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  Tagebuch Juli - September 2005

 

Freitag, 30.09.2005

Eigentlich mache ich immer zuerst meine Hausarbeit und freue mich dann über die Zeit, die für mich bleibt. Heute ist es jedoch umgekehrt, aber unbeabsichtigt. Ich will nur mal kurz bei Ebay reinschauen, denn wir warten seit über 3 Wochen auf einen mp3- Player, in den man eine SD- Speicherkarte stecken kann. Nach mehreren Anmahnungen über Ebay haben wir vom Verkäufer erfahren, dass er die Ware versteigerte, noch bevor er sie hatte. Nur sein Zulieferer hat die Termine nicht gehalten (wenn es stimmen sollte)…

Während ich bei Ebay eingeloggt bin, stöbere ich noch etwas und vergesse dabei regelrecht die Zeit. Man guckt dann, was ein Verkäufer noch so anzubieten hat, vergleicht mit anderen, entdeckt neue Dinge… Es ist fast wie ein Irrgarten *schmunzel*. Letztendlich bleibe ich bei einem CD- Autoradio „hängen“. Dieses hat an der Vorderfront zusätzlich zwei Schlitze: einen Steckplatz für eine Speicherkarte und einen USB- Steckplatz für einen Stick oder eine USB- Festplatte. Dieses Autoradio gibt es für knapp 80,- Euro (der Listenpreis liegt bei 129,- Euro)! Ich rufe Norbert an, denn dieses Radio geht mir nicht mehr aus dem Kopf... Ich habe zwar ein Autoradio, welches mp3- CDs abspielt, aber viele Titel habe ich über und würde manchmal gern neu zusammenstellen. Dazu muss man aber immer eine neue CD brennen. Auf einem Stick oder einer Speicherkarte kann man jedoch Titel löschen oder hinzufügen wie auf einer Festplatte. Das ist natürlich wieder ein Fortschritt und wesentlich bedienfreundlicher… Norbert findet dieses Radio auch sehr gut, aber meint, dass es sich für sein altes Auto nicht lohnt, zumal er sowieso nur Kurzstrecken fährt. Wenn wir verreisen, dann immer mit meinem Auto, also für meinen Felix ein neues Radio…

Nun hoffe ich nur, dass wir mit diesem Verkäufer etwas mehr Glück haben, als mit dem zuvor genannten… Bisher habe ich bei Ebay eigentlich nur gute Erfahrungen gemacht. Extrem positiv war es bei meinem letzten Handy. Dies überbrachte mir der Postbote per Nachnahme knapp 36 Stunden nach Anklicken des Kauf- Buttons. Ich war regelrecht geschockt, aber im positiven Sinne…

Nun ist der Vormittag vergangen, ohne dass ich es gemerkt habe. Also muss ich mich nun ranhalten, um noch das zu schaffen, was ich mir an Hausarbeit für heute vorgenommen habe. Im Erdgeschoss sind Wohnzimmer, Küche und die so genannte Gästetoilette. Hier wollte bzw. will ich heute sauber machen. Während ich nun mit Staubsauger, Putzlappen und Wischmopp hantiere, überlege ich, was ich Norbert und Andi heute zu essen mache. Manchmal muss ich lange grübeln. Norbert isst eigentlich alles, aber Andi ist etwas wählerischer. Heute treffe ich den Geschmack von beiden: ich schneide fertige Bouletten in Scheiben, brate sie an, und dazu kommen in Scheiben geschnittene Pellkartoffeln und natürlich viel Zwiebeln und Gewürze… Als Norbert von der Arbeit kommt, dauert es nur noch kurze Zeit. Ich schneide noch ein paar Gewürzgurken als Beilage in Scheiben, und „meine beiden Männer“ lassen es sich richtig schmecken…

 

Donnerstag, 29.09.2005

Eine Mitarbeiterin der Krankenkasse sagte mir neulich am Telefon, dass ich mir auch die Meinung eines zweiten Orthopäden einholen kann bzw. die Möglichkeit habe, den Arzt zu wechseln. Bisher wusste ich jedoch nicht, wer denn „besser“ sein könnte, obwohl ich nach den monatelangen fast ergebnislosen Terminen schon ziemlich frustriert bin… Da wechselt man nicht auf gut Glück, sondern hofft auf Empfehlungen…

Meine Schwester erzählte neulich ihrer Krankengymnastin während der Behandlung von meinen Sorgen und bekam somit durch Zufall die Adresse eines empfehlenswerten Orthopäden…

Da dort ein kurzfristiger Termin nicht möglich war, sagte man mir dann am Telefon, dass ich ohne Termin am besten gleich zu Beginn der Sprechstunde um 8 Uhr da sein solle… So bin ich heute pünktlich um 8 Uhr dort…

Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Der Arzt ist mir in seiner Art wesentlich sympathischer, und ich habe auch nicht mehr das Gefühl, dass ich beim Gespräch ein Zeitlimit habe… Auch scheint ihm nicht meine so genannte Kalkschulter die Ursache für das Kribbeln in den Fingern zu sein, sondern meine Halswirbelsäule. Er möchte die Ursache gründlich abklären. Ich bekomme darum zwei Überweisungen: die erste zur Kernspintomographie der Halswirbelsäule, die zweite zum Neurologen, wo ein EMG (Elektro-Myographie) und ein NLG (Nervenleitgeschwindigkeit) gemacht werden sollen. Den dritten Zettel, den ich in die Hand bekomme, ist eine weitere Verordnung für Krankengymnastik, um die Beschwerden zu lindern. Jedoch werde ich wohl diesbezüglich ebenso die Praxis wechseln, nämlich zu der Krankengymnastin meiner Schwester. Sie hatte nur den Kopf geschüttelt, als Nora ihr von meinem „Horrortrip“ und meinem anschließenden blauen Rücken erzählte…

 

Mittwoch, 28.09.2005

Als ich heute früh zu Nora fahre, nehme ich Andi ein Stück mit, denn er hat jetzt mittwochs immer Berufsschule.

Vorige Woche lagen die Leukozytenwerte meiner Schwester über der magische Grenze, und sie konnte ohne Spritze nach hause gehen, heute ist es umgekehrt.... Aber wir sind guter Dinge und denken positiv: Nächsten Mittwoch bekommt sie die letzte der 6 Chemotherapien, wir sehen also bereits das Licht am Ende dieses langen Tunnels. Nachdem sich Nora von der letzten Chemo erholt hat, fährt sie dann Anfang November zur Kur an die Ostsee. Darauf freut sie sich schon sehr.

Heute habe ich für Nora eine Mini- Stereo- Anlage mitgenommen, die bei uns überflüssig ist, denn ihr Radio im Schlafzimmer streikt seit einigen Tagen. Auch eine Haushose mit passendem Pullover habe ich ihr mitgebracht, denn ich hatte sie mir zu klein gekauft und kann zu kurze Hosen nicht leiden. Aber Nora ist kleiner als ich, und ihr passt die Hose super. Mein Schwesterlein strahlt, und auch ich freue mich richtig, dass ich ihr mit den Dingen solch eine große Freude bereiten konnte...

 

Dienstag, 27.09.2005

Um 10 Uhr bekomme ich Besuch. Es sind Nicole und Christian. Beide kenne ich fast drei Jahre....

Nicole ist Radakteurin. Ich glaube, ich habe schon einmal von ihr geschrieben, als wir uns zum Kaffee trafen. Anfangs war sie für mich eine Reporterin wie alle anderen. Aber dies änderte sich, als ich sie als Mensch kennen und schätzen lernte... Heute haben wir eigentlich eher privaten Kontakt und ein fast freundschaftliches Verhältnis. Nicole bereitet einen Artikel vor, und somit können wir auch privat wieder etwas plauschen. Christian ist Fotograf. Von ihm sind einige Fotos, die ich mit seinem Einverständnis auf meiner Homepage veröffentlichen durfte. Nach unserem heutigen Treffen bekomme ich wieder einige. Wir trinken hier gemütlich Kaffee, haben uns viel zu erzählen und Christian macht schon einige Fotos im Garten und im Haus.

Dann fahren wir zusammen zu dem Parkplatz am Teufelsberg... Nicole möchte darüber schreiben, was ich an diesem Ort empfinde, dort, wo Jana und Mario ihr Leben beendeten... Sie merkt sofort, dass auf diesem Parkplatz das Lachen aus meinem Gesicht verschwunden ist. Sehr einfühlsam stellt Nicole mir ihre Fragen, aber es ist für mich schwierig, meine Gefühle in Worte zu fassen....

 

Montag, 26.09.2005

Ich packe es, kurz nach 6 Uhr aufzustehen und bin richtig stolz auf mich *schmunzel* Ich erledige etliches im Haushalt, lasse die Waschmaschine mehrmals laufen und stopfe Zigaretten auf Vorrat. Da das Rauchen schon nicht billig ist, kaufe ich immer die preiswerteren Steckis, die man dann in die Hülsen stopfen muss.

Gerade noch rechtzeitig fällt mir auf, dass es draußen ziemlich duster wird, dabei waren erst für nachmittags Schauer angesagt. Ich hole den Wäscheständer von der Terrasse ins Haus und gehe noch schnell mit Jill in ihre Gassi- Ecke, denn bei Regen ist sie ja kaum vor die Tür zu bekommen. Wenige Minuten später fallen die ersten Tropfen. Das nennt man Timing!

Allerdings komme ich nun ins Grübeln, denn heute Nachmittag kann ich mein Motorrad aus der Werkstadt abholen. Zweimal bin ich in den letzten Jahren in einen Wolkenbruch gekommen und durch die Ledersachen bis auf die Haut nass geworden. Seitdem ist Regen auf dem Motorrad für mich der blanke Horror. Aber ein paar Stunden ist es ja noch hin. Es hört nach einer Weile auch wieder auf zu regnen, aber so richtig traue ich dem Frieden noch nicht... Als Norbert von der Arbeit kommt und mich zur Werkstatt fährt, sieht es draußen zwar grau aus, aber inzwischen sind sogar die Straßen abgetrocknet und ich komme auch trocken hier an. Ich bin happy, dass die Suzi nun wieder hier vor der Tür steht. Allein ihren Anblick habe ich in den letzten Tagen vermisst... Den TÜV lasse ich jedoch erst im Oktober machen, denn sonst verschenke ich einen Monat. Aber es wird wohl kaum Probleme geben, zumal nicht nur die glänzende neue Kette ins Auge fällt, sondern das Bike nun auch technisch topp fit ist.... Ich weiß, mein kleines Schaf freut sich heute wieder mit mir....

  

Sonntag, 25.09.2005

Der Sonntag verläuft ruhig und gemütlich. Nur abends rege ich mich wieder einmal auf, denn ich verfasse ein weiteres Schreiben an Arcor...   

 

Sonnabend, 24.09.2005

Den Freitag habe ich hauptsächlich wieder mit sauber machen verbracht, denn ein Haus schafft man nicht an einem Tag. Auch musste ich noch Einkäufe machen, also lohnte es nicht, diesen Tag in Details zu schildern...

Nach seinen ersten beiden Arbeitstagen freut sich Norbert heute, dass er bereits wieder das Wochenende zur Erholung hat. Nach unserem gemütlichen Frühstück fahren wir zu Lidl einkaufen. Hinterher will ich mein Auto waschen und polieren. Vor einigen Tagen habe ich mir bei PLUS online eine Poliermaschine und einen Felgenbaum bestellt. Meine Winterreifen liegen noch in der Telebusgarage. Nach dem nächsten Wechsel werde ich meine Sommerreifen hier bei uns lagern müssen. Die Poliermaschine will ich heute gleich ausprobieren, denn mein Auto hat es auch nötig. Nach dem Waschen muss ich noch ein Weilchen warten, denn man soll ja nicht in der prallen Sonne wachsen. Nachdem ich den Wachs später dann aufgetragen habe, will ich ihn gut einziehen und antrocknen lassen, warte also eine Weile.... Ja, und bei dem, was nun kommt, sehe ich schon wieder jemanden vor lauter Schadenfreude grinsen: "Mum, das tut mir aber leid" Nach einer Stunde gehe ich nun mit meiner Poliermaschine und voll geladenem Akku zum Auto und will es blank polieren. Aber es klappt nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Drücke ich fest auf, dreht sich der Polierteller kaum noch, lasse ich lockerer, dann wird es nicht blank. Fazit: ich habe den Wachs zu dick aufgetragen und zu lange antrocknen lassen. Mit der Poliermaschine kann ich so gut wie gar nichts ausrichten, also muss ich von Hand polieren. Genau das wollte ich mir ersparen. Mit dem rechten Arm kann ich nicht, also mit links, na prima! Die Sonne steht bereits sehr tief, und ich poliere im Schatten, aber trotzdem ist mir ganz schön warm. In den Autoscheiben spiegelt sich mein Gesicht, wo ich sogar die Schweißperlen erkennen kann... 

 

Donnerstag, 22.09.2005

Norberts Urlaub ist leider vorbei, heute ist sein erster Arbeitstag, und dieser ist ja gewöhnlich der schlimmste...

Auch ich raufe mich wieder auf, nichts mehr mit lange schlafen, obwohl es mir auch nicht leicht fällt. Ich will sauber machen, mittags ist Krankengymnastik. Mit den Terminen haben sie Mist gebaut, so bekomme ich keine Massage, sondern nur eine Fango- Packung *freu*

Auf dem Heimweg fahre ich einkaufen und überlege, mit welchem leckeren Essen ich Norbert nach seinem ersten Arbeitstag überraschen kann. An der Fleischtheke bei Kaisers sehe ich im Angebot einen Rollbraten, der mich regelrecht anlacht. Dazu hole ich frische grüne Bohnen und Klöße in Kochbeuteln. Als Norbert kommt, sind seine ersten Worte: "das riecht aber gut!" Wir warten noch auf Andi, dann kommt das Essen auf den Tisch. Ich freue mich, dass es den beiden so richtig gut schmeckt....

 

Mittwoch, 21.09.2005

Kurz nach 7 Uhr sitze ich bereits am Steuer von Norberts Auto, um meine Schwester abzuholen. Bei der Kontrolle des Blutbildes sind ihre Werte nach wie vor schlecht, was jedoch während einer Chemotherapie fast normal ist. Aber die Leukozytenwerte sind knapp über der Untergrenze, so dass ihr heute diese verhasste Spritze mit den schmerzhaften Nebenwirkungen erspart bleibt. Nach all den Strapazen, die meine Schwester hinter sich hat, ist so etwas eine große Freude. Für einen Außenstehenden ist dies sicher kaum nachzuvollziehen. Aber jeden kann es treffen, heute, morgen, übermorgen: man hört vom Arzt die Diagnose Krebs... Schlagartig werden alle Wertigkeiten und Prioritäten des eigenen Lebens auf den Kopf gestellt und Lebensinhalte und -ziele ordnen sich neu.

Da komme ich mir fast lächerlich vor, weil ich mich freue, dass ich mittags mein Auto abholen kann und mit dem Service dieser typenoffenen Werkstatt sehr zufrieden bin... Ich fahre mit dem Bike hin und mit dem Auto nach hause. Das Motorrad lasse ich in der Werkstatt. Nun soll auch die Suzi ihren Ölwechsel und eine Inspektion bekommen, zumal im Oktober der nächste TÜV fällig wird... Einige Stunden später werde ich wieder telefonisch über die notwendigen Arbeiten informiert. Ich gebe mein OK für den Austausch der Kette und des Zahnrades, was man als Kettenkit bezeichnet, denn dies unterliegt einem normalen Verschleiß, und ich rechnete bereits damit, dass es nötig sein wird. Ansonsten wird das Motorrad von der Werkstatt als topp fit eingestuft. Es ist ja bisher nur 24.000 km gelaufen, obwohl es Baujahr 1993 ist. Ich freue mich über diese positive Mitteilung und auch darüber, dass man mir gleich anbietet, den fälligen TÜV ebenfalls zu erledigen. Ich falle bei dieser kleinen privaten Werkstatt von einer positiven Ohnmacht in die andere, denn besser ist der Service bei den Markenwerkstätten auch nicht, aber meistens leider viel teurer...

Da lächelt auch mein kleines Schaf, denn auch sie freute sich, wenn sie sparen konnte....

 

Dienstag, 20.09.2005

Der Wecker nervt, als er um 7 Uhr klingelt, aber muss sein, denn heute früh ist ja Werkstatttermin für mein Auto. Bei der Abgabe vereinbaren wir, dass das Auto zuerst durchgecheckt wird und man mir dann telefonisch die Mängel sowie einen Kostenvoranschlag durchgibt. Ich will ja beim Abholen nicht in Ohnmacht fallen *grins* Aber es hält sich in Grenzen, nur eins überrascht und verblüfft mich: Der Grund für meinen Kühlwasserverlust hat keine technische Ursache, sondern eine tierische: da hat ein Marder am Kühlwasserschlauch geknabbert... Diesen neuen Schlauch muss die Werkstatt jedoch erst bei Mercedes besorgen und bekommt ihn erst morgen früh geliefert. Das heißt, dass mein Auto heute nicht fertig wird...

Nachmittags sind wir dann mit Norberts Auto nochmals unterwegs. Andi hat im Wedding etwas zu erledigen. Norbert und ich, wir schlendern in der Zeit bei Möbel- Höffner durch die Etagen... Ich suche einen so genannten Herrendiener, denn mich ärgern immer meine ablegten Sachen auf meinem Computersessel. Wir werden auch fündig, "sammeln" Andi wieder ein und fahren zurück nach hause. Auf der Hin- und Rückfahrt fährt nicht Norbert, sondern ich sitze am Steuer. Nach so langer Zeit mit der bequemen Automatik ist die Schaltung von Norberts Opel Astra für mich total ungewohnt. Aber so kann ich mich bereits wieder etwas daran gewöhnen, denn morgen früh muss ich auch Norberts Auto nehmen, um meine Schwester zur Charité zu fahren.

Nora hat von ihren sechs Chemotherapien inzwischen fünf hinter sich, am 5. Oktober ist die letzte... Dieser folgt leider wieder eine Woche, in der es ihr mies gehen wird, aber dann hat sie es endlich hinter sich! Kurze Zeit später fährt sie zur Kur. Meine Schwester war in den letzten Wochen und Monaten so tapfer und zuversichtlich, dass sie sich eine Erholung mehr als nur verdient hat, und ich wünsche es ihr auch von ganzem Herzen!

 

Montag, 19.09.2005

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten nach dem Formatieren ist alles ganz gut gelaufen, aber für das Tagebuch hatte ich gestern keine Zeit und keine Nerven mehr... Auch will ich die Homepage nun mit einer neueren Version des Programms bearbeiten und aktualisieren. Zur Sicherheit habe ich alle HP- Dateien extra gesichert, damit nichts schief gehen kann... Es klappt aber ganz gut, wie man sieht, allerdings ist einiges bei der Bedienung des Programms noch etwas gewöhnungsbedürftig.

Nun bin ich bis auf ein paar Spiele und Programme wieder "voll leistungsfähig", aber nur am Computer, denn heute früh habe ich Krankengymnastik.... Der Physiotherapeut "entdeckt" während der Behandlung meiner Schulter mit Ultraschall, dass meine Muskeln verspannt sind und beginnt mit einer Massage. Bisher hörte ich immer nur, dass Massagen ja soooo angenehm sein sollen. Eigentlich bin ich nicht zimperlich, aber diese Massage ist der reinste Horror! Immer noch tut mir alles weh, und auf meinem Rücken sind rote Stellen, die sich scheinbar zu blauen Flecken entwickeln werden... Ja, und wer lacht da wieder vor lauter Schadenfreude? Natürlich mein kleines Schaf!

Während ich mich nun langsam über meinen neu eingerichteten Computer freue, sitzt Norbert neben mir an seinem PC und flucht. Noch nie habe ich bei Windows XP einen blauen Bildschirm gesehen, außer bei der Installation, aber Norbert hat den großen Ausnahmefehler, mit dessen Zifferncode ich natürlich nichts anfangen kann. Also Neustart per Reset- Taste, da nichts mehr reagiert, und zum Glück läuft er noch mal. Wir sichern seine ganzen Dateien auf CD und bereiten die Neueinrichtung vor, die ich eigentlich erst in einigen Tagen machen wollte. Zur Zeit läuft die Formatierung der Festplatte. 160 GB brauchen ihre Zeit, darum nutze ich sie, um nun mein Tagebuch zu schreiben....

  

Sonnabend, 17.09.2005

Während Norbert und Andi heute den Wochenendeinkauf erledigen, mache ich sauber und lasse mehrmals die Waschmaschine laufen. Nun sitzen die beiden vor dem Fernseher und gucken Bundesliga, während ich hier am Computer nochmals Daten sichere und alles durchsehe. Der Zeitpunkt ist wieder einmal da, wo ich meinen PC formatieren und neu einrichten möchte. Ich habe in der letzten Zeit viele Spiele herunter geladen und ausprobiert, die nur eine bestimmte Laufzeit hatten und dann deinstalliert. Irgendwelcher Datenschrott bleibt jedoch immer hängen... Wie man früher schon einmal in meinem Tagebuch nachlesen kann, bin ich sowieso der Typ, der hin und wieder den Computer neu einrichtet, und ich hinterher immer das Gefühl habe, als hätte ich frisch „renoviert“. Sicher, es gibt auch Programme, die Datenmüll entfernen, aber dabei habe ich immer das Gefühl, als kehre ich den Dreck nur unter den Teppich....*grins*

Ganz von der Außenwelt werde ich während der Neueinrichtung nicht abgeschnitten sein, denn mein Laptop ist ja auch noch da, nur muss ich ihn erst vorholen, denn in der letzten Zeit benutze ich ihn nur auf der Terrasse oder wenn ich verreist bin.

Ich hoffe, dass mit der Neueinrichtung des PCs alles gut klappt, denn nächste Woche soll auch Norberts Computer diese Prozedur durchlaufen. Seiner ist in der letzten Zeit sehr langsam geworden ist und bleibt inzwischen auch des öfteren „hängen“.

So, nun werde ich loslegen und hoffe auf gutes Gelingen und nicht allzu große Probleme. Mein Schaf lächelt schon und drückt mir die Daumen....

 

Freitag. 16.09.2005

Heute kümmere ich mich um einen Werkstatttermin für mein Auto. Seit einigen Tagen leuchtet in der Digitalanzeige des Tachos nach dem Starten für kurze Zeit ein Werkzeugschlüssel mit einer Kilometerangabe bis zu nächsten fälligen Inspektion auf. Ich kenne dies vom Telebus (Mercedes- Sprinter), es zählt ab 1000 km abwärts... Aber auch der Kühlmittelstand muss überprüft werden, denn zweimal leuchtete die Kontrolllampe in den letzten Tagen bereits kurzzeitig auf, also ist langsam Eile geboten...

Wenige Minuten von uns ist eine freie Tankstelle mit Werkstatt, wo Norbert bereits sein Auto hat reparieren lassen. Ich fahre dorthin und frage nach einem Termin. Dabei erfahre ich, dass man in wenigen Tagen schließt.... Es tut mir leid, nicht nur, weil ich mich nun anderweitig umsehen muss, sondern auch, weil scheinbar wieder einmal die Kleinen an der Konkurrenz der Großen kaputt gehen. Ich frage nach einer Empfehlung und bekomme eine Visitenkarte von einer privaten und typenoffenen Werkstatt. Dorthin fahre ich nun. Es ist äußerlich keine Nobelwerkstatt, verschiedene Autotypen stehen vor der Tür, aber man ist sehr freundlich, und ich kann mir einen Termin aussuchen. Kostenlos wird man am kommenden Dienstag zuerst checken, was zu tun ist, dann kann ich mich entscheiden... Ich glaube, dass solche typenoffene Werkstätten nicht unbedingt  schlechter sind als die von VW, Opel, Mercedes und wie sie alle heißen... Also werde ich mit meinem Auftrag zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: ich unterstütze das private Gewerbe und schone gleichzeitig meinen Geldbeutel....

Nachdem ich wieder zu hause bin, glücklich über den Werkstatttermin, da schießt mir regelrecht ein Blitz durch den Kopf. Ich hole nochmals die Visitenkarte von der Werkstatt hervor, rufe dort an und frage, ob ich auch mit meinem Motorrad hinkommen könnte, da doch die Suzukiwerkstatt in der Nähe nicht mehr existiert. Auch auf diese Frage bekomme ich eine positive Antwort! Ich kann die Suzi zum Ölwechsel und zur Reinigung der Kette ebenfalls hinbringen. Was will ich mehr? Sogar als ich sage, dass ich mit dem Bike nur bei schönem Wetter komme, bleibt man freundlich...

Ich schaue zum Bild an der Wand, und mein kleines Schaf freut sich mit mir...

 

Donnerstag, 15.09.2005

Der Vormittag „plätschert“ so dahin, denn wir sind relativ spät aufgestanden. Um 14 Uhr habe ich Krankengymnastik, da lohnt es kaum, etwas anzufangen, da man ohnehin ständig auf die Uhr schaut. So setzen wir uns beide an unsere Computer. Norbert hat seit einigen Tagen einen Zugang für den Download von mp3 und Videos ausfindig gemacht, den er vorerst 14 Tage gratis testen kann, bevor er sich eventuell für eine kostenpflichtige Nutzung entscheidet. Ich brenne derweil für meine Schwester noch einige CDs mit Daten und Tools, die man kostenlos downloaden kann. Nach der Krankengymnastik will ich sowieso bei Nora vorbeischauen, da ich für sie eine neue Maus besorgt habe. Ihre springt oft ganz unverhofft in eine andere Ecke des Monitors, und das ist total nervig! Zuerst dachte ich, dass es vor dem Formatieren mit dem ganzen System zu tun hatte, aber auch hinterher hat sich daran nichts geändert. Nachdem ich also aus der „Folterkammer“ des Physiotherapeuten raus bin, schließe ich bei Nora die neue Maus an, und es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht! Also hatte das alte Ding doch eine Macke! Bei Getränke- Hoffmann hole ich für Nora schnell noch Apfelsaft, aber dann lasse ich sie auch wieder allein, denn sie fühlt sich nach der Chemo allein am wohlsten, wenn man überhaupt von wohl fühlen reden kann...

Wieder zu hause lege ich nur meinen Helm und die Lederjacke ab, nehme Jill mit und fahre mit ihr zum Tierarzt. Ende August wäre ihre jährliche Impfung fällig gewesen, aber da sie bis vor kurzem ihre Hitze hatte, hätte es im Wartezimmer beim Tierarzt zu Komplikationen kommen können *grins* Nun holen wir dies nach, auch macht die Tierärztin gleich mal wieder die Ohren sauber und schneidet die Krallen. Jill ist zwar viel draußen, aber im Garten nutzen sich die Krallen auf natürliche Weise weniger ab, als auf Straßenpflaster, also ist diese „Maniküre“ notwendig *schmunzel*

Manche Tage rinnen wie Sand durch die Finger, so auch der heutige. Bevor er begann, ist er auch schon zu ende. Andi macht abends wieder den Grill an und guckt mit Norbert Fußball. Ich setze mich nach dem Essen an den Computer und mache meine „Hausaufgaben“. Wie immer schaue ich hin und wieder zur Wand, wo die Bilder von Jana und Mario hängen. Heute habe ich den Eindruck, als lächeln sie nicht nur, sondern strahlen mich regelrecht an. Ich weiß nicht warum, aber freue mich darüber....  

 

Mittwoch, 14.09.2005

Meine Schwester hat heute ihre 5, Chemotherapie. Eine Freundin bringt sie hin, und ich hole sie ab. 

Als ich wieder nach hause komme, holen wir ein ausgiebiges Frühstück nach und erledigen einige Dinge. Nachmittags und abends „durchkämme“ ich mal meine ganzen Dateien, sichere vieles auf Daten- CD, denn man weiß ja nie... Trotzdem habe ich immer noch das Gefühl, als hätte ich wichtige Dinge vergessen...

Nun ist es sehr spät geworden, und mir fallen fast die Augen zu. Darum genug für heute...

 

Dienstag, 13.09.2005

Bereits in der Nacht um 0 Uhr haben wir mit Norbert angestoßen, ich durfte mir nun den Ring anstecken und schlief dann bereits im Sitzen ein....

Morgens weckt mich das Telefon, denn meine Mum möchte mir gratulieren, kurz darauf meine Schwester. Auch meine ehemalige Nachbarin Katrin ruft an. Janas Schulfreundin Linn schickt mir zum Geburtstag eine Mail, denn sie kennt Norberts Telefon- Nr. nicht („danke“ an Arcor!) Im Laufe des Tages melden sich auch noch mein Ole- Bole und Renate...

Heute Mittag fahren Norbert, Andi und ich zu meinem Lieblingsgriechen in meiner alten Heimat Charlottenburg. Den Nachmittag verbringen wir dann zu hause ganz in Ruhe. Ich bin sowieso kein Partyfan, mag es lieber ruhig. Oft sind meine Gedanken bei Jana, sie hat mich zu meinen Geburtstagen mit ihren Überraschungen immer richtig sprachlos gemacht. Obwohl es heute ein gemütlicher Tag ist, fehlt sie, wie immer... Es würde ihr hier gefallen, zumal Andi nun noch den Grill anmacht...

 

Montag, 12.09.2005

Um 8 Uhr Krankengymnastik, also wieder zeitig aufstehen. Als ich mit frischen Brötchen zurück bin, schläft Norbert noch...

Wir sind heute einige Zeit unterwegs. Wir bummeln durch die „Wilmersdorfer Straße“ in Charlottenburg. Oft war ich auch mit Jana dort, und wir nannten sie immer nur „Wilmi“. Sie war nur wenige Minuten von unserer Wohnung entfernt. Wir schlenderten unheimlich gern durch diese Fußgängerzone.... 

Norbert möchte mir meinen Geburtstagswunsch erfüllen, aber ich muss dabei sein, denn einen Ring muss man probieren. Wir finden in der Schmuckabteilung bei Karstadt etwas hübsches, aber bedanken werde ich mich erst morgen, wenn ich Geburtstag habe, ihn aus der Geschenkpackung heraus nehme und nicht mehr abgebe...

Auf dem Heimweg halten wir am Friedhof. Gießen müssen wir nach dem vielen Regen nicht, aber die Rosen sind verblüht. Diese nehme aus den Grabvasen, aber die Lilien stehen noch in voller Blüte und sehen einmalig schön aus. Natürlich, denn es waren doch immer unsere gemeinsamen Lieblingsblumen...

 

Sonntag, 11.09.2005

Den heutigen Tag habe ich für Nora reserviert. Ich will ihren Computer formatieren und neu einrichten. Darum klingelt mein Wecker um 8 Uhr, und kurz nach neun fahre ich zu ihr. Zuerst bekomme ich ein leckeres Frühstück und Kaffee... *freu*

Nora hat alle ihr wichtigen Daten in einem Ordner zusammen getragen. Diese brenne ich auf CD, damit sie nicht verloren gehen. Dann formatiere ich, spiele Windows neu auf und richte es ein. Es folgen Antivirenprogramm und weitere Tools für die Sicherheit... Dann richte ich den Internetzugang ein und bin ganz gespannt, ob es heute gut klappt. Ich mache dies über einen Router, den ich ihr mitgebracht habe, denn bei uns existiert ja durch meinen Umzug fast alles doppelt *grins* Der Router hat den Vorteil, dass er eine integrierte Firewall gegen „Angriffe“ von außen hat und man ohne Einwahlprogramm sofort online ist, sobald man den Browser aufruft. Die Online- Verbindung klappt erst im zweiten Anlauf, nämlich, nachdem ich zwei identische DSL- Kabel ausgetauscht habe. Dazu kann ich wieder einmal keine Erklärung abgeben *grübel*

Nora ist happy, aber ich ebenso, denn nun läuft ihr Alice- DSL auch mit der Geschwindigkeit, die man von solch einem Anschluss erwartet!

Die Zeit ist wie im Fluge vergangen. Ich installiere meiner Schwester noch ein paar ihrer Lieblingsspiele und einige wichtige Programme. Dann machen wir Schluss für heute. Nora hat mich während der ganzen Zeit mit Essen und Getränken bewirtet. Nora ist erschöpft, obwohl sie sich zwischendurch auf der Couch ausgeruht hatte, aber es ist nicht die Erholung, die sie allein gehabt hätte. Die restlichen Dinge werde ich ein anderes Mal installieren....

Es ist nun 19:45 Uhr, ich nehme meine Schwester in den Arm, verabschiede mich von ihr und fahre nach hause... Auf dem Heimweg ist es sehr voll auf der Straße, denn vor kurzem ging das Fußballspiel von Hertha gegen Wolfsburg zu ende. Fünf Minuten nach mir kommt auch Norbert heim. Er war mit Andi im Olympiastadion....

 

Sonnabend, 10.09.2005

Ich überlege wieder einmal, ob der heutige Tagesablauf so „interessant“ ist, um lange darüber zu schreiben, denn es ist ein ganz normaler Sonnabend einer „deutschen Durchschnittsfamilie“: Frühstücken, Mittag kochen, essen, Fußball gucken, baden, Haare waschen und abends grillen..

 

Freitag, 09.09.2005

Pünktlich um 10 Uhr kommt das Kamerateam vom RBB. Da sich das Wetter von seiner besten Seite zeigt und die Sonne strahlt, möchten sie das Interview im Garten machen. Mir kommt dies sehr entgegen, denn es brauchen keine zusätzlichen Lampen und Scheinwerfer aufgestellt und ausgerichtet werden, was sonst immer ein ziemliches Chaos verursacht und Zeit gekostet hat. Nur ein Problem gibt es: auf dem Nachbargrundstück dröhnt ein Rasenmäher... Der Redakteur klingelt darum nebenan und bittet freundlich um 20 Minuten Ruhe. Somit geht heute alles sehr schnell, und nach einer halben Stunde verabschiedet sich das Kamerateam wieder...

Nachmittags spricht mich unser Grundstücksnachbar an, als ich mit Norbert vom Einkaufen komme. Er reagierte heute morgen etwas gereizt, entschuldigt sich dafür, weil er die Bitte des Redakteurs für 20 Minuten Ruhe und den Grund nicht gleich verstanden hatte. Nun bittet er darum, dass ich nichts in die falsche Kehle bekommen habe und fragt, ob es um meine Tochter ging. Auch sagt er mir, dass er mich bisher aus Rücksicht nie darauf angesprochen hat. Ich verstehe dies, denn viele Leute hatten und haben diese Ängste, die ich anfangs oft missverstanden habe. Wir stehen noch eine ganze Weile am Gartenzaun und reden miteinander. Dabei erzählt mir unser Nachbar unter anderem, wie geschockt er damals war, als er von Janas Selbstmord erfuhr, und wie leid es ihm tut... Bevor wir uns verabschieden, fragt er nach der Sendezeit, denn er möchte sich den Beitrag gern ansehen...

 

Donnerstag, 08.09.2005

Heute wollen wir wieder einen ruhigen Tag verbringen, ohne Termine, ohne Einkauf, nur das, wozu wir Lust haben....

Als ich etwas später kurz am Computer bin, da ich für Norbert etwas ausdrucken möchte, habe ich eine Email vom RBB: 

„Liebe Frau Hentrich,

anlässlich des World Suicide Prevention Day möchten wir morgen in unserer Sendung "Zuhause in Berlin und Brandenburg" über das Thema Selbstmord von Jugendlichen berichten. Da ich Ihre Homepage kenne und weiß, wie offen Sie über das Schicksal Ihrer Tochter sprechen, möchte ich Sie bitten, uns ein Interview zu geben...“

Ich rufe unter der angegebenen Telefonnummer bei der Redaktion von „zibb“ zurück. Da ich morgen um 13 Uhr die zweite Krankengymnastik habe, verabreden wir, dass das Kamerateam um 10 Uhr zu uns kommt. Ich wusste gar nicht, dass es einen World Suicide Prevention Day gibt, aber ich finde dies gut und richtig. Immer noch ist das Thema Suizid für viele Menschen ein Tabu- Thema. Eine Redakteurin erzählte mir einmal, dass mehrere ihrer Angehörigen durch Suizid gestorben waren. Dies zog sich wie ein rotes Band durch ihre Familiengeschichte. Jedoch war es den Hinterbliebenen jedes Mal gelungen, die Todesursache vor den Verwanden und dem Umfeld mit bestimmten Erklärungen als normal (Herzinfarkt etc.) erscheinen zu lassen. Nur durch einen Zufall kam diese Redakteurin der Wahrheit auf die Spur... Selbst in Familien wird also ein Suizid oft als Makel angesehen und vertuscht...

Jährlich gibt es in Deutschland mehr Tote durch Selbstmord, als durch Verkehrsunfälle. Ich weiß dies auch noch nicht allzu lange, denn wer interessiert sich für solche Statistiken, wenn man nicht selber betroffen ist?

Inzwischen ist die Homepage für Jana und Mario auch mehr als nur eine Gedenkseite geworden. Viele, vor allem junge Menschen haben mir geschrieben und sich bei mir bedankt. Wofür? Dafür, dass ihnen beim Lesen der Homepage klar wurde, was ein Selbstmord für die Familie und Freunde bedeutet, dass viele Menschen für den Rest ihres Lebens unter dem Verlust zu leiden haben und oft sogar psychologische Hilfe brauchen... Einigen habe ich mit meinem Tagebuch sogar geholfen.... Anfangs war dies gar nicht meine Absicht, sondern nur meine ganz persönliche Trauerarbeit... Heute aktualisiere ich diese Homepage, weil ich aufzeigen möchte, wie es den Hinterbliebenen geht, denn solch ein Verlust schmerzt bis an das Lebensende...

Nach der heutigen Interview- Anfrage des RBB ist mir wieder einmal klar geworden, dass ich den richtigen Weg gewählt habe. Ich ahnte es nicht, aber mit meiner Trauer habe ich auch Menschen geholfen, und dies möchte ich weiterhin tun, darum lehne ich solche Interview- Anfragen nicht ab, zumal sie aufklären und sensibilisieren sollen. 

Erfahrungsgemäß kommen nach Berichten im Fernsehen auch immer einige wenige negative Reaktionen. Das  akzeptiere ich auch , denn nicht alle Meinungen sind gleich. Nur seltsamerweise geht es dann selten um Trauer, sondern um ein angebliches Honorar, um das man mich scheinbar beneidet, was ich jedoch nie erhalte, denn darum geht es mir auch gar nicht.  

Gibt es wirklich Leute, die auf mich neidisch sind? Ich könnte es nicht glauben...

 

Mittwoch. 07.09.2005

Gestern Abend ist es spät geworden, denn wir haben noch gegrillt und „von jetzt auf gleich“ unsere Nachbarin Sophie dazu eingeladen. Solche spontanen Dinge machen oft mehr Spaß, als wenn man sich tagelang auf irgend etwas vorbereitet und alles perfekt plant...

Nun sitzen Norbert und ich beim morgendlichen Tee auf der Frühstücksterrasse, aber so ein richtiger Tatendrang kommt bei uns beiden nicht auf. Die Nacht war wohl doch etwas kurz *grins*

Um 10:30 Uhr muss ich zur ersten Krankengymnastik. Der Physiotherapeut kennt mich bereits von der Behandlung meines Tennisarmes. Er erkundigt sich nach meinem Ellenbogen. Ich erzähle ihm, dass alle Behandlungen nur bedingt geholfen haben und ich mich mit den noch bestehenden Beschwerden mehr oder weniger  arrangiere und abgefunden habe. Als er mit der Behandlung anfängt, die wieder an eine “Folterkammer“ erinnert, fragt er mich, was ich denn gegessen habe. Oh je! Daran habe ich natürlich überhaupt nicht gedacht, als ich gestern zum Grillen noch eine große Schüssel Tzaziki mit viel Knoblauch gemacht habe...

 

Dienstag, 06.09.2005

Ab 9 Uhr kann ich heute bei der Kernspintomographie meinen Befund abholen. Um 11:40 Uhr habe ich einen Termin beim Orthopäden, dem ich den riesigen Umschlag mit den Aufnahmen übergebe. Der Orthopäde liest den schriftlich beigefügten Befund durch und wird etwas nachdenklich. Natürlich verstehe ich die lateinischen Begriffe nicht und frage nach der deutschen Bedeutung. Somit erfahre ich, das ich in der rechten Schulter einen gutartigen Tumor habe. Auf meine Frage, woran man erkennt, dass er gutartig ist, sagt mir der Arzt, dass der Tumor glatte Ränder hat. Ich bin trotzdem erst einmal geschockt...

Der Orthopäde befragt mich nochmals nach meinen derzeitigen Beschwerden, und ich sage ihm, dass es mir in der letzten Zeit, abgesehen von den Bewegungseinschränkungen, bei bestimmten Haltungen oder Bewegungen ständig in den Fingern der rechten Hand kribbelt, als wären die Finger eingeschlafen. Im weiteren Gespräch vermutet der Orthopäde, dass es sich bei dem Tumor um eine Kalkablagerung handelt, macht noch einige Bewegungstests mit meinem Arm und verschreibt mir 6 Behandlungen Krankengymnastik. Ich bekomme die Verordnung und meinen nächsten Arzttermin für den 4. Oktober.... Ich kann nicht gerade behaupten, dass ich die Praxis des Orthopäden als zufriedener Patient verlasse. Ich erwarte von einem Arzt, dass man mich umfassend aufklärt, mir auch Ängste nimmt. Dieser Orthopäde macht auf mich jedoch immer den Eindruck, als würde ich ihm mit jeder Frage kostbare Zeit rauben. Um die Kernspintomographie meiner rechten Schulter hatte ich ihn ausdrücklich gebeten, von sich aus hätte er sie wohl kaum veranlasst. Hätte er heute nicht diesen Befund vor sich gehabt, wäre ich seinen Augen wahrscheinlich ein Simulant...

 

Montag, 05.09.2005

An mein Geburtstagskind....

Mein kleines Schaf, Du wirst heute 24 Jahre, und ich kann kaum beschreiben, was ich heute an Deinem Geburtstag empfinde. Es ist Sehnsucht, es ist Trauer, aber auch Glück, dass ich 21 Jahre Deine Mum sein durfte. Aber all diese Worte können nicht annähernd meine Gefühle ausdrücken. Du bist immer bei mir, und nur Du kennst meine Gedanken und Gefühle wie niemand anderer. Immer noch bespreche ich viele Dinge mit Dir, hole Deinen Rat ein, höre Deine Meinung... Aber Du bringst auch Deine Kritik an, und heute nehme ich sie mir eher zu Herzen als früher. Du hast mir damit in der letzten Zeit sehr geholfen, denn niemand war und ist so ehrlich wie Du.

Jana, seit 1038 Tagen bist Du nun „dort“, wo wir uns irgendwann wieder sehen. Uns verbindet immer noch unsere „gemeinsame Antenne“. Obwohl ich Dich ständig spüre, fehlt mir aber Deine körperliche Nähe, mir fehlen die Umarmungen, wenn wir uns gemeinsam über etwas gefreut haben, uns gegenseitig getröstet haben, nach einem Streit oder einfach spontan... Ich sehe Dich lachen, grinsen oder wütend, aber meine Augen suchen nach Dir und finden Dich nicht! 

Meine Sehnsucht nach Dir ist in diesen 1038 Tagen nicht weniger geworden, im Gegenteil. Es gibt Momente, da frage ich mich, wie lange ich diese Sehsucht nach Dir noch ertrage. Es kostet so unendlich viel Kraft, aber kaum jemand bemerkt es. Sicher liegt das auch daran, dass ich versuche „normal“ zu erscheinen und nicht als Sonderling dazustehen. Die meisten Leute „erwarten“, dass man irgendwann „darüber“ hinweg ist und zur Tagesordnung übergeht. Aber weit gefehlt, diese Tagesordnung gibt es nicht mehr....

Jana, nichts und niemand kann Dich ersetzen, Du wirst mir immer fehlen! Trotzdem hoffe ich, dass es Dir dort, wo Du jetzt bist, gut geht und Du den ersehnten Frieden gefunden hast. Deine Mum wünscht es Dir von Herzen! Wenn ich irgendwann zu Dir komme und wir wieder zusammen sind, werde auch ich meinen Frieden finden...

In unendlicher Liebe und Sehnsucht 

Deine Mum

 

Sonntag, 04.09.2005

Ein Sonntag wie viele andere, gemütlich, ohne Stress, auch ohne Arbeiten im Garten oder am Haus. Während des Formel 1- Rennens schlafe ich auf der Couch ein, also auch nicht mehr das, was es früher einmal war...

 

Sonnabend, 03.09.2005

Morgens setzten wir das gestrichene Gitter wieder auf den Lichtschacht, und für Jill ist die Welt wieder in Ordnung – sie kann wieder zur Küchentür rein uns raus...

Unser Frühstück auf der Küchenterrasse zieht sich heute sehr in die Länge, denn wir müssen noch unseren Wochenendeinkauf machen und haben nicht so die rechte Lust... Gegen Mittag raffen wir uns dann auf.

Nachdem wir unsere Einkäufe ausgeladen haben, fahre ich zu Nora. Ihr DSL- Anschluss von Alice macht noch Sorgen. Der Einrichtungsassistent von Alice lässt mich regelrecht auf der Stelle treten. Ich probiere alles mögliche, ich schaffe es auch online zu gehen gehen, aber der Seitenaufbau im Internet erinnert eher an ein altes Modem, nur nicht an DSL! Mit Einzelheiten will ich hier niemanden langweilen, wäre auch gar nicht möglich, denn dann würde ich noch morgen schreiben... Nach gut 5 Stunden streiche ich die Segel, denn sogar die Hotline von Alice konnte mir nicht weiterhelfen. Mein Fazit: ich werde Noras Computer demnächst formatieren und alles neu einrichten, denn zusätzlich zu den heutigen Problemen reagiert er bei allen Anwendungen nun auch sehr langsam und bleibt oft hängen.

Als ich gegen 19 Uhr nach hause komme, ist Norbert fast verhungert, denn ich wollte auf dem Heimweg von einem Asia- Imbiss etwas leckeres mitbringen. Das habe ich auch , aber ursprünglich dachte ich, dass ich gegen 15 Uhr zurück bin...

 

Freitag, 02.09.2005

Um 9:15 Uhr habe ich einen Termin bei der Kernspintomografie. Ich bin gespannt, was die Aufnahmen von meiner Schulter für einen Befund ergeben. Irgend etwas muss ja sein, denn in der letzten Zeit sind meine Beschwerden in der Schulter immer massiver geworden. Zeitweise kribbelt es mir bereits in den Fingern der rechten Hand, als wären sie eingeschlafen... 

Ansonsten ähnelt der heutige Tag dem gestrigen. Wir sind den ganzen Tag draußen. Norbert macht den zweiten Anstrich auf der Treppe, wofür ich nochmals in den Baumarkt fahre, weil die Farbe sonst nicht reicht. Die Haustür ist somit weiter gesperrt, wir können nur noch zur Küchen- oder Wohnzimmer- Terrasse raus und rein... Die Tür zur Küchenterrasse ist später auch nicht mehr zugänglich, denn die zwei Stufen davor werden ebenfalls gestrichen. Eine Stufe davon ist das Gitter vom Lichtschacht zum kleinen Keller, welches wir herausnehmen. Ich streiche es freiwillig, aber ein Gitter streichen ist eine Arbeit für Blöde *grins* Damit Jill nicht in den offenen Lichtschacht fällt, sperren wir die Küchenterrasse mit einer auf der Seite liegenden Leiter ab. Sie steht davor und jault, weil sie nicht weiter weiß. Nach einer Weile drängelt sie sich zwischen zwei Leitersprossen durch. Ich staune und schmunzle.... Es tut mir leid, aber nun müssen wir ihr den Weg zusätzlich mit Blumenkästen vor der quer liegenden Leiter versperren...

 

Donnerstag, 01.09.2005

Norbert und ich, wir frühstücken heute draußen auf der kleinen so genannten Frühstücksterrasse, wo wir uns gestern einen Tisch und zwei Campingstühle hingestellt haben. Bisher haben wir sie zum Sitzen nie genutzt, aber ich finde es hier sogar noch gemütlicher, als die hintere große Terrasse am Wohnzimmer. Vor der Küche ist es zwar klein, aber so richtig gemütlich. Viele Blumenkästen stehen hier, es blüht gelb, blau und in mehreren Rottönen. In der Eibenhecke zum Nachbargrundstück sitzt eine Amsel. Sie lässt sich von unserer Anwesenheit in gerade mal einem Meter Entfernung nicht stören und frisst die roten Beeren.

Nach unserem Frühstück sitzen wir noch lange in der Morgensonne vor der Küche... Obwohl es so gemütlich ist, haben wir uns noch einiges vorgenommen. Zuerst haben wir an unseren Autos zu tun, bei meinem Felix streikt seit einigen Tagen das Autoradio und sagt keinen Mucks mehr. Wir schauen nach den Sicherungen, nehmen sie heraus und setzen sie wieder ein, denn sie sind ok. Also muss ich wohl zu einem Fachmann... Bei Norberts Opel Astra versuchen wir, der Wasserdüse für die Heckscheibe Wasser zu entlocken, aber leider ohne Erfolg. Als ich die Düse mit einer Nadel „bearbeite“, bricht diese ab. Na ja, das war’s dann wohl! Wir fahren mit meinem Auto zum Friedhof, um zu gießen. Norbert sagt aus Spaß, dass ich doch mein Autoradio mal anschalten soll. Ich mache es, und es geht wieder! Erklärungen hierzu kann ich jedoch nicht abgeben... *grins*

Auf dem Weg halten wir auch am Holländer, denn zwei Blumenampeln möchte ich neu bepflanzen, auch an zwei anderen Stellen sollen noch neue Blumen hin. Wieder zu hause gebe ich dann den Pflanzen ihren neuen Platz.

Später holt Norbert Farbdosen aus dem Keller. Ich streiche dann das Fallrohr der Dachrinne an der Küchenterrasse, während Norbert die Stufen vor der Haustür mit neuer Farbe versieht. Als wir fertig sind, geht die Sonne langsam unter... 

 

Mittwoch, 31.08.2005

Der Mittwoch- Vormittag gehört wieder meiner Schwester. Blutbildkontrolle ist dran. Während wir auf Nora warten, sitzen wir gegenüber in einem kleinen Kaffee, wo man gemütlich frühstücken kann. Sonst habe ich dort allein auf Nora gewartet. Ich freue mich, dass heute Norbert mitgekommen ist. Nachdem Nora alles hinter sich hat, bringen wir sie nach hause und fahren dann auch heimwärts.

Zu hause machen wir dann ganz gemütlich einiges im Garten, natürlich ohne Stress, ganz gemütlich und mit einigen Pausen. Die Zeit vergeht wie im Fluge, aber wir schaffen eine ganze Menge und sind mit dem Ergebnis des heutigen Tages durchaus zufrieden. Langsam wird es dunkel, und wir ziehen uns ins Haus zurück. Nun sitzt Norbert vor dem Fernseher, ich schreibe hier, und Jana lächelt mich von Ihrem Bild an...

 

Dienstag, 30.08.2005

Nachdem Norbert im Garten Strahler installiert hat und wir auf der Terrasse bei angestrahlten Bäumen gemütlich gegrillt haben, sitze ich zu später Stunde nun hier am PC und weiß gar nicht so recht, womit ich anfangen soll. 

Am erfreulichsten ist heute, dass Norbert seinen ersten Urlaubstag hat. Nachdem ich nochmals bei Nora vorbeischaue, um ihren Alice- DSL- Anschluss zu verkabeln, beratschlagen wir nach meiner Rückkehr, was wir im Haus und Garten in der nächsten Zeit in Angriff nehmen wollen. So entsteht ein Einkaufszettel, und wir fahren wieder einmal in unser „geliebtes“ Bauhaus. In meinem Auto sind dann Säcke mit Rindenmolch, neue Abtreter für draußen, Farbe für die Außentreppe, Farbe für das Treppengeländer innen und die Strahler für den Garten... Das klingt jetzt nach Arbeitsstress, aber wir werden diese Arbeiten so dosieren, dass wir auch Spaß daran haben...

Am späten Nachmittag setze ich mich noch einmal aufs Bike und fahre zum Friedhof gießen. Den neu gepflanzten Blumen tut das Wasser gut, und bei dem angesagten schönen Wetter für die nächsten Tage werde ich wohl öfter hinfahren...

 

Montag, 29.08.2005

In diesem Jahr bin ich bisher nur zweimal Motorrad gefahren, einmal davon war die „Überführung“ von Charlottenburg zu Norbert. Nun steht die Suzi seit gut drei Monaten hier vor dem Haus. Zuerst traute ich mich mit meinem Arm nicht, dann hatte ich keinen Nerv dafür bzw. musste ständig mit dem Auto Transporte fahren. Vor einigen Tagen steckte ich mal den Schlüssel in das Zündschloss, aber sie sprang nicht mehr an. Gestern habe ich die Batterie ausgebaut und an das Ladegerät gehangen. Heute baue ich sie wieder ein. Sie lässt sich starten, aber läuft irgendwie nicht rund. Bei einem zweiten Startversuch springt sie nicht mehr an. Also liegt die Ursache an anderer Stelle. Obwohl der Tageszähler nur einen Kilometerstand von 129 km anzeigt, schaue ich trotzdem mal in den Tank, und dieser ist vollständig leer! Es ist mir ein Rätsel. Ich weiß nicht, ob ein halbvoller Tank durch längeres Stehen vollständig verdunsten kann. Ich setze mich also ins Auto und hole im Kanister 5 Liter Benzin, und siehe da, die Suzi gibt ihren gewohnten Sound von sich! Wie ich mir auch zuvor schon vorgenommen hatte, fahre ich zu einer Suzuki- Werkstatt, denn ein Ölwechsel wäre mal fällig, auch soll die Kette gereinigt und geölt werden, im Prinzip eine Inspektion... Aber als ich an der Suzuki- Werkstatt ankomme, existiert diese nicht mehr. Muss mich also mal im Internet nach etwas anderem in der Nähe umsehen.

Mein nächstes Ziel ist dann die alte Wohnung, wo ich meine Post aus dem Briefkasten nehme. Ich melde mich auch beim Hausmeister, und wir machen bereits die eigentlich für morgen geplante Schlüsselübergabe. Wie habe ich in der letzten Zeit über den Stress mit der Wohnung geflucht und diesen Moment herbeigesehnt! Jetzt ist mir jedoch ganz schön komisch, denn in der Wohnung erinnert nichts mehr an die letzten 15 Jahre meines Lebens, alles ausgelöscht, steril weiß gestrichen, und nun gebe ich auch noch alle Schlüssel ab. Ein letzter Blick aus den Fenstern, ein Blick, der Gewohnheit war, wird nun zur Erinnerung...

 

Sonntag, 28.08.2005

Gestern haben wir uns vor dem Fernseher über Herthas Niederlage bei den Bayern zwar geärgert, aber hatten es kaum anders erwartet...

Abends habe ich am Computer wieder mal ein Schreiben an Arcor aufgesetzt. Da hat man mir doch eine Gutschrift für die nicht gerechtfertigte Rechnung zugesichert und schickte dann eine Mahnung. Am Freitag bekam ich per Mail die nächste Rechnung, auf der man die Gutschrift verrechnet hat. Als Endbetrag stand ein Guthaben von 0,15 €, man staune! Somit war ich zufrieden, aber dieser „Zustand“ währte nicht lange. Wenige Stunden später nahm ich die Post aus dem Briefkasten, und dabei war ein Brief von Arcor. Es war die 2. Mahnung, natürlich mit den gängigen Drohungen. Was soll man von solch einem „Verein“ halten? Ich habe ja gewusst, dass es mir nicht langweilig wird, wenn ich keine Sorgen mehr mit der Wohnung habe... Aber ob ich an Arcor schreibe, oder in China fällt ein Reissack um – ich glaube, dass es mittlerweile kaum einen Unterschied macht...

Heute machen wir uns einen gemütlichen Sonntag und grillen auch wieder. Ich beschäftige mich einige Zeit mit der Bedienungsanleitung meiner Digitalkamera, denn sie hat noch viel mehr Funktionen, als ich bisher genutzt habe. So mache ich einen ersten Versuch Jill zu filmen. Sie ist allerdings „voll in Action“, guckt nur kurz von ihrem gemütlichen Platz hoch und bewegt nichts weiter als den Kopf *grins*

Abends nehme ich mir ein Foto von Jill vor, das ich bearbeite und den Hintergrund wegretuschiere. Es ist das erste Mal, dass ich so etwas versuche. Es macht sogar richtigen Spaß. Jana konnte dies auch ganz gut. Sie hatte sogar einmal ein altes Schwarzweiß- Foto von Olav nachträglich koloriert und es dann auf Fotopapier gedruckt. Dieses Foto hängt in der Bildergalerie an der Wand... Mein Ergebnis sieht heute auch sehr zufrieden stellend aus, und mein kleines Schaf lächelt natürlich und lobt ihre Mum... Ich möchte von einem Originalfoto von Jill Aufkleber herstellen lassen. Der einzige Sharpei- Aufkleber, den es zu kaufen gibt, gefällt mir nicht und entspricht auch nicht im Entferntesten einer Ähnlichkeit mit Jill. Ich habe durch Zufall von einer Firma in Berlin erfahren, die so etwas macht. Dann kommt auch wieder an mein Auto ein Aufkleber...   

 

Freitag, 26.08.2005

Im Gegensatz zu gestern werden es heute nicht nur zwei Zeilen...

Nachdem ich mir mit dem „faulen Tag“ gestern eigentlich etwas Gutes tun wollte, habe ich festgestellt, dass es nichts gebracht hat, im Gegenteil. Letztendlich war ich abends total unzufrieden mit mir selber. Ich habe einen Tag regelrecht weggeworfen, kostbare Zeit verschenkt. Es gab nichts, was ich wirklich geschafft habe, worüber ich mich hätte freuen können....

Darum möchte ich es heute wieder besser machen. Nachdem ich wie jeden Morgen mit Jill Gassi gegangen bin, schaue ich nach Emails und beantworte einige.

Dann setze ich mich ins Auto und fahre zum Holländer. Dort hole ich Blumen, um auf dem Grab die nicht mehr schönen Pflanzen durch neue zu ersetzen. Ich freue mich, dass nun wieder alles frisch aussieht, und dann der übliche Satz: Der Fotoapparat liegt zu hause.... Da schmunzelt natürlich mein kleines Schaf!

Meine nächste „Station“ ist die alte Wohnung. Wem laufe ich im Hof als erstes über den Weg? Natürlich unserem Hausmeister! Also plaudern wir wieder eine Weile, bevor ich in die Wohnung gehe. Im Hausflur treffe ich dann noch die Mutter einer Nachbarin, die nur wenige Eingänge weiter wohnt. Sie erzählt mir, dass sie meine Edelstahlspüle übernommen hat, die zusammen mit den Brettern im Hof zur Selbstabholung stand. 

An meinem Balkon ist noch ein grüner Lichtschlauch, den ich einmal in mühevoller Arbeit um das Gitter gewickelt habe. Genauso mühevoll ist nun das Entfernen des selben, denn 10 Meter brauchen ihre Zeit.... Dann steht noch eine Flasche Spülmittel herum, ein Handtuch hängt im Bad. Dies sind die letzten Dinge, die ich nun mitnehme. Nunmehr liegt nur noch der zerlegte Balkontisch in der Wohnung. Diesen möchte gern Norberts Tochter haben. Während Andis Geburtstagsfeier habe ich ihrem Freund gesagt, dass sie den Tisch abholen können, denn auch sie haben ein Auto...

Es ist wohl nun das vorletzte Mal, dass ich in meiner alten Wohnung bin. Am kommenden Dienstag, dem 30. August, werde ich meine letzte Post aus dem Briefkasten nehmen und alle Schlüssel dem Hausmeister übergeben. Ab 31.08. läuft bei der Post ein Nachsendeantrag, obwohl ich eigentlich alles umgemeldet habe.

Wenn ich in den letzten Wochen in die Wohnung kam, war es manchmal schon recht eigenartig. Die Spuren von den letzten 15 Jahren meines Lebens wurden nach und nach „beseitigt“. So sehr ich mich über die gute Arbeit von Sven und José gefreut habe, so traurig bin ich andererseits, denn es waren auch Erinnerungen an Jana: eine zerkratzte Tür von ihrer Rottweilerhündin Jeannie, Flecken in der Auslegeware, gemeinsam angemachte Fensterbilder, und, und, und... Jede Ecke in der Wohnung hätte eine Geschichte über Jana erzählen können. Nun ist alles steril weiß gestrichen – wie von der Verwaltung gewünscht – alle Spuren der letzten 15 Jahre sind wie weggewischt. Ich bin innerlich hin und hergerissen, und es macht mich sentimental. Vor einiger Zeit war ich überzeugt, dass die Zeit gekommen ist und hatte auch den Zuspruch von Jana. Trotzdem bin ich nun von Traurigkeit befallen, obwohl ich mich bei Norbert inzwischen richtig wohl und zu hause fühle...

Ich fahre noch zu Nora, denn nächste Woche erhält sie einen Alice- DSL- Anschluss. Ich schaue mir ihre Geräte an, die inzwischen zugeschickt wurden, nur brauchen wir für ein Gerät ein längeres Kabel, um es verlegen zu können. Ich werde es im Media- Markt besorgen. Nora geht es zwei Tage nach der vierten Chemotherapie so richtig mies. Sie liegt auf der Couch, ist schlapp, kraftlos, und ihr ist ständig übel. Jede Unterhaltung mit mir ist eine große Anstrengung für sie. Wenn ich könnte, würde ich ihr gern wenigstens die Hälfte ihres Unwohlseins abnehmen, denn es tut mir weh, wenn ich so machtlos neben meiner Schwester sitze und ihr nicht helfen kann. Nach ca. einer halben Stunde gehe ich darum wieder, denn mein Besuch ist für sie eine große Anstrengung...

Nun sitze ich hier am Computer, sehe nebenbei zur Wand mit den Bildern von Jana und Mario. Mein kleines Schaf schaut mich lächelnd an, als wäre sie zufrieden mit ihrer Mum und dem heutigen Tag....

 

Donnerstag, 25.08.2005

Den ganzen Tag sitze ich am Computer, erledige einige Dinge und surfe im Internet.... Ein fauler Tag also, muss auch mal sein...

 

Mittwoch, 24.08.2005

Es war eine kurze Nacht *stöhn*... Trotzdem geht Norbert um 6 Uhr zur Arbeit los, als ich gerade aufstehe. Kurz nach 7 Uhr fahre ich mit Norberts Mutter zu Nora, die heute ihre vierte Chemotherapie hat. Wir fahren Nora zur Charité, dann bringe ich meine Schwieger- Mama nach hause. Bei ihr frühstücken wir ganz gemütlich. Beide hängen wir nach der kurzen Nacht ganz schön in den Seilen, wie man so sagt *grins*

Nora ruft mich auf Handy an, als das Ende ihrer Infusionen abzusehen ist, damit ich sie abholen kann. Trotz der kurzen Nacht bin ich froh, dass ich Nora heute wieder chauffieren kann und sie sehe, denn sie hat mir in der letzten Zeit richtig gefehlt, obwohl wir oft telefonieren...

 

Dienstag, 23.08.2005

Wir haben heute einen Grund zum Feiern, denn Andi hat Geburtstag. Darum hole ich gegen Mittag Norberts Mutter zu uns. Auf das Geburtstagskind müssen wir allerdings noch etwas warten, denn er kommt erst einige Stunden später mit seiner Freundin aus dem Urlaub zurück. Die beiden bringen sogar noch Getränke mit und dann geht die Feier los. Nachdem es fast den ganzen Tag geregnet hat, hat Petrus am späten Nachmittag endlich seinen Wasserhahn zugedreht. Somit geht Andi einer seiner Lieblingsbeschäftigungen nach, steht am Grill und versorgt uns mit leckeren Grillsteaks und Bratwürsten. 

Zu fortgeschrittener Stunde macht Andi den Vorschlag, eine Runde „Mensch ärgere dich nicht“ zu spielen. Wir sitzen zu der Zeit nur noch zu fünft in der Runde und haben bei dem Spiel eine Menge Spaß. Na ja, und wer jetzt unbedingt wissen möchte, wer gewonnen und verloren hat: Andis Freundin Tina war zuerst im Ziel, ich als letzte... Darüber grinse nicht nur ich, sondern auch mein kleines Schaf.... Schade, dass sie in dieser lustigen Runde nur in Gedanken bei mir ist...

 

Montag, 22.08.2005

Drei Kreuze! Bis auf eine Kleinigkeit ist in der Wohnung alles ok! Darum wird dieser Tagebucheintrag nicht allzu lang, denn nun holen wir den Sekt aus dem Kühlschrank und stoßen an!

Danke mein kleines Schaf, dass Du immer an mich glaubst....

 

Sonntag, 21.08.2005

Nach der kurzen Nacht wird natürlich erst einmal richtig ausgeschlafen. Wir haben uns für heute einiges im Garten vorgenommen. Norbert will in einer Ecke Rindenmolch auffüllen. Ich möchte dem Unkraut wieder einmal zeigen, dass ich noch hier wohne und es keine Chance hat *schmunzel* Langsam kommt die Normalität zurück und somit auch wieder die Zeit für solche Dinge. In der Wohnung sind nur noch der Balkontisch, den Norberts Tochter und ihr Freund haben wollen, sowie ein halbvoller Farbeimer und ein Karton für den Müll. Die letzte Hürde kommt morgen, denn vormittags ist die Wohnungsabnahme. Sollte diese ohne Beanstandungen ablaufen, habe ich es geschafft! Ich höre Jana sagen: „Mum, das wird schon klappen, mache dir keine Sorgen...“ Mein kleines Schaf, du hattest so oft Recht und  ich hoffe, dass es auch morgen so ist... 

 

Sonnabend, 20.08.2005

Bereits vor einem Jahr hat Norbert für heute Konzertkarten gekauft. Es ist in der Waldbühne. Ich war noch nie drin, habe nur ab und an Fahrgäste hingebracht oder abgeholt. Es ist gemütlich, denn die Leute bringen sich ihr Essen mit, trinken und rauchen. Die Atmosphäre ist ganz anders, als in einem Konzertsaal, viel lockerer. Wir hören ein Konzert von Dieter Thomas Kuhn. Es ist eine tolle Stimmung. Oft habe ich das Gefühl, als sitzt Jana neben mir, sehe sie lächeln, denn solch eine Stimmung hätte ihr auch richtig gut gefallen. Auch muss ich daran denken, was sie einmal zu mir sagte, als wir mit Norbert unsere erste kleine Krise hatten: „Mum, ihr müsst mehr zusammen unternehmen, gemeinsam Dinge machen, an die ihr euch gern erinnert.“ Darum muss ich bei jeder Veranstaltung, zu der wir gehen, immer an Janas Worte denken, denn sie hatte Recht. Mehrmals stehen mir während des Konzert fast die Tränen in den Augen, und dann erklingt als letztes Lied „Tränen lügen nicht“...

Für heute Abend sind eigentlich Gewitter angesagt, aber es bleibt trocken. Auf den letzten Schritten nach hause fallen vereinzelt die ersten Tropfen, nun blitzt, donnert und regnet es recht kräftig...

Eigentlich wollte ich das Tagebuch bereits aktualisieren, aber ich komme nicht ins Internet. Es gab vor einigen Minuten eine Stromschwankung, die auf dem Computer und im Fernseher deutlich zu merken war. Es ist mittlerweile nachts 1:15 Uhr, mit dem Internetzugang werde ich mich dann morgen beschäftigen...        

 

Freitag, 19.08.2005

Der heutige Tag könnte – natürlich mit geringen Abweichungen - fast eine Kopie von gestern sein, darum fasse ich mich einmal kurz, um nicht zu langweilen.... *grins*

Mit Norbert treffe ich mich nach seinem Feierabend in der Charlottenburger Wohnung. Wir nehmen die vier stapelbaren Balkonstühle und die Malerutensilien mit. Noch zwei kleine Touren, dann ist die Wohnung richtig leer. Diese wollen wir am Wochenende erledigen. Montag um 10 Uhr ist dann die Abnahme, falls die Urlaubsvertretung der Verwalterin den Termin nichts nochmals verschiebt...

 

Donnerstag, 18.08.2005

Ich habe mir für heute vorgenommen, mal nicht unterwegs zu sein, um hier etwas zu schaffen. Noch immer sind etliche Dinge unterzubringen: Weihnachtskram, ein Benzinkanister, leere Blumentöpfe, Autopolitur, Werkzeug usw. Dazu muss ich im Kellerregal andere Sachen dichter zusammenstellen, noch einiges entsorgen und, und , und.... Ja, und dann sitze ich wieder im Auto und bringe von Norbert zwei alte Autobatterien zum Recycling- Hof. Langsam müssen die mich eigentlich schon kennen *grins* Gegen Mittag habe ich dann wie ein Brett vor dem Kopf, ich brauche eine Denkpause... Also nehme ich mir etwas vor, wo ich nicht erst grübeln muss. Ich will ein Holzkiste und ein Schuhregal mit Holzlack streichen, muss aber zuvor von der Kiste unzählige Aufkleber entfernen *stöhn* Das braucht so seine Zeit. Als ich anfange zu streichen, ist die kleine Büchse Holzlack sehr schnell alle und reicht kaum für das Schuhregal, also noch mal zum Baumarkt... Wie fing doch der Tag an? Ich wollte mal nicht unterwegs sein.... 

 

Mittwoch, 17.08.2005

Als ich morgens nach Emails schaue, „flattert“ gerade noch eine herein, sie ist von Norbert. Er hat in einem beiliegenden Prospekt der Tageszeitung einen 70er Stereo- Fernseher für 199,- € gesehen, den es ab heute im Media- Markt gibt. Der Fernseher in meinem Zimmer hat seit dem Unzug immer wieder Tonaussetzer. Mehrmals schauten wir bereits nach Angeboten, zumal das Gerät auch schon 10 Jahre oder mehr auf dem „Buckel“ hat, und in der heutigen Zeit kosten Reparaturen oft mehr als ein Neugerät. Am Telefon sind wir uns dann einig, dass dies ein gutes Angebot ist und ich ihn nachher holen werde. Ich fahre zuerst nach Charlottenburg und bin von der fertigen Wohnung ganz angetan... Stichsäge, Schleifgerät, Akkuschrauber, Zangen und Schraubenzieher packe ich ein und nehme es mit. Auf dem Hof treffe ich die gute Seele der Wohnanlage, unseren Hausmeister. Für mich war er nicht nur der Hausmeister, sondern auch mehrmals eine große Hilfe. Oft haben wir miteinander gequasselt, manchmal auch zusammen einen Kaffee getrunken. Voriges Jahr hat er öfter mal die Suzuki gefahren, damit sie nicht nur stand, weil ich durch Jill nur mit dem Auto zur Arbeit fahren konnte. Dann sprang er in meiner großen Not ein und ging mit Jill Gassi, als ich sie nicht mehr mitnehmen konnte. Peter, an dieser Stelle an Dich ein ganz großes Dankeschön!!! Sogar meine Mülltüte hast Du mir heute noch abgenommen, weil ich den Schlüssel zum Müllplatz vergessen hatte....*schmunzel* DANKE!

Zu hause lade ich kurz aus und fahre dann zum Media- Markt, der nur 5 Minuten von uns entfernt ist. Kurz vor 10 Uhr stehen bereits viele Leute vor der Tür und warten. Ich hoffe doch, das nicht alle Leute diesen Fernseher kaufen wollen! Ist auch nicht so, außerdem sind genug davon da... Ein netter Mitarbeiter der Warenausgabe lädt mir den Fernseher in Auto, aber zu hause muss ich ihn im Auto lassen. Ausladen macht Norbert, als er von der Arbeit kommt. Nun sitze ich hier am Computer, und hinter mir läuft der neue Fernseher (ohne Tonaussetzer!)... Was gerade im Fernsehen läuft? Natürlich Fußball *grins*...

 

Dienstag, 16.08.2005

Um 9:30 Uhr habe ich wieder einen Termin beim Orthopäden. Da die zweite Spritze in die Schulter nur wenige Tage Linderung brachte, bekomme ich eine Überweisung zum MRT (Kernspinntomografie).

Nach dem Arzttermin fahre ich in meine alte Wohnung, wohin sonst auch *grins* Endlich sehe ich einen Horizont! Ein Zimmer ist bereits besenrein, den Rest schaffen die beiden heute locker. Außer den Balkonstühlen und dem Sonnenschirm sind keine sperrigen Dinge mehr zu entsorgen. Na ja, und dann habe ich nur noch meine Werkzeuge mitzunehmen...

Sven lädt mir noch einigen Sperrmüll aus dem Keller ins Auto und kommt mit zum Recycling- Hof, um es auch auszuladen, denn ich würde es nicht schaffen. Somit ist auch der Keller frei. Langsam fällt mir nicht nur ein Stein, sondern eine ganze Felswand von der Seele. Meine innere Spannung verschwindet heute fast schlagartig. Da kann es mich auch nicht ärgern, dass die Urlaubsvertretung meiner Verwalterin den Übergabetermin zuerst von morgen auf Freitag verlegt und dann nochmals auf den kommenden Montag. Dann ist es auch nicht meine Schuld, falls man bei der Übergabe irgendwelche Beanstandungen haben sollte und ich diese nicht bis zum 31.8. beheben kann...

Meine beiden fleißigen Handwerker bekommen heute ihren wohlverdienten Lohn. Ich bin zwar nun um einige Euro ärmer, aber nicht indiskret *schmunzel* Ohne Sven und José hätte ich wohl echt alt ausgesehen! Darum muss ich mich bei den beiden mal in aller Öffentlichkeit bedanken, dass sie mir so geholfen haben! Ein ganz großes Lob und ein riesiges Dankeschön an Euch beide für Eure tolle Arbeit!!! Wir sehen uns in Kürze, wenn wir uns mit einem gemütlichen Grillen nochmals für Eure Arbeit bedanken....

Als ich heute nach hause komme freue ich mich nochmals, denn nach 50 Cent für den Staubsauger an der Tankstelle wird mein Auto endgültig wieder zum PKW. 

Nicht nur ich freue mich über den heutigen Tag, sondern ich sehe da noch jemanden lächeln....

 

Montag, 15.08.2005

Die Überschrift am heutigen Tag lautet natürlich „Wohnung“, was sonst? Es geht ja nun in den Endspurt. Sven und José entfernen heute die gesamte Auslegeware, die ich dann in meinem (am Sonnabend ausgesaugten!) Auto habe und mit Olav zum Sperrmüll fahre. Danach packen wir zwei Kartons mit Kleinkram ein, der scheinbar nie alle wird, verladen ihn und bringen auch noch einige Kleinigkeiten und Pflanzen zu Olav. Danach hole ich Norbert wieder von der Arbeit ab, denn es passt zeitlich genauso wie neulich. Der ganze Tag geht dabei drauf, um 9 Uhr fuhr ich los, um 17:30 Uhr bin ich mit Norbert zu hause, nachdem wir uns durch den Berufsverkehr gequält haben und noch etwas zum Abendbrot mitbringen.

Nach der Sperrmüllfuhre war ich nur kurz nach hause, um mit Jill Gassi zu gehen, dann fuhr ich wieder. Nun schlägt unsere kleine Schnecke vor Freude bald einen Purzelbaum, als wir nach hause kommen..

Was schreibe ich eigentlich, wenn ich die Schlüssel von der Wohnung abgegeben habe? Haben wir dann den nächsten Wasserschaden, ich hoffe nicht! Aber Arcor bietet bestimmt auch noch genug Stoff, denn ein Ende ist nicht abzusehen. Nachdem man mir für die falsche Rechnung eine Gutschrift zugesagt hat, bekam ich nunmehr eine Mahnung, weil ich diese Rechnung nicht bezahlt habe. Das Schreiben an den RBB- Sender 88,8 habe ich am Freitag abgeschickt... Dann wäre noch die Kanzlei Seiler & Kollegen, die mich beschäftigen könnten. Auf meine direkte Anfrage bei T- Online und der Bitte um Überprüfung, ob Zahlungen ausstehen, habe ich erstaunlicherweise bereits einen Zwischenbescheid bekommen. Man bittet mich um einige Tage Geduld. Na, mal sehen... Meine Hoffnung ist allerdings nicht allzu groß, denn ich teilte ihnen meine neue Adresse mit, und dieser Zwischenbescheid ging an die alte Adresse. Also hat man dort wohl auch nicht so den richtigen Durchblick....

 

Sonntag, 14.08.2005

Zeitig aufstehen ist angesagt, denn um 7:45 Uhr sitze ich bereits mit Jill im Auto Richtung Ausstellung. Den ganzen Ablauf hier zu beschreiben, wäre etwas aufwendig (will auch nicht jeder wissen)

Jill ist die einzige Hündin in ihrer Altersklasse und somit gleichzeitig Gruppensieger *schmunzel* Trotzdem freue ich mich, dass sie mit „Vorzüglich“ bewertet wird, denn besser geht es ohnehin nicht. Aber auch eine andere Bewertung hätte nichts geändert, denn für mich ist und bleibt sie die liebste und süßeste kleine Schnecke...

Abends sitze ich noch sehr lange am Computer, denn 120 Fotos sind auf meiner Kamera. Ich sortiere, bearbeite und mache auf meiner Homepage eine neue Seite: http://www.evero.de/sharpeiausstellung.htm  

 

Sonnabend, 13.08.2005

Den Vormittag vertrödeln wir etwas, aber das muss auch mal sein, denn in der Woche gibt es genug Stress. Mit Andi und Norbert machen wir noch unseren Wochenendeinkauf, dann bleibt nicht mehr viel Zeit...

Ich muss gegen 13:45 Uhr zum Sharpei- Treffen losfahren. Norbert und Andi nehme ich ein Stück mit, denn sie wollen ins Olympia- Stadion, wo Hertha sein erstes Heimspiel in der neuen Bundesligasaison hat. Norbert hat für diese Saison zwei Dauerkarten gekauft, und Andi ist natürlich froh, dass er heute an meiner Stelle mitgehen kann.

Ich staune wieder einmal, wie groß doch Berlin ist, denn ich muss vom westlichsten zum östlichsten Ende der Stadt, und das sind 30 km! Als ich bei unserem Treffpunkt auf den Parkplatz fahre, wird Jill im Auto ganz aufgeregt, als sie draußen bereits die anderen Hunde sieht. Dann geht das Abschnüffeln und Begrüßen los....

Es wird ein gemütlicher Nachmittag. Einige Hundebesitzer kennt man schon, andere noch nicht. Mit dem Wetter haben wir einigermaßen Glück, zumal wir in einem Gartenlokal sitzen. Morgen ab 9 Uhr wird dann an gleicher Stelle die Ausstellung stattfinden. Mal sehen, was Jill für eine Bewertung bekommt. Ich war mit ihr noch nie auf einer Ausstellung, fahre auch nur hin, weil es in Berlin ist und ich nochmals nette Leute treffe. Ich bin nicht auf Pokale oder Siegertitel aus, denn mein Hund hat nichts davon. Mir reicht es, dass ich eine ganz liebe Maus habe. Jeden Tag bin ich froh, dass ich sie habe! Wenn ich auch nur eine halbe Stunde weg war, freut sie sich endlos, wenn ich nach hause komme. Manchmal denke ich, dass wir Menschen von der bedingungslosen Treue und Zuneigung eines Hundes noch lernen könnten...

 

Freitag, 12.08.2005

Morgen will ich mit Jill zum Sharpei- Treffen beim Züchter. Sonntag macht er zusätzlich noch eine Sharpei- Ausstellung. Somit muss ich mein Auto in den „hundetauglichen“ Ursprungszustand versetzen. Darum nutze ich die Gelegenheit gleich für eine Wagenpflege und fahre zuerst in die Autowäsche. Saugen erledige ich zu hause, zumal einem sowieso immer die passenden Geldstücke fehlen. Ich hole die Kabeltrommel und kann somit vor dem Gartentor mein Auto aussaugen. Dann klappe ich die Rücksitzbank wieder hoch und hake das Trennnetz ein. Noch ein bisschen Putzen im Innenraum, vor allem um den Aschenbecher *grins*, dann ist alles ok. Ich freue mich über das schöne saubere Auto. Blöd ist nur, dass ich spätestens am Montag nochmals zur Lieferwagenvariante umbauen muss, da ich dann die Auslegeware zum Sperrmüll fahren muss und die letzten Kleinigkeiten und Werkzeuge abtransportiere. Aber dafür kann ich mich dann freuen, dass ich mit der Wohnung kurz vor dem Ziel angekommen bin. Man muss halt immer positiv denken, auch wenn es manchmal schwer fällt...       

Nach der ganzen Putzerei geht es in die Badewanne...

Bei Lidl habe ich heute einen fertigen Pizzateig gekauft. Damit kann man eine Pizza nach eigener Wahl „gestalten“. Ich habe den Teig mit Kochschinken, Champignons,  und eingelegten Peperoni belegt und reichlich Käse darüber gestreut. Damit überrasche ich Norbert, als er von der Arbeit kommt. Er hat den nötigen Appetit mitgebracht und freut sich über die lecker schmeckende Pizza. Da lächelt auch wieder mein kleines Schaf...

 

Donnerstag, 11.08.2005

Da ich ja „lange“ nicht mehr im Baumarkt war, fahre ich gleich heute früh hin, denn Sven und José geht die Farbe für die Türen aus. In der Wohnung freue ich mich jedes Mal, was sie in der Zwischenzeit wieder geschafft haben. Am kommenden Dienstag wollen sie mir die Wohnung besenrein übergeben, zumal Sven am Mittwoch in den Urlaub fährt. Somit rufe ich heute bei der Wohnungsgesellschaft an, um gleich für Mittwoch einen Besichtigungstermin zu vereinbaren. Sollte noch irgend etwas sein, hätte ich ja bis 31.08. noch einige Tage Zeit. Ich möchte einfach sicher sein. Leider erfahre ich von meiner netten Verwalterin, dass sie ab Montag im Urlaub ist und eine Vertretung kommen wird. Auch sagt sie mir am Telefon, dass es ihr persönlich sehr leid tut, dass sie mir diesen Brief schreiben musste, worin die Entfernung von Holzdecken und Küchenmöbeln gefordert wurde, aber sie hätte mir dies gern erspart...

Auf dem Heimweg halte ich am Friedhof. Obwohl es zur Zeit dauernd regnet, nehme ich in Gedanken die Gießkanne mit, da ich sie immer im Auto habe. Den Blumen auf dem Grab fehlt es im Moment zwar nicht an Wasser, aber dafür an Sonne. Ich überlege, ob ich zwei Blumen durch neue ersetze, denn ohne Blüten sehen sie mir zu traurig aus. Ich werde noch ein paar Tage abwarten. Ich sammle zunächst ein paar Blätter vom Grab und harke dann rundherum. Unkraut ist immer nur sehr wenig und darum selten zu ziehen. Aber die  Grabstelle nebenan scheint abgelaufen zu sein und ist total verwildert. Von dort schlängeln sich ständig Efeuranken herüber, die ich immer wieder mit der Gartenschere abschneiden muss...  

 

Mittwoch, 10.08.2005

Pünktlich gegen 9 Uhr kommt der Klempner, der bereits während seines Notdienstes hier tätig war. Nach Begutachtung muss er nochmals losfahren, um das passende Rohr- Material zu holen. Da die Lötnähte an den Rohren bereits von Kalk besetzt sind, war seine Arbeit nicht die Ursache. Wir können fast von Glück reden, dass wir es mit Tröpfeln anfing...

Nach einer guten Stunde ist er zurück und wechselt das defekte Kupferrohr zwischen Absperrhahn und Hauswand. Als er geht, verabschiede ich mich mit „tschüß“, denn „auf Wiedersehen“ möchte ich nicht sagen *schmunzel* Es hat jedoch nichts genützt, denn als ich etwas später noch mal in diesen Keller komme und nebenbei noch mal zum Absperrhahn schaue, ist er feucht und darunter wieder eine kleine Pfütze. Mein nächster Gang ist zum Telefon... Man sagt mir, dass der Klempner gegen 18 Uhr nochmals kommen wird. Norbert verdreht nur die Augen, als er nach hause kommt und ich ihm diese Neuigkeit mitteile. Der Klempner dichtet nun eine Vierkantschraube mit Hanf ab, die sich seitlich am Absperrhahn befindet . Nun ist alles trocken, aber ich kann es mir nicht verkneifen, im stündlichen Abstand nachzusehen. Ich hoffe nur, dass ich keine weitere Fortsetzung schreiben muss...

Nach der ersten Reparatur habe ich die Nachbarin, in deren Keller wir immer an den nächsten Absperrhahn müssen, auf einen Kaffe eingeladen. Wir haben schon öfter mal miteinander geplaudert, aber heute sind wir nur unter uns. Dabei fällt mir auf, dass wir einen richtig guten Draht zueinander haben. Wir reden auch viel über Jana. Sophie fragt mich unter anderem, ob ich einen Glauben habe. Da ich keiner Religion angehöre, habe ich keinen Glauben, der einer Kirche zugeordnet ist. Aber ich erzähle ihr von meinem Glauben und dem starken Gefühl, dass Jana in Gedanken immer bei mir ist, und dass ich viele Dinge mit ihr bespreche. Sophie versteht mich und bestärkt mich in meiner Überzeugung, dass es etwas gibt, dass wir mit unserem heutigen Wissen noch nicht in Worte fassen können. Auch Sophie hat das Buch „Das Leben nach dem Tod“ von Raymund A. Moody gelesen...         

 

Dienstag, 09.08.2005

Am Sonnabend erhielt ich von der Krankenkasse eine Vorladung zum Medizinischen Dienst. Dort soll ich mich heute vorstellen. Kurz nach 10 Uhr mache ich mich auf den Weg. Nach etwa 10 Minuten Wartezeit bittet mich ein netter älterer Arzt in sein Sprechzimmer. Anfangs unterhält er sich mit mir, wobei er staunt, dass ich diese Arbeit überhaupt 15 Jahre durchgehalten habe. Auch liest er mir vor, was die Krankenkasse ihm mitgeteilt hat. Da steht unter anderem, dass ich telefonisch nicht erreichbar bin. Ein herzliches "Dankeschön" also ganz nebenbei an Arcor!!!

Dann testet er meine Bewegungsfähigkeit. Ich muss mit beiden Armen gleichzeitig bestimmte Bewegungen machen. Der rechte Arm macht jedoch keine Übung vollständig mit, denn der Schmerz blockiert, und meine Gesichtszüge entgleiten regelrecht. Dem Arzt tut es schon leid, dass er mich mit den Übungen so quält. Sein Fazit: „Wenn ich sie in dem Zustand gesund schreibe und sie zum Arbeitsamt gehen, dann werden die sie fragen, was sie dort wollen.“ Als ich das Dienstgebäude vom Medizinischen Dienst verlasse, schmerzt mein rechter Arm immer noch von den ungewollten Bewegungen. Ich bin wieder einmal froh, dass ich den Hebel des Automatikgetriebes nur einmal betätigen muss und sich mein rechter Arm etwas erholen kann. Auf der Fahrt läuft der Arzttermin noch einmal wie ein Film in Gedanken vor mir ab. Dabei fällt mir besonders auf, dass ich meine Bewegungsabläufe doch mittlerweile so umgestellt habe, dass ich die Beschwerden und Schmerzen im Alltag auf ein Minimum reduziert habe. Ich trage nichts mehr mit dem rechten Arm, laufe darum lieber mehrmals, um den rechten Arm zu schonen und vermeide bestimmte Bewegungen. Nach diesem Arzttermin habe ich jedoch langsam Zweifel, ob die Belastbarkeit meines Armes überhaupt wieder voll hergestellt wird. Wenn ich den Weg der Genesung mit 100 Metern angeben würde, dann habe nach dem heutigen Arztbesuch das Gefühl, als hätte ich nach nunmehr 4 Monaten gerade mal 20 Meter geschafft. Auch habe ich langsam Zweifel, ob die Stoßwellen wirklich geholfen haben, denn nur ein falscher Handgriff, und mein Ellenbogen schlägt Alarm. Das ist mehr als nur frustrierend...

Aber das soll für heute noch nicht alles sein. Nachdem Norbert von der Arbeit zu hause ist, will er etwas aus dem Keller holen, wo gestern der Monteur das Ventil des Hauptabsperrhahnes gewechselt hat. In der Küche höre ich Norbert rufen, dass im Keller eine neue Wasserpfütze ist. Zwischen Hauswand und Absperrhahn sind an der Wasserleitung mehrere Schweißnähte, und aus einer tropft es. Wir nehmen an, dass durch die Reparatur gestern und die Arbeit am Rohr dieses neue Leck entstanden ist. Im Gegensatz zu gestern tropft es nur ganz minimal, muss aber gemacht werden. Darum reicht bis morgen eine Schüssel, die wir darunter stellen, denn nochmals eine Rechnung mit Notdienst- und Nachtzuschlag wäre unverhältnismäßig. Jedoch rufen wir den Klempner bereits an und bekommen für morgen um 9 Uhr einen Termin....

Morgen ist ja Mittwoch und eigentlich der Tag, an dem ich Nora immer zur Charité fahre. Es muss wohl eine Vorbestimmung gewesen sein, dass morgen ein guter Freund von Nora für mich einspringt, denn ich bin seit drei Tagen ziemlich verschnupft. Durch die Chemotherapie ist das Immunsystem meiner Schwester fast auf Null, darum wäre es verantwortungslos, wenn ich Nora fahren würde. Aber als ich ihr dies heute früh am Telefon mitteilte, wusste ich noch nicht, dass dafür der Klempner kommt..... Als ich abends nochmals mit Nora telefoniere, freut sie sich für mich, dass ich morgen zu hause sein kann, wenn der Monteur kommt. Ach Schwesterlein, lieber wäre ich mit Dir zur Charité gefahren...         

 

Montag, 08.08.2005

Ganz und gar nicht langweilig gestaltet sich der heutige Tag. In der alten Wohnung sollen die restlichen Einbauschränke aus der Küche entsorgt werden. Darum bin ich gegen Mittag mit Olav verabredet, um mit ihm die zerlegten Möbel zum Sperrmüll zu bringen. Als ich im Hof einparke, kann ich mich bereits freuen, denn der Holzstapel mit den Brettern von den Decken ist nicht mehr da. Der Hausmeister hatte per Mundpropaganda verbreitet, dass die Bretter zur freien Verfügung stehen. Für mich bedeutet dies eine Ersparnis von mindestens zwei Sperrmüllfahrten. An gleicher Stelle liegen bereits die zerlegten Unterschränke der Küche, also waren Sven und José schon wieder ganz fleißig. Als Olav kommt, lädt er mein Auto voll. Bis auf ein paar Schubladen und Kleinteile bekommen wir alles weg und bringen es zur kostenlosen Sperrmüllannahme. Den kleinen Rest schaffe ich allein und werde ihn in den nächsten Tagen wegbringen. 

Ich bin eigentlich ganz zufrieden mit dem, was wir heute geschafft haben. Aber zu hause wartet ein weiteres Problem... Vor zwei Tagen haben wir mit Norbert festgestellt, dass die neulich gewechselte Spültischarmatur in der Küche am Hahn undicht ist und teilweise Wasser in den Unterschrank tropft. Wir entscheiden uns, sie nochmals durch eine neue zu ersetzen und fahren in den Baumarkt. Der Wechsel klappt ganz gut, das Wasser kann wieder angestellt werden. Aber es soll wohl nicht sein, dass wir uns nun freuen können. Nach dem Norbert den Hauptabsperrhahn im Keller wieder aufdreht, fängt dieser an zu tropfen. Er macht ihn nochmals zu, dann wieder auf, aber es wird nicht besser, sondern immer schlimmer. Es ist mittlerweile 22 Uhr, Norbert flucht und will in seiner Wut wieder einmal das Haus verkaufen.... Es bleibt uns nicht anderes übrig, als einen Notdienst zu bestellen. Zuerst müssen wir jedoch zu später Stunde noch zu den Nachbarn im Nebenhaus, denn dort ist der nächste Hauptabsperrhahn. Der Notdienst kommt fast genau um Mitternacht und wechselt den Einsatz vom Hahn. Somit ist es 1:30 Uhr, als wir uns endlich zur Nachtruhe begeben können...       

 

Sonntag, 07.08.2005

Den Freitag, Sonnabend und Sonntag kann ich eigentlich in einem Spruch zusammenfassen: sichten, sortieren und unterbringen.

Der Fuhre, die ich am Donnerstag mit Olav hergebracht habe, folgte am Freitag eine weitere, die ich mit Norbert nach seinem Feierabend gemacht habe. Somit stand das Wohnzimmer hier voll mit Kartons *stöhn* Im Gegensatz zu den vor dem Umzug gepackten ist nun der Inhalt dieser Kartons ziemlich chaotisch, da wir alles, was noch in der alten Wohnung herumlag, „eingesammelt“ haben. Nun habe ich bereits vieles an seinen neuen Platz gepackt. Das braucht halt alles seine Zeit, denn man will ja nicht alles wahllos in die Schränke stopfen, muss teilweise auch umräumen. Es ist halt kein Umzug in dem ursprünglichen Sinn, sondern die Zusammenlegung zweier Haushalte, und das finde ich fast noch schwieriger...

Eigentlich langweilig, was ich hier schreibe, darum genug für heute...

 

Donnerstag, 04.08.2005

Bevor ich wieder in die Wohnung fahre, wo ich mich um 10 Uhr mit Olav treffe, nehme ich einen weiteren Anlauf, um bei Arcor nachzufragen , was denn nach mehr als neun Wochen mit meinem Auftrag ist. Ich rufe um 7:20 Uhr bei der Kundenhotline an und hänge genau 84 Minuten in der Warteschleife! Als ich dann endlich jemanden an der Leitung habe, sagt man mir nichts weiter, als dass es in Bearbeitung ist, keinen Termin, nichts! Ich rege mich natürlich auf, dass ich nach über neun Wochen und anderthalb Stunden Wartezeit am Telefon eine solch unbefriedigende Antwort bekomme. Dann sagt man mir, dass der Antrag doch erst seit dem 27.07. läuft. Ich kann es nicht fassen! Nochmals will ich mit Nachdruck erklären, dass ich bereits am 31.05. mein Fax mit der Kündigung und Ummeldung geschickt habe, aber mitten im Satz habe ich plötzlich ein Besetztzeichen. Man hat einfach aufgelegt....

Als nächstes schaue ich auf die Homepage von RBB- Radio 88,8 suche ich mir die Telefonnummer heraus und rufe bei dem Sender an. Dort kommt täglich ein Beitrag unter der Überschrift „nicht zu fassen“, wo Hörern geholfen wird. Gerade gestern hörte ich im Autoradio zum wiederholten Mal, wie man unter anderem einem verprellten Arcor- Kunden geholfen hat. Eine nette Dame am Hörertelefon sagt mir, dass ich alle Unterlagen kopieren und hinschicken soll. Dann wird man sich mit mir in Verbindung setzen, allerdings könne es eine Weile dauern. Nun gut, mehr als neun Wochen werden es bestimmt nicht, also werde ich mal...

Die nächsten Stunden sind dann wieder mit Transport und Müllentsorgung ausgefüllt. Olav hilft mir heute und trägt mir vieles runter ins Auto und bringt auch reichlich Müll weg. Ich allein hätte nie soviel an einem Tag geschafft. Als wir hier alles ausgeladen haben, bauen mir Olav und Andi auch zwei bisher noch zerlegte Kleiderschränke in einem anderen Zimmer auf, so dass ich morgen wieder einige Kartons leer machen kann. Ich bin so froh über Olavs Hilfe, kann ihm heute auch eine Freude machen, denn gestern kam das neue Handy, und Olav bekommt mein kürzlich gekauftes. Mein Großer freut sich wie ein kleiner Junge!

Obwohl der Ärger mit Arcor scheinbar eine Endlosgeschichte ist, bin ich jedoch durch die heute erledigten Dinge wieder etwas aus dem Stimmungskeller herausgekommen und sehe mich dem Ufer etwas näher kommen... Kommentar von meinem kleinen Schaf: „Na siehst Du Mum, wird schon...“     

 

Mittwoch, 03.08.2005

Drei Wochen sind vorbei, Nora hat heute ihre dritte Chemotherapie. Ich chauffiere sie wie immer und bringe sie anschließend nach hause.

Dann muss ich nochmals zum Bauhaus... und so laufen diese Tage alle ähnlich ab, also spare ich mir langweilige Wiederholungen...

Wenn ich in der alten Wohnung bin und den ganzen Kleinkram sehe, was ich noch mitnehmen muss, wird mir jedes Mal fast schlecht. Auch weiß ich bei manchen Dingen gar nicht, wo ich sie hier noch unterbringen und verstauen soll. Aber nicht nur das, auch muss ich mir Gedanken machen, wie ich das Holz von den Decken, die Auslegeware und Gerümpel aus dem Keller noch entsorge. Langsam wird mir das alles bald zuviel, ich bin ziemlich genervt. Und wenn man sich dann noch mit Arcor oder Seiler & Kollegen herumschlagen muss, möchte man sich bald nur noch eine große Decke über den Kopf ziehen: nichts mehr hören, nichts mehr sehen und nur warten, bis alles vorbei ist. Wenn ich an die Wand zu Janas Bild schaue, lächelt sie wie immer, als wollte sie wieder einmal sagen: „Mum, du schaffst das schon, hast doch schon so viel geschafft!“ Ach, mein kleines Schaf, mir bleibt ja auch nichts anderes übrig.... 

 

Dienstag, 02.08.2005

Nachdem ich gestern den ganzen Tag unterwegs war, widme ich mich heute der Hausarbeit. Zwischendurch muss ich jedoch noch mal zum Baumarkt, denn Sven und José brauchen einige Kleinigkeiten. Ich bringe sie ihnen in meine alte Wohnung und staune, was die beiden schon wieder geschafft haben.

Auf dem Weg zurück nach hause fahre ich zu Lidl und hoffe, dass mir beim Einkaufen ein leckeres Essen einfällt, womit ich Norbert überraschen kann. Der erwartete Gedankenblitz kommt auch! Ich hole Gehacktes und mache Königsberger Klopse, die er sehr gern isst. Als mein Schatz von der Arbeit kommt, ist das Essen fast fertig, Norbert guckt in den Topf und freut sich; mein kleines Schaf lächelt...

 

Montag, 01.08.2005

So ruhig wie das Wochenende war, so heftig fängt die neue Woche an. Um 9 Uhr bin ich in der alten Wohnung, wo Sven und José mit dem Herausreißen der Holzdecken beginnen. Kurz darauf trifft auch mein Ole- Bole ein. Wir wollen alles zu ihm bringen, was er aus meiner Wohnung übernimmt. Mein Auto habe ich bereits nochmals zum Lieferwagen umfunktioniert, indem ich durch Umklappen der hinteren Sitzbank wieder eine große Ladefläche geschaffen habe. Mit zwei Fernsehern, einigen Kartons und Kleinkram machen wir die erste Fuhre. Jedoch ist noch eine weitere fällig, denn Olav möchte die vier Hängeschränke aus der Küche, die ich sowieso entfernen muss. Also ist heute auch wieder reichlich Treppen laufen angesagt. Die langen Fahrten durch die Stadt brauchen auch ihre Zeit. Als wir die Küchenschränke bei Olav ausgeladen haben und zurück fahren, ist bereits Norberts Feierabendzeit. Da wir an seiner Dienststelle vorbeikommen, halte ich kurz und rufe ihn mit dem Handy an, ob wir ihn mitnehmen können. 10 Minuten später sitzt Norbert bei uns im Auto... Als wir in der Wohnung ankommen, haben Sven und José bereits Feierabend gemacht. Sie waren richtig fleißig, haben bereits alle drei Holzdecken entfernt, das Holz in den Hof gebracht und weitere Vorbereitungen für die Bearbeitung der Decken getroffen. Norbert staunt, als er sieht, was die beiden heute geschafft haben.

Um auch meine letzten Kleinigkeiten aus der Wohnung zu bekommen, nehmen wir beim Verlassen der Wohnung jeder wieder etwas unter den Arm und laden es ins Auto. Olav schwingt sich nun zur Heimfahrt wieder auf sein Fahrrad, während ich mit Norbert nach hause fahre... 

 

Sonntag, 31.07.2005

Nochmals schaue ich nach Handys. Zuvor telefoniere ich jedoch mit Olav, ob ihm mein Handy gefallen würde. Er ist ganz happy und freut sich auf das kleine Siemens- Klapphandy. Na ja, dann kann ich nach meinem Geschmack bestellen, denn mir hat es ein Slider- Handy (zum Aufschieben) angetan *schmunzel* Nur mit der Farbe bin ich mir nicht ganz sicher. Aber dann höre ich, was Jana zu mir sagen würde und bestelle Black Limited Edition...

Nach Formel1 gehe ich mit Jill in ihre Gassi- Ecke, bleibe im Garten und rücke wieder einmal dem Unkraut zuleibe. Norbert gesellt sich zu mir, und so schaffen wir eine ganze Menge...

 

Sonnabend, 30.07.2005

Als faulen Tag könnte man diesen Sonnabend beschreiben. Wir kaufen mit Norbert noch etwas ein, dann sitzen wir beide fast den ganzen Tag am Computer. Bei dem immer noch schwülwarmen Wetter sollte man sowieso jede unnötige Bewegung vermeiden *schmunzel*. Mein Zimmer im Keller ist derzeit der angenehmste Raum im Haus. Während Norbert sich unter anderem mit seinem MP3-Player beschäftigt, der nur eine englische Anleitung hat *grins*, bin ich am Stöbern bei Ebay. Olav sagte mir gestern am Telefon, dass bei seinem Handy das Display Aussetzer hat. Darum schaue ich natürlich nach preiswerten Handys, und das über Stunden. Zuletzt weiß man gar nicht mehr, wofür man sich entscheiden soll, darum habe ich aufgehört...

 

Freitag, 29.07.2005

Eigentlich habe ich ja gestern bereits geschrieben, was ich heute mache, also würde ich mich nur wiederholen...

Dafür gibt es andere „Neuigkeiten“. Bei meinem letzten Gespräch mit dem Kundenservice von Arcor hatte man zumindest nun mal meine Adresse im Computer geändert. Die Bestätigung dafür schickt man an die alte Adresse!!! Aber nicht nur das, sondern man sehe sich dieses Schreiben mal genauer an:

Wie werde ich denn nun geführt? Außer der Schwärzung der Kunden- Nr. habe ich nichts an diesem Schreiben verändert! Ich bin wieder einmal auf der Palme, aber Jana sehe ich, wie sich vor Lachen über soviel Blödheit kaum halten kann...

 

Donnerstag, 28.07.2005

Da mir gestern in einem Schreiben mitgeteilt wurde, was vor der Schlüsselabgabe in der Wohnung zu tun ist, bin ich heute am Organisieren. Außer den üblichen Malerarbeiten muss ich meine Küchenmöbel entfernen, die ich als Eigentum vom Vormieter übernommen habe. Ebenfalls vom Vormieter sind Holzdecken in drei Räumen, über die wir uns damals sehr freuten, auch war es beim Renovieren immer praktisch, wenn man keine Decke streichen musste. Jedoch gab es von Anfang an die Option, dass ich sie bei einem Auszug gegebenenfalls rausreißen muss. Dies ist nun der Fall.

Als wir im Januar 1991 dort einzogen, waren es Sozialwohnungen (Erstbezug im Jahr 1956), die wegen ihrer Lage (direkt am Lietzensee) sehr begehrt waren. Mit „guten Kontakten“ und ein wenig Glück bekamen wir diese 3- Zimmer- Wohnung (77 qm) aufgrund unseres Wohnberechtigungsscheins. Die Warmmiete betrug damals 516,- DM! Das einzige waren immer nur die 5 Treppen, denn ein nachträglicher Fahrstuhlanbau wurde von zuständigen Ämtern nicht genehmigt.

1996 lief die soziale Bindung aus, die Wohnungen wurden zum Kauf angeboten, die Mieten stiegen... Später wechselte die Verwaltung, dann der Eigentümer. Nun ist die Wohnanlage zum 1. August nochmals verkauft worden, an einen Amerikaner... Dadurch ist man auch in der Verwaltung verunsichert und legt beim Auszug sehr strenge Kriterien an, da man nichts falsch machen möchte, denn jeder bangt auch dort um seinen Arbeitsplatz.

Da ich (mit einem gesunden Arm) zwar malern könnte, aber mit den Küchenmöbeln und Holzdecken sowieso völlig überfordert wäre, hatten wir bereits im Vorfeld unsere „Fühler“ ausgestreckt. Andi hat einen Kumpel, der zur Zeit arbeitslos ist und bis Mitte August Zeit hat. Nun ruft Andi heute bei Sven an. Ich denke jedoch, dass es für ihn allein zeitlich sehr knapp wird. Darum telefoniere ich mit meinem letzten Beifahrer, dessen ABM- Maßnahme zeitgleich mit meinem Arbeitsvertrag auslief. José freut sich über meinen Anruf und zögert nicht einen Moment, als ich ihn um Hilfe bitte. Auf dem Telebus als Beifahrer war er ein Kollege, mit dem ich sehr gern fuhr, denn wir waren ein super Team...

Ich freue mich, wenn ich ihn morgen sehe, denn nach meinem Termin beim Orthopäden werde ich mich mit Sven und José in der Wohnung treffen. Wir wollen sozusagen checken, was gebraucht wird und beim Baumarkt die benötigten Materialien einkaufen.

 

Mittwoch, 27.07.2005

Heute ist Mittwoch, also muss Nora wieder zur Blutbildkontrolle in die Charité. Solange ich kann, werde ich sie immer fahren, denn ein Krankentransport steht ihr ja nur an den Tagen der Chemotherapie zu. Noras Blutwerte sind bereits wieder so „im Keller“, dass sie nochmals eine Spritze zur Bildung von Blutkörperchen bekommt. Es ist die Spritze, die am folgenden Tag höllische Schmerzen im ganzen Körper verursacht, aber dieses Mal hat sie sich stärkere Schmerzmittel geben lassen.

Wir nutzen auch heute die gemeinsamen Stunden, um hinterher für Nora einzukaufen.

Wieder zu hause schaue ich nach Emails und traue meinen Augen kaum. Obwohl ich am 31.5. Arcor gekündigt und die letzte Rechnung (bis zum 19.6.) noch bezahlte, bekomme ich heute die nächste Rechnung für den Zeitraum vom 20.6.-19.7.!

Heute morgen hatte ich bereits ein Fax an Arcor geschickt, in dem ich mich auf zynische Weise für den Rückruf von gestern „bedankt“ habe. Nun folgt ein weiteres, in dem ich zugleich meine Einzugsermächtigung widerrufe. Langsam entwickelt sich die ganze Sache zur regelrechten Posse. Mal sehen, was die nächsten Überraschungen sind...

Aber ich lasse mir meine Laune nicht vermiesen, und es wird noch ein schöner Nachmittag. Ich hole nochmals Nora von zu hause ab, Norbert von der U- Bahn, und dann grillen wir gemütlich....  Gegen 19:30 Uhr fahre ich Nora nach hause. Sie ist richtig glücklich, denn dieser Tag hat ihr sehr gefallen. Vielleicht hat es ihr auch ein wenig Kraft gegeben, um den morgigen Tag besser zu überstehen.

 

Dienstag, 26.07.2005

Kurz nach 7 Uhr rufe ich den Kundendienst von Arcor an, denn um diese Zeit hängt man noch nicht so lange in der Warteschleife. Heute sind es genau 8 Wochen seit meiner Kündigung und der Bitte um Zuschaltung meiner Nummern auf Norberts Anschluss. Heute stellt man fest, dass ich durch meine Wohnungsaufgabe ein außerordentliches Kündigungsrecht habe und will mir ein entsprechendes Formular zuschicken. Nach 8 Wochen schon? Es zieht mir fast die Schuhe aus! Der immer nett bleibende Mann an der Hotline tut mir fast schon leid, denn bei ihm lasse ich meine ganze Wut ab. Auch er kann mich nicht zu höherer Stelle verbinden, aber will die Angelegenheit mit entsprechender Dringlichkeit weiter leiten und sichert mir zu, dass man mich heute ab 10 Uhr zurück ruft, um die Sache zu beschleunigen und zu klären. Nun ist es 22 Uhr, aber ich warte immer noch auf den Rückruf...

 

Montag, 25.07.2005

Kurz nach 6 Uhr will ich meinen Wecker nur auf Pause drücken, aber mache ihn aus Versehen aus... Na ja, und dann ist es schon wieder halb neun, als ich von allein munter werde *grummel*

Ich wollte doch gleich um 8 Uhr auf der Post sein, das Paket mit dem Handy abschicken, den Brief an T-Online absenden und einen Nachsendeantrag für meine Post beantragen. So bin ich erst um 10:30 auf der Post... Von dort fahre ich auf einen Besuch zu Norberts Mutter nach Reinickendorf. Ich habe ihr einiges hinzubringen und will auch einen undichten Wasserhahn mit einer neuen Dichtung versehen. Schwiegermama macht gerade Essen, also kann ich das Angebot mitzuessen kaum ablehnen, zumal ich doch immer nach dem Aufstehen zum Essen zu faul bin und nur meinen Tee trinke.

Als ich wieder nach hause fahre, mache ich noch Station am Baumarkt, nachdem ich zuvor in der Domäne nicht fündig wurde. Wir wollen einen Mülleimer mit Tretmechanik, da wir einen mit Schwungdeckel haben. Aber meist muss man diesen Schwungdeckel abnehmen, um ihn nicht zu bekleckern, wenn man Speisereste o.ä. wegwerfen will. Mich nervt das seit langem. Im Baumarkt finde ich einen schönen Treteimer in blau (!), aber genau daneben steht ein so genannter „intelligenter Mülleimer“. Er hat Batterien im Deckel, und ein Bewegungssensor lässt die Klappe für einige Sekunden allein aufgehen. Ich hole mein Handy aus der Hosentasche und rufe Norbert auf Arbeit an. Ihm ist es egal, welchen ich nehme, er überlässt mir die Wahl. Obwohl ich ja die Farbe Blau sehr mag, entscheide ich mich für dem chromfarbenen mit dem Sensor...

Zu hause treffe ich noch Andi an, er muss gleich zur Spätschicht. Als ich ihm den „intelligenten“ Mülleimer (so steht es auf der Verpackung) zeige, fragt er, ob dieser auch weiß, wann er voll ist. Diese Frage hätte fast von Norbert sein können! Aber Norbert ist noch besser. Als er nach hause kommt, stellt er sich vor den Mülleimer und sagt: „ Drei mal drei? Vier mal vier? Der antwortet ja gar nicht!“ Jana hätte sich vor Lachen den Bauch festgehalten....

 

Sonntag, 24.07.2005 

Zunächst vielen Dank an Katrin aus Dortmund für ihre Zeilen im Gästebuch, wo sie heute schildert, dass sie fast identische Post von der Anwaltskanzlei Seiler & Kollegen bekommt. Ich setze heute ein entsprechendes Schreiben an T-Online auf und bitte um Auskunft, obwohl ich diesem Unternehmen auch nicht so richtig über den Weg traue. Damals hatte man meine Kündigung einfach ignoriert und fragte verwundert nach, als mein Buchunkskonto bei der Telekom gelöscht war, wo man denn abrechnen soll. Dabei war mein T-Online-Zugang bereits über einen Monat fristgemäß gekündigt, und ich surfte schon über meinen Arcor- Zugang. In meiner Antwort muss das Wort "Verbraucherzentrale" irgendwie Wirkung gezeigt haben. Am 05.12.2003 bestätigte man mir dann endlich, dass mein T-Online- Vertrag zum 27.10.2003 endet *grins* Wie sagt man immer: alle in einen Sack und losprügeln, man trifft immer den Richtigen! Mittlerweile kann ich auch Arcor in diesen Sack packen, den seit meiner Ummeldung vom 31. Mai sind meine Rufnummern immer noch nicht auf Norberts Anschluss umgeschaltet... 

Wenigstens habe ich in einer anderen Angelegenheit bereits ein positives Ergebnis erzielt *freu* Nachdem trotz Widerrufs- und Rückgaberecht in seinen AGB der erste Handyverkäufer von Ebay nach Fax und Email keinerlei Reaktion zeigte, habe ich mich an Ebay gewandt. Dort gibt es einen Link, wo man Ebay Unstimmigkeiten mitteilen kann. Daraufhin verlief die Einigung sehr schnell *schmunzel* Morgen bringe ich das Paket mit dem Handy zur Post...

Wenn ich nun wieder verallgemeinern würde, könnte man sagen: man darf sich einfach nichts gefallen lassen und sollte alle Möglichkeiten ausschöpfen, um Recht zu bekommen, wenn man Recht hat!! Dies ist jedoch oft sehr zeitaufwendig, mir hat es den halben Sonntag gekostet... Darum werde ich nun für heute schließen und zur Entspannung am Computer noch ein kleines Spielchen machen...      

 

Sonnabend, 23.07.2005

Verschlafen! Um 8:45 Uhr klingelt das Telefon. Steffi ruft an und sagt mir, dass sie in 45 Minuten mit einem Mietwagen bei meiner alten Wohnung eintreffen werden. Steffi bekommt die Waschmaschine aus meiner alten Wohnung und will sie heute abholen. Ich springe also schnell ins Bad, dann in meine Klamotten, lasse Jill schnell ihr Geschäft machen und verlasse sozusagen mit fliegenden Fahnen das Haus. Als ich in Charlottenburg eintreffe, warten Steffi, Gordon und ein Kumpel bereits vor dem Haus. Die beiden Männer bringen die Waschmaschine schneller runter, als wir es uns mit Steffi vorgestellt haben *staun* Somit verabschieden wir uns auch wieder, denn sie wollen mit dem gemieteten Auto noch andere Dinge erledigen.

Ich fahre um die Ecke zu meiner Schwester, da ich ihr einiges besorgt habe und das Handy hinbringen will. Heute „empfängt“ sie mich mit Turban, denn es ist ihr mit den wenigen Haaren zu kühl auf dem Kopf. Es ist schön, dass sie bei dieser Formulierung anfängt zu lachen...

Wir machen sozusagen eine kleine Schulstunde in Sachen Handy- Bedienung, aber ich staune, wie schnell Nora alles im Griff hat. Wahrscheinlich hätte sie es sogar ohne mich geschafft *grins* Wenn ich so daran denke, wie ich mich vor 10 Jahren mit der Bedienung meines ersten Handys herumgequält habe... Aber damals hatte ich auch noch keinen Computer, kannte nicht mehr, als die Schreibweise dieses Wortes, und somit fehlte mir die bildliche Vorstellung eines Handy- Menüs. Nora freut sich riesig, dass sie nun ihr erstes Handy besitzt, und ich bin ebenso happy, als ich ihre strahlenden Augen sehe...

Langsam muss ich jedoch wieder nach hause, denn Norbert und ich, wir müssen noch unseren Wochenendeinkauf tätigen, denn gestern waren wir zu faul dazu *schmunzel* Nachdem wir von Lidl zurück sind und unser Kühlschrank aufgefüllt ist, koche ich uns ein leckeres Goulasch mit Rotkohl. Dann beginnt der gemütliche Teil vom Wochenende: Norbert guckt Tour de France und Fußball, während ich am Computer meinen Platz einnehme...

Eigentlich wollte ich meinen Tagebucheintrag an dieser Stelle für heute beenden, aber da kommt gerade eine Email mit folgendem Text:

„Liebe Frau Hentrich,

ich lese gerade Tagebuch und bin entsetzt. Ich kann mir vorstellen, dass solch ein idiotischer Gästebucheintrag von einem JUPP (was ich schon ziemlich komisch finde) Ihnen weh tut. Ich hoffe, dass Sie DAS schnell vergessen. Dafür gibt es nur ein Wort von mir und in meinen Augen: Idiot! 

Der kann doch sicher gar nicht mitreden! Ich bin wütend wenn ich so was lesen muss - wütend und traurig!!!!

Also DIESEN Deppen würde ich über seine IP ausfindig machen, weil er so schreibt "Name und Email sind falsch, nicht dass noch ein Fernsehteam" ankommt. Also DARAUF würde ich es anlegen!!!!!!.....“

Ja, eine Identifizierung über die IP- Adresse (84.132.3.145 am 21.07.05 um 18.53 Uhr) ist möglich, habe ja auf der Seite zum Gästebuch darauf hingewiesen.... Werde mal den Absender identifizieren lassen und ihm dann ein Fernsehteam hinschicken, vorausgesetzt, man interessiert sich für solch einen Schreiberling *grübel* und *schmunzel* zugleich... Leider denken immer noch viele Menschen, dass das Internet absolut anonym ist und glauben, dass sie sich hier mal so richtig austoben und daneben benehmen können, aber weit gefehlt....

 

Freitag, 22.07.2005

Nach den beiden stressigen Tagen lasse ich es heute etwas ruhiger angehen. Kurz vor 9 Uhr klingelt der DPD- Paketdienst, und mein neues Handy kommt *freu* Da gibt es aber eine super Ebay- Bewertung, denn knapp 36 Stunden hat es vom Kauf bis zur Lieferung per Nachnahme gedauert! Im Gegensatz dazu habe ich nach über 2 Tagen noch nicht mal eine Antwort von dem anderen Verkäufer wegen der Rückgabe...

Während ich das neue Handy einige Stunden auflade, antworte ich auf Emails und Gästebucheinträge. In der Zeit kommen weitere Emails mit Benachrichtigungen vom Gästebuch...

Am frühen Nachmittag gönne ich mir dann eine Schreibpause und beschäftige mich eine Weile mit den Einstellungen des neuen Handys, was natürlich richtigen Spaß macht. Auch muss ich nun nicht mehr vor die Tür gehen, um Empfang zu haben... 

 

Donnerstag, 21.07.2005

Beim Orthopäden bekomme ich heute eine Spritze in das rechte Schultergelenk, da es mir mittlerweile mehr Schmerzen bereitet, als mein Tennisellenbogen. Dieser hat sich zwar bereits gebessert, aber von beschwerdefrei kann noch keine Rede sein.  Wie der Arzt andeutet, kommt mit der Schulter auf mich offenbar eine ähnliche Prozedur wir beim Ellenbogen zu. Zeitgleich bekomme ich heute von der Krankenkasse den in regelmäßigen Abständen verschickten Brief mit der Anfrage, wie sie mich denn bei der Wiederherstellung meiner Gesundheit unterstützen können. Es ist der blanke Hohn! Ja, man könnte mich unterstützen, indem man notwendige Behandlungen bezahlt! Mehrere Stoßwellen für die Schulter kann ich mir jedenfalls nicht mehr leisten!

Nach meinem Arztbesuch fahre ich direkt in die Wohnung, wo ich mit der Verwalterin und dem Hausmeister verabredet bin. Sie schaut sich alles an, entscheidet jedoch noch nichts, denn sie möchte zuvor versuchen, in meinem Sinne einiges zu klären.

Der Briefkasten in meiner alten Wohnung ist randvoll. Unter anderem hat sich Arcor lapidar für die mir entstandenen Unannehmlichkeiten entschuldigt und mich wegen der großen Nachfrage ohne konkreten Termin weiterhin vertröstet. Aber ich habe noch weitere Post! Der Absender ist die Anwaltskanzlei Seiler und Kollegen. Man schickt mir eine „Abschrift“ der offenen T- Online- Rechnung, wo jedoch keinerlei Abrechnungszeiträume erkenntlich sind, in denen diese Beträge angeblich aufgelaufen sind. Man bittet, die Summe von 46,23€ bis 15. August zu überweisen. Da ich ja seit Oktober 2003 bei Arcor bin, habe ich ein Jahr später  alle alten Telekom/T-Online- Rechnungen entsorgt, Nur die letzten beiden habe ich aufgehoben, und siehe da, ich hatte in der Abschlussrechnung sogar noch eine Gutschrift! Fast könnte ich darüber lachen, wenn es nicht so zeitaufwendig wäre, nun wieder ein entsprechendes Schreiben zu verfassen...

Als ich abends endlich dazu komme, meinen Computer wieder einzuschalten, habe ich einen weiteren Gästebucheintrag. Ich hatte mich nach dem Brisant- Beitrag fast schon gewundert, dass bisher alle Einträge und Emails Anteilnahme, Zuspruch und sogar Dankbarkeit zum Inhalt hatten. Heute jedoch kommt, was ich fast schon „vermisst“ habe. Hier die Kopie des Gästebucheintrages:  

„Hallo,

seltsam, dass Sie Ihre toten Kinder in die Öffentlichkeit zerren. Das ist in meinen Augen ein schwacher Versuch, das schlechte Gewissen zu beruhigen und nicht Verdientes Mitleid zu erhaschen. Ich finde es extrem geschmacklos, Gräber im Internet und im Fernsehen zu präsentieren. Nicht einmal im Tod ist den Beiden anscheinend die gewollte Ruhe vergönnt. Hat brisant jetzt die Steuern für den neuen Mercedes bezahlt, oder war es etwas mehr? Name und E-Mailadresse sind falsch, nicht, das im nächsten Mediensommerloch ein Fernsehteam hier auftaucht. 

Schönen Gruß

Jupp“

Meine Antwort:

Herr „Jupp“, oder wie sie heißen mögen, Sie haben sich gemerkt, welche Automarke ich fahre, aber begriffen haben Sie nichts....

  Ja, solche Schreiberlinge gibt es immer wieder... Er hat nicht bemerkt, was die Homepage bewirkt hat und dass vielen Menschen damit auch geholfen wird. Statt dessen hat sich aber die Marke meines Autos in seinem Kopf festgesetzt. Da muss er aber viel gelesen haben, wo ihm doch alles so zuwider ist *grins* Wieso denken auch immer wieder einige Leute, dass es nur um Geld geht? Ich habe weder von Brisant noch von anderen Sendern je ein Honorar bekommen. Es geht mir einfach darum, an unsere Kinder zu erinnern und Eltern zu sensibilisieren, aber erreicht habe ich sogar noch mehr. Ich werde weiter machen, und daran werden mich auch Menschen mit einem Spatzenhirn nicht hindern! 

Und noch ein Wort an Herrn „Jupp“:

Was sollte denn ein Kamerateam gerade bei Ihnen? 

Da schmunzelt sogar mein kleines Schaf....

 

Mittwoch, 20.07.2005

Als ich morgens den Computer anmache, sind noch einige Gästebucheinträge frei zuschalten....

Ich gehe kurz nach 7 Uhr aus dem Haus, um meine Schwester abzuholen und zur Charité zu fahren. Heute muss sie zur Blutbildkontrolle. Ihre Werte sind eine Woche nach der zweiten Chemotherapie wieder knapp vor der Untergrenze...

Ich fahre mit Nora noch einkaufen, damit sie nicht tragen muss. Ich freue mich, dass ich ihr mit solchen kleinen „Diensten“ wenigstens etwas helfen kann. Oftmals würde ich gern mehr tun, aber zur Zeit habe ich selber noch viele Termine.

So muss ich mich heute darum kümmern, von meinem Rückgaberecht für ein bei Ebay erstandenes Handy Gebrauch zu machen. Es kann doch nicht sein, dass ich vor die Haustür gehen und mich wie ein Kreisel drehen muss, um Netzempfang zu haben! Solch schlechten Empfang hatte ich mit meinem alten Handy nicht! Ich versuche also, den Verkäufer unter seiner Telefon- Nr. anzurufen, die auf der Rechnung steht, aber niemand hebt ab. Dann schreibe ich und sende ihm ein Fax. Um mich nochmals abzusichern, folgt eine Email über Ebay, in die ich den Text vom Fax hinein kopiere. Abends verbringe ich nochmals einige Stunden bei Ebay, suche nach einem anderen preiswerten Handy und bestelle mir eins von Siemens, womit ich wohl auf der sicheren Seite bin. Nora soll mein bisheriges Handy bekommen. Sie hatte noch nie eins, darum soll sie mein bisheriges bekommen, denn ich habe ihr eine Nummer bei www.simyo.de „gesponsert“. Sie soll doch auch überall telefonieren können und erreichbar sein, gerade jetzt!

Den ganzen Tag über kommen noch Gästebucheinträge und Emails, denn „Brisant“ wird auf mehreren Sendern wiederholt. Nochmals vielen Dank für die vielen Zuschriften! Ich kann wirklich nicht allen antworten, es würde mehrere Tage und Nächte in Anspruch nehmen. Morgen ist für mich nochmals ein stressiger Tag, denn nach dem Termin beim Orthopäden ist die Wohnungsbesichtigung. Am Telefon deutete die Verwalterin bereits an, was man von mir erwartet, mir wurde ganz schlecht, aber darüber später mehr...

 

Dienstag, 19.07 2005

Vormittags telefoniere ich mit Nora, und sie ist von den Fotos auf der Subdomain ganz begeistert. Sie hatte meinen Keller gesehen, als er nur zur Hälfte eingerichtet war. Jedoch gefällt mir dieses Wort „Keller“ eigentlich überhaupt nicht. Es war mal ein Keller, aber heute ist es ein gemütlicher Raum im Untergeschoss!

Nachmittag ruft Renate an und sagt mir, dass sie vom Redakteur einen Anruf hatte und heute wahrscheinlich der Beitrag in „Brisant“ laufen wird. Ich kann es nicht so richtig glauben, denn auf der HP von „Brisant“ ist nichts dergleichen zu sehen. Einige Zeit später ist diese HP jedoch aktualisiert, und der Beitrag ist angekündigt. Aber ich sehe auch, dass man ein totes Mädchen als die vermisste 16-jährige Carolin identifiziert hat. Ich bin in Gedanken bei den Eltern...

Nach der ersten Sendung im ARD kommen viele Emails und einige Gästebucheinträge. Eine Stunde später wird der Beitrag im MDR gesendet...

Ich möchte dieses Tagebuch nutzen, um mich für die vielen lieben Zeilen zu bedanken! Leider schaffe ich es nicht, allen zu antworten. 

 

Montag, 18.07.2005

Gleich morgens bin ich heute bei Lidl, denn es gibt Schulsachen. Andi braucht so einiges für seine Ausbildung, auch ich hole mir preiswerte Spiralblöcke und einige Stifte.

Den Vormittag „hänge“ ich fast nur am Telefon, denn ich brauche einen Termin beim Orthopäden zur Vorstellung nach der zweiten Stoßwelle. In der Praxis ist am laufenden Band besetzt, also ist bereits eine Stunde rum, als ich endlich für Donnerstag einen Termin bekomme. Für den gleichen Tag vereinbare ich mit der Verwalterin eine Besichtigung meiner alten Wohnung...

Dann erledige ich einiges an Hausarbeit, mache sauber und wasche Wäsche. So kann ich mich am Nachmittag den angenehmen Dingen widmen. Aber ich baue Mist, denn beim Einrichten einer neuen Subdomain komme ich mit der neuen Benutzeroberfläche beim Webhosting- Anbieter nicht gleich klar und lösche aus Versehen die Adresse von Steffi. Ich kann die Adresse zwar wieder neu einrichten, aber die Inhalte muss sie neu auf den Server laden. Gleich rufe ich sie an und erzähle von meinem Missgeschick *grins*

Nachmittags fotografiere ich mal wieder, denn Norbert erzählte mir, dass einige Kollegen nach Fotos von unserem Keller fragten. So habe ich mit der neuen Subdomain ein Seite mit Fotos für private Zwecke gestaltet...

 

Sonntag, 17.07.2005

Vom Vormittag haben wir nicht allzu viel, denn wir schlafen lange...

Gegen Mittag kommt Norberts Tochter kurz vorbei, die gestern mit ihrem Freund von einer Woche Mallorca- Urlaub zurückgekommen ist. Für Norbert und Andi hat sie eine Kleinigkeit mitgebracht...

Nachdem wir mit Norbert durch das späte Aufstehen ebenso „zeitversetzt“ Mittag gegessen haben, guckt er Tour de France. Ich komme spontan auf die Idee, meine Ablage durchzusehen und zu ordnen. Etliches kann ich dabei in den Schredder schieben. So etwas gehört zu den Dingen, die ich immer ohne Vorplanung mache, weil es mir sonst zu stressig ist. Es gibt so einige Dinge, die mir nur spontan gut von der Hand gehen, unter anderem auch das Fenster putzen *schmunzel* Manchmal habe ich auch spontan Möbel gerückt und umgeräumt... Diese Eigenschaft hatte Jana irgendwie von mir „geerbt“. Auch sie kam oft zu den ungewöhnlichsten Zeiten auf ungewöhnliche Ideen... Ich schaue gerade zu ihrem Foto an der Wand, und sie lächelt mich an, als wollte sie sagen: „Mum, musst Du immer aus der Schule plaudern?“     

 

Sonnabend, 16.07.2005

Auch heute zieht während des Schreibens wieder der Geruch vom Grill zu mir durch das Fenster. Wenn es nach Andi ginge, könnten wir wirklich jeden Tag grillen. Norbert dagegen kann langsam kaum noch Fleisch sehen, möchte dann lieber mal eine Bratwurst oder ähnliches...

Ansonsten verleben wir ein ruhiges Wochenende. Ich nehme mir heute mal die Zeit und telefoniere fast eine Stunde mit meiner Mum, die in den letzten 14 Tagen etwas zu kurz kam und alles nur über meine Schwester erfahren hat. Ich hatte in den vergangenen zwei Wochen keine Lust und keinen Nerv, jeden über alles zu informieren, wo mir doch selbst alles zu viel wurde... Am wichtigsten war und ist mir zur Zeit Nora, die ich auch heute anrufe, aber ihr geht es ziemlich mies. Sogar unser Gespräch am Telefon ist für sie anstrengend, darum fasse ich mich kurz und schreibe ihr später lieber noch eine Email...   

 

Freitag, 15.07.2005

Da ich den gestrigen Tag etwas vergammelt habe, will ich heute wieder einiges erledigen. Mein erstes Ziel ist meine ehemalige Firma, wo ich noch ein ganzes Schlüsselbund und ein Formular für die Berechnung des Arbeitslosengeldes abgeben muss. Nachdem ich mich mit meiner ehemaligen Vorgesetzten unterhalten habe, gehe ich auch noch ins Büro unserer Chefin und plaudere auch mit ihr eine Weile. Beide Gespräche sind sehr entspannt. Bei mir hat sich in der letzten Zeit doch einiges gesetzt. Vielleicht sollte ich sogar dankbar sein, denn der Preis für den Job wäre meine Gesundheit gewesen, ein hoher Preis, den ich zum Teil bereits bezahlt habe...

Danach fahre ich zu Norberts Mutter, denn es ist nur wenige Minuten von dem Büro der Firma entfernt. Seit Wochen habe ich ihr versprochen, dass ich ihre Flurbeleuchtung in Ordnung bringe, aber durch den Stress der letzten Zeit hatte ich es nie geschafft. Ich habe mich vorher nicht angekündigt und überrasche sie somit mit meinem Besuch. Sie hat gerade Bohnensuppe auf dem Herd und mein Magen freut sich über die erste Nahrung, die er heute bekommt *grins*

Dann inspiziere ich die beiden Lampen im Korridor, kontrolliere die Kontakte, wechsele die Glühbirnen, aber eine von den beiden geht einfach nicht. Da ist auch mein Latein am Ende. Dafür klappt jedoch auf Anhieb der Wechsel des Schwenkarms von der Spültischarmatur in der Küche. Na, wenigstens ist mir eine gut Tat gelungen...

Ich bin gerade 15 Minuten zu hause, da kommt auch Norbert, Andi hat heute frei. Wir sitzen lange Zeit in der gemütlichen Wohnküche, plaudern und wollen dann noch grillen. Ein heftiger Regenschauer verschiebt aber unsere Pläne, darum nutze ich die Zeit, um meine „Hausaufgaben“ zu machen. Nun kommt durch mein Fenster langsam der leckere Geruch von Holzkohle...      

 

Donnerstag, 14.07.2005

Würde ich den heutigen Tag von Anfang bis Ende beschreiben, wäre es zum Gähnen langweilig. Aber nachmittags habe ich meine Schwester für eine Stunde besucht. Wir haben in den letzten Tagen nur telefoniert. Als sie mir die Tür öffnet, ist es ein ungewohnter Anblick, denn sie hat nur noch ganz wenige Haare auf dem Kopf. Sie fragt, ob es mir unangenehm wäre und sie sich etwas umbinden soll. Nein, unangenehm ist es mir nicht, es ist doch meine Schwester! Nora hatte gestern die zweite Chemotherapie. Sie ist zwar schlapp, aber noch geht es ihr relativ gut. Man weiß jedoch nie, wie die nächsten Stunden oder Tage werden.

Nachdem ich Nora von der ersten Chemo abgeholt hatte, erkundigte sie sich, ob ihr ein Krankentransport zusteht, da sie mich nicht laufend in Anspruch nehmen wollte (obwohl ich es gern getan habe). Die Auskunft von der Krankenkasse war positiv und so bestellte sie für gestern einen Transport, der sie nach der Chemo nach hause fahren sollte. Heute erzählt sie mir, dass sie mit den Öffentlichen nach hause gefahren ist, da sie versetzt wurde....  

 

Mittwoch, 13.07.2005

Renate ist heute in Sans soussi. Die anderen Lehrer und Betreuer wollen mit den Schülern anschließend zum Wannsee. Ich treffe mich nach der Schlossführung mit Renate auf dem Parkplatz am Bus, den ich durch sein Kennzeichen schnell gefunden habe *schmunzel* und „entführe“ sie mit meinem Auto zu unserem gemeinsamen Nachmittag. Natürlich fahren wir zuerst in mein neues Heim, wo ich ihr meinen Keller vorführe, der ja nun eigentlich gar keiner mehr ist... Renate ist ganz begeistert und erstaunt, was ich aus diesem Raum gemacht habe. Ich freue mich, dass es ihr so sehr gefällt! Nachdem wir uns von der Hitze draußen etwas abgekühlt haben, fahren wir zum Friedhof. Dort treffen wir uns mit dem Kamerateam, die einen Beitrag für „Brisant“ drehen möchten. Bevor jedoch noch Aufnahmen hier zu hause gemacht werden, möchten sie mit uns zu dem Parkplatz am Teufelsberg, wo man Jana und Mario im Auto aufgefunden hat. Obwohl wir uns dort nicht lange aufhalten, ist es für Renate und mich sehr beklemmend und schwer zu ertragen. Der Gang zum Friedhof gehört zu unserem heutigen Leben, aber auf diesem Parkplatz fühlt man sich zurückversetzt an den 3. November 2002, dem Tag, der unsere Lebensuhr anhielt und uns die Zukunft nahm. Fragen stellen sich neu, Fragen, auf die wir Antworten fanden, aber auch solche, deren Antwort unsere Kinder mitgenommen haben. Wir mussten unserem Leben einen neuen Sinn geben. Anfangs schien dies unmöglich, aber unser Kontakt und die daraus entstandene tiefe Freundschaft haben bewirkt, was anfangs undenkbar war. Letztendlich haben wir mit der Homepage sogar noch mehr erreicht, als „nur“ unseren Kinder zu gedenken: Wir haben viele Menschen für dieses Tabu- Thema sensibilisiert und einigen sogar geholfen.

Wir sind froh, als wir diesen Parkplatz wieder verlassen und zu uns nach hause fahren. Nachdem hier noch einige Aufnahmen gemacht werden, verabschieden wir uns von dem netten Kamerateam.

Aber Renate und ich, wir bleiben auch nicht mehr lange. Ich fahre mit ihr zum Jugendgästehaus in der Nähe vom Zoo, wo sie mit ihren Schülern während der Klassenfahrt wohnt. Wir gehen mit einigen Schülern noch zu einem Griechen, wo es zwar gut schmeckt, wir jedoch auf unser Essen eine volle Stunde warten müssen...

Dienstag, 12.07.2005

Obwohl noch einige Kleinigkeiten zu tun sind, kehrt nach dem Umzug langsam wieder die Normalität ein. So erledige ich heute einige Einkäufe und bringe leere Umzugskartons zur Entsorgung. Ich bin froh, als ich zurück bin, denn die Hitze ist heute fast unerträglich.

Dennoch fahre ich etwas später nochmals los, aber nur bis zur nächsten Tankstelle. Eine Wagenwäsche ist nötig, auch der Staubsauger hat einiges zu tun. Wochenlang war in meinem Auto die hintere Sitzbank umgeklappt, so dass ich eine große Ladefläche hatte. Nun bringe ich beim Saubermachen alles wieder in den Ursprungszustand und bin froh, dass mein Felix von seinem Lieferwagen- Dasein erlöst wird *schmunzel*

Als ich in der Mittagszeit mit Renate telefoniere, ist sie mit ihrer Schulklasse fast am anderen Ende der Stadt. Ich müsste also quer durch Berlin fahren. Darum wollen wir uns bei der Hitze keinen unnötigen Stress machen. Morgen Nachmittag haben wir ohnehin unsere private Verabredung, zu der sich Renate sozusagen frei genommen hat. Aber ganz privat wird es wohl doch nicht, denn ein Kamerateam wird uns begleiten, um einen Beitrag für die ARD zu drehen. Wir sind jedes Mal überrascht, dass immer wieder Anfragen kommen, um von Jana und Mario und uns Müttern zu berichten...

 

Montag, 11.07.2005

Man möge mir verzeihen, dass ich die letzten beiden Tage nichts geschrieben habe...

Am Sonnabend der Umzug war Stress pur. Ich hatte kurz nach 8 Uhr den Mietwagen geholt und fuhr direkt in meine alte Wohnung, wo ich noch einen kleinen Schrank ausräumte, den ich glatt übersehen hatte *grins* Wenig später stand Steffi vor der Tür, und dann kamen auch Norbert und Andi mit dem PKW nach. Olav hatte sich für 10 Uhr angesagt. Als er jedoch um 11:30 Uhr noch nicht da war, versuchte ich ihn telefonisch zu erreichen. Er hatte verschlafen, da er die Nacht zuvor kurzfristig gejobbt hat. Jedoch lohnte es nun kaum noch, denn sein nächster Job ging um 15 Uhr los. Einerseits war ich stinksauer, andererseits tat er mir richtig leid, denn er ärgerte sich so sehr über sich selber. Aber wenn man nachts arbeitet, muss man auch irgendwann schlafen...

Norbert und Andi hatten somit die schwierigsten und schwersten Dinge allein zu tragen und niemanden, mit dem sie sich abwechseln konnten. Der Tag war zudem noch schwülwarm, und der einzige Trost war, dass wir alles "nur" 5 Etagen herunter und nicht hochtragen mussten *schmunzel* Bei der zweiten Tour war dann noch Andis Freundin Tina mit von der Partie, und wir haben die Wohnung bis auf einige Kleinigkeiten fast leer bekommen. Kurz vor 18 Uhr stellte ich den Mercedes- Sprinter vor der Mietwagenfirma wieder ab. Dann machte Andi den Grill an, und wir saßen alle gemütlich auf der Terrasse. Trotz der Strapazen, die wir hinter uns hatten, war es sehr gemütlich und wir haben viel gelacht... Aber manchmal habe ich mein kleines Schaf schmunzeln gesehen. Sie hätte sich in diesem Kreis auch sehr wohl gefühlt...

Den Sonntag habe ich dann genutzt, um Kartons auszupacken und den ganzen Dingen ihren neuen Platz zu geben. Aber dies das macht nicht nur Arbeit, sondern auch viel Spaß. Es braucht aber seine Zeit...

Heute mache ich sauber und beschäftige ich mich mit einigen "Feinarbeiten". Wieso braucht man mehrere Stunden, um einige Bilderrahmen aufzuhängen? Ja, hier kann man nicht einfach so mal einen Nagel in die Wand schlagen! Ohne Bohrhammer geht hier nichts. Darum behelfe ich mir bei den vielen kleinen Bilderrahmen mit Tesa- Powerstrips. Aber die Werbung hält leider auch nicht alles, was sie verspricht, und einige Bilderrahmen fallen nach wenigen Minuten herunter. Eva gibt jedoch nicht so schnell auf! Letztendlich greife ich zur Klebepistole...

Abends klingelt das Telefon. Nachdem ich heute mehrmals versucht habe, Renate auf Handy zu erreichen, meldet sie sich nun, da sie mit ihrer Klassenfahrt in Berlin eingetroffen ist und mittlerweile die hiesige Luft schnuppert. Morgen werden wir nochmals telefonieren und uns sicher auch sehen. Jill soll ich unbedingt mitbringen, denn nicht nur Renate freut sich auf sie, auch ihre Schüler hat sie bereits neugierig gemacht...

Freitag, 08.07.2005

Mit jedem Tag, den der Umzug näher kommt, wird mir mulmiger... Man müsste mit den Fingern schnipsen können, und dann ist schon alles erledigt...

Heute früh fahre ich mit meiner Schwester zur Charité. Sie war am Mittwoch wieder zur Blutbildkontrolle, und ihre Werte waren sehr schlecht. Darum bekam sie eine Spritze in den Bauch. Jedoch nicht die Spritze, sondern die dadurch angeregte Bildung von Blutkörperchen im Rückenmark verursachten fast 24 Stunden lang höllische Schmerzen. Sie hatte durch andere Patienten bereits davon gehört und musste es nun leider selber ertragen. Nora befindet sich in einem regelrechten Erschöpfungszustand, aber bei der nochmaligen Blutbildkontrolle sind die Ergebnisse zufrieden stellend....

Nachdem ich meine Schwester wieder nach hause gebracht habe, fahre ich noch kurz in meine alte Wohnung, wo ich nach Post schaue. Auch packe ich noch schnell die Bettdecken und Kissen in die letzten freien Kartons. Für morgen haben wir jedoch geplant, dass hauptsächlich die großen sperrigen Sachen transportiert werden, die nicht in den PKW passen, denn bereits davon werden Norbert, Andi und Olav richtig geschafft sein. Für die kleineren tragbaren Dinge wird mir Andis Freundin helfen, aber auch Steffi hat ihre Hilfe angemeldet *freu*

Donnerstag, 07.07.2005

Eigentlich wollte ich gar nicht mit dem Schreiben anfangen, denn dieser Tag gehört zu denen, über die es kaum lohnt zu berichten, zum Lesen viel zu langweilig (schmunzel) Darum belasse ich es heute bei diesen wenigen Zeilen...

Mittwoch, 06.07.2005

Als mein Wecker um 6 Uhr klingelt, drücke ich nur die Pausentaste, aber merke, dass Norberts Bett bereits leer ist. Der Ärmste, wo doch die Nacht durch unsere "Wasserhahnaktion“ so kurz war!

Kurz nach 7 Uhr stehe ich auf. Nachdem ich dann mit Jill Gassi war, meinen Tee trinke und am PC nach Emails geguckt habe, rufe ich bei Arcor an. Ich hatte am 31.05. ein Fax hingeschickt, in dem ich wegen meiner Wohnungsauflösung meinen Arcor- Anschluss gekündigt habe und darum bat, meine Rufnummern auf Norberts Arcor- Anschluss umzuschalten. Als ich nach 14 Tagen unter der Service- Nr. nachfragte, wurde mir gesagt, dass dies doch mindestens drei bis vier Wochen dauern würde. Als nach viereinhalb Wochen noch nichts passiert war, fragte ich am 29.06. nochmals nach. Man entschuldigte sich bei mir für die falsche Auskunft, denn es würde mindestens 6 Wochen dauern, und meine Umschaltung wäre für den 18.07. eingetragen. Ich konnte dies nicht nachvollziehen und reagierte dem entsprechend. Letztendlich versprach man mir hoch und heilig die Umschaltung in den nächsten 2 – 3 Tagen. Ich war zufrieden, aber nicht lange. Bis heute ist immer noch nichts passiert. Darum rufe ich nochmals an und erfahre, dass meine Umschaltung für den 25.07. geplant ist, also noch später, als man mir vor einer Woche sagte. Daraufhin platzt mir am Telefon der Kragen, aber der Kundenbetreuer kann angeblich nichts machen. Auch meiner Forderung, mich eine Ebene höher zu verbinden, kommt er nicht nach. Es ist doch unfassbar und noch unter Telekom- Niveau! Somit setze ich mich hin und schreibe ein weiteres Fax an Arcor, in dem ich meine ganze Wut ablasse. Ob es etwas bringt, wird sich zeigen. Fortsetzung folgt....

Da einem solche Dinge einen Haufen kostbare Zeit rauben, bleibt mir nicht mehr viel Zeit, da ich mittags meine zweite Stoßwellentherapie habe, wozu ich ja quer durch die Stadt fahren muss, denn es ist in Neuköln. Heute ist ein anderer Arzt da, der die Behandlung macht und mir auch vorher die Betäubungsspritze in den Ellenbogen gibt. Als ich jedoch auf der Heimfahrt bin, merke ich, dass nicht nur mein rechter Ellenbogen (wie beim letzten Mal) betäubt ist, sondern sich die Taubheit immer mehr bis in die Hand zieht. Es ist mir fast noch unangenehmer, als die schmerzhaften Stoßwellen... Letztendlich habe ich meine rechte Hand kaum noch unter Kontrolle, kann weder das Autoradio, noch die Fensterheber bedienen, und das mir, was ein „Profi“ am Steuer ist! Als ich mich im Gesicht kratzen will, komme ich mit der rechten Hand nicht an der Stelle an, die ich treffen will. Da wird es mir langsam unheimlich. Als ich kurz vor zu hause am Baumarkt halte, um eine neue passende Spültischarmatur zu holen, rufe ich mit dem Handy Norbert an und erzähle ihm dies. Aber wie mein Schatz so ist, witzelt er noch, obwohl mir doch gerade überhaupt nicht zum Lachen ist. Ja, so kenne ich ihn, aber so liebe ich ihn auch, denn sonst wäre es nicht Norbert...

Als er von der Arbeit kommt, geht Andi gerade zur Spätschicht. Sie geben sich fast im wahrsten Sinne des Wortes die Klinke in die Hand. Genau zu dieser Zeit kommt endlich wieder normales Gefühl in meine Hand, und ich bin richtig erleichtert... Aber nun sind wir heute nur zu zweit und haben eine neue Spültischarmatur anzubringen. Weitere Ausführungen spare ich mir, denn die Armnatur passt, jedoch klingt es einfacher, als es ist....

Dienstag, 05.07.2005

Früh fahre ich wieder in meine alte Wohnung und schaffe nochmals einiges, so dass ich mittags zufrieden und mit drei extra leichten Kartons zurück fahre.

Da ich gestern eine neue Spültischarmatur für die Küche gekauft habe, die wir in einem Prospekt als Angebot gefunden haben, will Andi diese nun anbauen. Mittlerweile ist Norbert auch von der Arbeit zu hause. Wir sitzen in der Küche und Andi baut die alte Armatur schon einmal aus. Dann sitzen wir alle drei über der Einbauanleitung, aber irgend etwas stimmt nicht. Wir grübeln und vergleichen mit der alten Armatur, aber müssen dann feststellen, dass dieser Wasserhahn in der Küche nicht verwendbar ist, denn er hat nur zwei Anschlüsse. Da wir aber unter der Spüle einen 5- Liter- Boiler haben, brauchen wir einen Hahn mit drei Anschlüssen. Ja, das ist wohl echtes „Künstlerpech“. Andi baut also den alten Hahn provisorisch nochmals an, damit wir den Haupthahn wieder öffnen können und nicht ohne Wasserversorgung dastehen. Als diese ganze „Aktion“ beendet ist, zeigt die Uhr fast Mitternacht, und wir sind ziemlich frustriert. Sicher, wenn man dies liest, kann man sich ein Grinsen sicher nicht verkneifen. Aber wir sitzen noch bei einem Bierchen und lachen letztendlich über unsere neue Erfahrung. Mein kleines Schaf sehe ich ebenfalls grinsen, oder lacht sie uns sogar aus?

Montag, 04.07.2005

Um heute alles zu schaffen, was ich mir vorgenommen habe, lasse ich mich von Norbert um 5:30 Uhr wecken, als er zur Arbeit geht. So habe ich Zeit für meinen Tee, den ich morgens gern in Ruhe trinke, und schaue nach Emails und Gästebucheinträgen...

Kurz nach 7 Uhr fahre ich zu einer Autovermietung, die nur wenige Minuten von uns entfernt ist. Es dauert nicht lange, dann habe ich meinen Automietvertrag in der Hand. Sonnabend ab 8 Uhr kann ich den Mercedes Sprinter abholen, und muss ihn um 18 Uhr spätestens abgeben. Es wird komisch sein, denn genau diesen Autotyp habe ich die letzten 10 Jahre als Telebus gefahren...

Nun fahre ich Richtung Charlottenburg, aber halte auf halber Strecke noch am Friedhof, um zu gießen. Dies kann man nur morgens oder abends machen, denn das Grab hat den ganzen Tag die volle Sonne. Ich freue mich, dass die blauen Blumen der Hitze immer noch standhalten und das Grab sehr schön aussieht.

Als ich etwas eine halbe Stunde in meiner alten Wohnung bin, freue ich mich über das Klingeln, denn Steffi kommt. Da es heute sehr warm ist, ackern wir zwar nicht im Akkord, aber trotzdem schaffen wir eine ganze Menge. Steffi packt mir den Inhalt von zwei großen Schränken in Kartons! Ich räume heute den Kühlschrank aus, taue ihn ab und mache ihn sauber. Er soll bei Norbert in den Keller, der gegenüber von meinem Zimmer liegt. So haben wir speziell in den Sommermonaten genug Platz zum Kühlen von Getränken, denn manchmal ist es im anderen Kühlschrank ganz schön eng... Ich schaffe es heute auch, die Küchenmöbel endgültig leer zu räumen und bin rundherum zufrieden. Zwei Kartons mit Küchenkram trägt mir Steffi sogar ins Auto, denn es spart am Sonnabend zweimal 5 Treppen!

Hier angekommen, schaut sich Steffi mein neues entstandenes Domizil an. Sie hatte diesen Raum einmal im Ursprungszustand gesehen, bevor er durch die Sperrmüllabfuhr frei wurde. Nun kann sie im Original sehen, was sie bisher nur im Tagebuch gelesen hat und ist richtig begeistert. Ich freue mich natürlich, dass es ihr gefällt. Einige Zeit haben wir noch miteinander, dann kommt Gordon und holt Steffi ab. Danke Steffi, für Deine Hilfe und den schönen Tag mit Dir!

Abends telefoniere ich mit meiner Schwester. Nora erzählt mir, dass sie seit heute auffällig viele Haare verliert. Sie wusste ja, dass diese Nebenwirkung der Chemotherapie noch auf sie zukommen kann und war darauf vorbereitet. Aber wenn es dann wirklich eintritt, wird es zu einer weiteren psychischen Hürde. Ich will hier keine Sprüche von mir geben, die sowieso keinem helfen, aber auch das Gespräch und das Zuhören können schon eine Hilfe sein. Schwesterlein, auch wenn ich zur Zeit selber ziemlich im Stress bin, aber zum Reden bin ich immer da! Da lächelt sogar mein kleines Schaf, als wollte sie sagen: „Tantchen, wir schaffen das schon...“

Sonntag, 03.07.2005

Nach einem gemütlichen Sonntagsfrühstück betätigen wir uns wieder etwas im Garten. Zugleich lasse ich zweimal die Waschmaschine laufen, denn bei dem warmen und sonnigen Wetter trocknet die Wäsche draußen sehr schnell. Eine Weile „widme“ ich mich dem ungeliebten Unkraut, welches bei dem Wetter leider ebenso gut „gedeiht“ wie die anderen Pflanzen...

Den Nachmittag verbringen wir wieder drinnen, denn ab 14 Uhr läuft Formel 1, und dann schaut Norbert auch die Tour de France. Dafür kann ich mich nicht so sehr begeistern, aber ich habe ja noch meinen Computer...

Sonnabend, 02.07.2005

Über den gestrigen "verlorenen" Tag ärgere ich mich immer noch, denn die Zeit fehlt mir. Darum fahre ich mit Norbert am späten Vormittag in die Wohnung, um meinen Ärger etwas abzubauen. Wir beladen das Auto mit einem großen Spiegel, einem Deckenfluter und einigem Kleinkram. Heute in einer Woche soll der "große" Umzug stattfinden. Da wird ein Mietwagen genommen, um die großen Möbelstücke und die gepackten Kisten zu transportieren. Bis dahin muss ich die letzten Schränke leer machen. Am Montag treffe ich mich mit Steffi in meiner alten Wohnung. Sie will mir etwas helfen, und ich finde es nicht nur lieb von ihr, sonder freue mich auch riesig auf sie. Ich habe ihr heute zu ihrem Geburtstag gratuliert, und sie war ganz überrascht, dass ich es nicht vergessen habe...

Freitag, 01.07.2005

Vormittags will ich wieder in meine Wohnung fahren und packen. Nur kurz setze ich mich zuvor an den Computer, um nach Emails zu schauen und die Isdn- Anlage auszulesen. Aber die Anlage spinnt wieder bzw. immer noch! Ich komme wieder nicht in das Konfigurationsmenü. In einem Forum im Internet finde ich einen Beitrag, der sich mit genau meinem Problem beschäftigt. Dies scheint eine "spezielle Macke" dieser Anlage zu sein. Nur mit einem Trick schafft man es, nämlich, indem man kurz den Netzstecker zieht und wieder einsteckt. Es hilft jedoch immer nur kurzzeitig. Somit bin ich mit meinem Kopf mehr unter als über meinem Schreibtisch, denn dort befindet sich die Steckdosenleiste.... *schmunzel* Mittlerweile ist es Mittag geworden, also ist es zum Fahren in die Wohnung zu spät, denn ich muss noch einkaufen und will das Essen fertig haben, wenn Norbert kommt...

 

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