue mich, dass alles gut abgelaufen ist und wünsche der nun vierköpfigen Familie alles erdenklich Liebe und Gute!
Mittwoch, 28.06.2006
Den ganzen Vormittag bin ich unterwegs, denn ich habe einiges zu erledigen. Gleich um 8 Uhr bin ich bei Aldi, denn es gibt heute die Sonderangebote. Für Norbert will ich einige Poloshirts holen, die trägt er sehr gern, denn 5,99 € ist für Baumwollqualität ein guter Preis. Auch haben sie heute Gummibesen, und davon will ich einen holen. Nach erfolgreichem Einkauf fahre ich zu Nora, um ihr einige Sachen zu bringen, die ich für sie im Versandhaus mitbestellt habe.
Da ich mich nun in meiner alten Heimat befinde, mache ich auch einen Abstecher zum Lietzensee, auf den ich 15 Jahre lang aus meinem Fenster sah, 12 Jahre gemeinsam mit Jana... Ich schaue wieder einmal beim Hausmeister vorbei, der sich immer freut, wenn ich mal auftauche. Nie werde ich vergessen, wie er mir geholfen hat, als ich damals von heute auf morgen keinen Hunde- Sitter mehr hatte und er mittags die Gassi- Runde mit Jill übernommen hat. Es ist in der heutigen Zeit sehr selten geworden, dass jemand uneigennützig hilft... Wir trinken einen Kaffee und tauschen einige Neuigkeiten aus. So frage ich auch nach der Wohnung und erfahre ich von ihm, dass der Nachbar meine ehemalige Wohnung nun vermessen will und wegen der Miete am Verhandeln ist... Ich selber würde mich sogar freuen, wenn er dort einziehen würde. Gut, beeinflussen kann ich den Gang der Dinge sowieso nicht, aber es ist ein Gefühl in mir, das ich schlecht beschreiben kann. Ich weiß nur, dass es mir in dem Moment, wo dort wildfremde Menschen eingezogen wären, richtig mies gegangen wäre. Aber dieser nette Nachbar als Nachmieter, darüber könnte ich mich sogar richtig freuen. Er stellte mir damals einen Blumentopf vor die Tür, darin steckte eine Beileidskarte... und er war einer von denen, die mir nicht aus dem Weg gingen...
Aus der Vergangenheit zurück zum heutigen Tag: auf dem Heinweg erledige ich noch einiges, und die nicht passenden Sachen vom Versandhaus gebe ich in einem Zeitungsladen ab, der für den Hermes-Versand Rücklieferungen annimmt, schön bequem *freu*
Ich freue mich auch, als Norbert von der Arbeit kommt und irgendwann dann seine neuen Poloshirts anprobiert. Sie passen und sehen richtig gut aus. Da haben wir doch wieder mal ein richtiges Schnäppchen gemacht *schmunzel* Aber auch unser Weg vom Gartentor zum Haus sieht topp aus, denn der Gummibesen war ebenfalls kein Fehlkauf...
Dienstag, 27.06.2006
Seit ein paar Tagen habe ich es irgendwie mit dem Aussortieren. Angefangen hat es am Wochenende damit, dass ich eine Rechnung abheften wollte, aber dieser Ordner war schon so richtig prall, zudem unheimlich schwer und ließ sich kaum noch schließen. Da fing ich an auszumisten und staunte nicht schlecht, denn die ältesten Rechnungen waren von 1997. Da war noch der Kassenbon unserer ersten Isdn- Anlage, immer wieder Kaufbelege von Computerzubehör und dann von unserer Motorradbekleidung und den Helmen… Unweigerlich liefen in Gedanken viele Bilder aus der Vergangenheit vor mir ab… Alles, worauf keine Garantie mehr war, sortierte ich aus. Zum Schluss lag hier ein riesiger Papierhaufen, und der Inhalt des Ordners war nicht einmal mehr fingerdick.
Gestern „rappelte“ es mich dann ein weiteres Mal. Neben meinem Computer im Regal stehen zehn von diesen stapelbaren Ablageschalen, die auch viel in Büros stehen. Eigentlich ist da eine gewisse Ordnung drin, aber nach einer Weile gerät auch diese immer wieder aus den Fugen *grins* Also habe ich alle einzeln auf den Fußboden gestellt, den Inhalt gesichtet und teilweise auch gestaunt, was da so zum Vorschein kam… Der Abfallberg war zwar nicht so groß wie von den alten Rechnungen, aber gelohnt hat es sich allemal…
Heute nun Aktion Nummer 3… Vor einigen Tagen haben wir uns mit Norbert ein paar Sachen bei Otto und Quelle bestellt. Nachdem die Pakete heute angekommen sind, will ich für die Sachen, die ich behalte, Platz im Schrank machen. Dabei fallen mir einige Dinge auf, die ich sowieso nicht mehr anziehe oder die nicht mehr in Ordnung sind und fange wieder an auszusortieren… Aber keine Bange, ich schreibe jetzt nicht über alte Socken oder unmoderne Nachthemden *schmunzel*
Mal sehen, welcher Anlass die nächste Spontanaktion auslöst…
Montag, 26.06.2006
Draußen 30°C, im Wohnzimmer 26°C und bei mir im Untergeschoß 22°C – da muss man nicht lange überlegen, wo man sich am liebsten aufhält *grins* In den letzten Tagen denke ich oft an unsere ehemalige Charlottenburger Wohnung, wo wir ab späten Vormittag bis abends die Sonne im Wohnzimmer hatten. An solchen heißen Sommertagen haben wir mit Jana oft ein feuchtes Bettlaken vor die offene Balkontür gehangen und es immer wieder nass gesprüht, um das Wohnzimmer einigermaßen vor der Wärme zu schützen, aber geholfen hat es kaum… *schmunzel*
Hin und wieder frage ich Katrin, ob sich über ihr schon etwas getan hat. Vor kurzem war nun im gesamten Block die Strangsanierung, aber meine ehemalige 3-Zimmer-Wohnung (77qm) steht seit meiner Schlüsselabgabe am 31.08.2005 noch immer leer. Nun hat sich kürzlich ein Nachbar von der gleichen Etage um die Wohnung beworben, denn er möchte sich um ein Zimmer vergrößern. Die Warmmiete soll inzwischen 590,-Euro betragen, ich zahlte vor meinem Auszug 486,- Euro! Man hat also noch einmal kräftig erhöht, ohne die Wohnung zu modernisieren, und dies im 5. Stock ohne Fahrstuhl. Da wundert es mich auch nicht, dass man noch keinen neuen Mieter gefunden hat. In der Wohnung befindet sich keine Einbauküche mehr, denn ich musste meine ja rausreißen… Im Bad sind durch Reparaturen die Fliesen beschädigt, und zwei Fenster sind alt und undicht. Wie sich dieser Nachbar nun entscheiden wird, und ob er nun auf der gleichen Etage umziehen wird, weiß ich nicht, aber Katrin wird mich sicher auf dem Laufenden halten *grins*
Sonntag, 25.06.2006
Das Spiel gestern Abend war noch richtig gut, aber ich will jetzt nicht alles wiedergeben, was Fußballfans ohnehin schon wissen und die anderen als langweilig empfinden würden. Erstaunlich finde ich nur, dass während einer Fußball-WM auch Menschen mitfiebern, die sonst kaum oder gar kein Interesse an dieser Sportart haben. Mein Sohnemann geht oft zu den Großbildleinwänden in Berlin und schwärmt immer von der tollen Stimmung und den vielen netten Leuten, die er dort trifft. Außerhalb der WM ist für Olav Fußball nur selten ein Thema. Ganz besonders überrascht mich meine Mum. Mit ihren 78 Jahren ist sie während der WM regelrecht vom Fußballfieber befallen. Dann klingelt dann hier das Telefon: „Mensch Eva, was sagst du denn zu dem Spiel? Das war ja bis zum letzten Moment der reinste Krimi!“ Ich muss fast schmunzeln, wenn ich meine Mum so am Telefon höre. Auch wenn ihr viele Dinge im Alltag schon schwer fallen, aber im Kopf ist sie fit wie ein Turnschuh…*freu*
Im Fernsehen zeigt man in den letzten Tagen viel von Familien im „WM-Fieber“. Da gibt es doch tatsächlich Fußballfans, deren Frauen keinen Zutritt zum Fernsehraum haben und diesen nur betreten dürfen, wenn sie mit der Trillerpfeife „gerufen“ werden, um dann den Mann und seine Kumpels mit Bier und Chips zu bedienen. Mir fiel bei diesem Bericht fast die Kinnlade herunter, habe ich doch dabei festgestellt, dass Norbert und Andi zwei ganz friedliche und liebenswerte Fußballfans ohne jegliches Machogehabe sind. Obwohl sie sich kein Spiel entgehen lassen, muss ich sie nicht bedienen, im Gegenteil, Andi grillt heute nebenbei, während im Fernsehen das Spiel England gegen Ecuador übertragen wird…
Apropos Fernsehen: Nach der letzten Reportage wurde ich gebeten, doch rechtzeitig auf entsprechende Sendungen hinzuweisen. Nur durch Zufall entdeckte ich gestern auf der Homepage von Veid.de einige Programmhinweise. So wird morgen (26.6.) um 20:15 Uhr im RBB ein Beitrag wiederholt, dessen Erstausstrahlung im März war. Es ist ein Film über Straßenkreuze und die Trauer am Straßenrand… Ein sicher ebenso interessanter Beitrag kommt am 4. Juli um 22:45 Uhr in der ARD, näheres zu beiden Beiträgen unter http://www.veid.de/tv.0.html
Sonnabend, 24.06.2006
Statt Tagebuch zu schreiben, habe ich gestern mal Ordnung auf meinem Computer gemacht. Alles, was ich auf USB- Stick, Speicherkarten oder CD sichern will, packe ich immer auf den Desktop. Dann sind da irgendwann so viele Ordner und einzelne Dateien, dass es mir zu unübersichtlich wird, und genau an dem Punkt muss ich anfangen "aufzuräumen". Aber ansonsten gab es gestern sowieso nichts, was so weltbewegend war, dass ich unbedingt hätte darüber schreiben müssen *schmunzel*
Heute sieht es dagegen ganz anders aus. Bisher habe ich mich nur bei wenigen Spielen der Fußball-WM mit vor den Fernseher gesetzt, aber ab heute wird es richtig spannend. Deutschland spielt gegen Schweden und muss gewinnen, denn es ist das Achtelfinale. Wir dürfen nun kein Spiel mehr verlieren... Ich fiebere mit Norbert vor dem Fernseher, Deutschland gewinnt mit 2:0, und das ganze Land jubelt... Inzwischen läuft das Spiel, dessen Sieger im Viertelfinale unser Gegner sein wird: Argentinien oder Mexiko. Es ist auch sehr spannend, und ich werde den Platz vor dem Computer gegen die Couch vor dem Fernseher tauschen... *grins*
Donnerstag, 22.06.2006
Im Gegensatz zu gestern ist meine "Tagesform" heute etwas besser. Mein "Arbeitspensum" stecke ich trotzdem nicht zu hoch, sondern bin froh, dass ich alles relativ schnell schaffe und auch etwas Zeit zum Faulenzen habe, was doch manchmal sehr gut tut...
In der Mittagszeit ruft Renate an. Ich wundere mich schon, denn meistens telefonieren wir abends. Aber sie muss etwas loswerden. Renate war mit einer Bekannten unterwegs zum Einkaufsbummel. Oft fährt sie dabei in verschiedene Orte, denn die Entfernungen auf dem Land sind ungefähr so, als fahre ich in Berlin in einen anderen Stadtbezirk... Nun erzählt Renate, dass vor ihr jemand im Schneckentempo fuhr, und sie überholte. Wenige Meter weiter kam die Kelle! Ihr Vergehen war ein Überholverbot, das sie übersehen hatte! Der Polizist kassierte dafür 40 Euro, jedoch gibt es auch einen Punkt in Flensburg, allerdings ihr erster, seitdem sie Auto fährt... Dann sagt Renate zu mir: "...und Mario habe ich auf der Rückbank grinsen gesehen..." Diese Schadenfreude kenne ich doch irgendwie...
Mittwoch, 21.06.2006
Die letzte Nacht habe ich sehr schlecht geschlafen, bin wieder mehrmals vom Schwitzen wach geworden... Heute früh stehe ich mit Norbert auf, wir trinken zusammen unseren Tee, und als er aus dem Haus ist, "springe" ich gleich unter die Dusche. Kurz nach 6 Uhr muss das Bad nämlich wieder frei sein, denn dann steht Andi auf und muss zur Berufsschule....
Allzu viel nehme ich mir für den heutigen Tag nicht vor, denn es wird noch einmal drückend warm. Im Garten stecke ich lediglich bei einigen von meinen Wunderblumen Stäbe in die Erde und binde sie mit Blumendraht an, denn bei den letzten Gewitterböen sind mir mehrere abgebrochen. Dann pflücke ich Erdbeeren... Seit etwa einer Woche werden die von mir so geliebten Früchte nun reif. Als Nora gestern hier war, gab ich ihr von meiner stolzen Ernte eine Schale mit, und sie hat sich sehr gefreut. Auch heute kann ich wieder pflücken und bekomme etwa eine 500g- Schale zusammen. Das Schöne ist, dass es eine Sorte Erdbeeren ist, die immer wieder blühen und den ganzen Sommer tragen sollen. Ich hatte sie mir voriges Jahr bei Bakker bestellt, nur waren sie da noch sehr winzig. In diesem Frühjahr düngte ich sie, und es wurden stattliche Pflanzen mit reichlich Blüten. Nun treiben sie derzeit auch reichlich Ableger, und hätte ich den Platz, könnte ich bald ein ganzes Erdbeerfeld haben *grins*
Im Haus steht heute mein Zimmer "auf dem Plan": Staubwischen, saugen, einiges aufräumen... Immer noch bin ich jedoch schnell erschöpft, darum nehme ich mir viel Zeit... Es ist manchmal deprimierend, wenn ich merke, dass ich für manche Dinge heute doppelt so lange wie früher brauche und ich auch sehr oft von meiner "Tagesform" abhängig bin. Es ist nicht immer einfach, zu akzeptieren, dass man nicht mehr der "Wirbelwind" von früher ist, der Typ, der selten stillsitzen konnte...
Dienstag, 20.06.2006
Ein stressiger Tag, da er von morgens bis abends verplant ist, aber trotzdem ein schöner Tag... Da es inzwischen spät ist, will ich mich darum kurz fassen. Vormittags kommt Nora zu mir, es ist relativ lange her, dass sie hier war... Vom Garten und meinen Blumen schickte ich ihr immer Fotos per Email, aber heute schaut sie selber mal, wie es in natura aussieht, und es gefällt ihr! Wir verbringen ein paar gemütliche Stunden...
Deutschland spielt heute um 16 Uhr gegen Ecuador, und das wieder in unserer Nähe...*stöhn* Norbert fährt darum morgens nicht mit dem Auto sondern mit dem Bus zur U-Bahn, denn er parkt sonst gegenüber vom Friedhof, und dort ist heute wieder Halteverbot... Zusammen mit Andi bringe ich gegen Mittag Nora nach hause und fahre mit ihm zu Norberts Mutter nach Reinickendorf. Das ist etwas abseits vom großen Trubel. Auch Norbert kommt von der Arbeit mit den Öffentlichen dorthin, um dem Verkehrschaos auf seinem Heimweg zu entgehen. So schauen wir nun gemütlich Fußball... und gehen nach dem gewonnenen Spiel noch etwas essen. Wir sitzen draußen, an jedem zweiten Auto wehen Deutschlandfahnen, mache haben sogar ihre Motorhaube damit bespannt, und zeitweise versteht man bei dem Hupkonzert kaum sein eigenes Wort... Als wir gegen 20 Uhr nach hause fahren, ist in unserer Gegend nichts mehr von einem Verkehrschaos zu merken, aber als Andi mit seiner Freundin telefoniert, erfährt er, dass sie auf dem Heimweg von der Uni in der City feststeckt, denn dort geht nichts mehr...
Montag, 19.06.2006
Heute Morgen habe ich eine Email vom Webhosting- Anbieter, worin man sich für die Störung auf dem Server entschuldigt und mir mitteilt, dass man mit Hochdruck daran arbeitet. Noch immer geht es nicht, aber als ich es gegen Mittag nochmals versuche, funktioniert wieder alles, und ich kann das Tagebuch nun endlich aktualisieren....
Norbert hat ja nun heute frei, wir fahren vormittags zum Friedhof, um nach dem Rechten zu schauen und zu gießen. Da der Friedhof genau gegenüber vom Olympiastadion ist, kann man nur an den Tagen hin, an denen in Berlin keine WM- Spiele stattfinden. An den Spieltagen ist dort nicht nur von 6-24 Uhr Halteverbot, sondern auch alles abgesperrt. Ich wollte schon am Donnerstag hin, als ich von der Nachsorgeuntersuchung kam. Ich habe ja nicht den ganzen WM-Spielplan im Kopf, aber wunderte mich unterwegs bereits, dass ich auf den Straßen so viele Menschen in gelben Trikots sah... Dann machte es irgendwann klick in meinem Kopf, und mir fiel ein, dass an diesem Tag ein Spiel ist: Schweden gegen Paraguay. Der Weg zum Friedhof war also gesperrt... Zu Nora sagte ich dann später am Telefon: "Man, auf den Straßen sind lauter Butterblumen unterwegs!" Sie lachte, das war mir so spontan raus gerutscht, aber auch mein kleines Schaf lächelte...
Wir sind heute froh, als wir wieder zu hause sind, denn es ist nach dem Besuch auf dem Friedhof und einem kleinen Einkauf inzwischen Mittag geworden und so richtig drückend warm *stöhn* Also nichts wie raus aus den "Stadtklamotten" und lockere legere Kleidung an... Norbert will seinen freien Tag auch noch zum Rasen mähen nutzen. Da aber ab 15 Uhr im Fernsehen WM- Fußball läuft, mäht Norbert noch in der Mittagshitze und ist hinterher regelrecht platt *schmunzel* Es ist nun das zweite Mähen nach der neuen Aussaat, und aus der ehemaligen "Wüste" ist eine schöne grüne Oase geworden... Am späten Nachmittag mache ich meine Runde mit der Gießkanne zu meinen vielen Blumen, aber das hätte ich mir wohl sparen können, denn gerade hat es angefangen zu gewittern und zu regnen....
In den letzten Tagen freue ich mich immer, wenn ich aus der Wärme in mein Zimmer im Untergeschoß gehen kann, was früher einmal Keller war... Draußen sind fast 30°C, im Wohnzimmer und der Küche, die sich im Erdgeschoß befinden, ist es meist genauso warm. Ich will gar nicht daran denken, was das Thermometer in Andis Zimmer im 1. Stock mit schrägen Wänden anzeigt *schmunzel* Da ist mein Zimmer "hier unten" mit derzeit 21°C die wahre Erholung, und ich könnte doch eigentlich von den "Besuchern" für den Erholungseffekt Eintritt nehmen *grins* Umgekehrt ist es allerdings im Winter. Hier sind noch die einfachen Kellerfenster drin, dadurch hatten wir im Winter einen relativ hohen Wärmeverlust, das Thermometer zeigte maximal 20°C, manchmal auch nur 18°C... Wir wollen das jedoch ändern, denn durch eine Anzeige ging es uns neulich ähnlich wie mit dem Baum fällen: wir staunten, dass es gar nicht so teuer ist, wie wir vermutet haben... Ich habe bereits mehrere Firmen kontaktiert und erwarte Kostenvoranschläge für neue Wärmeschutzfenster. Momentan sind die Kellerfenster jedoch breit offen, um Luft zu bekommen, aber der nächste Winter kommt bestimmt...
Sonntag, 18.06.2006
Gestern war ich seit langem wieder einmal mit meiner eigenen Homepage beschäftigt und habe darum kein Tagebuch geschrieben. Ich habe an der Humorseite gebastelt, wo ich eine Seite mit lustigen Videos eingerichtet habe. Sicher wird da immer wieder etwas dazu kommen... Schon mit Jana hatten wir angefangen, spaßige Videos zu sammeln. Begonnen hat es damit, dass Jana eines Tages zu mir kam: "Mum, das musst du dir unbedingt mal ansehen!" ... und dann zeigte sie mir den Alien-Song und hat sich selber vor lauter Lachen den Bauch festgehalten... Viele witzige Dinge habe ich noch auf CD und meiner Festplatte abgespeichert, muss es nach und nach mal sichten und sortieren, bevor ich es auf meiner Homepage einbaue, und Jana hätte bestimmt auch ihre Freude daran...
... und hier ist für diejenigen, die ihn nicht kennen, der Alien-Song
Nun ist an meiner HP nur noch die Seite von meinen Freunden leer, aber das liegt "nur" daran, dass ich derzeit keine passenden Fotos habe. Renate ist leider so weit weg, aber auch von Katrin habe ich momentan kein aktuelles Foto. Aber sie kommt spätestens, wenn unsere Johannisbeeren rot sind, denn mir sind sie zu sauer, und Katrin mag sie... Da werde ich mich wohl mal mit der Kamera auf die Lauer legen, wenn Katrin beim Pflücken ist...*grins*
Eigentlich war an dieser Stelle mein Tagebucheintrag von heute beendet, aber ich kann nicht aktualisieren. Schon bei meiner evero- Homepage wird den ganzen Tag beim Verbindungsaufbau ein Server-Fehler angezeigt. Habe nun eine Email an den Webhosting- Anbieter geschrieben und hoffe auf baldige Antwort. Meine Hoffnung ist, dass es wirklich am Server liegt, denn ich habe hier an meinen Programm-Einstellungen nichts verändert *grübel*... Eine Möglichkeit gibt es noch, aber Ausdrücke wie http oder ftp sagen sicher nicht allen Lesern etwas, darum will ich nicht darüber schreiben, sondern versuche es einfach...
Freitag, 16.06.2006
Sonst stehe ich ja immer mit Norbert auf, aber die letzten zwei Tage habe ich es nicht mehr gepackt... Durch die späten WM-Spiele sind wir nicht vor 23 Uhr im Bett, und Norbert steht noch zeitiger auf als sonst (bereits vor 5 Uhr), damit er eher nach hause kommen kann. Wenn er dann endlich nachmittags auf der Couch vor dem Fernseher liegt und Fußball sehen will, dauert es jedoch nicht lange, und das Schlafdefizit ist stärker als ein spannendes Spiel *grins* Eigentlich kann man froh sein, dass der Körper irgendwie einen eigenen Schutzmechanismus entwickelt. Aber Norbert zieht selber die Notbremse, gerade hat er mir gesagt, dass er für kommenden Montag frei genommen hat, weil seine "Batterie" langsam alle ist...
Ich stehe heute erst um 8 Uhr auf und beginne meinen Tag dadurch natürlich etwas ausgeruhter als Norbert. Nach zwei Tagen mit Arztterminen muss ich heute nirgendwo hin und bin auch ganz froh darüber. Also kann ich mir den Tag ganz nach meinem Belieben einteilen... Nachdem ich wie immer zuerst nach Emails geschaut habe, vertrödele ich noch einige Zeit im Internet, aber dann kribbelt es mir regelrecht in den Fingern... Was liegt also näher, als etwas zu tun, wozu man sich sonst fast überwinden muss? Es ist das Bad, was zu meinem "Opfer" wird... Ich schrieb ja schon einmal, dass mir bestimmte Hausarbeiten viel leichter fallen, wenn ich sie spontan erledige, als wenn ich sie 3 Tage vorher "auf den Plan" setze. Nun gut, das Bad ist sowieso mindestens einmal wöchentlich "dran", aber oft bin ich nicht gerade mit großer Lust dabei... Danach sauge und wische ich noch die Küche...
Ich bin zufrieden mit dem, was ich geschafft habe, und da klingelt prompt das Telefon... Es ist Renate. Vorgestern hatte ich ihr (leider nur) telefonisch zum "Fünfzigsten" gratuliert. Nun erzählt sie mir, wie die Feier war. Gern wäre ich dabei gewesen, aber ich hätte allein fahren müssen, weil Norbert im Moment auch keine Vertretung hätte. Jedoch bei meiner derzeitigen Kondition 520 km allein bis nach Baden-Württemberg, da hatte sogar ich ein ungutes Gefühl, und Renate hatte dafür auch vollstes Verständnis. Sie wollte auch gar nicht, dass ich mir zuviel zumute. Hier zu hause mache ich eine Pause, wenn ich nicht mehr kann. Ihr war auch klar, dass für mich eine Feier über viele Stunden sehr anstrengend wird, denn sie hatte ab 16 Uhr einen Saal gemietet... Es tut gut, dass Renate soviel Verständnis zeigt, aber sie ist ja auch meine engste Freundin... So erzählt sie mit heute auch, dass einige auf der Geburtstagsfeier nach mir gefragt haben, richtet mir ganz viele Grüße und Wünsche aus und ist sich sicher, dass wir die Feier irgendwann mal für uns allein nachholen...
Donnerstag, 15.06.2006
Heute folgt gleich noch ein Arztbesuch. Ich habe einen Termin im Brustzentrum Westend zur Nachsorgeuntersuchung. Nun sehe ich die Ärztin wieder, die damals die Gewebeprobe entnommen hat und sich um den kurzfristigen OP- Termin kümmerte. Sie begrüßt mich sehr freudig, haben wir uns doch seitdem nicht mehr gesehen. Auch sie ist vom OP-Ergebnis ganz angetan. Sie sagt mir, dass ich lediglich etwas Geduld haben muss, bis von den Bestrahlungen nichts mehr zu sehen ist, denn es kann sehr lange dauern. Dann fragt sie mich nach den Antihormonen, und ich erzähle ihr, dass ich gestern von der Gynäkologin bereits etwas bekommen habe, um die unangenehmen Nebenwirkungen etwas einzudämmen. Sie findet dieses pflanzliche Mittel gut und wünscht mir, dass es damit etwas besser wird. Ja, in 3 Monaten sehen wir uns wieder, und im Vorzimmer gibt mir die Schwester schon für den 18. September einen Termin...
Mittwoch, 14.06.2006
Als ich heute früh Haare wasche und dusche, fällt mir auf, dass meine bestrahlte Haut das Waschen mit jedem Mal besser verträgt. Ich hatte in den letzten Tagen statt Puder Panthenol-Spray auf die Haut gemacht, das kommt wie Rasierschaum aus der Dose, und man nimmt es normalerweise bei Sonnenbrand. Es hat wohl meiner Haut richtig gut getan, denn das Stechen und Brennen ist weniger geworden, wenn auch noch nicht ganz weg... Aber ich sehe eine positive Tendenz, und das lässt mich langsam aufatmen.
Heute Mittag habe ich einen Termin bei meiner Gynäkologin, denn ein bis zwei Wochen nach der Bestrahlung soll ich mich wieder vorstellen. Ich hole zuvor Nora ab und freue mich, dass sie mich begleitet. Wir sind auf langes Sitzen im Wartezimmer eingestellt, da man mich wegen ausgebuchten Terminen dazwischen geschoben hat. Aber alles halb so wild, nach kaum 15 Minuten werde ich aufgerufen *freu* Nora "schleife" ich mit ins Sprechzimmer, ist es doch auch ihre Ärztin - und eine richtig nette! Man hat nicht nur das Gefühl, bei ihr medizinisch gut aufgehoben zu sein, sondern auch die so genannte Chemie stimmt... Natürlich schaut sie sich zuerst meine bestrahlte Brust an. Ich erzähle ihr, wie besch... es mir nach den Bestrahlungen ging. Sie sieht ja auch noch die Hautrötung, die sich über die gesamte Brust wie ein Quadrat abzeichnet und in dessen Mitte das noch stärker gerötete Rechteck, welches von den letzten 5 Bestrahlungen stammt. Aber trotzdem freut sie sich und ist wieder richtig begeistert über das optische Ergebnis der Operation und die toll verheilte Narbe. Ich schließe daraus, dass sie sicherlich auch schon weniger erfreuliche Operationsergebnisse gesehen hat und ich es wirklich gut getroffen habe. Dann erzähle ich ihr aber auch von den lästigen Nebenwirkungen dieser Antihormone, die ich nun 5 Jahre lang nehmen soll, den ständigen Schweißausbrüchen, von denen ich sogar nachts aus dem Schlaf gerissen werde. Nora muss das gleiche Medikament nehmen, da ihr Tumor auch hormonabhängig war. Sie hat zwar auch diese Nebenwirkungen, aber nicht so extrem. Es gibt da Präparate aus der Pflanze der Traubensilberkerze, welche so genannte Wechseljahrsbeschwerden lindern sollen. Nora hatte bereits ein bestimmtes Präparat von einer Nachbarin empfohlen bekommen, und unsere Ärztin gibt mir ein Präparat mit, welches diesen Wirkstoff enthält. Da es rein pflanzlich ist, kann ich es ohne Bedenken nehmen, die Wirkung tritt jedoch erst nach ein paar Wochen ein. Nun kann ich nur hoffen, dass es wirklich hilft und mir so etwas wie neulich bei Lidl demnächst erspart bleibt: Ich stand an der Kasse, vor mir nur ein Kunde, und ich merkte, wie mir wieder einmal schlagartig warm wurde... Alle Sachen klebten plötzlich am Körper, als stecke ich bei hohen Temperaturen in einer Plastiktüte. Mit meinen Händen wischte ich über mein feuchtes Gesicht, eine Reflexbewegung, die mir jedoch keine Besserung bescherte.... Als ich endlich bezahlt hatte, nichts wie raus und zum Auto. Aber draußen wurde es noch unangenehmer, denn ich merkte, dass ich sogar auf dem Kopf geschwitzt hatte und empfand einen ganz leichten Wind wie Eisregen auf meiner Kopfhaut. Ich schloss mein Auto auf, sah mein Spiegelbild in der Autoscheibe und mein glänzendes Gesicht... Es ist extrem unangenehm, nie weiß man, wann einen die nächste Hitzewelle "überrollt", meist natürlich, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann. Nun schöpfe ich Hoffnung, dass dieses pflanzliche Mittel vielleicht etwas Besserung bringt....
Dienstag, 13.06.2006
Die noch angenehmen Morgentemperaturen nutze ich, um einiges zu tun. Nachdem Norbert aus dem Haus ist, beziehe ich die Betten, und somit läuft schon ab 6 Uhr die Waschmaschine... Die anderen Hausarbeiten verteile ich gleichmäßig auf den gesamten Vormittag, denn ich will ja nicht ins Schwitzen kommen *grins* Die Wäsche ist auf der Terrasse schnell trocken, bei den Temperaturen kein Wunder. Mittags nehme ich sie ab, lege sie zusammen und packe sie in den Schrank *freu* Dann will ich mich auf der Couch etwas ausruhen, aber es dauert nicht lange, da fallen meine Augen zu... Als Norbert von der Arbeit kommt, blinzele ich noch etwas verschlafen und erfahre von ihm, dass in Berlin die Straßen schon richtig voll sind. Heute um 21 Uhr spielt im Olympiastadion Brasilien gegen Kroatien. Das Stadion ist eine viertel Stunde von uns entfernt... Nun läuft das Spiel inzwischen, Momo ist noch unverhofft eingetroffen, da zu hause ihr Fernseher streikt... Obwohl Norbert, Andi und Momo im Wohnzimmer (Erdgeschoss) sitzen, kann ich sie hier im Untergeschoss gut hören. Klingt jedoch lauter, als es ist, denn alle Türen sind offen, und über meinem offenen Fenster befindet sich die Terrassentür vom Wohnzimmer... Ich habe zwar im Internet den Live-Ticker an, aber wenn etwas "passiert", würde ich es schon vorher hören *grins* ... und da höre ich etwas: das 1:0 für Brasilien ist gefallen, und jetzt ist Halbzeit. Aber ich werde trotzdem schon einmal das Tagebuch aktualisieren...
Montag, 12.06.2006
Heute ist es nicht nur sonnig und warm, sondern schon drückend und schwül. Da habe ich keine Lust auf irgendwelche Gartenarbeit und bin auch immer nur kurzzeitig draußen. Ich bin froh, dass im Haus noch angenehme Temperaturen herrschen. Jill dagegen legt sich im Garten immer in die pralle Sonne, kommt dann irgendwann hechelnd zum Wassernapf, trinkt, legt sich dann wenige Minuten in den Schatten, und dann geht sie wieder in die Sonne. Sie ist von jeher ein kleiner Sonnenanbeter. Schon in meiner früheren Wohnung legte sie sich genau dort auf den Teppich, wo die Sonne hin schien, aber ich glaube, das schrieb ich schon mal...
Ich mache mir heute insofern das warme Wetter zunutze, indem ich zwei Waschmaschinen durchlaufen lasse und die Wäscheständer auf die Terrasse stelle. Als ich zum zweiten Mal Wäsche aufhängen will, kann ich bereits einiges abnehmen und zusammen legen *freu* Da macht sogar das Wäsche waschen Spaß... Ansonsten verbringe ich wieder mal mehr Zeit am Computer, als in den vergangenen Tagen. Es gibt einige Mails, die ich noch nicht beantwortet habe, auch lese ich viele Gedenkseiten, die ich noch nicht kenne... Dabei merke ich gar nicht, wie die Zeit vergeht. Dann kommt schon Norbert von der Arbeit, eine halbe Stunde eher, als sonst... Er fährt während der WM (noch) früher zur Arbeit, um nachmittags rechtzeitig vor dem Fernseher sitzen zu können. So ist er eine halbe Stunde eher zu hause und kann vom ersten der heutigen drei Spiele noch die zweite Halbzeit sehen, und ab diesem Zeitpunkt wird wohl in den nächsten vier Wochen jeder Tag genauso ablaufen *schmunzel*
Sonntag, 11.06.2006
Es wird ja allgemein behauptet, dass Frauen viel länger im Bad verbringen als Männer, aber ich kenne das gaaaanz anders *schmunzel* Ich gehe heute früh schnell unter die Dusche, und 20 Minuten später mache ich für uns Frühstück. Norbert dagegen "verabschiedet" sich immer von mir, bevor er ins Bad geht. Dies macht er heute am späten Vormittag und hofft, dass er um 13 Uhr zum Formel1- Rennen fertig ist. Er liegt im Gegensatz zu mir gern sehr lange im heißen Badewasser, das Bad gleicht dann einer Sauna, und alles ist beschlagen... Sonntags ist hinterher immer noch Bartpflege angesagt, und frühestens nach 2 Stunden kommt er dann aus dem Bad *grins*
Während Norbert nun in der Badewanne "paddelt", wird es mir trotzdem nicht langweilig. Das Wetter zeigt sich wieder von seiner schönsten Seite, und es zieht mich regelrecht hinaus in den Garten. Aber ich bin kein Typ, der sich in die Sonne auf den Liegestuhl legt, das würde ich keine fünf Minuten aushalten, und seit der OP muss ich ja ohnehin aufpassen. In den Blumenkästen sind reichlich vertrocknete Blüten abzuknipsen, und Unkraut gibt es immer und überall. Wenn es mir in der Sonne zu warm wird, mache ich im Schatten weiter. Ich mache ja auch immer nur so lange wie ich Lust habe. Heute bin ich mit dem, was ich geschafft habe, sehr zufrieden, denn zwei leidige Unkrautecken habe ich schön sauber bekommen. Dann reicht es mir auch, ich gehe ins Haus, und siehe da, Norbert ist gerade wieder "an Land". Ich habe gar nicht auf die Uhr geschaut, es ist auch genau 13 Uhr, und Formel1 fängt an. Den Rest des Tages muss ich wohl nicht erzählen, denn ab 15 Uhr gibt es im Fernsehen Fußball- WM...
Sonnabend, 10.06.2006
Wie ich es mir dachte, gestern war wirklich keine Zeit für das Tagebuch... Ich holte am späten Vormittag das Schumacher-Alt ab. Andi kam mittags von der Berufsschule und hatte auf dem Heimweg das frische Grillfleisch und Brötchen von Kaisers mitgebracht. Fast zur gleichen Zeit kam schon Momo, Norberts Tochter, allerdings allein, denn ihr Freund hat zur Zeit stressigen Dienst als Polizist und konnte an unserer Fete nicht teilnehmen... Ab 16 Uhr trudelten dann nach und nach ein paar Freunde von Momo ein, und mit dem Anpfiff um 18 Uhr "landete" Andis Freundin Tina ganz außer Atem bei uns mit dem Fahrrad, sie hatte es gerade so geschafft... Andi hatte uns als Grillmeister inzwischen beköstigt, und nun saßen wir alle ganz gespannt vor dem Fernseher. Schon nach 5 Minuten hatte wir den ersten Grund zur Freude! Aber keine Bange, ich habe nicht die Absicht, einen Live-Ticker zu zitieren oder Ausführungen über ein Gegentor zu machen, das eigentlich keins war (weil Abseits), denn mittlerweile weiß sicher jeder, das Deutschland mit 4:2 gewonnen hat... Das zweite Spiel, Polen gegen Ecuador, haben wir uns auch noch alle angesehen, und es wurde spät...
Natürlich klingelt heute kein Wecker *schmunzel* Andi macht noch einmal den Grill an, denn es ist noch genügend da... Norbert müsste eigentlich bald viereckige Augen haben, denn seit Mittag guckt er Formel1- Training und danach die Fußballspiele um 15, 18 und 21 Uhr. Ich setze mich dann an den PC, will mal nach einer Sommerjacke und einer Strickjacke schauen. Otto, Neckermann und Quelle durchsuche ich stundenlang, aber habe ich bei einem Versandhaus zwei Sachen im Warenkorb, dann ist einer davon bereits ausverkauft oder erst in 9 Wochen (!!!) verfügbar. Was nützt es mir, wenn ich drei Sachen in drei Versandhäusern bestelle? Für die Summe der Versandkosten kann ich ja fast einen Wochenendeinkauf machen! Also klicke ich irgendwann wütend alle weg und lande durch Zufall auf der Seite von S.Oliver und dort im Online-Shop. Es gibt viele preisgesenkte Sachen, einige auch in meiner Größe vorrätig, und ich werde sogar noch fündig *freu* Nicht einmal Versandkosten verlangen sie, und Rückgaberecht besteht auch. Drei Sachen bestelle ich, hoffe, dass ich eine gute Wahl getroffen habe und auch nichts zurück schicken muss...
Donnerstag, 08.06.2006
Bei uns laufen die Vorbereitungen für die WM- Fete am Freitag... Gestern Nachmittag waren Norbert, Andi und ich noch mit dem Auto unterwegs und machten bereits einen Großeinkauf. Wir waren in vier Supermärkten, aber nicht, weil wir so viel wollten, sondern weil wir erst bei Plus abgepacktes Grillfleisch bekamen, das länger als zwei Tage haltbar ist. Unterwegs fiel mir ein Auto auf, das am Fenster eine kleine Deutschlandfahne angeklemmt hatte. Ich sagte noch zu Norbert und Andi, dass ich so nie herumfahren würde. Als wir bei Plus aus dem Laden kamen, machte Andi eine Tüte auf, und ich dachte, ich sehe nicht richtig. Da hatte er doch tatsächlich eine Packung mit verschieden großen Fahnen gekauft! Während der Heimfahrt klemmte er dann ein Fähnchen hinten an die Seitenscheibe, und ich konnte als Fahrer gar nichts machen... Am liebsten wäre ich samt Auto in den Boden versunken, es war mir einfach nur peinlich. Aber Andi lachte nur und freute sich über das im Fahrtwind wehende Fähnchen... Ja, so ist das, wenn man in eine Fußball-Fan-Familie geraten ist *schmunzel* Zu hause entferne ich das Fähnchen wieder von meinem Autofenster, Andi findet aber schnell einen neuen Platz am Blumenkasten vor dem Küchenfenster *grins* Aber in der Packung war noch eine große Deutschlandfahne, und diese hängt nun an seinem Balkon...
Dem Wetter scheint ja langsam einzufallen, welche Jahreszeit wir haben. Da es schon vormittags schön sonnig ist, setze ich mich trotz frisch gewaschener nasser Haare raus auf die Küchenterrasse und stopfe ein paar Zigaretten. Allerdings meide ich die pralle Sonne und sitze im Halbschatten, denn da ist es mir warm genug. Über mir ist Andis Balkon, und da flattert die Fahne *grins* Es gefällt mir draußen, darum schaue ich dann mal, was es im Garten zu tun gibt. Einiges Unkraut und ein paar überstehende Zweige von den Sträuchern am Weg werden zu meinen Opfern... Für morgen will ich noch eine große Schüssel Tzaziki machen, hole mir alle Zutaten auf die Küchenterrasse und lege los. Als Norbert von der Arbeit kommt, habe ich bereits eine leichte Knoblauchfahne, denn ich musste ja abschmecken und kosten *grins* Norbert setzt sich nur wenige Minuten hin, dann geht er in den Garten, um den jungen Rasen mit dem neuen Messer im Rasenmäher das erste Mal zu mähen. Es ist schön geworden, und nun haben wir morgen auch den WM-Rasen *lächel*
Ich kann absolut nicht abschätzen, ob ich morgen zum Schreiben komme, darum will ich bereits etwas vorgreifen, was ich sonst eigentlich nicht mache. Ich muss morgen noch unser bestelltes Schumacher Alt abholen, das ist eine spezielle Biersorte und stammt aus einer traditionsreichen Brauerei in Düsseldorf. Andi trank es vor einigen Wochen auf einem Straßenfest und brachte ein Informationsblatt mit. In Berlin gibt es dafür nur einen einzigen kleinen Direktvertrieb. Dort rief ich vor einigen Tagen an, man war so gut wie ausverkauft, aber erwartet für morgen "Nachschub" und hat unseren Wunsch direkt als Vorbestellung angenommen. Es war sogar ganz lustig am Telefon, denn als ich erzählte, dass wir das Bier am Tage der WM- Eröffnung haben möchten, bedankte man sich für diesen Hinweis... Ja, und dann wird morgen noch frisches Grillfleisch von der Fleischtheke bei Kaisers geholt (gibt es zurzeit im Angebot für 0,49 €/100g), darum wollten wir das abgepackte mit einer längeren Haltbarkeit, falls nicht alles aufgebraucht wird. Dann haben wir (fast) alles. Andi wird auf dem Heimweg von der Berufsschule die benötigten Brötchen mitbringen, und zurzeit "bastelt" er an einem Kartoffelsalat... Eigentlich steht nun der WM-Eröffnung nichts mehr im Wege, aber ich bin momentan etwas traurig, denn mein kleines Schaf wird mir morgen wieder fehlen. Solch eine Runde hätte Jana sicher gefallen...
Mittwoch, 07.06.2006
Heute bekomme ich einen Gästebucheintrag, in dem ich nach Steffi gefragt werde, da ich lange nichts von ihr geschrieben habe. Kurz vor meiner Operation habe ich das letzte Mal mit Steffi telefoniert, und einige Zeit später kam auf eine Mail keine Antwort... Ich wollte sie jedoch nicht mit ständigen Nachfragen bombardieren, aber machte mir bereits Sorgen. Diese haben auch einen ganz bestimmten Grund, nur wollte ich bisher nicht ungefragt darüber schreiben. Nachdem ich heute den Gästebucheintrag gelesen habe, nehme ich dann einfach den Telefonhörer in die Hand und wähle Steffis Nummer. Nach den ersten Sätzen fällt mir ein riesiger Stein vom Herzen, denn es ist alles in Ordnung. Sie entschuldigt sich mehrmals, dass sie sich nicht gemeldet hat, aber ich kann ihr sowieso nie böse sein, sage ihr nur, dass ich mir doch große Sorgen gemacht habe. Von mir brauche ich kaum etwas zu erzählen, denn Steffi ist ja auf dem Laufenden *schmunzel* Dafür erkundige ich mich aber ausgiebig, wie es ihr geht und frage sie auch, ob ich darüber schreiben darf. Sie hat nichts dagegen, und nun kann ich ein richtig süßes Geheimnis lüften: in etwa 3 Wochen wird Steffi einen kleinen Jungen zur Welt bringen! Sie wird jedoch intensiver als andere Schwangere betreut, da die Versorgung des Kindes über die Nabelschnur nicht optimal ist (medizinische Details lasse ich mal weg). Sie erzählt mir, dass sie heute gerade beim Arzt war und das Baby laut Ultraschall 50 cm groß ist und ein Gewicht von knapp 7 Pfund hat, also ein Wonneproppen und soweit alles in Ordnung. Da ich mich auch nur zu gut erinnern kann, wie beschwerlich die letzten Wochen mit dem dicken Bauch waren, tauschen wir dann einige Erfahrungen aus: Schnürsenkel zubinden - kaum noch möglich, im Bett auf die andere Seite drehen - Bauch festhalten und "mitnehmen". Ach, meine "Kleene", ich wünsche Dir, dass Du es bald geschafft hast und schicke Dir hier nochmals ganz liebe Grüße und umarme Dich in Gedanken, denn praktisch ist es ja zurzeit kaum möglich *grins*
...und somit hoffe ich, liebe Nicole, dass Deine Frage beantwortet ist. Sicher freuen sich viele Leser zusammen mit Dir über diese Zeilen. So, und nun ab in Steffis Gästebuch, sie freut sich bestimmt über viele gute Wünsche...*zwinker*
Dienstag, 06.06.2006
Schönes Datum - bestimmt sind die Standesämter heute ausgebucht...*grins*
Das Pfingstwetter gab ja, zumindest hier in Berlin, nicht gerade endlosen Grund zur Freude. Aber man ist doch inzwischen bescheiden geworden, und so nutzten Norbert und ich regenfreie Stunden, um einiges im Garten zu machen. Im Fernsehen liefen mehrere Freundschaftsspiele, die vor der WM zwischen Nationalmannschaften ausgetragen werden. Während Norbert sich davon nichts entgehen ließ, habe ich hauptsächlich am PC gespielt und mal alles andere beiseite gelassen. Wenn ich nun noch hinzufüge, dass unser Pfingstbraten richtig lecker war, dann ist die "Berichterstattung" von den Feiertagen eigentlich schon abgeschlossen *schmunzel*
Heute Vormittag bade ich das erste Mal nach der Bestrahlung, aber leider ist es noch kein Vergnügen. Schon die letzten Tage brannte die bestrahlte Brust wie Feuer, oft hatte ich das Gefühl, als hätte ich Nadeln drin. Gestern machte ich dann Aloe Vera- Gel drauf, und es linderte durch die kühlende Wirkung zwar zeitweise den Schmerz, aber so richtig geholfen hat es auch nicht. Nie hätte ich gedacht, dass auch das Badewasser nicht sehr angenehm ist, die Haut brennt danach noch mehr. Letztendlich pudere ich hinterher wieder, um die Haut zu beruhigen. Das Brennen und die Rötung gehen durch das Pudern etwas zurück, demnach scheint es wirklich das derzeit beste Mittel zu sein. Ich glaube, dass mir speziell diese letzten 5 Bestrahlungen sehr zugesetzt haben, denn genau der zuletzt bestrahlte Bereich erscheint auf der Haut als ein rotes Rechteck... Aber ich will nicht jammern, es kann jetzt nur noch besser werden. Meinen Optimismus habe ich noch nicht verloren, nur die Geduld ist nicht gerade meine Stärke *schmunzel*
Nachdem Andi an den Feiertagen arbeiten musste, hat er heute frei. Da er nicht gerade zu den Frühaufstehern gehört, wollen wir beide ab Mittag einiges erledigen. Nachdem ich vor einer Weile den neuen Tisch für die Terrasse und den Grill geholt habe, müssen die alten Teile entsorgt werden. Also wird wieder einmal die Sitzbank umgeklappt und mein Auto heute zum Müllfahrzeug umfunktioniert. Als wir bei der kostenlosen Sperrmüllannahme alles ausladen, kommen Erinnerungen von vor einem Jahr auf, als ich einiges zu entsorgen hatte... Danach fahren wir zu dem Gartenhandel, den ich in den Gelben Seiten ausfindig gemacht hatte. Es ist sogar ganz in unserer Nähe, aber relativ unauffällig und mir im Vorbeifahren bisher nie aufgefallen, außerdem achte ich ja sowieso immer nur auf den Straßenverkehr *zwinker* Wir fragen nach dem Messer für den Rasenmäher, und der nette Verkäufer freut sich, dass wir ihm sogar einen Zettel mit der Artikelnummer vorlegen können, die wir aus der Betriebsanleitung abgeschrieben haben. Er gibt die Nummer in seinen Computer ein, dann kommt die erlösende Antwort: "Ja, zwei Stück haben wir noch, liegen in Regal 39-05, ich hole es mal..." Er läuft los, wir warten einen Moment, und dann haben wir endlich für 20,25 € unser neues Rasenmähermesser. Also, ich finde es preiswert, denn ein neuer Rasenmäher kostet ungefähr das Zehnfache. Ich sage Andi, dass er gleich mit dem Handy seinen Papa von unserem Einkaufserfolg berichten soll. Norbert freut sich, und nun muss nur noch der Wetterbericht stimmen, damit Norbert wie geplant am Donnerstag mähen kann. Hier ist ja momentan alles auf die Fußball- WM ausgerichtet, und da soll auch der Rasen frisch gemäht sein *schmunzel*. Am Freitag werden wir ungefähr 10 Leute sein, die hier das Eröffnungsspiel der WM ansehen. Norberts Freund Bernd wird kommen, Norberts Kinder bringen Freunde mit, von Olav erfahre ich morgen oder übermorgen, ob er kommen wird. Dann wird auch der neue Grill eingeweiht. Obwohl für uns als Gastgeber solch eine Fete mit Einkaufs- und Vorbereitungsstress verbunden ist, freue ich mich drauf. Es kann allerdings sein, dass mein Tagebucheintrag am Freitag dadurch ausfällt, aber die aktuelle Berichterstattung wird dann "nachgeliefert"...
Nun wollte ich den Eintrag beenden, aber das Programm, das Norbert gerade im Fernsehen laufen hat, berichtet von "Sonderschichten" der Standesbeamten. Da schließt sich doch der Kreis des heutigen Tagebucheintrags... *schmunzel*
Pfingstsonntag, 04.06.2006
Ich mache Pfingsten eine "Schreibpause", möchte aber allen treuen Lesern schöne und erholsame Feiertage wünschen!
Sonnabend, 03.06.2006
Gut, dass ich den Tag gestern genossen habe und auch etwas im Garten war. Schon als wir heute mit Norbert frühstücken, beginnt es wieder zu regnen. Da wir draußen nichts machen können, fahren wir zum Baumarkt, denn Norbert braucht für seinen Rasenmäher ein neues Messer. Er möchte demnächst den neu gesäten jungen Rasen mit einem neuen Messer mähen. Aber im Baumarkt haben wir kein Glück, alle möglichen Messer sind da, nur nicht das für unseren Rasenmäher. Ich überrede Norbert, dass wir es noch bei Hellweg versuchen. Aber diesen Laden verlassen wir noch wesentlich frustrierter, denn man hat zwar Rasenmäher, aber Ersatzmesser werden im Sortiment gar nicht geführt. Den ganzen Nachmittag suche ich im Internet bei der Firma Wolf-Garten nach diesem Messer oder nach Firmen, wo man sie beziehen kann. Letztendlich finde ich in den Berliner Gelben Seiten einen Gartenhandel, der unter anderem Vertragspartner von Wolf-Garten ist. Dort werde ich Dienstag mal hinfahren und hoffe, dass ich fündig werde. Ja, und so rinnt einem ein ganzer Tag wie Sand durch die Finger. Nun werde ich schnell aktualisieren, denn ich muss in der Küche noch unseren Pfingstbraten anschmoren…
Freitag, 02.06.2006
Seit über einer Woche ständig Regen, oftmals auch noch heftiger Wind, das macht auf Dauer trübsinnig. Heute soll es trocken bleiben und sogar sonnig werden. Ich würde mich darüber freuen…
Vormittags bin ich eine Weile mit dem Auto unterwegs, da ich einiges zu besorgen habe. Schon während meiner Einkaufstour merke ich, dass sich die Meteorologen nicht geirrt haben, denn die Sonne strahlt… Ich habe das Gefühl, als „sauge“ ich sie regelrecht auf, denn man ist durch das ewig trübe Wetter richtig sonnenhungrig geworden. So zieht es mich mittags dann auch in den Garten. Seit einer Woche stehen hier die Blumentöpfe mit den Heidelbeerpflanzen. Bei dem schönen Wetter macht es nun Spaß sie einzupflanzen. Dann rücke ich an einigen Stellen wieder einmal dem Unkraut zu Leibe, so auch in meinem Erdbeerbeet, denn der viele Regen lässt auch das Unkraut „gedeihen“. Nach einer guten Stunde lässt dann meine Kondition nach, und ich gehe wieder ins Haus. Bis Norbert von der Arbeit kommt, mache ich es mir auf der Couch gemütlich, und nun ist der Wochenendeinkauf dran…
Donnerstag, 01.06.2006
Jubel…!!! Ich kann es kaum glauben, dass ich es endlich geschafft habe und die 30 Bestrahlungen nun wirklich hinter mir habe… Zum Abschluss findet heute ein Gespräch beim Arzt statt. Eigentlich wollte ich ja gleich in die Badewanne, aber er sagt mir, dass ich unbedingt noch 3 bis 4 Tage warten muss, weil die Haut momentan noch zu sehr gereizt ist. Anfangs darf ich dann nur mit klarem Wasser abspülen und keine Seife benutzen. Na gut, nun habe ich so lange gewartet, also werde ich die nächsten Tage auch noch aushalten. In ca. 10 Wochen soll ich mich noch einmal in der Strahlentherapie vorstellen und bekomme für den 31. August einen Termin…
Mittwoch, 31.05.2006
3… 2… 1… habe ich geschafft, morgen sagt der Countdown endlich „Null“, und dann geht es hoffentlich etwas bergauf. Die vergangenen 6 Wochen empfand ich wie eine Talfahrt und kann mich derzeit selber nicht leiden.
Bei dem Blick auf den Kalender fällt mir ein, dass heute ein kleiner Jahrestag ist. Genau vor einem Jahr habe ich die Wohnung gekündigt und mich auf dem Bürgeramt zu meiner neuen Wohnadresse umgemeldet. Aber das war ja auch erst einmal mit Stress verbunden. Die Erinnerungen an den Umzug und die folgende Renovierung der Wohnung (speziell die geforderte Entfernung der Holzdecken) lösen heute noch Unbehagen in meiner Magengegend aus *grins* Heute frage ich mich, wo die letzten 12 Monate geblieben sind. Ruhig war das Jahr auch nicht gerade, erst ewig krank, dann arbeitslos, jetzt der Krebs und die Nachsorge…
Heute ruft mich die Krankenkasse an, denn sie wollen den Stand der Behandlung von mir erfahren. Die Mitarbeiterin der BKK ist sehr nett, wir unterhalten uns eine Weile, und sie wünscht mir alles Gute. Ich erfahre auch von ihr, dass ich die Fahrkosten zur Bestrahlung erstattet bekommen kann, muss es nur formlos beantragen. So nehme ich mal den Taschenrechner zur Hand, und komme bei den Ergebnissen doch ganz schön ins Staunen:
Die 3 Vorbereitungstermine und 30 Bestrahlungen ergeben insgesamt eine Fahrstrecke von 1188 km! Meine entstandenen Benzinkosten errechne ich mit dem derzeit durchschnittlichen Preis von 1,33 € für den Liter Super und komme auf rund 150,-€. Die Krankenkasse zahlt für die einfache Wegstrecke 0,20 € pro km. So kann ich damit rechnen, dass ich 118,80 € erstattet bekomme. Ich bin durchaus mit dem Ergebnis zufrieden, aber rechne mal weiter, denn ich bin neugierig geworden und möchte vergleichen:
Wäre ich mit den Öffentlichen gefahren, hätten die Fahrscheine bei den Berliner Verkehrsbetrieben insgesamt 138,60 € gekostet, es ergibt sich also eine relativ unerhebliche Differenz. Für diese Differenz brauchte ich jedoch nie im Regen den 10minütigen Fußweg zur Haltestelle laufen oder fluchen, weil ich beim Umsteigen 10 Minuten oder länger warten musste… Also habe ich auch Zeit gespart, denn war ich doch auch mit dem Auto täglich nicht unter 2 Stunden unterwegs, also insgesamt mindestens 66 Stunden…
Dienstag, 30.05.2006
Heute erzähle ich der MTA beim Bestrahlungstermin, dass ich nur noch müde und schlapp bin. Sie sagt mir, dass durchweg alle Patienten von diesen Symptomen berichten, aber ich es ja fast geschafft habe...
Lustlos und müde sitze ich nun am PC und werde es darum bei diesen wenigen Zeilen belassen...
Montag, 29.05.2006
Nachdem ich die letzten zwei Tage sehr viel zu schreiben hatte, gibt es heute dagegen kaum etwas zu erzählen. Um 10 Uhr habe ich Bestrahlung und frage mal die MTA, wie denn die Strahlenarten überhaupt heißen, die ich bekomme. So erfahre ich, dass bisher mit Photonen und nun mit Elektronen bestrahlt wird. Beide Strahlenarten können von diesem Gerät erzeugt werden. Werde in den nächsten Tagen mal im Internet schauen, was ich darüber finde... Als ich zurück zu hause bin, esse ich eine Kleinigkeit und lege mich dann auf die Couch, denn wieder bin ich schlapp und müde... Aber auch nach zwei Stunden Schlaf fühle ich mich nicht besser und bleibe auf der Couch liegen. Lediglich, als Norbert von der Arbeit kommt, raffe ich mich auf und mache etwas zu essen. Danach leiste ich ihm vor dem Fernseher Gesellschaft und liege wieder auf der Couch...
Sonntag, 28.05.2006
Im April ist es kaum ungemütlicher. Hier wechseln sich heute regelrechte Stürme und Regengüsse mit kurzzeitigem Sonnenschein ab. Die Kiefer verstreut bei den Windböen wieder reichlich Nadeln, und einige herunterfallende Kienäpfel fallen direkt auf den Grill, was mich jedes Mal zusammenzucken lässt. Ich habe das Gefühl, als will sich die Kiefer noch einmal so richtig "austoben", bevor im Oktober der Baumfäller kommt. Na, das kann ja heiter werden *grins*
Mir ist aber heute auch etwas passiert, was ich nicht so schnell vergessen werde. Nach dem Mittagessen nutze ich kurz vor 13 Uhr eine kurze Regenpause und gehe mit Jill in ihre Gassiecke hinten im Garten. Jill macht ihr Geschäft und läuft schon zurück, während ich mich mehrmals bücke, um herunter gefallene Kienäpfel vom Rasen aufzusammeln. Ich gehe über die Wohnzimmerterrasse zurück ins Haus und mache die Tür zu. Im Fernsehen beginnen die Vorberichte zu Formel1. Norbert hat den Fernseher in meinem Zimmer im Untergeschoß an, ich mache es mir auf der Couch bequem und nicke auch kurz ein. Als um 14 Uhr das Formel1- Rennen startet, geht draußen zur gleichen Zeit fast ein Wolkenbruch los. Ich springe von der Couch auf und stürze zu den Fenstern, um sie zu schließen, denn es ist Wetterseite und unsere Computer stehen genau davor. Dabei fällt mir auf, dass Jill gar nicht auf ihrem Fell liegt. Ich laufe eine Etage höher, denn manchmal liegt sie auch allein im Wohnzimmer oder unter dem Küchentisch, aber ich finde sie nicht. Dann entdecke ich Jill vor der verschlossenen Tür der Küchenterrasse auf der Stufe sitzen. Diese Stelle ist vor dem Regen geschützt, denn darüber ist Andis Balkon. Ich reiße die Tür auf und Jill tapst herein. Sie ist pitschnass, ist wohl im Regen zwischen Wohnzimmer- und Küchenterrasse hin und hergelaufen... Es tut mir so unendlich leid! Ich habe ein richtig schlechtes Gewissen, komme mir vor wie eine Rabenmutter. Meine kleine Schnecke läuft öfter mal zum Gartentor, statt zurück ins Haus, aber durch das Aufsammeln der Kienäpfel hatte ich es nicht bemerkt und glaubte sie im Haus.. Inzwischen ist sie wieder trocken, liegt hier neben mir auf ihrem Fell und hat es wohl ohne bleibende Schäden überstanden...*schmunzel*
Sonnabend, 27.05.2006
Ich weiß nicht, ob ich schon einmal geschrieben habe, dass bei uns im Garten eine riesige Kiefer steht. Sie ist von jeher Norberts großer Ärger, denn die herunter fallenden Nadeln (ca. 15 cm lang) bleiben nicht nur in allen anderen Pflanzen hängen, sondern verteilen sich auch über eine große Fläche und übersäuern den Boden. Oft harken wir einen regerechten Teppich von Nadeln zusammen, vor allem, wenn es mal besonders windig war. Da der Baum dicht an der Grundstücksgrenze steht, ärgert sich auch unser älterer Nachbar schon lange über dieses ca. 15 Meter hohe Monstrum. Vor einiger Zeit erzählte er uns, dass doch die Berliner Baumschutzverordnung geändert wurde und wir diesen Baum jetzt fällen dürften. Dabei sah ich in seinen Augen schon die Hoffnung, dass dieser Baum bald verschwindet *schmunzel* Durch ihn erfuhren wir auch, dass unser Baum eine Schwarzkiefer ist und eigentlich eher für südliche Regionen typisch. Im Internet sammelte ich Informationen und bekam heraus, dass nur noch die Waldkiefer geschützt ist, aber ob unser Baum wirklich eine Schwarzkiefer ist, waren wir uns nicht 100%ig sicher, obwohl die Beschreibungen zutrafen…
Alles gut und schön, aber letztendlich rechnete Norbert mit einem vierstelligen Preis von 2000,-€ oder mehr für eine Baumfällung... Somit wussten wir zwar, dass es inzwischen vielleicht möglich wäre, die Kiefer fällen zu lassen, aber von den Kosten her unakzeptabel – bis zum 6. Mai… Das war der Tag, an dem Norberts Freund Bernd uns nach langer Zeit wieder einmal besuchte. Beide sind ja Haus- und Gartenbesitzer und immer in einem regen Erfahrungsaustausch. Mal geht es um den Rasen, dann wieder um guten Dünger… So erzählte Bernd von einem Baum auf seinem Grundstück, der aufgrund eines Gutachtens gefällt werden durfte und einem zweiten, der ausgelichtet wurde. Er holte mehrere Kostenvoranschläge ein, erinnerte sich aber nur schwach an den Preis, den er bezahlt hat, jedoch irgendwie so um die 800 €… Da wurde Norbert hellhörig und wollte den Namen von der Firma. Während Norberts Urlaubswoche wollten wir uns dann eigentlich mal darum kümmern, aber dabei blieb es auch... Gestern holte ich aus dem Briefkasten einen Werbezettel von einer Firma, die Bäume fällt… Da machte es „klick“ bei mir, ich griff zum Telefon und habe mir dann von Bernds Frau Anschrift und Telefonnummer der Firma geben lassen. Sie holte die Rechnung vor, erzählte mir, dass sie für das Fällen und Auslichten zusammen 679,-€ bezahlt haben.
Ich rief sofort dort an und hatte eine richtig nette Frau am Telefon. Sie erzählte mir, dass ihr Mann zwar gerade unterwegs ist, aber Besichtigungen meist am Wochenende macht. Sie rufen also zurück. Heute Vormittag klingelt nun das Telefon und sie melden sich für die Mittagszeit bei uns an. Wir freuen uns und sind richtig gespannt. Ist es nun wirklich eine Schwarzkiefer und stimmt es, was unser Nachbar erzählt hat? Was wird er uns erzählen? Gegen 13:30 Uhr klingelt es dann… „Ja, das ist eine Schwarzkiefer, dafür brauchen sie keine Genehmigung…“ sind seine ersten Worte nach einer netten Begrüßung. Wir müssen uns allerdings noch etwas gedulden, denn zwischen Mai und September dürfen aus Naturschutzgründen (Nester etc.) keine Bäume gefällt werden. Damit können wir leben. Was sind vier Monate gegen die lange Zeit, die dieser Baum uns (und unseren Nachbarn) schon geärgert hat? Aber es kommt noch besser, und dies im positiven Sinne: Er schätzt die Kosten für das Fällen inklusive Abfuhr auf 350,-€, geht dann aber von sich aus noch auf 300,-€ runter. Per Handschlag besiegelt er mit Norbert den Auftrag. Ich würde am liebsten einen Freudentanz machen, beherrsche mich aber und bringe unseren Besuch zum Gartentor. Jill begleitet uns natürlich, sie könnte ja sonst etwas verpassen *grins* Draußen im Auto wartet die Frau unseres Besuches und steigt aus, als sie Jill sieht. Ich erfahre dabei, dass sie die nette Frau am Telefon war, aber nach einer kurzen Begrüßung hat sie fast nur noch Augen für Jill und ist ganz angetan von ihr. So vergehen noch reichliche 10 Minuten vor dem Gartentor, bevor wir uns endgültig verabschieden…
Es ist nun 18:15 Uhr, gerade will ich das Tagebuch aktualisieren, da klingelt das Telefon. Es ist die nette Frau, und sie sagt mir, dass der Termin für das Fällen der Kiefer für den 12. Oktober ab 9 Uhr eingeplant ist. Irgendwie kann ich es noch gar nicht fassen. Solange ich Norbert kenne, und das werden Ende Juni nun inzwischen 6 Jahre, ärgere ich mich mit ihm zusammen über diese Kiefernnadeln... Das erinnert mich an die Pappel, welche vor meinem Charlottenburger Balkon stand. Jana und ich, wir verfluchten sie regelrecht, weil sie sich vor dem Balkon im Wind Furcht erregend verbog und unsere Wohnung während der Blütezeit aussah, als hätte jemand Watte verstreut. Aber als sie gefällt wurde, konnte sich Jana nicht mehr darüber freuen, und das machte mich traurig... Nun schaue ich zu ihrem Bild, und ich höre, was sie mir sagen will: " Mum, ich bin doch immer da und weiß alles..."
Freitag, 26.05.2006
Um 9 Uhr erhalte ich nun die erste von den letzten 5 Bestrahlungen. Das Gerät bestrahlt nur noch in einer Stellung. Die MTA sagt mir vorher, dass es nun anders "klingen" wird, weil es andere Strahlen sind. Es stimmt, und eine knappe Minute höre ich im Gegensatz zu dem bisher relativ schrillen Ton ein dumpfes Brummen. Auf dem Heimweg fühle ich mich überhaupt nicht wohl. Ich weiß nicht, ob es durch die Bestrahlung ist, oder der Hunger mein Unwohlsein verursacht. Ich esse gleich etwas, dann geht es mir zwar etwas besser, aber trotzdem bin ich immer noch sehr schlapp und richtig müde. Mir ist egal, was eigentlich zu tun wäre, ich lege mich auf die Couch...
Donnerstag, 25.05.2006
Himmelfahrt - und es regnet fast den ganzen Tag. Da hätte doch Petrus lieber eine Kremserfahrt machen sollen, anstatt ständig am Wasserhahn zu drehen...*schmunzel*
Vormittags fahren Norbert und ich zum Holländer, der heute von 10 bis 12 Uhr geöffnet hat, denn wir haben einer Nachbarin von Norberts Mutter versprochen, ihr einige Pflanzen zu besorgen. Leider bekommen wir diese aber nicht. Ich wollte für unseren Garten auch noch Heidelbeerpflanzen, aber ebenfalls Fehlanzeige. Frustriert laufen wir mit leeren Händen im Regen zum Parkplatz zurück und wollen wieder nach hause fahren. Norbert fällt dann ein, dass wir es noch bei Pflanzen- Kölle versuchen könnten, ist sich aber nicht sicher, ob diese heute ebenfalls geöffnet haben. Ich bin dafür, dass wir es zumindest versuchen, und wir haben Glück, heute ist von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Hier bekommen wir die Pflanzen, die wir suchen, also war der Weg nicht umsonst. Sogar Heidelbeeren- Pflanzen finden wir *freu* Letztendlich landen noch einige Blumen im Korb, die wir in die Blumenkästen auf dem Balkon von Andis Zimmer pflanzen werden. Dort wuchert zurzeit das Unkraut zwischen verbliebenen winterharten Blumen, und Andi kann beides kaum unterscheiden, denn auch das Unkraut blüht schon...*grins*
Ja, den Rest des Tages verbringen wir mit Norbert ganz ruhig, teils vor dem Fernseher, teils vor dem PC, zumal Andi auch arbeiten muss. Wäre die Wettervorhersage besser gewesen, hätten wir gegrillt und ein paar Freunde eingeladen, so wie voriges Jahr...
Mittwoch, 24.05.2006
Nachdem ich heute nun die 25. Bestrahlung erhalten habe, muss ich in den Simulatorraum, wo ich anfangs zur Vorbereitung war. Wie ich schon einmal schrieb, werden die letzten 5 Bestrahlungen anders verlaufen, aber genaue Details hatte ich mir bisher nicht gemerkt. Man erklärt mir heute, dass bisher die ganze Brust bestrahlt wurde. Bei den folgenden sind es andere Strahlen, das Bestrahlungsfeld ist nun kleiner (ca. 6x8 cm) und wird direkt auf die Stelle, wo der Tumor war, ausgerichtet. Die sehr nette MTA erklärt mir, dass man dieses Feld nun mittels der Titan- Marker bestimmen wird, die beim OP für diesen Zweck eingesetzt wurden. Auch erzählt sie, dass die meisten Patienten erst durch sie von diesen Titan- Plättchen erfahren. Da geht es mir nicht viel anderes, denn im Vorgespräch hörte ich auch das erste Mal davon. Jetzt geht es also los, denn ich muss neu "ausgemessen" werden. Zuerst wird meine Position auf der Liege ausgerichtet. Dann wird der Simulator eingestellt und immer wieder um wenige Zentimeter in der Einstellung verändert, manchmal sind es fast nur Millimeter... Etliche Male gehen der Arzt und die MTA in den Nebenraum, verschließen die Schutztür, es summt kurz, sie kommen zurück und verändern wieder die Einstellung des Simulators. Irgendwann sind sie mit dem Ergebnis zufrieden, und die MTA malt mir zusätzlich zu den bisherigen Strichen ein Rechteck auf die Brust. Damit kann ich nach nunmehr einer guten halben Stunde wieder aufstehen und gehen. Morgen ist ja Feiertag, also brauche ich erst am Freitag zu der ersten von diesen letzten fünf Bestrahlungen. Dann läuft auch endlich der Countdown...
Dienstag, 23.05.2006
Auf den heutigen Tag freue ich mich, denn mein Ole- Bole kommt mich besuchen. Er möchte mir Hausarbeit abnehmen, die zurzeit für mich zu anstrengend ist. Ja, ich habe auch etwas, das mir auf der Seele liegt. Auf unsere großen Fenster an der Wohnzimmerterrasse schaue ich in der letzten Zeit immer nur mit Grausen, denn sie sind echt fällig.
Aber Olav soll nicht nur zum Putzen kommen. Ich gehe früh zum Bäcker und empfange ihn um 9 Uhr mit Kaffe und frischen Brötchen. Nun wird erst einmal richtig gemütlich gefrühstückt und erzählt. Kurz nach 10 Uhr muss ich zur Bestrahlung fahren, und Olav putzt nun die großen Fenster. Als ich zurückkomme, ist er gerade fertig, und die Fensterscheiben sind so klar, dass sie kaum zu sehen sind. Ich muss meinen Ole- Bole jetzt mal ganz doll drücken und knuddeln, denn ich freue mich unendlich. Ich mache nochmals Kaffee, auch leckerer Kuchen ist noch da… Beim Erzählen merken wir gar nicht, wie die Zeit vergeht, denn es ist so richtig schön zusammen zu sitzen…
Montag, 22.05.2006
Norberts Urlaub ist zu Ende, und der Wecker klingelt wieder um 5 Uhr…*stöhn* Mir geht es etwas besser als gestern Abend, bin auch froh darüber, denn mein Vormittag ist bereits voll verplant. Norbert schaut sich am Wochenende immer alle Werbung an, die wir im Briefkasten haben. So gibt es heute bei Lidl preiswert einen Gartentisch, den wir für die Terrasse gut gebrauchen können, denn unser fällt bald auseinander. In einem Prospekt vom Hellweg- Baumarkt fand Norbert als Sonderangebot den gleichen Grill, den wir bisher haben, aber unser verwittert und rostet bereits vor sich hin. Also mache ich mich früh auf den Weg zu Lidl und hole den Tisch.
Nach der Bestrahlung fahre ich gleich zum Hellweg- Baumarkt, um noch den Grill zu holen. Im Gegensatz zum Gartentisch, der zwar leicht, aber durch die große Tischplatte sehr unhandlich war, ist der Grill sehr handlich verpackt und schnell im Einkaufswagen. Auf Norberts Einkaufszettel steht noch ein roter Fächerahorn, ebenfalls als Angebot. Den finde ich dann in der Gartenabteilung. Ich schlendere noch eine Weile zwischen den Regalen mit den vielen Pflanzen und entdecke dabei einen kleinen Stachelbeerstrauch für nur 6,95 €. Wir haben zwar schon einen, aber der ist ebenso klein, und ich esse doch so gern Stachelbeeren... Schwups, ist auch dieser im Einkaufswagen *grins*
An der Kasse des Baumarktes wird es dann lustig. Bei einem Einkaufswert ab 50,-€ bekommt man zurzeit gratis ein kleines 5- Liter- Fass mit Krombacher- Bier, scheinbar eine Werbeaktion. Na, da werden sich meine Männer aber freuen...*schmunzel*
Zurück zu hause rufe ich Norbert an und erzähle von den erfolgreichen Einkäufen. Das mit dem kleinen Bierfass findet er lustig, aber als ich den Stachelbeerstrauch erwähne, kommt die Frage: "Man, wo willst du den denn noch einpflanzen?" Aber mein Schatz braucht sich keine Sorgen zu machen, denn als er von der Arbeit kommt, hat der kleine Strauch bereits seinen neuen Platz *grins und freu*
Nach der heutigen Bestrahlung kann ich nun einen "Haken" hinter Nummer 23 machen... Nun sind nur noch 7 Termine, und ich sehe dieses kleine Licht am Horizont...
Vor einigen Tagen war mal eine richtig lustige Begebenheit während der Bestrahlung. Ich trage ständig eine Goldkette mit einem Motorradanhänger. Die Räder können sich sogar drehen, und der Lenker lässt sich auch bewegen. Es ist ein Unikat, welches Norbert vor einigen Jahren bei einem kleinen Juwelier entdeckte und mir zum Geburtstag schenkte. Bei der Bestrahlung brauche ich Ketten, Ringe etc. nie abnehmen, aber als man mich an diesem Tag "ausrichtete", sagte man mir, dass das Motorrad genau im Strahlenfeld liegt... Ich sagte dann zur MTA: "Na, dann parken sie es mal um!" Ja, und dann wurde schallend gelacht...

Sonntag, 21.05.2006
Hin und wieder gibt es Tage, da sitze ich abends vor der Tastatur und weiß eigentlich gar nicht, was ich nun schreiben soll, so auch heute...
Ich fühle mich auch irgendwie nicht wohl. Wenn ich nicht mit der Hitze durch die Antihormontabletten zu tun habe, dann habe ich Schüttelfrost, bin müde und schlapp. Den ganzen Nachmittag verbringe ich auf der Couch, schwitze und friere abwechselnd und schlafe. Erst gegen 19:30 Uhr raffe ich mich wieder auf, aber nun hänge ich wie ein Schluck Wasser hier auf meinem Computersessel. Darum soll es für heute genug sein, vielleicht geht es mir ja morgen wieder etwas besser…
Sonnabend. 20.05.2006
Da ich gestern Abend ca. 3 Stunden mit Bea telefoniert habe, schrieb ich dann nur noch mein Tagebuch zu Ende. Dann schaute ich noch nach Emails, und prompt war da eine Benachrichtigung über einen Gästebucheintrag… Diesen wollte ich jedoch nicht unbeantwortet lassen, darum antwortete ich Dominik, dass ich im heutigen Tagebuch darauf eingehen werde… Hier nun meine Gedanken/Antworten auf Dominiks Gästebucheintrag:
Zitat:
„… es verdient mehr als nur Respekt und Anerkennung, wie du das meisterst. Ich bin mir fast sicher, dass ich die Kraft für einen solchen Akt nicht hätte…“
Dominik, ich muss zugeben, manchmal wusste ich selber nicht, woher ich die Kraft genommen habe. Anfangs wäre ich meinem Kind am liebsten gefolgt. Das wäre für mich die „einfachste Lösung“ gewesen. Was mich davon abgehalten hat, war die eigene Erfahrung: den unsagbaren Schmerz, den man in der Familie und dem Freundeskreis hinterlässt… Heute weiß ich, dass mir Jana mit ihrem Tod auch eine Aufgabe gestellt hat: ohne sie weiter zu leben, neue Ziele und Aufgaben zu finden. Leicht ist dies nicht. Die Homepage ist inzwischen zu einem Bestandteil meines jetzigen Lebens geworden. Meine Gedanken im Tagebuch aufzuschreiben fällt mir oft leichter, als sie jemandem mündlich mitzuteilen… Aber das Leben ohne Jana fällt mir immer noch sehr schwer, in Gedanken ist sie jedoch stets an meiner Seite… Dabei hat sie mir auch etwas beigebracht: Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. So gelingt es mir heute eher als früher, einfach auch mal etwas als unwichtig einzustufen…
Zitat:
„Wie waren deine Gefühle gegenüber Mario zu Beginn?
Ich finde deine Reaktion sehr gut, denn auch er ist ja zum Opfer geworden.
Dennoch denke ich, dass ich meine Wut im Affekt evtl. auf Ihn projizieren würde. Andersrum wahrscheinlich genauso… „
Sicher war ich anfangs auf Mario wütend, das würde ich auch nie abstreiten. In den ersten Tagen hatte ich doch von der Polizei nur die Information, dass ein 16jähriger zuerst meine Tochter und danach sich selber erschossen hat. Erst nach der Obduktion erfuhr ich, dass es nicht so war, sondern dass Jana selber die Waffe gegen sich richtete…
Als Marios Mutter einige Monate später Kontakt zu mir aufnahm, redeten wir anfangs nur über unsere Kinder. Stundenlang telefonierten wir, suchten Antworten auf unsere Fragen, trauerten gemeinsam und gaben uns so gegenseitig Halt. Ich hatte von Renate mittlerweile viel über Mario erfahren, und so wuchsen in mir auch der Wunsch und die Überzeugung, dass Mario ebenso ein Platz auf dieser Homepage gehört. Ich bin also kein Übermensch, sondern folgte nur meinem Gefühl…
Freitag, 19.05.2006
Nochmals muss ich um 10 Uhr zur Bestrahlung. Als ich zurück bin, machen wir mit Norbert unseren Wochenendeinkauf. Das Wetter erinnert sehr stark an den April, denn Sonne und Platzregen wechseln sich ständig ab. Auf dem Lidl- Parkplatz müssen wir knappe 10 Minuten im Auto sitzen bleiben, denn sonst wären wir schon nach zwei Schritten bis auf die Haut nass *grins*
Seit zwei Tagen sagt mein Autoradio keinen Mucks mehr. Während Petrus heute für eine Weile seinen Wasserhahn zudreht und Lady Sunshine einige Sonnenstrahlen versendet, schaue ich mal nach den Sicherungen, bevor ich die Pferde scheu mache. Die Sicherungen sind in Ordnung, und nach dem Rausnehmen und Reinstecken dudelt mein Radio wieder… Das erinnert mich an meinen Internetzugang, der wieder ging, nachdem ich den Router ab- und wieder angestöpselt habe. Dieses Phänomen habe ich inzwischen mehrmals gehabt. In der Bedienungsanleitung des Routers ist eine strenge Reihenfolge der Anschaltung vorgegeben. Darum ziehe ich heute alle Netzstecker und schließe Modem und Router in angesagter Reihenfolge wieder an. Mal sehen, wie lange es nun funktioniert…
Gegen Abend klingelt hier das Telefon. Es ist Bea. Als ich sie das letzte Mal in meinem Tagebuch erwähnte, wohnte sie mit ihrem Lebensgefährten Csaba und den beiden Sharpei- Rüden Face und Hitchie noch in Bayern und besuchten mich damals für einige Tage in meiner Wohnung in Charlottenburg. Wir hatten uns fast etwas aus den Augen verloren, sahen uns im letzten Sommer relativ kurz beim Sharpei- Treffen und der -Ausstellung. Inzwischen wohnen Bea und Csaba in NRW, aber wir telefonierten in letzter Zeit nur selten. Heute werden es 3 Stunden, denn es gibt viel zu erzählen. Dabei stelle ich fest, dass Bea zu den Menschen gehört, zu denen ich auch nach einer langen „Sendepause“ einen guten Draht habe. Wir reden miteinander, als hätten wir erst gestern das letzte Mal miteinander gesprochen. Da muss man sich nicht entschuldigen, dass man sich längere Zeit nicht gemeldet hat, das ist alles unwichtig, denn es gibt viel wichtigere Dinge, über die man sich austauscht…
Donnerstag, 18.05.2006
Die ersten Sätze von gestern könnte ich fast übernehmen, denn ich habe um 10:10 Uhr Bestrahlungstermin…
Allerdings ist heute kein Gartenwetter, denn schon am Vormittag fängt es an zu regnen. Es ärgert uns aber nicht, im Gegenteil. Norbert ist gestern mit der Ausbesserung des Rasens fertig geworden. Nun sieht er nicht mehr aus wie eine Wüste, sondern eher wie ein Acker *grins* Norbert hat große Flächen mit der Gartenkralle aufgelockert, denn der Boden war trotz Vertikotieren zu fest. Da würde neuer Grassamen nur auf der Oberfläche liegen und als Vogelfutter dienen. So konnte er den Grassamen und den dazugehörigen Starterdünger etwas einharken und anklopfen. Jetzt ist der Regen natürlich noch besser als ein Rasensprenger. Auch für die nächsten Tage sind immer wieder Schauer angesagt. Selten, dass man sich über solch ein Wetter freut, aber Norbert meckert schon wieder, weil es den ganzen Tag regnet. Er wünscht sich ab und zu ein paar Schauer, jedoch keinen Dauerregen. Manchen Leuten kann man es aber auch nie recht machen *grins*
Ja, nun verbringen wir den Tag notgedrungen nur im Haus, und dabei fällt mir erst einmal auf, wie oft und wie lange wir in den letzten Tagen draußen waren. Auch Norbert sitzt wieder mal längere Zeit an seinem Computer, und ich komme nicht erst abends zum Schreiben meines Tagebuches…
Mittwoch, 17.05.2006
Nachdem ich gestern um 20:50 Uhr Bestrahlung hatte, muss ich heute bereits um 10 Uhr dort sein. Gegen halb acht klingelt der Wecker (sicher ist sicher), und nach meiner „Waschlappen- Dusche“ hole ich schnell frische Brötchen. So können wir mit Norbert noch richtig gemütlich frühstücken, bevor ich um 9 Uhr losfahre. Auf dem Weg zur Strahlentherapie höre ich im Verkehrsfunk von einem Stau auf der Stadtautobahn, aber glücklicherweise nicht dort, wo ich lang muss. Aber ich fahre ja ohnehin immer rechtzeitig los, um für alle Fälle gewappnet zu sein. Meist ist es umsonst, und dann sitze ich oft noch 20 Minuten vor meinem Termin im Wartebereich und lese den Promiklatsch in den Illustrierten, damit die Zeit vergeht. Manchmal verzögert sich auch der Zeitplan, dann komme ich etwas später dran. Letztendlich bin ich dafür täglich zwei Stunden unterwegs. Im Bestrahlungsraum verbringe ich nur knappe 10 Minuten. Anfangs werde ich peinlichst genau ausgerichtet. Ich liege auf dem Rücken und habe die Hände über dem Kopf. Dabei müssen rote Lichtlinien genau mit den Bemalungen auf meinem Oberkörper übereinstimmen. Das Gerät bestrahlt dann in drei gespeicherten Einstellungen. Anfangs wird von schräg rechts oben 40 Sekunden bestahlt. Dann dreht das "Ungetüm" auf die linke Seite und bestrahlt von schräg links unten 25 Sekunden. In dieser Stellung verändert es dann nochmals seinen Winkel, und ich höre weitere 10 Sekunden dieses Brummen… Nun kann ich zurück in die Kabine mich anziehen, und der nächste Patient wird aufgerufen. Oft begegne ich beim Verlassen des Bestrahlungsraumes dem nächsten Patienten, der gerade aus der Kabine kommt. Meist sind es Frauen, die ebenso wie ich mit einem großen Badetuch ihren Oberkörper bedecken, einige auch mit Glatze, also bereits die Strapazen einer Chemotherapie hinter sich haben…
(Hier ein Link, auf dem solch ein "Ungetüm" zu sehen ist)
Aber es gibt heute auch noch etwas Lustiges...
Norbert widmet sich wieder den ganzen Tag der „Aufforstung“ seines Rasens. Ich mache uns mittags panierten Blumenkohl, der ist super lecker, aber macht viel Arbeit. Nach eineinhalb Stunden am Herd ruhe ich mich darum etwas aus, während Norbert wieder im Garten weiter macht. Später gehe ich ebenfalls in den Garten, denn ich möchte auch etwas im Freien tun und rücke dem ungeliebten Unkraut zuleibe. Da gibt es einige Stellen, wo es mich besonders stört... Nach einer Weile wird es mir jedoch in meiner dicken Strickjacke zu warm. Ich werfe sie darum durch die offene Terrassentür ins Wohnzimmer auf den Fußboden, um nicht die Schuhe wechseln zu müssen. Ich rücke nun weiter dem Unkraut zuleibe und freue mich über das Ergebnis. Als ich irgendwann wieder durch die Terrassentür in das Wohnzimmer komme, liegt Jill auf meiner Strickjacke und hat es sich bequem gemacht. Mir fällt regelrecht die Kinnlade runter. Nicht, weil die alte Strickjacke Schaden nehmen könnte, sondern, weil ich einfach gerührt bin… Dann kann ich mir jedoch ein Lachen nicht verkneifen und rufe Norbert, damit er sich das mal ansieht. Jill lässt sich davon gar nicht beeindrucken und schläft weiter auf meiner Strickjacke. Spontan hole ich also den Fotoapparat:

Nun bleibt nur noch eine Frage: Liegt Jill nun auf meiner Strickjacke oder hatte ich bisher immer eine Hundedecke an *schmunzel*
Dienstag, 16.05.2006
Norbert ist heute fast den ganzen Tag im Garten. Er vertikotiert den Rasen noch mal und fängt mit einigen Ausbesserungen an, denn nach dem Winter gleicht der Rasen fast einer Wüste.
Ich mache einiges an Hausarbeit und ruhe mich dann nachmittags etwas aus. Heute habe ich nochmals einen späten Bestrahlungstermin. Ein recht „langweiliger“ Tag, zumindest für das Tagebuch… Ich muss nun auch langsam los, darum genug für heute, morgen vielleicht wieder mehr…
Montag, 15.05.2006
Wir fahren heute Vormittag zum Holländer, um neue Blumen für das Grab zu holen. Die Tausendschönchen haben nicht lange durchgehalten, und ich habe sie bereits vor einigen Tagen entfernt. So standen nur noch die Vergissmeinnicht. Dieses Jahr ist ja durch den langen Winter zeitlich alles durcheinander geraten. Ich habe mich entschlossen, nicht mehr unbedingt blau blühende Pflanzen zu holen, denn alle bisherigen waren immer sehr kurzlebig, verblühten schnell und wurden rasch unansehnlich. Vielleicht liegt es auch an dem sehr sonnigen Grab, denn manche Blumen waren regelrecht verbrannt. Ich schaue beim Holländer nach Blumen, mit denen ich in unseren Blumenkästen und im Garten gute Erfahrungen gemacht habe. Das ist unter anderem die Mittagsblume, welche es in verschieden Größen und Varianten gibt und die bis in den späten Herbst sehr dankbar wächst und blüht. Dazu hole ich Portulakröschen, die verschiedenfarbige Blüten an einer Pflanze haben, üppig in die Breite wachsen und auch lange blühen. Beide vertragen auch die pralle Sonne, die den ganzen Tag auf Janas Grab scheint. Ich habe heute an wirklich alles gedacht, habe die Gießkanne, Schippe, Harke und auch den Fotoapparat dabei *schmunzel* Sogar eine Haushaltrolle und Putzmittel habe ich mitgenommen, um den Grabstein und Marios Gedenktafel von Winterschmutz zu reinigen. Hinter dem Grabstein habe ich immer drei Grabvasen stecken. Wäre da nicht noch das Loch in der Erde zu sehen, würde es mir vielleicht gar nicht auffallen, aber die Grabvasen sind nicht mehr da… Während ich Norbert meine Verwunderung mitteile, fällt mir wenige Meter weiter ist ein ganz frisches Grab auf. Dort muss vor wenigen Tagen eine Beerdigung gewesen sein, einige Kränze liegen da und viele Blumensträuße stehen in Grabvasen… Obwohl Grabvasen ja alle gleich aussehen, kann ich aber eins und eins zusammenzählen. Norbert schmunzelt, aber ich bin doch etwas entsetzt, denn ich bediene mich auch nicht einfach an den umliegenden Gräbern…
Sonntag, 14.05.2006
Heute Morgen hoffe ich, dass ich wieder ins Internet komme, aber das wäre wohl zu einfach gewesen *schmunzel* Nun probiere ich das Gleiche wie beim letzten Mal und schließe das DSL- Modem ohne Router direkt an den PC an. Siehe da, ich komme wieder ins Internet, also kein Fehler von Arcor *freu* Den Router trenne ich ein paar Minuten vom Strom, stelle dann den Ursprungszustand her, und nun geht es auch wieder mit Router *grübel* Nein, erklären kann ich es natürlich nicht…
Als ich nun meine Emails abrufe, muss ich nicht über 20 Spam- Mails löschen und weitere Adressen sperren *jubel* Mal sehen, wie lange diese „Müllfreiheit“ anhält…
Natürlich besuchen wir zum heutigen Muttertag Norberts Mutter und verbringen den Nachmittag mit ihr. Oft finde ich es schade, dass ich zu meiner Mum nicht einfach mal schnell hinfahren kann. Bei Norberts Mutter sind wir in 20 Minuten, zu meiner Mum sind es über 200 km… Aber natürlich telefoniere ich heute mit ihr und umarme sie in Gedanken…
Sonnabend, 13.05.2006
Wir stehen wieder früh auf, holen Brötchen und fahren zum Holländer, denn ich habe immer noch ein paar leere Blumenkästen… Dann wird richtig gemütlich gefrühstückt… Aber mir kribbelt es schon in den Fingern, denn ich freue mich über die schönen Mittagsblumen, Kapkörbchen und Portulakröschen und möchte sie einpflanzen. So sind wir bis zum frühen Nachmittag draußen und auch Norbert „buddelt“ im Garten. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass wir es nicht in Arbeit ausarten lassen, denn wir wollen im Garten keinen Stress, sondern Spaß. Ich bin jedenfalls heute ganz begeistert, dass nun im Eingangsbereich des Grundstücks viele schöne Blumen am Weg stehen und kann mich gar nicht satt sehen…
Ab 15:30 Uhr sitzen wir natürlich alle vor dem Fernseher, denn der letzte Spieltag der Bundesliga steht an und bringt heute noch einige wichtige Entscheidungen. Fast dramatisch finde ich das Spiel Wolfsburg gegen Kaiserslautern, denn Glück und Leid treffen auf einem Spielfeld zusammen. Der VfL Wolfsburg hat am Ende des Spiels allen Grund zur Freude, denn sie haben den so genannten Klassenerhalt im letzten Moment geschafft. Spieler und Fans vom 1. FC Kaiserslautern dagegen haben Tränen in den Augen, weil sie nun in die 2. Bundesliga absteigen. Es bewegt mich schon, als ich diese Bilder sehe. Voriges Jahr wäre Hertha beinahe in die 2. Bundesliga abgestiegen. Ich bin zwar erst durch Norbert mit dem Fußball in Berührung gekommen, aber ich glaube, dass mir so etwas mittlerweile auch nahe gegangen wäre, denn man fiebert doch als Lokalpatriot für die eigene Mannschaft.
Nun müsste ich eigentlich ein dickes Kreuz im Kalender machen, denn erst gegen 19 Uhr schalte ich heute den Computer an… Ja, auch mein kleines Schaf schmunzelt darüber, denn dies ist die absolute Ausnahme… Wie immer schaue ich zuerst nach Emails, und da platzt eins von meinen Postfächern vor lauter Spam fast aus allen Nähten… Es ist genau das Postfach, dessen Email- Adresse am bekanntesten ist, die ich auch angebe, wenn ich in andere Gästebücher schreibe. Leider verbergen aber nicht alle Gästebücher die Email- Adressen zum Schutz vor Spam. Es gibt nämlich so genannte Adress- Sauger, die aus Gästebüchern Adressen sammeln und diese dann mit Werbung und anderem Müll bombardieren. Darum habe ich in meinen Gästebüchern zum Schutz vor Spam und Werbung die Variante mit dem Mail- Formular gewählt. Dabei wird die Mail- Adresse für den Schreiber nicht sichtbar, und die Adress- Sauger haben keine Chance...
Da meine Mail- Adressen an die Homepage- Namen gekoppelt sind, schaffe ich nun Abhilfe gegen diese Spam- Flut. Ich lösche die Adressen und richte neue ein. Über den Kontakt- oder Mail- Button bin ich also nach wie vor erreichbar, auch werde ich vielen die neue Adresse mitteilen. Seit kurzer Zeit bin ich auch vorsichtig geworden, mein Mail- Adresse anzugeben. Bei Gästebüchern klicke ich zuerst den Namen oder Email- Button des letzten Eintrages an und sehe, ob die Mail- Adresse angezeigt wird. Ist dies der Fall und die Eingabe meiner Mail- Adresse als zwingend vorgegeben, dann gebe ich als eigene Adresse gegen@spam.de oder keine@spam.de an. Ja, man lernt nie aus und ich hoffe, dass ich nun nicht mehr so viel Müll in den neuen Postfächern habe…
Kaum habe ich ein Problem gelöst, steht das nächste an. Ich will die Homepage aktualisieren, aber komme nicht ins Internet. Ich probiere alle möglichen Internetseiten: google, Aldi, die eigene HP, aber nichts wird angezeigt… Es ist inzwischen sehr spät, also morgen der nächste Versuch….
Freitag, 12.05.2006
Im Gegensatz zu gestern stehen wir heute zeitig auf, nämlich kurz nach 6 Uhr. Ich finde es immer blöd, wenn man den Vormittag regelrecht verschläft. So sieht der Tag heute auch ganz anders aus. Wir frühstücken und trinken gemütlich mehrere Tassen Tee, dann fahren wir einkaufen. Zuerst schauen wir nach dem neuen Album von Claudia Jung, das heute erscheint, denn Norbert ist ja richtiger Fan von ihr. Bei Medi-Max im Einkaufzentrum des Havelparks hat man die CDs noch nicht ausgepackt und vertröstet Norbert auf nächste Woche. Da kann ich nur sagen: „sehr geschäftstüchtig“! Norberts Laune ist natürlich auf Null! Bei Pflanzen- Kölle schauen wir nach einem ganz bestimmten Grassamen und finden auch ein paar Blumen für noch nicht bepflanzte Blumenkästen, dann fahren wir zurück. Hier bei uns um die Ecke im Media- Markt schauen wir noch einmal nach dem Claudia Jung- Album. Hier wird Norbert im Neuheiten- Regal fündig, strahlt, und seine Welt ist wieder in Ordnung *grins*
Als wir zu hause ankommen, sind wir beide ganz schön geschafft, denn Einkaufen ist auch anstrengend und inzwischen drückt die Mittagshitze… Ich mache schnell etwas zu Essen, und dann muss ich auch schon zur Bestrahlung. Viel lieber würde ich jetzt auf der Couch einen Mittagschlaf machen… Auf meinem Weg zur Strahlentherapie gerate ich in einen „schönen“ Stau, denn zusätzlich zur zeitigen Rushhour am Freitag gab es kurz zuvor auf der Stadtautobahn einen Unfall. Aber klever umfahre ich alles und bin wieder einmal froh, dass meine Ortskunde auch auf privaten Touren sehr hilfreich sein kann…
Auch während meiner Heimfahrt muss ich noch so einiges umfahren, um nicht im Stau zu stehen, denn immer noch ist Rushhour- Zeit, und als ich endlich wieder zu hause eintreffe, werde ich am Gartentor von Norbert und Jill sehnsüchtig erwartet. Nun bin auch ich zufrieden... So macht es mir richtig Spaß, wieder Gärtner zu spielen. Ich pflanze die gekauften Blumen in die bisher noch leeren Blumenkästen. Mir macht das richtig Spaß, aber die Mücken gönnen mir diese Freude scheinbar nicht *schmunzel* Also verbringen wir den Rest des Abends nicht auf der Terrasse sondern wieder im Haus…
Donnerstag, 11.05.2006
Um ehrlich zu sein, ich weiß heute gar nicht so richtig, was ich schreiben soll. Wir schlafen wieder ziemlich lange, und der Tag plätschert so vor sich hin. Es ist schon sehr schön warm, aber ich meide die pralle Sonne, zumal ich durch die entfernten Lymphknoten ja meinem linken Arm möglichst vor Sonne schützen soll. Meine kleinen Gartenarbeiten mache ich sowieso immer nur an schattigen Stellen, aber momentan bin ich auch etwas lust- und antriebslos. Ich weiß nicht, ob es die Bestrahlungen sind, die nun doch eine gewisse Wirkung zeigen und meine Kräfte reduzieren. Der so genannte Sonnenbrandeffekt nimmt immer mehr zu, und manchmal habe ich schon das Gefühl, als ob die bestrahlte Brust „glüht“. Auch die Antihormone, die ich 5 Jahre lang schlucken muss und nun seit Anfang April nehme, haben unangenehme Nebenwirkungen. Zeitweise hat man Knochenschmerzen, aber diese sind noch auszuhalten. Viel unangenehmer finde ich die plötzlichen Schweißausbrüche, die eigentlich für die Wechseljahre der Frauen typisch sind. Vor einiger Zeit dachte ich, dass ich es hinter mir habe, und nun geht alles noch mal los… Dann darf man zurzeit nicht einmal duschen, und die Waschlappen stehen unter Dauerstress *schmunzel* Ich hoffe nur, dass diese Nebenwirkungen nicht die ganzen 5 Jahre anhalten… Eins weiß ich jedoch ziemlich genau: nach meiner letzten Bestrahlung am 1. Juni gehört die Badewanne MIR!!!
Mittwoch, 10.05.2006
Spät ist es gestern geworden… Norbert hat ab heute eineinhalb Wochen Urlaub, und so können wir ausschlafen. Es ist schön, dass die Wetterprognose gut ist. Wenn man schon nicht wegfährt, möchte man wenigstens nicht bei Regen zu hause sitzen. Heute ist unser Tatendrang allerdings nicht allzu groß, wir machen nur ganz wenig im Garten und sitzen ansonsten im Schatten auf der Terrasse.
Mein Bestrahlungstermin ist heute wieder einmal sehr spät, nämlich um 21.40 Uhr. Als ich gerade auf meinen Terminplan schaue, sehe ich, dass es heute die 15. Bestrahlung ist, also Halbzeit…
Dienstag. 09.05.2006
Heute ist nicht viel Zeit für das Tagebuch, denn Norbert hat Geburtstag. Er ist zwar arbeiten, aber während dessen haben wir uns mit Andi einiges vorgenommen. Wir fahren einkaufen und bereiten Salate und Fleisch für den Grill vor. Das meiste ist nun geschafft, ich muss jedoch jetzt zur Bestrahlung, und wenn ich zurück bin, ist Norbert sicher schon eine halbe Stunde da…
Montag, 08.05.2006
Ich weiß nicht, warum, aber den ganzen Tag fühle ich mich schlapp und bin müde. Gegen Mittag lege ich mich dann auf die Couch. Damit ich meinen Bestrahlungstermin nicht verschlafe, bitte ich Nora, mich gegen 14:30 Uhr telefonisch zu wecken. Dann habe ich noch eine halbe Stunde zum Munterwerden, bevor ich los muss. Aber bereits um 14 Uhr ruft Norbert an und freut sich, dass er mich auf meiner Rufnummer erwischt, die seit heute Vormittag wieder funktioniert. Während wir reden, klingelt das nächste Telefon. Es ist die Mitarbeiterin der Arcor- Geschäftsleitung, die sich von dem Funktionieren meiner Rufnummern überzeugen möchte. Sie hat sich seit Wochen sehr bemüht, informierte auch Norbert oder mich immer über den aktuellen Stand. Für die Pannen, die erneut auftraten, konnte sie nichts, und es tat ihr immer besonders leid, wenn in der Technik wieder irgendetwas daneben ging. Da nun alle Rufnummern in Norberts Kundenkonto stehen, die DSL- Umstellung erfolgreich war und meine Nummern jetzt wieder funktionieren, führen wir am Telefon ein sehr entspanntes Gespräch, plaudern nach einer Weile auch über einige private Dinge. Irgendwann komme ich dadurch auf die Idee, ihr die Adresse meiner privaten Homepage anzusagen. Sie schaut sofort auf die HP und freut sich, dass sie auch mal sehen kann, mit wem sie es die ganze Zeit zu tun hat. Als sie die Fotos von Jill entdeckt, ist sie ganz angetan. Doch dann kommt die Frage nach dem zweiten Hund, und ich erzähle, dass es Janas Hund war… Wie oft habe ich erlebt, dass man dann schnell das Thema wechselt, sie aber nicht. Sie möchte von mir erfahren, was denn passiert ist, lässt mich reden und hört geschockt zu. Aus ihren Worten höre ich, dass es ihr sehr nah geht. Ich will aber nicht zu sehr ihre Zeit in Anspruch nehmen, auch muss ich nun gleich zur Bestrahlung. Wir verbleiben, dass ich mich jederzeit melden kann, falls es wieder Probleme geben sollte. Bisher hatte ich nur ihre Fax- Nr., über die ich schriftlich um Rückruf bat. Nun kann ich sie auch direkt anrufen… So muss ich meine bisherige Meinung über Arcor berichtigen: dort gibt es auch Leute, die gute Arbeit machen auch noch richtig nett sind…
Sonntag, 07.05.2006
Unser Frühstück nehmen wir heute zum ersten Mal wieder auf der Küchenterrasse ein, denn die Sonne lockt uns regelrecht hinaus. Als Norbert dann Zeitungen und Prospekte liest, hole ich meinen Laptop. Aber in der prallen Sonne kann ich auf dem Monitor nichts erkennen, egal, wie ich den Laptop auch drehe. Norbert sagt, dass man doch in Werbespots oft Leute sieht, die auf einer sonnigen Parkbank ihr Notebook auf dem Schoß haben und fragt gleichzeitig, wie die dann etwas erkennen können. Ja, das frage ich mich nun allerdings auch, aber es hilft mir nicht viel weiter… *schmunzel* Wir beschließen auf die große Wohnzimmerterrasse „umzuziehen“, die genau auf der anderen (hinteren) Seite des Hauses ist und immer zu einem Teil im Schatten liegt. Prima, nun geht es, Norbert rückt in die Sonne und liest weiter, und ich bleibe mit meinem Laptop im Schatten. Nach einer Weile habe ich Lust, etwas im Garten zu machen, harke abgefallene Blütenblätter der Magnolien zusammen, zupfe Unkraut… Norbert habe ich scheinbar „angesteckt“, er buddelt einen Strauch aus, der den harten Winter nicht überlebt hat. Zusammen suchen wir bei sehr dicht stehenden Pflanzen eine aus, die er dann an diese freie Stelle umsetzt.
Mittlerweile ist es Mittag geworden, ich habe meine Gartenarbeit schon eine Weile eingestellt, denn mir wurde es mir zu warm. Ich soll ja meinen Arm sowieso vor übermäßiger Sonne schützen, auch war bei mir die Kraftgrenze erreicht… In einer Stunde geht Formel 1 los. Ich mache Mittagessen, Norbert und ich gehen ins Haus, essen und schauen uns das Rennen auf dem Nürburgring an. Na ja, ich selber bekomme noch den ersten Tankstopp von Michael Schumacher mit, munter werde ich wieder bei der Siegerehrung… *grins* …und während ich diese Zeilen schreibe, grinsen mich die beiden Ferrari- Fans Jana und Mario an…
Sonnabend, 06.05.2006
Als heute früh um 5 Uhr mein Wecker klingelt, tut es mir sehr leid, denn ich hatte gestern vergessen ihn für das Wochenende auszuschalten… *schmunzel* Um 7:30 Uhr stehen wir dann aber auf, denn wir wollen noch vor meinem Bestrahlungstermin einkaufen und nicht unbedingt in Zeitstress geraten. So holen wir nach dem Einkauf ein gemütliches Frühstück nach…
Als ich von der Bestrahlung zurück bin, ist Bernd wenige Minuten vor mir gekommen. Ich freue mich, ihn nach so langer Zeit wieder zu sehen. Norbert und Bernd sind bereits mitten im Gedankenaustausch, welche Probleme sie mit ihrem Rasen nach dem langen Winter haben. Die beiden quasseln, als hätten sie sich gestern das letzte Mal gesehen… Ich finde es richtig putzig und bin happy, dass ich gestern diese kleine „Starthilfe“ gegeben habe. Einige Minuten später kommt weiterer Besuch, denn nachdem ich gestern bereits die Kartons zu Katrin gebracht habe, lud ich sie spontan mit zum Grillen ein. Nun sind wir zu viert, und es ist richtig gemütlich. Damit Norbert und Bernd sich nicht mit den Öffentlichen zum Olympiastadion quälen müssen, fahre ich sie schnell hin, und Katrin genießt in der Zeit weiter die Sonne auf unserer Terrasse. Als wir in mein Auto einsteigen, sagt Bernd: „Das ist also dein Felix.“ Zuerst stutze ich, aber dann ist mir wieder alles klar: Mit einem Schmunzeln im Gesicht erzählte Bernd beim Grillen, dass er sich doch in der vergangenen Zeit immer „etwas informiert“ hat… Auch bekomme ich dabei zu hören, dass ich mit dem Tagbuch im Rückstand bin, denn der letzte Eintrag war am Donnerstag. Ja, stimmt, denn gestern Abend bin ich nach langer Zeit wieder einmal im Computersessel eingeschlafen und wechselte gegen 22:30 Uhr nur noch auf die bequemere Schlafstelle: mein Bett. Aber nun habe ich meine „Hausaufgaben“ nachgeholt…
Freitag, 05.05.2006
Morgens habe ich so einen Idee… Ich fahre schon um 7 Uhr zum Kartonfritzen, hole die Kartons für Katrin und bringe sie gleich zu ihr, noch bevor sie das Haus in Richtung Arbeit verlässt… Sie freut sich, und ich habe meinen Kofferraum wieder frei, den ich doch morgen Vormittag zum Einkaufen brauche…
Da ich gerade wieder mal in meiner „alten Heimat“ bin, sage ich auch beim Hausmeister guten Tag, dem guten Geist der Wohnanlage. Gern plaudern wir immer, wenn ich mal dort bin. Da er auch Haus und Garten hat, erzähle ich ihm unter anderem von meinen vielen Wunderblumen und wie schön ich sie finde. So erfahre ich, dass seine Frau ebenfalls ein Blumennarr ist, also werde ich ihm kommende Woche eine Tüte mit Wunderblumen- Samen für seine Frau mitgeben. Mal sehen, ob er dann wie Norbert auch irgendwann stöhnt, dass überall im Garten Wunderblumen stehen *schmunzel*
Bei meiner Bestrahlung um 16:50 Uhr erfahre ich heute, dass ich morgen nicht um 14 Uhr, sondern bereits um 12:30 Uhr kommen soll. Als ich dies Norbert erzähle, freut er sich, denn Hertha spielt morgen um 15:30 Uhr im Olympiastadion. Andi kann nicht, und Norbert hat keine Lust allein hinzugehen. Aber ich habe auch nicht so die richtige Lust. Da Momo gerade da ist, will er ihr die Karten mitgeben, damit sie diese noch vor Beginn des Spiels verkaufen kann. Aber ich habe da eine ganz andere Idee: Norberts Freund Bernd würde sich bestimmt freuen, wenn er mitgehen könnte. Es gibt nur ein Problem. Die beiden haben seit Ewigkeiten nichts voneinander gehört. Einer von beiden hatte sich nicht gemeldet, wer es nun war, da hat sicher jeder seine eigene Version… Scheinbar traut sich keiner, nach so langer Zeit den ersten Schritt zu tun, also ergreife ich die Initiative, nehme den Telefonhörer und rufe Bernd an. Bernd freut sich und sagt sofort zu. Er kommt morgen bereits um 13 Uhr zu uns, denn Norbert will vorher noch den Grill anmachen…
Donnerstag, 04.05.2006
Es ist fast ungewohnt, denn "schon" um 14:50 Uhr habe ich heute den Bestrahlungstermin. Nach den 3 Tagen Pause durch das lange Wochenende hatte sich die Haut ein wenig erholt. Nun setzt aber wieder dieser Sonnenbrandeffekt ein. Abgesehen davon, dass ich meine "Vorderfront" nicht waschen darf, auch eincremen ist strikt untersagt, da einige Salben Zink enthalten und die Bestrahlung beeinflussen könnten… Ich darf lediglich pudern, und dies wird auch sehr empfohlen. So steht nun nach vielen Jahren wieder Penaten- Puder im Bad... Das Waschen artet dadurch zurzeit regelrecht in Arbeit aus. Wie bequem war es doch immer unter der Dusche, aber momentan liegen hier Waschlappen voll im Trend und haben Hochkonjunktur... Als ich Olav das vorletzte Mal vom Flughafen abholte und ihm während der Fahrt erzählte, dass ich mich wegen der Markierungen nur eingeschränkt waschen darf, fragte er, ob ich denn nun stinke... Bei der Frage grinste er schon über das ganze Gesicht und lachte dann schallend. Sein Glück, dass seine Mum Spaß versteht, ansonsten hätte er wohl seine Fahrt mit den Öffentlichen fortsetzen können...*schmunzel*
Als ich heute mit Nora telefoniere, haben wir ein „Hauptthema“. Sie schaut auch jeden Tag ins Tagebuch und erzählt mir, wie dreist sie das mit dem jungen Mann auf dem Frauenparkplatz findet, der auch noch zwei Parkflächen auf einmal blockierte. Ja, so etwas macht uns richtig wütend…
Während ich hier schreibe, kommt eine Email von meiner ehemaligen Nachbarin Katrin. Sie fragt mich, ob ich noch irgendwo einige Umzugskartons herumstehen habe. Ich rufe sie daraufhin an und frage, wozu sie diese denn braucht. So erfahre ich, dass in wenigen Tagen in meinem ehemaligen Wohnhaus die Strangsanierung losgeht. Katrin muss Küchenschränke leer räumen. Ich habe leider keine Kartons, aber kann Katrin einen Tipp geben, wo man preiswert alle Sorten Kartons bekommt. Nicht weit von uns gibt es den so genannten „Kartonfritzen“. Dort habe ich mir voriges Jahr auch viele Kartons geholt. Allerdings hat Katrin gerade einen neuen Job, ist in der Probezeit, weiß keinen Tag, wann sie Feierabend hat und ist froh, wenn sie es einmal in der Woche in den Supermarkt schafft. So biete ich ihr an, morgen einige Kartons für sie zu holen, die ich ihr dann am Sonnabend auf dem Weg vor oder nach der Bestrahlung vorbei bringe. Katrin ist happy, ich aber auch, denn Katrin hat mir schon so oft geholfen…
Mittwoch, 03.05.2006
Gegen Mittag will ich einen Geschäftsbummel machen, denn in einigen Tagen hat Norbert Geburtstag… Darum fahre ich in das Einkaufszentrum von Berlin- Spandau, was mit dem Auto nur 5 Minuten von uns entfernt ist. Dort gibt es ein riesiges Parkhaus, und ich entdecke, dass neben den Fahrstühlen speziell beschilderte Parkplätze für Frauen sind. Ich freue mich, dass ich einen dieser Parkplätze erwische, denn ich fühle mich in solchen Parkhäusern auch nicht unbedingt wohl. Nun bummle ich eine gute Stunde durch das Einkaufszentrum und finde auch, was ich gesucht habe, also zurück zu meinem Auto im Parkhaus… Die Frauenparkplätze sind alle besetzt, nur neben meinem Auto sind zwei frei. Während ich einsteige, kommt ein Fahrzeug mit auswärtigem Kennzeichen. Der Fahrer, ein junger Mann, fährt genau auf die Mitte dieser zwei Frauenparkplätze, steigt aus und verschwindet. Ich glaube, mir ist die Kinnlade herunter gefallen… Mit seinem Auto gleich zwei Parkflächen zu blockieren, wo er eigentlich gar nichts zu suchen hat, mir fehlen die Worte... Mein kleines Schaf hätte jetzt wieder Mühe, mich zu beruhigen und von der "Palme" herunter zu holen...
Dienstag, 02.05.2006
Das lange Wochenende ist vorbei. Auch mit der Bestrahlung war drei Tage Pause, und heute Abend geht es weiter, diese Woche auch am Sonnabend.
Meine Rückenschmerzen haben inzwischen nachgelassen, und ich vermisse sie auch nicht. So mache ich einiges an Hausarbeit, aber in Maßen. Gegen Mittag gehe ich eine Weile in den Garten. Mit der kleinen Gießkanne wässere ich meine frisch gepflanzten Blumen. Alle Samen, die ich von den Wunderblumen vorgezogen habe, sind aufgegangen. Am Wochenende habe ich sie aus den Töpfen heraus genommen und im gesamten Garten verteilt *schmunzel*
Obwohl ich bereits mehrere Lilien habe, fahre ich kurz zum Holländer, hole noch welche und stecke dann weitere 15 Lilienzwiebeln zu den anderen, damit es eine noch größere Blütenpracht wird. Die restlichen 5 Zwiebeln kommen in einen großen Terrakotta- Topf. Nun können auch alle Lilien wachsen, und ich werde mich bestimmt wieder über jede Blüte freuen, waren es doch Janas und meine Lieblingsblumen...
Montag, 01.05.2006
Ursprünglich wollte Olav erst übermorgen kommen, aber er hat seinen Rückflug kurzfristig vorverlegt. Natürlich freue ich mich, dass ich meinen Ole- Bole heute schon vom Flughafen abholen und in die Arme nehmen kann. Olav ist richtig happy, als er hier bei Sonne landet, denn London war grau in grau mit Wolken verhangen und neblig. Als ich auf der Heimfahrt das Schiebedach aufmache, schreit Olav "juchhuu!!!" und freut sich über die Sonne. Er ist überglücklich, nun wieder endgültig in Berlin zu sein, zumal seine letzen Tage in London auch noch ziemlich chaotisch und stressig verliefen. Sein letzter Job wurde kurzfristig abgesagt, der Lohn dafür fehlte nun, war er doch bereits eingeplant. Zu allem Unglück kam Olav auch nicht an sein Konto, denn die PIN seiner EC-Karte hat er vergessen, was er selber nicht versteht, aber selbst tagelanges Grübeln und Nachdenken halfen nichts. Am Flughafen in London konnte Olav dadurch heute nicht einmal mehr die Gebühr für sein Übergepäck bezahlen und sollte Gepäck zurück lassen, obwohl man bereits kulant 10 kg weniger berechnete. Seine letzte Rettung war dann meine Kreditkarten- Nummer, die er noch bei sich hatte, weil ich sie ihm mal zur Online- Buchung von Flugtickets "geborgt" hatte.
Wenn ich meinen Sohnemann heute so anschaue, könnte ich ihn mit einer Pflanze vergleichen, die kurz vor dem Vertrocknen wieder Wasser bekommt. Der erste Schluck "aus der Gießkanne" ist seine Ankunft in Berlin, der zweite unsere Begrüßung (wobei sich Jill ganz schön vordrängelt) und der dritte unsere Heimfahrt durch das sonnige Berlin, was Olav sichtlich genießt. Den nächsten Schluck erhält er bei der Begrüßung bei Nora, denn Olav wird vorerst bei ihr wohnen, sicher aber auch ab und zu bei uns sein, denn Olavs Wohnung ist für die Zeit seiner Abwesenheit untervermietet, und dies war ja für längere Zeit geplant. Ich glaube, er würde sich jetzt sogar in einem Zelt wohler fühlen, als in London, vorausgesetzt das Zelt steht in Berlin und somit in der Nähe von Familie und Freunden...
Sonntag, 30.04.2006
Hoch lebe unser Geburtstagskind! Jill wird heute 4 Jahre. Mit „Geschenken“ ist es bei ihr nicht so einfach, denn durch ihre Allergie kann man nicht einfach wahllos Leckerlis geben. Eigentlich bekommt sie nur noch ihr sojafreies Futter, welches sie auch als Leckerli ansieht, aber heute gibt es ganz ausnahmsweise ein paar getrocknete Hühnerfüße…*schmunzel*
An diesem Tag sind meine Gedanken aber auch wieder ganz besonders bei Janas Rottweilerhündin Jeannie, hat sie doch am gleichen Tag Geburtstag, nur, dass sie 2 Jahre älter ist. Es macht mich immer so traurig, dass sich der jetzige Besitzer nicht mehr meldet, aber darüber schrieb ich ja schon einmal…
Am späten Vormittag fahren wir zu Norberts Mutter. Norbert und Andi setze ich schon einige Meter vorher ab, denn sie wollen auf dem Friedhof das Grab von Norberts Vater bepflanzen. Eigentlich war dies für gestern vorgesehen, aber Petrus machte uns mit seinem ganztägigen Regen einen dicken Strich durch unsere Planung. So haben wir es auf heute verschoben. Als Norbert und Andi vom Friedhof kommen, reicht die Zeit noch für einen kurzen Kaffeeplausch bei Norberts Mutter. Andi muss heute ab 12 Uhr arbeiten. Darum verabschieden wir uns kurz vorher, fahren Andi noch zur Arbeit, denn „Video World“ ist nur 5 Minuten entfernt, und begeben uns dann auf den Heimweg…
Bevor ich heute diesen Tagebucheintrag veröffentliche, durchstöbere ich wieder einmal Janas mp3- Sammlung, die ich auf mehreren CDs gesichert habe. Der von mir angelegte "Vorrat" an Liedern ist "aufgebraucht", und ich suche neue Titel, die ich demnächst als Hintergrundmusik für das Tagebuch verwende. Dabei versinke ich wieder in Erinnerungen, und ohne dass ich es merke, vergehen dabei mehrere Stunden...
Sonnabend, 29.04.2006
Seit drei Tagen habe ich wieder einmal Rückenschmerzen "vom Feinsten". Warum und wieso, ich weiß es nicht, jedenfalls habe ich nichts gemacht, was ein Auslöser sein könnte. Ich habe ja hier noch eine Überweisung zum Röntgen liegen, welche ich aufgrund den Skelett- Szintigramms bekommen habe, wo der Kreuzwirbelbereich näher untersucht werden soll.
Nachdem gestern die DSL- Umstellung doch scheinbar ganz gut geklappt hat, kommt heute wieder eine negative Überraschung. Vormittag klingelt mein Handy, und meine Mum bittet mich um Rückruf. Ich wundere mich und rufe sie zurück. Da sagt sie mir, dass auf meiner Nummer nur ein Knacken ist. Aber in meinem Apparat habe ich ein Freizeichen... Ich ahne schon etwas und rufe danach mit meinem Apparat mein eigenes Handy an. Was ich sehe, bestätigt meine Vermutung: wenn ich mit meinem Telefon anrufe, wird nicht meine Nummer, sondern die von Norbert angezeigt, die eigentlich gar nicht auf diesem Apparat geschaltet ist. Ich habe noch zwei weitere Telefone, auf denen ebenfalls Rufnummern von mir programmiert sind. Auch mit diesen wähle ich mein Handy an und sehe aber Norberts Rufnummer. So, das heißt, dass Arcor gestern bei der Umstellung meine Rufnummern gekappt hat, na prima! Dadurch wird beim Anrufen nicht die von mir programmierte Nummer angezeigt, sondern die Hauptnummer der Isdn- Anlage, und das ist Norbert Nummer. Er ist heute fast noch wütender als ich, spricht von außerordentlicher Kündigung und Entzug der Einzugsermächtigung. Ja, er war aber derjenige, der nun doch nicht mehr den Anbieter wechseln und bei Arcor bleiben wollte... *grins*
Freitag, 28.04.2006
Da muss ich doch nach dem Aufstehen gleich probieren, ob der Internetzugang noch funktioniert *schmunzel* Ja, das tut er, aber da ist es noch vor 6 Uhr, und zwischen 6 Uhr und 16 Uhr soll umgestellt werden, was auch zu einem Ausfall unserer Telefonanlage führen kann. Letztendlich ist es so, dass unsere Telefone vormittags für ein paar Stunden stumm sind, aber mein Email- Programm, welches alle 5 Minuten abruft, zeigt keine Fehlermeldungen. Ich hatte gestern noch ein Fax an die Mitarbeiterin von Arcor geschickt und nach dem Modem gefragt. Sie meldet sich heute bei Norbert im Dienst und teilt ihm mit, dass das Modem erst nach erfolgreicher Umstellung und positivem Signal verschickt wird. Der Grund dafür ist, dass DSL 16000 trotz der technischen Voraussetzungen nicht an jedem Standort funktioniert. Auch sagt sie Norbert, dass ich mich per Isdn by call einwählen soll, falls DSL nicht mehr geht, und wir bekämen es wieder gutgeschrieben. Aber wie es aussieht, muss ich dies nicht in Anspruch nehmen. Noch funktioniert es mit dem bisherigen DSL-Modem, kann höchstens sein, dass es nicht die neue Geschwindigkeit bringt. Eigentlich muss ich über meinen letzten Satz schmunzeln. Ich muss nämlich daran denken, wie wir mit Jana unseren ersten Internetzugang einrichteten. Wir fingen mit Isdn an. Ein Nachbar von uns staunte damals, wie schnell doch bei uns der Seitenaufbau vonstatten geht, denn er hatte „nur“ ein Modem. Später bekamen wir mit Jana leuchtende Augen, als unser erstes DSL 768 geschaltet wurde, gehörten wir doch zu den ersten, die DSL im Rahmen einer Langzeitstudie bekamen. Später nahmen wir das Angebot an und ließen auf DSL 1500 umstellen… Nun bin ich bei der gut 10fachen Geschwindigkeit angelangt… Jana hätte ihre Freude gehabt, denn besonders bei Handy und Computer war sie von technischen Fortschritten immer ganz angetan und wollte es auch bald haben. Die Entwicklung geht auch so rasend schnell, und manchmal muss ich schon überlegen, was Jana noch miterlebt hat und was nicht mehr, denn für mich ist es sehr wichtig. So freute sie sich über ihre schönen Klingeltonmelodien auf dem Handy, aber polyphon waren sie noch nicht, und die neueren Handys hatten beim SMS schreiben bereits die automatische Worterkennung. An ein Fotohandy war noch nicht zu denken oder es wäre für uns unerschwinglich gewesen. Computer mit CD- Brenner wurden langsam Standard…
Je mehr ich darüber nachdenke, umso bewusster wird mir wieder einmal, dass die Zeit unaufhaltsam vergeht und der 3. November 2002 immer weiter in die Vergangenheit gedrängt wird. Ein schmerzlicher Gedanke, aber wenn ich zum Bild schaue, dann sehe ich einen tröstenden Blick…
Donnerstag, 27.04.2006
An meinem Auto müssen die Winterreifen gegen die Sommerreifen getauscht werden. Da ich die Räder mit meinem Arm nicht verladen kann, bin ich auf Hilfe angewiesen. Andi hatte gestern Spätschicht und heute frei. Als er ausgeschlafen hat, trägt er mir die Räder ins Auto. Wir fahren zusammen in die Werkstatt, wo man mir auf der Hebebühne die Räder wechselt. Nun bin ich zufrieden, denn es war bereits höchste Zeit.
Morgen soll von Arcor unser Internetzugang auf DSL 16000 umgestellt werden. Diesen Termin hatte ich fast vergessen, Norbert fiel es heute ein. Aber ich stelle mit Erschrecken fest, dass uns Arcor noch nicht das dazu erforderliche DSL- Modem zugeschickt hat. Nun kommt bei mir wieder die Panik auf, und ich weiß nicht, was ab morgen hier noch funktioniert, und das vor einem langen Wochenende, wo sicher nichts zu erreichen ist. Also, falls in den nächsten Tagen hier nichts steht, dann bitte keine Sorgen machen…
Mittwoch, 26.04.2006 (Nachtrag)
Es ist 20:30 Uhr, in einer halben Stunde muss ich wieder zur Bestrahlung, und ich schaue schon laufend zur Uhr.... Da ich bereits heute früh den Eintrag geschrieben habe, muss ich doch anfügen, dass wir heute das Grab bepflanzt haben. Ich war mittags beim Holländer, nahm auch Nora mit, damit sie sich einige Blumen für den Balkon holen kann. Nachmittags traf ich mich dann mit Norbert am Friedhof, und wir haben gepflanzt. Dieses Mal habe ich an alles gedacht, sogar den Fotoapparat hatte ich mit, aber dann hatte ich die Gießkanne vergessen *schmunzel* Nun gut, wir konnten uns eine borgen, aber irgendetwas fehlt doch immer...
Mittwoch, 26.04.2006
Mein Tagebuch muss wohl derzeit einige Unregelmäßigkeiten hinnehmen, was an den abendlichen Bestrahlungsterminen liegt. Gestern war ich für 21:40 Uhr bestellt, vorher fehlte mir die innere Ruhe zum Schreiben, weil man laufend auf die Uhr sieht, und Stress will ich mir keinen machen.
Obwohl, der Tag war für mich gestern sehr schön, habe ich doch vormittags Olav vom Flughafen Schönefeld abgeholt. Er hat seine erste „Ladung“ Sachen mitgebracht, bevor er am 3. Mai endgültig seine Zelte abbricht und London den Rücken kehrt. Zelt ist wohl das passende Wort, denn was er mir über diese Stadt erzählt, ist sehr interessant. Wenn man dort zu den finanziell gut gestellten Menschen zählt, kann man leben. In dem Haus, wo Olav sein spartanisch eingerichtetes ca. 14 qm „großes“ Zimmer hat, gibt es nur einzeln vermietete Zimmer. Dies ist dort für den Durchschnittsverdiener fast Wohnstandard, und in seinem Haus wohnt auch eine Lehrerin. Gut, London ist vielleicht auch eine ganz besonders teure Stadt, aber vielleicht einmal gut zu wissen, dass deutsche Großstädte dagegen noch preiswert sind…
Montag, 24.04.2006
Kein Tag ist wie der andere, und heute früh fühle ich mich relativ gut. Ich nutzte also diesen „Schwung“, als Norbert das Haus verlassen hat. Nach einer guten Stunde habe ich geschafft, was ich mir vorgenommen habe, auch habe ich es heute nicht übertrieben, so dass ich nicht wieder erschöpft auf der Couch lande… Noch ein bisschen vor dem Computer, ein wenig fernsehen… Mittags muss ich zur Gynäkologin, die ab 13 Uhr Sprechstunde hat. Meine Krankschrift muss verlängert werden, und Nora braucht eine Überweisung. So hole ich mein Schwesterlein auf dem Weg ab und nehme sie mit. Dadurch sehen auch wir uns wieder einmal, und der lange Weg durch die Stadt ist nicht so langweilig. Als ich zurück bin, bleibt nicht mehr viel Zeit. Kurz nachdem Norbert von der Arbeit kommt, muss ich zur Bestrahlung, heute ist 18 Uhr Termin. Eine Stunde vorher fahre ich immer los, denn der Berliner Stadtverkehr kann sehr heimtückisch sein. Meine reine Fahrzeit ist zwar nur eine knappe halbe Stunde, aber heute ist auf der Stadtautobahn ein Stau, und ich bin froh, dass ich rechtzeitig losgefahren bin…
Sonnabend, 22.04.2006
Als ich gestern in der Strahlentherapie von den Kopfschmerzen und der Müdigkeit erzählte, sagte man mir, dass dies nach der ersten Bestrahlung eigentlich gar nicht sein kann. Ist ja auch egal, ich merke ohnehin jeden Tag, dass meine Kondition noch auf einem ziemlich niedrigen Level ist. Mein Tatendrang und meine Kräfte stehen da oft im Widerspruch zueinander. Ich mache zwar nur leichte Haus- oder Gartenarbeit und versuche sie sehr niedrig zu „dosieren“, aber bin sehr schnell erschöpft. Obwohl ich versuche, meinen linken Arm nicht zu überanstrengen, meldet er alles wie ein Echo. Mir ist noch nie zuvor so sehr aufgefallen, dass man bei allem, was man mit Kraft und leicht angewinkeltem Arm macht, den Brustmuskel anspannt. Heute fällt mir dies sogar beim Kochen auf, als ich unbedacht mit der linken Hand einen vollen Topf umstellen will... So merke ich bei jeder Anspannung die Narbe, und habe ich zuviel gemacht, dann werden die sonst erträglichen Schmerzen wieder sehr unangenehm. Das Brennen in der Achselhöhle, was anfangs kaum auszuhalten war, ist noch nicht weg, aber etwas schwächer geworden. So „registriert“ man kleine Fortschritte doch mit großer Freude…
Alles in allem muss ich mich wohl noch etwas in Geduld üben. Für mich ist das nicht immer einfach, denn wer mich kennt, weiß, dass ich ein unruhiger Geist bin, mich nicht hinsetzen kann, wenn nicht alle Arbeit erledigt und alles ordentlich ist. Nun setzt seit einiger Zeit eine natürliche Bremse ein und sagt mir, dass der „Akku“ leer ist. Für mich eine neue Erfahrung, die ich erst akzeptieren lernen muss. Nun gut, der Akku wird vielleicht irgendwann wieder länger halten… Aber es gibt Dinge, die sich nicht mehr ändern werden. So könnte ich selbst, wenn ich nicht arbeitslos geworden wäre, meinen Beruf nun nicht mehr ausüben. Durch die Entfernung der Lymphknoten kann bei großer Anstrengung die Lymphflüssigkeit nicht mehr abfließen und mein linker Arm wäre nach kurzer Zeit doppelt so dick, wenn ich Rollstühle tragen würde. Ich darf ihn also nur noch begrenzt belasten, und an diesem Arm darf nicht einmal mehr Blut abgenommen werden. Es ist wohl ein weiterer Wendepunkt in meinem Leben…
Es gab in der letzten Zeit Momente, in denen ich mich fragte, was gewesen wäre, wenn ich nicht zum Arzt gegangen wäre. Ich stellte mir Fragen: Wie viel Zeit hätte ich noch gehabt? Hätte ich viel Schmerzen gehabt? Wie hätten es mir nahe stehende Menschen verkraftet? Hätte ich selber Angst vor dem Sterben gehabt? Vor drei Jahren wäre mir das alles wahrscheinlich egal gewesen. Damals hatte ich nur einen Wunsch: ich wollte zu meinem Kind. Heute weiß ich, dass Jana immer bei mir ist, ich aber hier noch einiges zu tun habe. Es klingt vielleicht verrückt, aber ich überlegte auch, was aus Janas und Marios Homepage geworden wäre. Erst gestern bekam ich wieder eine Email, in der stand, dass sie jemandem sehr hilfreich ist. Ich kann mich also noch nicht so einfach von dieser Welt verabschieden, denn für einige Menschen muss ich weiter da sein und andere müssen mich noch eine Weile ertragen…
Freitag, 21.04.2006
Bereits nach der ersten Bestrahlung stehe ich heute mit Kopfschmerzen auf. In einem Merkblatt steht etwas von einem so genannten „Strahlenkater“, also halbwegs normal, aber eben unangenehm. Vormittags überkommt mich dann auch noch eine Müdigkeit, der ich kaum noch entgegen wirken kann. So lege ich mich auf die Couch und schlafe bis mittags…
Aber auch hinterher geht es mir nicht viel besser, mir fehlt regelrecht der Antrieb. Ich gehe für eine Weile in den Garten, um etwas an der frischen Luft zu sein und das schöne Wetter zu genießen.
Nun ist es wieder soweit, um 18:50 Uhr ist heute die Bestrahlung…
Donnerstag, 20.04.2006
Ein paar Handgriffe im Haus und ein bisschen am Computer, dann fahre ich gegen 8 Uhr kurz einkaufen. Ich will kurz zu Aldi, denn gestern gab es bei den Sonderangeboten große Reisetaschen mit Rollen und ausziehbarem Griff für 9,99 €. Solch eine wollte ich für Olav holen, denn beim letzten Flug hat man seine Tasche so geschmissen, dass eine Rolle ausgebrochen ist. Ich habe Glück, es sind noch viele Taschen da, und ich nehme eine mit. Zu hause schreibe ich Olav eine Mail und bekomme kurze Zeit später bereits Antwort. Er freut sich riesig, dass ich die Tasche für ihn habe. Am 25. April kommt er wieder aus London, fliegt am nächsten Tag zurück und bringt Anfang Mai seine letzten Sachen aus London mit. Nun freut er sich schon richtig auf Berlin, und ich freue mich auf meinen Ole- Bole…
Mittags gehe ich für eine Weile in den Garten, denn es ist richtig schön draußen. Ich mache etwas leichte Gartenarbeit, und Jill legt sich in die Sonne
Sonst schreibe ich abends mein Tagebuch, heute ist aber um 19:20 Uhr meine erste Bestrahlung, und ich muss in einer halben Stunde los...
Mittwoch, 19.04.2006
Seit einigen Tagen bin ich ab und zu wieder auf Spielsuche im Internet. Eigentlich suchte ich Freeware- Versionen von Bubble oder Magic Ball, aber fand doch rein zufällig Mario World für den Computer, ebenfalls als Freeware. Für mich ist es ein regelrechtes Kult- Spiel, haben wir doch mit Jana Anfang der Neunziger auch eine Nintendo- Konsole unser Eigen genannt… Mario und Luigi liefen bei uns durch alle Welten, wir spielten es bis zum Umfallen! Seitdem bin ich ein Fan von Jump and Run- Spielen.
Ich habe mir diese kostenlose Version nun herunter geladen, auch gibt es noch eine, in der statt Mario der Tux- Pinguin von Linux durch die Welten läuft. Na ja, was ich nun laufend mit Begeisterung spiele, brauche ich wohl nicht zu sagen *grins*
Da muss ich sogar aufpassen, dass ich die Zeit nicht verpasse, denn um 15 Uhr habe ich meinen dritten Vorbereitungstermin für die Bestrahlungen. Heute ist die so genannte Simulation dran. Auf dem Gerät werde ich aufgrund meiner Bemalungen wieder „ausgerichtet“ und darf mich dann nicht bewegen. Durch das CT von letzter Woche hat man noch einige Werte ausgerechnet und überträgt sie nun. Das heißt, dass ich auch eine neue „Kriegsbemalung“ bekomme. Mein Oberkörper sieht nun aus wie ein Science fiction- Labyrinth *schmunzel* Nach einer halben Stunde ist alles abgeschlossen, und ich bekomme einen Ausdruck mit allen 30 Bestrahlungsterminen. Da die Mitarbeiter der Strahlentherapie in Schichten von 7 bis 23 Uhr arbeiten, bewegen sich meine Termine auch fast in diesem gesamten Zeitbereich. Wenn ich auf die Liste mit diesen vielen und vor allem zeitlich unregelmäßigen Termine schaue, wird mir ganz schwindlig…. Da spiele ich doch lieber noch einige Runden Mario- World… Mein kleines Schaf grinst, aber ich glaube sie freut sich auch mit mir, dass ich dieses Spiel gefunden habe…
Falls noch jemand so verrückt nach Jump and Run ist, hier die Links zu den Spielen:
http://secret-maryo-chronicles.softonic.de/ie/48960
http://super-mario-war.softonic.de/ie/33149
http://www.chip.de/downloads/c1_downloads_16553946.html
Dienstag, 18.04.2006
Der Alltag hat uns zurück, Norberts Urlaub ist vorbei, und um 5 Uhr klingelt der Wecker. Ich kann nicht gerade sagen, dass ich dieses Geräusch vermisst habe. So ist auch mein Tagesablauf wieder ein anderer als in der vergangenen Woche. Nachdem wir unseren Tee getrunken haben und Norbert gegen 6 Uhr das Haus verlassen hat, überlege ich, ob ich kurz nach Emails schaue. Aber ich kenne mich und weiß nur zu gut, wie schwer ich vom PC wieder wegkomme, also lasse ich es… Will erst meine Hausarbeit machen, die ich mir für heute vorgenommen habe. Während des Urlaubs von Norbert habe ich einiges hinten angestellt, zumal ich ja wusste, dass ich nun wieder genug Zeit dafür habe. Ich mache aber keine Gewaltaktionen, sondern lasse mir auch noch etwas für die nächsten Tage *schmunzel* Gegen 9 Uhr „erlaube“ ich mir dann, den Computer anzumachen und schaue nach Mails. Eins von meinen Postfächern ist immer voll mit Spam, manchmal habe ich schon morgens 10 bis 15 Mails, absoluten Müll, den ich bereits auf dem Server lösche.
Nach einem Stündchen am Computer hole ich mir zwei kleine Blumenkästen und setze Samen von meinen Wunderblumen. Ich hatte voriges Jahr darüber geschrieben, dass ich diese Blumen immer haben wollte, aber lange nicht wusste, wie sie heißen. Dann hatte ich sie bei Bakker- Holland entdeckt und bestellt. Die Wurzeln habe ich im Herbst aus der Erde genommen und in Blumentöpfen im Keller überwintert. Diese treiben nun wieder aus, und ich habe sie vor zwei Tagen rausgestellt. Aber ich hatte unzählige Samen abgesammelt und will dieses Jahr noch viel mehr davon im Garten haben, denn sie werden bis zu einem Meter hoch, blühen sehr schön, sehr lange und sind pflegeleicht. Andere Blühpflanzen, die wir gekauft hatten (z.B. Lupine oder Dahlie) wurden nach kurzer Zeit unansehnlich, aber die Wunderblumen blühten bis in den Herbst. Ich freue mich schon richtig auf diese schönen und dankbaren Blumen. Auch unsere drei Engelstrompeten und den Oleander haben wir am Wochenende aus ihrem „Winterschlaf“ geholt und auf die Terrasse gestellt. Erste grüne Triebe sind zu sehen, und auch im Garten geht es nun langsam los, die erste Magnolie ist kurz vor dem Blühen. So kommt auch langsam Freude auf, denn nach dem Winter kann man sich an Blüten und frischem Grün kaum satt sehen…
Ostermontag, 17.04.2006
Was soll ich jetzt schreiben? Heute gibt es bei uns nur ein Thema, und das sind die Berliner „Eisbären“. Um 14:30 Uhr fängt das Spiel an, aber mit Details will ich niemanden langweilen, nur soviel: Die „Eisbären“ schaffen ihren dritten Sieg und werden somit Deutscher Meister…und dann holen Norbert und Andi Sekt aus dem Keller. Ja, was so richtige Fans sind, die müssen solch ein Ereignis auch angemessen feiern *schmunzel*
Ostersonntag, 16.04.2006
Würden Jana und ihr Vater noch leben, würden wir heute gemeinsam Raimunds 55. Geburtstag feiern. So schweifen meine Gedanken etwas in die Vergangenheit, und ich erinnere mich, dass es an seinem Geburtstag war, als wir das erste Mal gemeinsam seine Eltern in Mühlhausen/Thüringen besuchten. Wir machten einen Ausflug zur Wartburg, und das Wetter war so richtig ungemütlich. Das Thermometer zeigte knapp über 0°C, es fielen leichte Schneeschauer, und wir frohren fürchterlich...
Bei diesen Erinnerungen kann man wohl kaum über das derzeit kühle Wetter meckern, denn die absolute Ausnahme ist es scheinbar nicht. Habe mal in meinem Tagebuch "geblättert" und gesehen, dass ich voriges Jahr allerdings schon am 4. April die Frühjahrsbepflanzung auf dem Friedhof gemacht habe. Aber dieses Jahr sind bisher nur ganz wenige Gräber bepflanzt, denn der lange Winter hat alles nach hinten verschoben...
Sonnabend, 15.04.2006
Kaum sind Ferien oder Feiertage in Sicht, da kann man an den Tankstellen darauf warten, dass die Benzinpreise steigen. Schon Anfang der Woche ärgerte ich mich, dass ich den Preis von 126,9 Cent verpasst habe und 129,9 Cent pro Liter Super zahlen musste. Aber mittlerweile zeigen die Preistafeln in Berlin bis 136,9 Cent für Super an… Das sind umgerechnet 20 Pfennig Preiserhöhung, und früher haben wir uns über 5 Pfennige aufgeregt! Als ich vormittags mit Norbert noch kurz zu Lidl fahre, fällt mir während des nur kurzen Weges auf, dass dennoch viele Autofahrer von weither zu Ostern nach Berlin gekommen sind… Eigentlich müsste man die Preispolitik der Ölkonzerne mal richtig boykottieren, niemand dürfte über solche Feiertage tanken, was würden die dann machen? Jana war ein Pfennig- Fuchser, und ich glaube, sie hätte eher ihr Auto mit dem leeren Tank stehen lassen, als für solch einen unverschämten Preis getankt. Oder sie hätte 2 Liter getankt, um ihr Auto bis nach hause zu bringen. Ich schaue zu ihrem Bild, und ihr Grinsen gibt mir Recht. Aber dann hätte sie mich bestimmt gefragt, ob sie mal kurz mein Auto nehmen kann…*schmunzel*
Obwohl Hertha heute in Berlin spielt, schaue ich mit Norbert das Spiel auf Premiere an. Da Andi heute arbeiten muss und nicht mitgehen kann, sollte ich mit ins Stadion, aber im Moment ist mir nicht danach. So hat Norbert die beiden Dauerkarten an Bekannte verborgt, denn allein hatte er dann keine Lust. Aber auch im Fernsehen ist es spannend. Wir hoffen auf einen Sieg gegen Dortmund, müssen aber letztendlich froh sein, dass es mit 0:0 unentschieden endet.
Aber damit noch nicht genug *grins* Genau, als Andi um 18:30 Uhr von der Arbeit kommt, beginnt Eishockey. Vieles schaue ich mir oft mit an, aber dem Eishockey kann ich einfach nichts abgewinnen. Allerdings setze ich mich heute freiwillig dazu, verlasse dazu auch mein Zimmer im Untergeschoss und geselle mich im Wohnzimmer zu den Eishockey- Fans *schmunzel* Auch Andis Freundin ist da, sie hat noch weniger Ahnung als ich, aber wir sind ja Lokalpatrioten *grins* Es ist ein wichtiges Spiel der Berliner „Eisbären“, die um den Titel des Deutschen Meisters kämpfen. Sie stehen bereits im Finale. Aber von den fünf Spielen gegen Düsseldorf müssen sie drei gewinnen. Das erste haben sie vorgestern gewonnen, heute schaffen sie es zum zweiten Mal, und am Montag werden wir auf den dritten Sieg und den Meister- Titel hoffen…
Ich kann mir so richtig vorstellen, wie manch einer hier total gelangweilt liest, was ich über Fußball und Eishockey schreibe *schmunzel* Tut mir auch leid, aber ich will ja nicht die Auflage einer Tageszeitung steigern, sondern schreibe mein Tagebuch… Aber allen, die hier täglich lesen und auch denen, die sich hierher „verirrt“ haben, wünsche ich ein wunderschönes Osterfest und etwas Erholung über die Feiertage…
Karfreitag, 14.04.2006
Langweilig ist es heute auf gar keinen Fall, denn wir fahren mittags zu Norberts Mutter, gehen essen und verbringen noch den ganzen Nachmittag bei ihr, also ein Familientag…
Donnerstag, 13.04.2006
Heute ein Tag ohne Termine, darum wollen wir am späten Vormittag gemeinsam etwas im Garten machen, denn später soll es sowieso wieder regnen. Norbert will einen großen Strauch beschneiden und auslichten. Anfangs sollen es nur „einige Triebe“ sein, aber ich habe mich fast schon daran gewöhnt, dass danach immer ein riesiger Haufen Äste auf dem Rasen liegt... Um diesen Abfall in die Laubsäcke zu bekommen, zerkleinere ich die dünnen Teile mit der Gartenschere und Norbert die dickeren, wozu man eine andere Schere und mehr Kraft braucht. Vor einigen Tagen haben wir einen großen Fliederbusch beschnitten. Als wir letztendlich den Haufen abgeschnittener Äste sahen, hätten man denken können, dass wir einen Baum gefällt haben *grins* Heute sieht es ähnlich aus. Das Auslichten macht ja sogar Spaß, aber beim Zerkleinern hat man immer das Gefühl, als macht man Strafarbeit. Jill scheint es jedoch jedes Mal gut zu gefallen, denn sie schnappt sich ein Stöckchen, trägt es weg, knabbert dran, lässt es fallen und holt sich dann das nächste. So haben wir am Ende nicht nur unseren Haufen mit den zerkleinerten Ästen in die Laubsäcke zu füllen, sondern müssen auf dem gesamten Rasen Holzstücke einsammeln *schmunzel* Aber auch das schaffen wir noch, stellen den prallen Laubsack an den Straßenrand, und da fallen auch schon die ersten Regentropfen… Wir sind rundum zufrieden, haben wir doch geschafft, was wir uns vorgenommen haben. Aber wäre es nicht so, würden wir es gelassen sehen, denn für uns ist der Garten kein Stressfaktor, sondern Ausgleich, Spaß und Freude..
Mittwoch, 12.04.2006
Gestern schrieb ich, dass Norbert im Urlaub keinen Wecker mag, aber heute ist sozusagen „Ausnahmezustand“. Mein Termin ist bereits um 8:30 Uhr, und ich muss eine Stunde vorher los, also ist der Wecker auf 6:30 gestellt. Solch einen Termin zu verschlafen wäre fatal… So trinken wir zu früher Stunde unseren Tee, dann fahre ich los.
Heute wird ein so genanntes Planungs- CT erstellt. Ich werde aufgrund meiner Bemalungen wieder entsprechend positioniert. Auf die lila Striche wird zusätzlich noch eine Masse aufgetragen, die wie Gips- Brei aussieht. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist es wieder irgendwie radioaktiv, so dass es auf den späteren Aufnahmen zu sehen ist. Beim CT entstehen ja Röntgenaufnahmen, die den Körper in „Scheiben“ zeigen. Die Aufnahmen selber dauern nur wenige Minuten. Die MTA wischt mir dann diese Kalkstreifen wieder ab, die fast schon von allein abbröseln, und ich bin für heute entlassen. Durch gestern bin ich schlauer geworden und habe heute ein dunkles Shirt untergezogen, um auch andere Pullover nicht mit der Farbe verderben, denn diese bekommt man erst mit 60°- Wäsche wieder raus. In meiner Nachtwäsche hatte ich heute früh bereits ein „Spiegelbild“ meiner Bemalung…
Auf dem Heimweg hole ich frische Brötchen. Da Norbert mein Auto kommen hört, lässt er Jill raus, und ich werde von meiner treuen Seele schon am Gartentor begrüßt. So, und nun machen wir nochmals Tee und holen das gemütliche Frühstück nach…
Im Garten können wir heute nichts machen, denn es regnet. Aber Norbert hat diesen angesagten Regen klever in seinen Plan eingebaut. Gestern hat er noch den Rasen vertikotiert, danach gekalkt und hoffte, dass der angesagte Regen eintrifft, damit der Kalk vom Boden aufgenommen wird. So kann man sich manchmal auch über Regen freuen…
Dienstag, 11.04.2006
Wenn Norbert Urlaub hat, habe ich striktes Verbot den Wecker zu stellen, obwohl ich gern das zeitige Aufstehen beibehalten würde. Würde ich es trotzdem machen, gäbe es bestimmt Ärger *grins* Aber die innere Uhr meldet sich sowieso spätestens gegen 7 Uhr… Wenn nicht, dann sorgt Jill dafür, dass ich munter werde. Oft stupst sie mich an. Wenn ich nicht dicht genug an der Bettkante liege, dann kommt sie mit den Vorderpfoten auf den Bettrand und versucht es auf diesem Weg. Öffne ich dann langsam meine Augen und schaue in dieses treue Hundegesicht, kann ich nicht widerstehen… Als sie mich heute „weckt“, ist Norbert bereits im Bad und sein Bett schon leer. Also hat ihn seine innere Uhr wohl auch nicht länger schlafen lassen *schmunzel* Wofür wir sonst nicht die Zeit haben, ist das ausgiebige und gemütliche Frühstück. So gibt es nicht nur unseren gemeinsamen Tee, sondern auch frisch gebackene Brötchen (Sonntagsbrötchen von Aldi – superlecker - das ist fertiger Brötchenteig – nur noch backen...)
Der Vormittag ist für uns relativ kurz, und es lohnt kaum, etwas anzufangen. Um 11 Uhr muss ich los, denn um 12 Uhr habe ich meinen ersten von den drei Vorbereitungsterminen für die Bestrahlung. So mache ich mich auf den Weg und bin gespannt, was mich erwartet. Eine sehr nette MTA (medizinisch- technische- Assistentin) erklärt mir, warum alle diese Vorbereitungen sein müssen. Auch fragt sie immer wieder, ob ich noch etwas wissen möchte, aber ich habe nur wenige Fragen, denn mir wurde bereits vieles erklärt. Ich muss mich nun auf ein Gerät legen und werde sozusagen „vermessen“. Die Arme soll ich nach oben legen, so dass sich die Hände über dem Kopf „treffen“. Der linke Arm macht jedoch Probleme, denn diese Lage verursacht genau die Beschwerden, die ich sonst versuche zu vermeiden. Dadurch erfahre ich auch von der MTA, dass ich durch eigene Übungen oder Krankengymnastik meine Bewegungseinschränkungen wegtrainieren kann und soll. Für mich ist dies sehr wichtig zu erfahren, denn bisher hatte ich Angst, etwas Falsches zu tun. Jedoch soll ich Dehnungsübungen und Überanstrengung nicht verwechseln… Ja, und dann kommt die MTA irgendwann mit einem Pinsel an und bemalt mich. Ich erfahre, dass dies meinen weißen Pullover, der in meiner Umkleidekabine liegt, etwas verfärben wird… Das wusste ich vorher nicht. Hätte ich geahnt, dass ich heute schon „tätowiert“ werde, hätte ich diesen neuen Pullover nicht aus dem Schrank genommen. Was nun? Aber ich bin scheinbar nicht der erste Patient, der dieses Problem hat. Die MTA gibt mir ein T-Shirt, und ich kann meinen neuen Pullover einpacken…
Morgen ist der zweite Vorbereitungstermin, und nächste Woche Mittwoch der dritte. Am Tag darauf, also am 20. April, geht es mit den Bestrahlungen los… Wie froh bin ich heute, dass ich gestern noch mal ganz gemütlich in der Badewanne saß, denn von nun an ist mir dies strikt untersagt. Ich muss wohl nicht erzählen, wer da schon wieder schmunzelt...
Montag, 10.04.2006
Diese Woche hat Norbert Urlaub, um für den Garten Zeit zu haben. Das macht er jedes Jahr. Nach dem Winter ist anfangs viel zu tun. So hoffen wir diese Woche auf einigermaßen Wetter, denn oft schon hatten wir Pech und es regnete nur… Die ersten Gartenarbeiten haben wir bereits am Sonnabend gemacht, weil uns die Sonne regelrecht rauslockte. Allerdings bin ich ja dieses Jahr durch mein Handicap nur ein kleiner Helfer. Aber untätig kann ich nicht sein, also mache ich nur ganz leichte Dinge und auch nicht so lange…
Sonntag, 09.04.2006
Bevor ich gestern ins Tagebuch schreiben wollte, schaute ich meine USB- Sticks durch, da Norbert einen leeren brauchte. Aber dies war der Grund dafür, dass der Abend wieder einmal völlig anders als geplant verlief. Ein USB- Stick wurde vom System nicht erkannt, ich probierte es immer wieder und startete dann irgendwann den Computer neu. Es half nichts, im Gegenteil, ein weiteres Problem „gesellte“ sich hinzu. Auf meinem Arbeitsplatz wurden nun die Steckplätze vom Kartenleser nicht mehr als Laufwerke angezeigt. Weder die Treiberaktualisierung, noch die Recovery- CD konnten dieses Problem beseitigen. Dann spielte auch noch der Windows- Mediaplayer verrückt, startete nicht mehr und zeigte Fehlermeldungen. Selbst eine Neuinstallation bzw. Aktualisierung war durch Fehleranzeigen nicht mehr möglich. Als ich mit meinem Latein am Ende war, fuhr ich gegen Mitternacht den Computer herunter und nahm mir für heute vor, das gesamte System mit der Recovery- CD in den Ursprungszustand zu versetzen. Beim Ausschalten kam noch eine Meldung, dass 4 Windows- Updates verarbeitet werden… So, nun habe ich ja heute einiges vor und schalte den PC fast widerwillig ein. Ich will noch einige Daten sichern, rufe den Arbeitsplatz auf und siehe da: meine Laufwerke vom Kartenleser werden wieder angezeigt! Ich kann es kaum fassen, aber da war ja noch der Mediaplayer… Doch auch er startet ohne Probleme *wunder* Nun gut, böse bin ich darüber nicht, spare nun eine Menge Zeit, aber erklären kann ich es nicht. Ich nehme nur an, dass die Updates beim Herunterfahren vielleicht etwas bewirkt haben. Sicher ist nur eins: mein kleines Schaf hat wieder etwas zum Schmunzeln…
Freitag, 07.04.2006
Alltäglichkeiten sind heute unwichtig, denn um 16 Uhr habe ich einen Termin zum Vorgespräch in der Strahlentherapie. Meine Schwester möchte mich gern begleiten, worüber ich mich sehr freue. Zu zweit hat man immer das Gefühl, dass man jemanden zum Festhalten hat… So hole ich Nora vorher ab, und wir fahren gemeinsam zum Auguste- Viktoria- Klinikum nach Schöneberg. In der Radioonkologie und Strahlentherapie bittet uns ein sehr netter Arzt in sein Sprechzimmer. Das Gespräch dient zur Aufklärung und Information. Mir wird gesagt, dass ich 25 plus 5 Bestrahlungen bekommen werde. Diese extra genannten fünf sind spezielle Bestrahlungen. Dabei erfahre ich, dass ich an der Stelle, wo der Tumor war, kleine Titanclips habe, die bei diesen 5 Extra- Bestrahlungen eine Rolle spielen und „angepeilt“ werden. Auch sollen sie bei späteren Mammographien den ehemaligen „Standort“ des Tumors anzeigen und die Diagnose erleichtern. Das wusste ich bisher nicht, aber mache nun auch meine Scherze und frage, wie ich denn in Zukunft durch die Flughafenkontrollen komme soll. Aber der Arzt erklärt mir, dass Metalldetektoren bei Titan nicht ausschlagen. Schmunzelnd fügt er hinzu, dass ich meine Waffe aus Titan fertigen lassen soll, aber dies wohl kaum bezahlen könnte. Gut, dass man den Humor noch nicht verloren hat…
Aber ich erzähle dem Arzt auch von meinen immer noch starken Schmerzen, speziell von diesem Brennen in der Achselhöhle. Er erklärt mir daraufhin, dass durch die Entfernung der Lymphknoten eine Art Phantomschmerz entstehen kann, der noch sehr lange anhalten kann. Ich kann es nicht medizinisch genau wiedergeben, aber weiß nun, dass es kein Grund zur Beunruhigung ist und habe durch seine Erklärung zumindest meine Angst verloren…
In den nächsten 14 Tagen habe ich nun noch drei weitere Termine, bevor es losgeht. Dies sind Untersuchungen, um die genauen Einstellungen für die Bestrahlungen festzulegen. Mehrere Merkblätter habe ich in der Hand, als ich die Strahlentherapie verlasse. Die wichtigste Anweisung ist, dass ich „das zu bestrahlende Gebiet und die Markierungen nicht waschen“ darf. Ich kann mich erinnern, dass ich vor einigen Jahren mit dem Telebus genau aus dieser Strahlentherapie einen Fahrgast abholte. Es war Hochsommer, und im Ausschnitt des T-Shirts sah ich blaue Striche…
Donnerstag, 06.04.2006
Vor einigen Tagen habe ich geschrieben, dass Norbert sich freut, weil er nun morgens an seinem Auto keine Scheiben mehr kratzen muss. Aber da haben wir wohl, wie man so sagt, den Tag vor dem Abend gelobt. Zurzeit liegen nachts die Temperaturen wieder um Null, und heute ist der dritte Tag, an dem Norbert wieder Eis auf den Scheiben hat. Gestern früh stand er im Stau, weil wegen Glatteisunfällen die Hauptverkehrsstraße gesperrt war, und heute berichtet man im Fernsehen von Blitzeis und Verkehrstoten…
Ich will heute Vormittag mit Jill zum Tierarzt. Da sie meist nur im Garten herum läuft, nutzen sich ihre Krallen nicht genug ab und müssen hin und wieder geschnitten werden. Im Wartezimmer beim Tierarzt ist es selten langweilig, irgendwie entsteht immer ein Gespräch, oder es gibt etwas zum Schmunzeln. Jill interessiert sich heute für einen Pudel und beschnüffelt Katzenboxen. Als wir jedoch aufgerufen werden, stemmt sie sich wie ein sturer Esel gegen den Gang zum Sprechzimmer. Da ich aber an der Leine ziehe, rutscht sie auf dem glatten Fußboden in ihrer bockigen Haltung hinter mir her, und das ganze Wartezimmer lacht…
Mittwoch, 05.04.2006
Heute ist wieder so ein Tag, über den es eigentlich kaum lohnt zu schreiben. Ich mache vormittags nochmals eine Maschine Wäsche und stopfe von Sticks einige Zigaretten auf Vorrat. Mittags bin ich bereits schon wieder so schlapp, dass ich den ganzen Nachmittag auf der Couch verbringe. Es ist auch eine gewisse Antriebslosigkeit, verursacht durch die ständigen Schmerzen, die ich immer noch habe. Da ist nicht nur der Narbenschmerz, sondern auch ein ständiges und oft unerträgliches Brennen in der Achselhöhle. Da ich neben dieser an der Innenseite des Armes eine Art Delle habe, was man nur im Vergleich zur gesunden Seite bemerkt, nehme ich an, dass man dort das "Auffüllgewebe" entnommen hat, sozusagen unterirdisch, denn die Narbe hört noch vor der Achselhöhle auf. Ich kann mich auch erinnern, dass man es mir so ähnlich vor der OP erklärte. Dies würde das ewige Brennen erklären, auch den stechenden Schmerz, wenn ich mit ausgestrecktem Arm etwas greifen will. Dann zieht es fast bis zum Ellenbogen, als wäre etwas zu kurz.
Ich habe mich inzwischen mehrmals mit Nora unterhalten, um Einzelheiten zu erfahren, wie es ihr nach der OP ging. Speziell interessierten mich die Art und Dauer ihrer Beschwerden. Aber letztendlich haben wir festgestellt, dass unsere OPs trotz der gleichen Krankheit so unterschiedlich waren, dass man die Zeit danach kaum vergleichen kann. Nora ist der Ansicht, dass meine OP durch die Brusterhaltung sogar umfangreicher war und ich wohl noch einige Zeit Geduld aufbringen muss. Es liegt mir auch fern, ständig über Schmerzen zu klagen, und schon gar nicht will ich anderen damit auf den Geist gehen. Aber manchmal fällt es einem doch ganz schön schwer...
Dienstag, 04.04.2006
Für heute habe ich mir nicht allzu viel vorgenommen, denn ich will ja nicht wieder mittags auf die Couch fallen. Also mache ich lediglich eine Maschine Wäsche. Aber ich will auch noch meine Haare waschen, denn nachmittags habe ich eine Verabredung. Erst vor 8 Tagen hat sich entschieden, wie dieser Termin heute abläuft, denn er ist bei der Friseuse, und sie braucht mir ja nur die Spitzen zu schneiden *freu* Sie macht es privat bei sich zu hause, da sie nicht mehr in ihrem Beruf arbeitet. Fünf Zentimeter werden sie nun kürzer, aber es sieht so schön gerade geschnitten viel ordentlicher aus, und ich bin richtig zufrieden. Zur gleichen Zeit kommt auch Nora. Für sie ist es der erste Friseurtermin nach der Chemotherapie. Ihre Haare sind zwar noch nicht lang, aber sollen nun wieder eine richtige Frisur werden, also werden besonders die Seiten und der Nacken geschnitten. Schon vorher gefiel sie mir mit den sportlich kurzen Haaren, aber nach dem Schneiden sieht sie richtig toll aus...
Montag, 03.04.2006
Es ist früh kurz nach 7 Uhr, ich habe mit Arcor telefoniert. Ich sollte den Router abnehmen, das DSL- Modem direkt an den Computer anschließen und die Verbindung zum Internet herstellen. Siehe da, nun geht es, und ich kann aktualisieren. Aber bleibt die Frage, was denn mit dem Router los ist. Ich werde also nochmals alles durchchecken, versuchen neu einzurichten, und dann werde ich sehen. Es wird also nicht langweilig. Eigentlich wollte ich gleich früh zu Nora, denn bisher war ihre Fernsehkarte im PC ungenutzt, was sich bei dem alten Monitor auch kaum lohnte. Also muss der Router noch etwas warten, ich fahre nun erst zu Nora, denn später bekomme ich bei ihr keinen Parkplatz, morgens ist die Chance am größten....
Fortsetzung folgt... und hier ist sie: Auf dem Weg zu Nora hole ich frische Brötchen und bekomme so früh am Tage direkt vor ihrer Tür einen Parkplatz *freu* Dann frühstücken wir erst einmal in Ruhe. Ein ellenlanges Antennenkabel hat ihr Olav neulich vom Wohnzimmer bis zum Computer verlegt. Ich brauche es nur noch einzustecken, starte dann den Sendersuchlauf und zeige Nora alle Funktionen. Sie kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, kann sie doch auch aufnehmen, Fernseh- Schnappschüsse als jpg- Bilder speichern, Videotext lesen, oder vom Bett aus fernsehen, da eine Fernbedienung dazugehört. Na ja, von ihrem Schwesterlein kommen halt immer tolle Sachen *schmunzel* Nora bekam schon mehrmals meine "abgelegten" Computer, und dies war auch mal einer von mir. Ich muss ihr heute fast die Kinnlade wieder hochschieben, die ihr laufend herunterfällt, denn nun sieht sie, was ihr bisher entgangen ist...
Gegen Mittag bin ich wieder zu hause. Ich habe zwar so gar keine Lust dazu, aber nun muss ich mir den Router vornehmen. Also zuerst nochmals unter dem Schreibtisch die Kabel umstecken... Ich konfiguriere den Router neu, und siehe da, nun geht es auch auf diesem Wege wieder ins Internet. Ich teste noch, ob es an Norberts Computer ebenso klappt, und ob die drahtlose Internetverbindung zum Laptop funktioniert, aber alles bestens. Warum, wieso, weshalb, darum mache ich mir keinen Kopf, wichtig ist nur, dass es wieder geht. Als Norbert von der Arbeit kommt, erinnert er sich, dass ich dieses Problem schon einmal in meiner früheren Wohnung hatte, aber mir selber war es total entfallen. Damals half mir der Sohn meiner Nachbarin und meinte nur, dass es mal vorkommen kann. Einfach den Router neu konfigurieren... Hätte sich doch Norbert mal eher daran erinnert, dann hätte ich mir meine Panikattacken sparen können...*grins*
Sonntag, 02.04.2006
Derzeit habe ich am Computer eine „Spielphase“, macht mir wieder einmal Spaß… Nachdem bei Mahjongg Quest inzwischen alle Welten geschafft sind, habe ich alte Lieblingsspiele hervor gekramt, die nach einiger Zeit nun erneut richtig Spaß machen. Auch im Internet habe ich noch einige Freeware- Spiele gefunden. Andere wiederum kann man eine gewisse Zeit ausprobieren und muss sie danach kaufen. Meist stellt man jedoch fest, dass ein Kauf nicht lohnt. Na ja, und so verbringe ich nun einen Teil des Sonntags mit Spielen und der Suche im Internet nach Freeware. Aber dann kann plötzlich die nächste Seite nicht mehr angezeigt werden, die übernächste auch nicht, gar keine mehr… Ich vermute, dass unser Internet spinnt, starte aber zunächst meinen Computer neu, trotzdem ändert sich nichts. Auch beim Abrufen der Emails kommt nun eine Fehlermeldung. Meinen nächsten Test mache ich an Norberts Computer, es ist das gleiche Ergebnis... Nun gut, kurzzeitiger Internetausfall denke ich mir und spiele noch ein wenig - aber nun ist es 22 Uhr, 6 Stunden sind vergangen und noch immer geht hier nichts. Am meisten ärgert mich, dass ich das Tagebuch nicht aktualisieren kann. Habe ich Arcor gestern vorzeitig gelobt? Zurzeit fegt über Berlin weder eine Windrose noch ein Orkan, aber in mir selber tobt ein mächtiges Unwetter *grummel* Na gut, vielleicht ist morgen früh alles wieder in Ordnung, und wenn nicht, dann werde ich mich wohl kümmern müssen. Aber wer hätte vor 10 Jahren gedacht, dass man heutzutage beim Ausfall des Internets reagiert, als hätten sie einem unangemeldet das Wasser abgestellt?
Sonnabend, 01.04.2006
Einige Tage habe ich nichts über Arcor geschrieben, obwohl es bisher fast das "Topp- Thema" war, hat man es nicht schon vermisst? Obwohl wir heute den 1. April haben, folgt jetzt kein Aprilscherz, versprochen! Ich schrieb ja neulich, dass die Beschwerde beim Vorstand anscheinend Wirkung gezeigt hat. Inzwischen hat sich auch einiges getan. Meine Rufnummern sind nun dem Kundenkonto von Norbert zugeordnet, was man online einsehen kann. Auch ist mein Kundenkonto so gut wie bereinigt und alle falschen Rechnungen durch Gutschriften ausgeglichen. Vor wenigen Tagen habe ich lediglich einen Betrag für den kostenpflichtigen Rufnummernschwenk überwiesen, den man mir aus Kulanz fast nur mit dem halben Preis berechnet hat. Letzte Woche rief mich nun auch die Mitarbeiterin der Geschäftsleitung an, welche anfangs zu Norbert Kontakt aufnahm, und wir unterhielten uns ziemlich lange. Sehr geduldig hörte sie mir zu, als ich einige "Erlebnisse" mit der Kundenhotline schilderte. Besonders entsetzt war sie, als ich erzählte, dass ich einmal nach 50 Minuten in der Warteschleife von der "Dame" während meiner Beschwerde aus der Leitung geworfen wurde.
Da nun die einst endlose Geschichte doch noch einem guten Ende entgegen geht, möchte Norbert jetzt nicht mehr den Anbieter wechseln. Für mich ist es zwar immer eine Frage des Prinzips, aber Norbert ist nun der alleinige Anschlussinhaber *schmunzel* Na gut, ich muss ja auch nicht immer meinen Dickkopf durchsetzen. Auf jeden Fall bequemer, und manchmal kommt man auch vom Regen in die Traufe. Fairerweise muss ich zugeben, dass ich bei meinen Internetrecherchen keinen Anbieter gefunden habe, über den nicht gemeckert wurde....
Also nimmt Norbert seine Kündigung zurück, lässt nochmals auf einen günstigeren Tarif und auf DSL 16000 umstellen....*freu* ...und von nun an lebten sie glücklich und zufrieden im Arcor- Land.... bis eines Tages.... Nein, bitte keine Fortsetzung!