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  Tagebuch Januar - März 2004

 

Mittwoch, 31.03.2004

Um 7 Uhr klingelt der Wecker, sogar mit Norberts Einverständnis, obwohl Urlaub ist! Wir wollen so zeitig wie möglich zu Norbert fahren, um heute auch einiges im Garten zu schaffen. Ich kann es sowieso nicht leiden, wenn man erst spät aufsteht. Mir tut einfach die wertvolle Zeit leid, denke dann immer, was ich schon hätte machen können. Also fahren wir kurz nach 8 Uhr los, holen noch etwas für ein ordentliches Frühstück mit Andi, denn Norberts Sohn wird uns bei den Gartenarbeiten helfen. Ich beschäftige mich hauptsächlich mit dem Rasen, den ich von Laubresten befreie und mit der Harke regelrecht entfilze. Meine körperliche Konstitution macht mir dabei ganz schön zu schaffen, bestimmt habe ich morgen einen furchtbaren Muskelkater! Norbert und Andi müssen Gehwegplatten im Rasen tiefer legen. Dann reparieren sie noch einen Regenrinnenabfluss und sind dabei eher Maulwürfe als Gärtner, denn sie müssen fast einen Meter tief graben. Aber wie das immer so ist, das Ausmaß von manchen Arbeiten ist vorher schlecht einzuschätzen. Letztendlich sind wir alle drei total geschafft, aber fertig sind wir lange noch nicht, und morgen geht es weiter....

Gegen 18 Uhr fahre ich mit Norbert wieder zu mir, so kann ich noch an meinen Computer, vor allem, um nach Emails zu schauen. Vom Online- Shop ist eine Bestätigung da, dass mein Notebook angekommen ist und es voraussichtlich 10 bis 14 Tage dauern wird.

Nun habe ich auch Zeit, um das Tagebuch zu schreiben, Norbert hat im Fernsehen Fußball an, aber er ist auf der Couch eingeschlafen....    

 

Dienstag, 30.03.2004

Mir ist eher wie Wochenende, aber noch nicht wie Urlaub. Gestern musste Norbert noch einen Tag arbeiten, als ich bereits zu hause war. Wir fahren heute zu Norbert, um den Garten mal bei Tageslicht zu begutachten, denn in der letzten Zeit haben wir ihn fast nur im Dunkeln gesehen. Ich freue mich besonders, dass die von mir im Herbst gesteckten Tulpenzwiebeln alle ausgetrieben haben. Ab morgen geht es dann los mit der Gartenarbeit.... Auf dem Weg halten wir auch an der Post, denn der Online- Shop hat mir einen Paketaufkleber für die Rücksendung des Notebooks geschickt. Ich bin nur froh, dass ich nicht überstürzt meinen alten Computer ausrangiert habe und somit noch voll „funktionstüchtig“ bin, was die Homepage und das Internet betrifft. Aber ich kann halt nur zu hause etwas tun....

 

Sonntag, 28.03.2004

Da letzte Nacht die Zeitumstellung war, habe ich bereits gestern Abend die mechanischen Uhren vorgestellt. Nun kommt es mir beim Aufstehen natürlich schon ganz schön spät vor. Die ersten Tage rechnet man ja sowieso immer noch, wie spät es eigentlich erst ist.

Also erst einmal schnell mit Jill zur Gassi- Runde.... Jill spielt im Park mit anderen Hunden, doch als ich nach hause will, habe ich kaum eine Chance, denn Jill spielt weiter und ignoriert meine Kommandos. 

Da beneidete ich Jana immer um den absoluten Gehorsam und die Gelehrigkeit ihrer Rottweiler- Hündin Jeannie. Jill dagegen ist ein Sturkopf und  Phlegma, aber typisch für Sharpei. Um meinen Kommandos gegenüber Jill Nachdruck zu verleihen, füge ich meist noch das Wort „jetzt“ an. Ich sage also: „komm jetzt“, „los jetzt“, „mach jetzt“... Eines Tages fragte mich Jana, warum ich immer „jetzt“ sage und lachte sich dabei halb kaputt, denn mein Hund hörte dadurch trotzdem nicht besser.... Ich konnte darauf nicht antworten, sondern musste auch nur schallend lachen. Immer, wenn es mir wieder herausrutschte, guckte mich Jana nur mit einem Grinsen an, und wir lachten beide los....  Bis heute kann ich dies nicht ganz abstellen. Mittlerweile will ich es vielleicht auch gar nicht mehr, denn wenn mir dieses Wort „jetzt“ heraus rutscht, sehe ich im nächsten Moment das herzerfrischende Lachen von Jana....

 

Sonnabend, 27.03.2004

Obwohl ich beim Anblick des Notebooks fast schlechte Laune bekomme, bin ich doch ein wenig froh, denn es ist Wochenende, und nicht nur das, sondern nun haben wir zwei Wochen Urlaub. Wir es aussieht, wird das Wetter in den nächsten Tagen langsam wärmer. Das würde uns sehr entgegen kommen, denn in Norberts Garten ist der „Frühjahrsputz“ fällig. Richtig freuen tue ich mich jedoch auf die zweite Urlaubswoche, denn dann kommen Renate und Werner...

 

Freitag, 26.03.2004

Dem Tagebuch ist das zwar sicher egal, aber eigentlich hatte ich den Ehrgeiz, den nächsten Eintrag mit dem neuen Notebook zu machen. Heute habe ich jedoch Norbert den Laptop mit auf Arbeit gegeben, damit ein versierter Kollege von ihm das Ding mal durchcheckt. Ich zweifle nämlich langsam an mir selber, und Freude hatte ich damit bisher leider keine. Der Laptop geht im Akkubetrieb des öfteren einfach aus, obwohl laut Ladezustandsanzeige der Akku geladen ist. Wie Norberts Kollege feststellt, liegt es nicht an irgend welchen Einstellungen, auch tritt bei ihm der typische Vorführeffekt ein, der Laptop geht nur einmal aus und läuft dann den ganzen Tag fehlerfrei... Als ich ihn zu hause wieder anschalte, geht er mit voll geladenem Akku fünfmal hintereinander aus, dann läuft er mit einem Spiel über eine Stunde, bis ich ihn selbst ausschalte. Wenn man nun reklamiert, tritt garantiert wieder der Vorführeffekt ein, und man zeigt mir wahrscheinlich den Knopf zum Einschalten! Ich bin einfach nur frustriert. Da habe ich mich wie ein Kind auf dieses Ding gefreut, und nun? Abends schreibe ich eine Reklamation an den Online- Shop, wo ich das Notebook bestellt habe. Also wieder warten, was weiter passiert....

 

Montag, 22.03.2004

Die dritte Woche Frühschicht, also klingelt der Wecker abermals um 4 Uhr... Nun ja, ich stehe zwar nur mühevoll auf, aber habe die Vorfreude im Hinterkopf, dass heute mein Notebook kommen wird. Wenn ich nach hause komme, muss ich sicher nur bei einem Nachbarn klingeln, der es angenommen hat.....

Nach dem Feierabend kann ich jedoch nicht gleich heim fahren, denn ich habe heute nach längerer Zeit wieder einen Termin beim Psychologen. Er ist sehr zufrieden mit mir und lobt meine Fähigkeit, mir durch meine Aktivitäten selber zu helfen. Auch fragt er nach meinen Kontakten im Internet im Zusammenhang mit Janas Homepage. So erzähle ich ihm, dass ich hier immer noch das Tagebuch schreibe. Als ich ihm auch sporadisch von dem Ärger mit meinem Kollegen erzähle, stelle ich selber fest, dass ich seit Janas Tod ein ganz anderer, wesentlich selbstbewussterer Mensch geworden bin. Früher hatte ich immer Angst, dass mich jemand vielleicht nicht mehr leiden kann und war immer sehr diplomatisch. Heute ist das ganz anders. Ich scheue keinerlei Konfrontation mehr, habe vor nichts mehr Angst. Ich bin einfach nur noch ehrlich, denn ich habe nichts mehr zu verlieren, außer meinem eigenen Gesicht....

Aber ich erzähle ihm auch, dass ich für viele Menschen die Maske aufsetze, die sie von mir sehen wollen und als mein wahres Gesicht ansehen, da doch alles schon „so lange her ist“....

Auch der Kontakt zu Renate kommt beim Psychologen zur Sprache. Ich erzähle ihm, dass wir durchschnittlich zwei- bis dreimal pro Woche telefonieren und Renate nach wie vor die Person ist, der ich meine Gefühle nicht erklären muss, da sie ebenso empfindet.

Als ich die Praxis des Psychologen verlasse, geht es mir heute relativ gut, denn es war ein sehr harmonisches Gespräch. Ich habe mich nicht nur verstanden gefühlt, sondern bekam auch die volle Zustimmung zu meiner Einstellung und meinen Aktivitäten...

So fahre ich nun nach hause und freue mich auf mein Notebook. Am Briefkasten habe ich einen Haftzettel von UPS, dass sie mich nicht angetroffen haben...

Ich rufe bei UPS die Hotline an, und vereinbare für morgen persönliche Abholung im Stützpunkt, da man mir keine Auslieferung zu einer bestimmten Zeit zusagen kann. Das Lager liegt fast auf meinem Arbeitsweg, also die nunmehr sicherste Lösung, um mich endlich freuen zu können. Na ja, soviel zum Thema Vorfreude....    

 

Sonntag, 21.03.2004

Nach meinem gestrigen Frust habe ich heute wieder Grund zur Freude, denn am späten Vormittag klingelt das Telefon. Die Nummer auf meinem Display habe ich schon einmal gesehen, kann sie aber momentan nicht zuordnen... Früher hatte ich fast alle Telefonnummern im Kopf, aber seitdem man Telefone mit Speicher hat, ist das Gedächtnis faul geworden.... Ich melde mich also und freue mich riesig! Es ist Steffi! Wir haben seit mindestens fünf Wochen nichts voneinander gehört. Ich kannte nur ihre Tagebucheinträge, die sehr spärlich waren. Steffi fragt mich, ob ich zu hause bin und ob es mir recht wäre, wenn sie kommt. Aber natürlich, es ist mir nicht nur recht, sondern ich freue mich riesig auf sie! Gegen 12 Uhr klingelt es dann, und ich möchte sie bei der Begrüßung kaum wieder loslassen! Es geht Steffi nicht gut, aber ich habe das Gefühl, dass ihr unser Wiedersehen sehr gut tut. Wir reden über Probleme, denn die Tagesklinik ist für Steffi Stress pur. Es ist wie ein Arbeitstag, aber ohne Feierabend, denn es gibt auch Hausaufgaben. Sie erzählt mir unter anderem, dass in ihrem Umfeld einige nicht verstehen, dass sie kaum Zeit hat und es ihr noch nicht wesentlich besser geht. Dadurch fühlt sie sich sehr unter Druck gesetzt. Dieser Druck wirft sie eher zurück, als dass er ihr hilft. Aber ich lasse sie wissen, dass ich die letzte sein werde, die sie nicht versteht. Ich sage ihr, dass sie mich nicht los wird, ich werde immer für sie da sein......

 

Sonnabend, 20.03.2004

Heute Vormittag habe ich einen unheimlichen Tatendrang, denn wenn der Laptop mit UPS geliefert wird, möchte ich mich mit gutem Gewissen mit meinem neuen „Spielzeug“ beschäftigen können. Außerdem lenkt mich die Hausarbeit von der nervenden Warterei ab...

Dann gegen Mittag klingelt es plötzlich, und ich stolpere vor Aufregung fast über meine eigenen Füße, flitze zum Fenster, aber sehe kein Auto von UPS. Dafür steht unten jemand, der Werbung verteilen will. Am liebsten würde ich vor lauter Wut einen Eimer Wasser nach unten schütten.... Noch mal klingelt es heute nicht, also muss ich wohl bis Montag warten, schade....

 

Freitag, 19.03.2004

Ganz schön faul war ich diese Woche.... aber natürlich nur beim Tagebuch schreiben! Eigentlich hätte ich Spätschicht gehabt. Ich bekam aber kurzfristig „Order“ die Frühschicht eines erkrankten Kollegen zu fahren, da dessen Krankheitsvertretung nur Spätschicht machen kann. Normalerweise ist mir ja die Frühschicht auch sympathischer, aber die letzten beiden Wochen hatten es richtig in sich. Die Zeiten waren so knapp disponiert, dass man alles gerade so geschafft hat oder Verspätung hatte. Man fährt ständig der Zeit hinterher, und das bei meinem ausgeprägten Sinn für Pünktlichkeit! Dann hat man die Zeit endlich wieder einmal „eingeholt“ und ist pünktlich, dann ist der Fahrgast garantiert nicht fertig! Der nächste meckert, wenn wir wieder zu spät sind - und so weiter. Das ist einfach Stress pur!

Nun ist jedoch endlich Wochenende, und meine Laune steigt langsam, zumal ich auf die Lieferung eines Notebooks warte, das ich online bestellt habe und dessen Lieferstatus ich online bei UPS verfolgen kann...

Für mich wird dieses Notebook mehr Flexibilität bedeuten, denn bei Norbert steht in nächster Zeit die Gartenarbeit an, und ich muss dann zwischendurch nicht nach hause an meinen PC, um nach Emails zu sehen oder das Tagebuch zu aktualisieren. Manchmal habe ich auch auf Arbeit während meiner Pause auf einem Zettel Tagebuchaufzeichnungen vorbereitet. Zu hause konnte ich beim Übertragen meine Schrift und die Verbesserungen kaum noch entziffern. Ich versuche nämlich immer, handschriftlich genauso schnell zu sein wie auf der Tastatur, aber dadurch wird es fast unleserlich ;-) 

Na ja, nun rutsche ich hier auf meinem Stuhl hin und her und hoffe dass mein neues „Spielzeug“ morgen kommt....

 

Sonnabend, 13.03.2004

Meine Schwester hat heute Geburtstag. Als ich sie vor einigen Tagen anrief und fragte, was sie denn geplant hat, erzählte sie mir, dass sie an diesem und nächsten Wochenende von 10 – 17 Uhr einen Lehrgang für Access besucht. Mir tut es regelrecht leid, dass sie an ihrem Geburtstag auf der Schulbank sitzt und dann nur einfach nach hause gehen wird.... So lade ich sie nach ihrer Schule zum Griechen ein. Auch Norbert passt es sehr gut, denn er kann vorher noch seine Bundesliga auf Premiere sehen, leider ist jedoch heute für Hertha alles andere als ein Glückstag.... Um 17.30 Uhr treffen wir uns vor dem griechischen Restaurant. Nichts macht mich glücklicher, als jemanden zu sehen, dem ich eine echte Freude bereiten kann! Ich habe meiner Schwester zum Geburtstag ein schnurloses Telefon geschenkt, dass sie natürlich auspacken muss.... Ihre freudig glänzenden Augen sagen mir, dass ich voll ins Schwarze getroffen habe. Wir essen gemütlich, aber bleiben nicht allzu lange, denn morgen ist für meine Schwester wieder ein stressiger Tag....  

 

Mittwoch, 10.03.2004

Heute Abend bekomme ich lieben Besuch, es ist mein „Lieblings- Zivi“ Robert. Vor ungefähr vier Jahren hat er seinen Zivildienstzeit als Beifahrer auf meinem Bus verbracht. Wir hatten uns nicht nur während seiner Zivi- Zeit einmalig verstanden, sondern auch danach ein freundschaftliches Verhältnis und den Kontakt beibehalten. Jedoch hörten wir in den letzten eineinhalb Jahren nichts voneinander. Ich dachte immer, dass er sich nicht traute....  Vor ca. 2 Monaten rief mich Robert wieder einmal an und fragte mich wie es mir geht und was unsere Hunde machen. Dabei stellte sich während unseres Telefonats heraus, dass er von den Presseberichten über Jana und Mario nichts mitbekommen hatte und war total schockiert und sprachlos, als er von Janas Tod erfuhr, denn er kannte sie auch....

Nun kommt er heute, und ich freue mich sehr, ihn nach der langen Zeit zu sehen. Es gibt sehr viel zu erzählen. Auch denkt Robert gern an seine Zivi- Zeit zurück und lässt sich von mir erzählen, was es auf dem Telebus Neues gibt. So erzähle ich ihm auch, dass ich derzeit einen Zivi als Beifahrer habe, der wohl zu ihm auf den „Thron“ steigen wird. Aber Robert ärgert sich nicht über die „Konkurrenz“, sondern freut sich für mich. Leider müssen wir gegen 22 Uhr langsam zum Ende kommen, denn ich habe ja diese Woche Frühschicht, wo der Wecker um 4 Uhr klingelt. So nehme ich Jill an die Leine und verbinde den Abschied mit der letzten Gassi- Runde, wir begleiten Robert bis zu seinem Auto....     

 

Dienstag, 09.03.2004

Vor einer Weile habe ich einmal darüber geschrieben, dass ich kurz vor Dienstende noch kurz zu hause war und Jill mitgenommen habe, weil sie auf unserem Garagenhof so gern mit dem Schäferhund Lobo von meinem Kollegen spielt. Heute begegne ich diesem Kollegen und er fragt mich, ob ich schon weiß, dass Lobo im Hundehimmel ist. Ich zucke regelrecht zusammen, der liebe Lobo soll nicht mehr sein? Er hatte einen Schlaganfall, musste eingeschläfert werden. Auf der Heimfahrt im Auto stehen mir fast die Tränen in den Augen, in der vorigen Woche hat Jill das letzte Mal mit Lobo gespielt. Einmal war Jana auch mit Jeannie dort, um mich von der Arbeit abzuholen. Damals war Lobo von Jeannie ganz angetan. Am Tag darauf sagte damals mein Kollege, dass Lobo nach dem Jeannie- Besuch den Rest des Tages total aufgekratzt war.....  

 

Sonntag, 07.03.2004 

Gerade vor einer Woche schrieb ich hier, dass ich am Wochenende nicht vergessen darf, meinen Wecker auszuschalten.... Asche auf mein Haupt, ich habe es wieder einmal vergessen.... Glücklicherweise war er durch die Spätschicht nicht auf 4 Uhr, sondern auf 6.45 Uhr gestellt. Gestern war's ja gut, da wir durch die erwartete Lieferung vom Hermes- Versand auf der Matte stehen mussten, aber heute..... Norbert steht frustriert auf und schaut sich dann auf Premiere das erste Formel1- Rennen dieser Saison an. Ich schalte den Wecker nur im Halbschlaf aus, drehe mich noch mehrmals herum, stehe erst nach 9 Uhr auf. Den ihm entgangenen Schlaf holt Norbert dann mittags nach, nach dem Essen kann er sich auf der Couch nicht mehr wach halten...

Nun ist es mittlerweile 20.30 Uhr geworden, Norbert hat im Fernsehen Pro7 an, dort hat gerade der Film "Der Schuh des Manitu" anfangen. Im Spätsommer 2001 wollte Jana unbedingt, dass ich mir diesen Film ansehe, weil sie ihn so lustig fand. Ich bin eigentlich kein Kinogänger, aber ließ mich überreden. So waren Jana, Norbert und ich zusammen im Kino, und ich habe es nicht bereut! Wir haben so herzlich gelacht! Jana sah diesen Film bereits zum zweiten Mal, sagte immer: "pass auf jetzt..." und lachte trotzdem, als sehe sie alles zum ersten Mal. Sie konnte so erfrischend, so herzhaft lachen, man wurde regelrecht mitgerissen, ihr Lachen steckte an.....

 

Sonnabend, 06.03.2004

Ich weiß gar nicht, womit ich heute zuerst anfangen soll, denn für mich ist es ein Tag voller Action.... Gestern habe ich per 24- Stunden- Service einen Schrank beim Otto- Versand bestellt. Mein früheres kleines Schlafzimmer ist ja nun eine Art Gästezimmer geworden. Darin standen bisher auch einige Kartons mit Dingen von Jana, die ich aufheben möchte. Dafür wollte ich einen Schrank, damit dieses Zimmer nicht wie ein Lagerraum aussieht. Am späten Vormittag kommt der Hermes- Versand und bringt den Schrank in drei Paketen, denn er muss selber aufgebaut werden. Wir nehmen uns mit Norbert Zeit und haben somit beim Aufbau auch keine Probleme, denn die Aufbauanleitung ist einigermaßen verständlich. Aber ich bin wieder einmal froh, dass ich einen Akkuschrauber habe, denn das Ding  erleichtert die Arbeit doch ungemein.... Wir werden sogar noch fertig, bevor die Bundesliga auf Premiere beginnt (grins). Während Norbert vor dem Fernseher für Hertha fiebert, bin ich dabei, den neuen Schrank einzuräumen. Dabei versinke ich wieder in die Vergangenheit, denn fast alles, was ich in die Hand nehme und in den neuen Schrank lege, ist Erinnerung an Jana. Oft verharre ich und fühle mich wieder einmal in die Vergangenheit zurückversetzt. Ich habe ihre Schulzeugnisse in der Hand, ihre Musik- CDs, ihre Basecups, die Eintrittskarten zum Abiball, ihren Motorradhelm.... Es kommt wieder einmal alles hoch.

Im Prinzip bin ich emotional so aufgekratzt, dass ich mich irgendwie abreagieren muss. So nehme ich also noch die Kammer (ca. 1m x 1m) in Angriff, die mal wieder „entmüllt“ werden muss. Darin befindet sich mein gesamtes Werkzeug (mehr als bei manchem Mann - grins) und dient gleichzeitig als Vorratskammer für haltbare Lebensmittel. Das liegt mir ebenfalls schon längere Zeit auf der Seele, denn nach einer gewissen Zeit entgleitet jedes Ordnungsprinzip..... Nun ist der Korridor voll mit leeren Kartons und Mülltüten... Bei der letzten Gassirunde mit Jill um 22 Uhr nehmen wir mit, was wir tragen können und füllen die Müllcontainer....

Nun geht es mir auch wieder etwas besser, denn ich weiß, das Jana sagen würde: „Mum, da hast du aber heute eine ganze Menge geschafft!“ 

 

Freitag, 05.03.2004

Freitags macht die Arbeit richtig Spaß, denn da ist das Wochenende ist in Sicht! Meine heutige Spätschicht beginnt bereits um 11 Uhr, also habe ich bereits um 19.30 Uhr Feierabend, und Norbert freut sich, dass ich nicht so spät nach hause komme...

Der Vormittag ist dadurch allerdings sehr kurz, zumal ich auch noch eher losfahre, denn ich muss in ein Bürgerbüro. Mein Ausweis ist bereits seit dem 18. Januar abgelaufen, muss einen neuen beantragen. Gestern hatte ich das Glück und stand in meiner Pause vor einem Wegert- Laden. Da nutzte ich die Möglichkeit und ließ mich auf Passbildern ablichten. Ich hasse Behördengänge, aber bin heute angenehm überrascht, denn nach ca. 15 bis 20 Minuten habe ich im Bürgerbüro alles erledigt und habe meinen vorläufigen Ausweis in der Hand... Nun habe ich bis zum Dienst doch mehr Zeit, als ich dachte. Aber darüber bin ich nicht böse und nutze diese, um mir noch eine Chinapfanne beim Imbiss zu holen. Ich bin doch so ein Fan von chinesischer Küche, und in der Nähe unserer Garage ist der beste China- Imbiss, den ich kenne. Meistens esse ich Hühner- oder Entenfleisch mit Glasnudeln, frisch zubereitet, einfach nur lecker! Früher hat mich Jana oft darum gebeten, von diesem Imbiss etwas für uns mit nach hause zu bringen. Dann habe ich meist gemault, weil ich keine Lust hatte, mich dort nach Feierabend anzustellen. Wie gern würde ich dies heute tun....  

Als ich in unserer Pause an einem Einkaufszentrum stehe, gehe ich etwas "gucken". Patrick, mein Beifahrer, staunt immer, wenn ich ohne Einkaufstüte zurück komme. Heute aber habe ich wieder eine in der Hand. Darin sind Schafe. Ich kann nicht wiederstehen, wenn ich solche Figuren sehe, denn dann sind meine Gedanken bei "meinem kleinen Schaf". Zwei Keramik- Schafe werde ich demnächst auf das Grab stellen und hoffe, dass man sich niemand daran "vergreift". Als Bea mir damals zwei Porzellanfiguren für das Grab mitbrachte, wurden sie gestohlen.... Was sind das für Menschen, die Gräber beklauen?  

 

Donnerstag, 04.03.2004

Nicht nur, wenn ich so in meinem Telebus sitze, längere Strecken durch die Stadt fahre, bin ich mit meinen Gedanken oft ganz weit weg und muss aufpassen, dass ich auch wirklich dort ankomme, wo ich hin will. Es gibt in meinem jetzigen Leben kaum etwas, wobei ich in Gedanken nicht bei Jana bin. Sie ist bei allem, was ich tue, dabei. Oft sage ich „Jana hat auch...“, „das mochte Jana nicht...“ oder „darüber hat Jana sich immer köstlich amüsiert...“

Meist sage ich auch gar nichts, weil ich Angst habe, dass es andere nicht hören wollen. Aber in meinen Gedanken steht sie ständig neben mir, ich reagiere und entscheide, wie es Jana gerade von mir erwarten würde. Alles stimme ich in Gedanken mit Jana ab, lebe im Innersten in meiner eigenen Welt, einer Welt, die nur meinem Kind und mir gehört..... 

Jana hat mich auch oft kritisiert und nahm dabei kein Blatt vor den Mund. Manchmal war es mir sogar peinlich, denn sie hatte ja sogar Recht, wenn sie zum Beispiel meine nachlässige Aussprache kritisierte. Sagte ich „keene“, verbesserte sie mich auf „keine“. Des öfteren ermahnte sie mich auch, dass ich gerade stehen soll, zog dann meine Schultern nach hinten..... Nie hätte ich gedacht, dass ich dies einmal vermissen würde. Wie gern würde ich mir heute die damals so unangenehmen und nervenden Kritiken anhören! Oft zucke ich jedoch zusammen, denn kaum ausgesprochen, werde ich bereits ermahnt....

 

Sonntag, 29.02.2004

Nach De- und Neuinstallation des Internetzuganges komme ich nicht weiter, meine Telefonleitung ist immer noch angeblich besetzt, was ja bei DSL kaum möglich ist. Ich bin mit meinem Latein am Ende und zweifle an mir selber. Nun erhoffe ich mir von der Arcor- Hotline Hilfe, aber auch diese Tipps bringen kein positives Ergebnis. Ich kontrolliere die Kabel am Modem. Obwohl sie fest sind, ziehe ich sie heraus und stecke sie wieder hinein. Eine dritte LED geht an! Da das Modem nicht in meinem Sichtfeld hängt, habe ich nie darauf geachtet, wie viel LED’s  da leuchten. Ja, das war’s! Ich komme wieder ins Internet. Kleine Ursache, große Wirkung,  die mir drei Stunden Zeit und einige Nerven gekostet hat. 

 

Sonnabend, 28.02.2004

Ausschlafen! Freitags darf ich immer nicht vergessen, meinen Wecker auszuschalten, denn oft war Norbert schon richtig sauer, wenn es Sonnabend um 4 Uhr klingelte....

Am späten Vormittag fahren wir zu Norbert und laden einen Tisch ins Auto, den ich bei mir durch einen TV- Schrank ersetzt habe. Bei Norbert wird dafür ein anderes Teil ausrangiert. Während er umbaut und neu verkabelt, sitze ich an seinem Computer, wo einiges nicht mehr richtig funktioniert. Ich bringe es in Ordnung. Die Heizung im Haus ist während unseres Kurzaufenthaltes nicht an, und ich bin nach den knapp zwei Stunden total erfroren, zumal ich sowieso eine Frostbeule bin. Wenn ich mir bereits eine Strickjacke angezogen habe, sitzt Norbert noch mit kurzen Ärmeln da.....

Pünktlich zur Bundesliga sind wir wieder bei mir, endlich - vom Iglu in eine warme Wohnung mit 22° C.

Abends deinstalliere ich einige Windows- Updates, die meinen Computer so langsam gemacht haben, dass er eine Ewigkeit zum Herunterfahren braucht. Es ist sehr mühsam, da es mindestens 15 Updates sind, die ich deinstalliere und jedes Mal neu gestartet werden muss. Das Ergebnis ist zufriedenstellend, mein Computer ist wieder schneller! Dafür kann ich nicht mehr online gehen, denn eine Fehlermeldung besagt, dass die Telefonleitung besetzt ist. Aber heute ist es zu spät, morgen werde ich das auch noch in den Griff bekommen.

 

Freitag, 27.02.2004

Ich fahre ja lieber Frühschicht, aber wenn man die ganze Woche um 4 Uhr aufstehen musste, ist man froh, wenn die Woche dem Ende zugeht. Insgesamt geht es mir jedoch diese Woche wesentlich besser, nachdem ich am Montag bei einem Gespräch in der Geschäftsleitung einiges klären konnte. Ich weiß, dass Jana mich danach in den Arm genommen und gesagt hätte:  „Siehst du Mum, du darfst dir nur nichts gefallen lassen..“ 

Zum Feierabend ist hier „großes Treffen“, Norberts Kinder kommen, und wir machen alle zusammen den Wochenendeinkauf. Momo möchte außerdem von mir ihre Haare nachgefärbt bekommen. Es ist immer schön und gemütlich, wenn Norberts Kinder hier sind, so familiär.... Gleichzeitig tut es aber auch weh....

 

Mittwoch, 25.02.2004

Ein außergewöhnliches Ereignis hat unseren heutigen Arbeitstag zum Stresstag gemacht. Wir holen eine alte Dame ab, die uns erzählt, dass sie dieses Jahr 99 Jahre alt wird. Man sieht es ihr nicht an, auch ist sie geistig topp fit. Jedoch sagt sie mir etwas zu spät, dass ich ihre Wohnungstür zweimal herum abschließen soll. Sie ist bereits an der Haustür, ich frage nach dem Schlüssel, der steckt innen, aber die Wohnungstür habe ich gerade zugezogen.... Nun ist guter Rat teuer..... Wir holen den Hauswart, helfen kann er nicht, aber wir bekommen eine Nummer vom nächstgelegenen Schlüsseldienst. Ich nehme also mein Handy und rufe dort an. Hiermit vielen Dank an SOS Schlüsseldienst (Tel. 030-6064080)! Man macht eine Sofortöffnung nur bei sofortiger Bezahlung von 48,50€. Unser Fahrgast hat jedoch nur 20€ dabei, hätte also nicht den vollen Betrag zahlen können. Auf Rechnung lässt man sich nicht ein, man mache dies grundsätzlich nicht. Auch mein Appell an die Menschlichkeit und die Not einer 98-jährigen Frau helfen nicht, man bleibt eiskalt. Dann rufe ich bei der Polizei an, die mich an die Auskunft verweist, um einen Schlüsseldienst zu erfahren, der auf Rechnung arbeitet. Unsere letzte Rettung ist die Feuerwehr, innerhalb von 10 Minuten kommt ein Fahrzeug. Man macht uns anfangs wenig Hoffnung, die Tür ohne großen Schaden zu öffnen, aber man schafft es! Ein ganz großes Dankeschön an die Feuerwehrmänner der Wache Berlin- Buckow!!!    

 

Sonntag, 22.02.2004

Bernd und Rita sind gute Freunde von Norbert. Da wir unsere Silvestereinladung damals wegen der Grippe absagen mussten, haben sie uns für heute um 11 Uhr zum Brunch bei einem Italiener eingeladen. Es gibt viel zu erzählen und wird sehr nett. Man sieht sich leider viel zu selten, meist nur zu den Geburtstagen, Weihnachten und Silvester. Das nächste Treffen ist demnach zu Norberts Geburtstag im Mai.....

Auf dem Heimweg fahren wir am Friedhof vorbei. In der Jahreszeit ist es nach der Arbeit bereits dunkel, so bleibt nur das Wochenende. Die Bepflanzung mit der winterharten Besenheide sieht wirklich die ganze Jahreszeit über sehr gut aus. Wir zünden für Jana und Mario zwei Kerzen an und stellen sie in die Laterne. Auf dem Friedhof habe ich immer das Gefühl, als bin ich in Trance, als begreife ich nicht, wo ich bin...  

Zu hause angekommen ist es nicht mehr lange, dann fängt wieder die Bundesliga an, heute spielt auch Hertha. Norberts Gesicht verfinstert sich zusehends, denn es sieht nicht gut aus, Hertha verliert wieder einmal.....

Kurz vor Ende des Spiels ruft Renate an, ich verziehe mich mit dem schnurlosen Telefon in die Küche.... Eine Stunde reden wir miteinander, erzählen uns alles, was uns gerade bewegt. Wieder einmal erfahre ich, dass Renate mich wie kein anderer versteht. Ich erzähle ihr unter anderem von meinem Ärger auf Arbeit. Auch Renate geht es so, dass sie von Mario früher immer getröstet wurde, wenn sie Probleme hatte. Sie hört ebenfalls, was Mario sagen würde, wenn sie Sorgen hat. Ich muss ihr nicht viel erklären, denn wir fühlen gleich...

 

Sonnabend, 21.02.2004

Wochenende! Kein Wecker klingelt, Frühstück ganz in Ruhe.... Wir haben heute nichts besonderes vor, fahren kurz einkaufen, dann ist auch bald schon Bundesliga- Zeit. Norberts Sohn kommt, da er keine Lust hat, allein vor dem Fernseher zu sitzen. Bei der Kernspinetthomographie seiner Hand hat man gestern festgestellt, dass er einen Splitterbruch hat.....

 

Donnerstag, 19.02.2004 

Auch heute halte ich vergeblich Ausschau nach Herrchen und Hundchen, als ich nach hause komme. Dafür steht Andi vor dem Haus, der auf uns wartet und per Handy bereits bei seinem Papa anruft. Ich wundere mich, dass Andi bei der Temperatur von knapp über 0°C seine Jacke über dem Arm trägt. Als ich ihn darauf anspreche, zeigt er mir seine rechte Hand in einer Gipsschiene, mit der er nicht mehr durch den Ärmel kommt ;-(  Eine genaue Diagnose wird morgen durch eine Kernspinetthomographie gestellt....  

 

Mittwoch, 18.02.2004

Als ich gegen 17.30 Uhr nach hause komme, wundere ich mich, denn ich werde heute nicht von Herrchen und Hundchen auf der Straße begrüßt. Mein erster Gedanke ist, dass Norbert wieder einmal auf der Couch eingenickt ist, aber zu meinem Erstaunen ist er noch gar nicht da. Jill begrüßt mich stürmisch wie immer. Na gut, ich mache ihr Halsband und Leine an und gehe erst einmal mit ihr Gassi. Auf der Treppe nach unten dann die große Freude! Herrchen kommt uns entgegen. Die Arbeit hat ihn heute nicht eher losgelassen, und er ist froh, endlich auch Feierabend zu haben.

So wird der Abend heute etwas ruhiger als gestern, aber es herrscht trotzdem Aufregung. Wir erfahren telefonisch, dass sich Norberts Sohn Andi beim Sport die Hand verletzt hat, wahrscheinlich gebrochen....

 

Dienstag, 17.02.2004

Ich bin froh über den Feierabend, zumal es heute zeitlich sehr knapp ist. So fahre ich mit fliegenden Fahnen, wie man so sagt, nach hause. Über Handy sage ich Norbert noch Bescheid, dass er eine viertel Stunde später mit Jill runtergehen soll, da ich spät dran bin. Die beiden "empfangen" mich immer auf der Straße, wenn ich komme. Heute ist Norberts Tochter Momo dabei. Jill freut sich so sehr, als ich komme und springt mich an, dass meine Jacke wieder reif für die Wäsche ist. Dann kommt noch Norberts Sohn Andi, denn er braucht für morgen wieder den Schlüssel. Hunde- Sitter Bernhard kann morgen nicht, somit ist Andi ein weiteres Mal der rettende Engel. Der Abend wird noch sehr gemütlich, auch wird viel gelacht. Diese familiäre Atmosphäre tut sehr gut. Gleichzeitig bin ich dabei aber auch traurig, denn eine Lücke ist immer in unserer Runde.....

 

Freitag, 13.02.2004 

Wenn man sich schon einmal etwas vornimmt... Eigentlich wollte ich einen ruhigen Vormittag vor der Spätschicht verbringen. Ich dachte, dass ich ein paar Emails schreibe, denn einige Leute warten sicher schon auf Antwort. Dann würde ich gern etwas Nagelpflege machen, denn bei meiner Arbeit ruiniere ich sie mir regelmäßig. Ich lasse also den Vormittag ganz ruhig angehen, aber dann klingelt um 8.30 Uhr das Telefon. Meine Mum erzählt mir, dass heute Freitag, der Dreizehnte ist. Ja, sage ich, das Datum ist schon richtig. Aber für sie ist es ein wirklicher Pechtag, denn ihr Kühlschrank hat den Geist aufgegeben. Sie ruft dann einen Reparaturservice an. Dort schätzt man die Reparatur sehr wage. Meine Mum hat eine Rente, die fast der Sozialhilfe gleicht. So halte ich Rücksprache mit meiner Schwester, und wir beschließen, für einen neuen Kühlschrank zusammen zu legen. Dann bestelle ich online im 24-Stunden-Service einen Kühlschrank. Kaum bin ich mit der Bestellung fertig, klingelt zum wiederholten Mal das Telefon. Meine Mum ist ganz aufgeregt und sagt, dass ich die Bestellung stornieren soll, denn der Kühlschrank läuft wieder! Wow! Ich suche die Nummer der Hotline, rufe an und schildere mein Problem. Während ich meine Kundennummer durchgebe, klingelt mein zweites Telefon. Ich bitte die freundliche Dame an der Hotline um einen kleinen Moment - meine Mum ist am anderen Telefon und völlig fertig, denn der Kühlschrank ist wieder ausgegangen!!!! Nun storniere ich die Stornierung *grins* und bin langsam auch am Ende mit meinen Nerven.... Mittlerweile ist es 11.30 Uhr, also hat dieser Kühlschrank meinen ganzen Vormittag gekostet! Mir bleibt gerade noch die Zeit, um mit Jill eine kurze Gassi- Runde zu gehen, dann muss ich zur Arbeit.....

 

Donnerstag, 12.02.2004

Seit Steffis Besuch mit ihrem Sohn habe ich leider nichts von ihr gehört. Diese Woche ist nun auch blöd durch meine Spätschicht. Das Tagebuch auf ihrer Homepage stimmt mich ziemlich traurig, denn ich mache mir wieder Sorgen. Sie fühlt sich in der Tagesklinik nicht wohl. Im Krankenhaus war es anfangs ebenso, damals hätte ich sie am liebsten mit nach hause genommen. Ich hoffe nur, dass es bald besser wird. Manchmal fällt man einen Schritt zurück, um dann zwei vorwärts zu gehen. Mir war von Anfang an klar, dass Steffis Weg nicht schnurgerade sein wird, aber sie hat die richtige Richtung eingeschlagen. Wenn ich könnte, würde ich ihr eine Portion Kraft schenken, obwohl ich manchmal auch nicht mehr weiß, woher ich sie nehme.

In der letzten Zeit habe ich sowieso das Gefühl, als wäre ich verkleidet auf einem Fasching, eine Maske vor dem Gesicht, die einer lachenden Fratze gleicht. Dahinter sieht es ganz anders aus. Es setzt mir sehr zu, wenn man solch unnötigen Stress wie mit dem Kollegen Herrn „Wichtig“ hat. Die letzten zwei Tage bin ich ihm glücklicherweise nicht begegnet. Ich weiß aber nicht, was er als nächstes ausbrütet, denn dumme Menschen sind unberechenbar. Solch ein Arbeitsklima macht mich depressiv, zumal Jana mich nicht mehr in den Arm nehmen und trösten kann. Sie hat mich oft wieder aufgebaut, aber nun? Auch wenn sie in Gedanken ständig bei mir ist und ich immer höre, was sie jetzt zu mir sagen würde, ich vermisse sie so unendlich, an jeder Stelle meines Lebens....

Ich sitze hier, die Tränen kullern, aber es wird Zeit wieder die Maske aufzusetzen, denn ich muss zur Arbeit..

 

Dienstag, 10.02.2004

Als ich zum Dienst komme, steht mein Bus wieder da. Ich bin froh, denn im Stammfahrzeug fühlt man sich am wohlsten. Bis auf einen Fahrgast, auf den wir wie immer 20 Minuten warten müssen (man kennt seine Pappenheimer), verläuft der Dienst stressfrei. Allerdings spielt das Wetter verrückt, es schneit sehr dicht und lange, die Straßen sind matschig bis glatt. Gegen 19 Uhr kommt bei mir ganz große „Freude“ auf, denn die Kontrolllampe leuchtet wieder! Nun war mein Bus dreimal deswegen in der Werkstatt, wie oft denn noch?  

 

Montag, 09.02.2004

Ich komme zur Spätschicht und rufe in der Werkstatt an, ob der dritte Versuch der Reparatur meines Busses erfolgreich war. Man sagt mir, dass der Bus fertig ist. So will ich also hinfahren und vor dem Dienst den Bus tauschen. Per Funk will ich dem Kollegen Bescheid sagen. Seine „Anweisung“: Ich soll den Reservebus noch so lange fahren, bis ich dazu gekommen bin ihn zu waschen, was ich während der Spätschichtwoche wohl kaum schaffen werde.  Für mich ist dies ein großer Widerspruch, da er vor wenigen Tagen noch sagte, dass der Reservebus wegen anderer Reparaturen dringend gebraucht wird. Mit dieser Antwort bringe ich ihn fast zum Stottern, und er „beschließt“ morgen selber den Bus zu tauschen. Wenn man schon „etwas zu sagen“ hat, sollte man sich nicht mit widersprüchlichen Anweisungen lächerlich machen....

 

Sonntag, 08.02.2004

Norberts Mutter hat heute Geburtstag, und wir fahren am späten Vormittag zu ihr. Dann gehen wir wieder essen und verbringen noch bis zum Kaffee die Zeit bei ihr. Norberts Kinder wollen um 17.30 Uhr ins Olympiastadion zum Hertha- Spiel. Auch wir fahren so los, dass wir es zu hause auf Premiere sehen können. Es wird wieder einmal Spannung pur - aber Hertha gewinnt heute! Ich glaube, dass es das halbe Haus gehört hat, als Norbert „Tor“ brüllte.  

 

Sonnabend, 07.02.2004

Nachdem wir noch am Freitag bei Lidl waren, können wir nun ohne Einkaufsstress ins Wochenende gehen. Wir wollen einen ganz ruhigen Sonnabend verbringen. Ich nutze allerdings die Zeit, um auch sauber zu machen und Wäsche zu waschen. Um 15.30 Uhr ist dann wieder Bundesliga angesagt. Vater und Sohn sitzen hier und geben ihre Kommentare....

 

Donnerstag, 05.02.2004

Immer wieder merke ich, dass dieses Tagebuch für mich wie eine Krücke ist. Besonders an schlechten Tagen hilft es mir, wenn ich meine Gedanken hier niederschreiben kann. Auch heute, denn ich habe kurz vor Feierabend eine noch heftigere Auseinandersetzung mit dem besagten Kollegen. Heute nun zählt mich der Kollege an, dass ich mit dem Reservebus nicht in der Wagenwäsche war. Er sagt mir, dass ich doch gestern um 14 Uhr den Bus gewechselt habe und bis zum Feierabend um 14.45 Uhr genug Zeit gehabt hätte. Mir fiel regelrecht die Kinnlade herunter! Er hat also meine Fahrtenschreiberscheiben kontrolliert und  nachgesehen, wann ich den Bus gewechselt habe! Da sage ihm, dass er sich nicht so aufspielen soll, wer er denn sei. Er holt tief Luft und brüllt mich an, dass er derjenige ist, der mir das zu sagen hat. Außerdem hat er die Nase mit mir voll, er wird bei der Geschäftsleitung einen Termin machen, dann können wir das dort klären.

Wieder kullern auf der Heimfahrt die Tränen und Jana tröstet mich....

Zu hause ist Jill’s übermäßige Freude über mein Kommen wie Balsam auf der Seele. Auch bin ich froh, als Norbert kommt, denn er schafft es, dass ich wieder etwas ruhiger werde. Seine Worte: „ Gebe einem Schimpansen einen Schraubenzieher in die Hand, und er hält sich für einen Ingenieur.“

Norberts Spruch hilft mir zwar, aber trotzdem merke ich, dass es mit mir in den letzten Tagen regelrecht bergab geht. Ich merke, wie ich auf einen weiteren Tiefpunkt zusteuere.              

         

Mittwoch, 04.02.2004

Ich bin froh, dass wir einen ruhigen Arbeitstag haben, alles läuft ohne Stress. Wir haben vor dem Feierabend sogar noch Zeit und nutzen diese, um unseren Bus in der Werkstatt abzugeben. Dort steht auch unser Reservebus, der zum Einsatz kommt, wenn einer in die Werkstatt muss.

Dann der Feierabend – ich fahre nach hause. Hier sitzt Norberts Sohn, der heute mein rettender Engel war, denn er ist mittags mit Jill Gassi gegangen, da Bernhard verhindert war. Dann kommt auch Norbert von der Arbeit, gestresst und froh, dass Feierabend ist. Da wir gestern Abend ein bei Ebay ersteigertes Fondue eingeweiht haben, sind noch Fleischreste da, die ich für uns zu einem leckeren Goulasch verarbeite.

Norbert und ich, wir haben für heute Abend 20 Uhr Karten für eine Veranstaltung im ICC. Dort singen Roland Kaiser, Claudia Jung und Michelle. Norbert ist großer Fan von Claudia Jung, kein Konzert in Berlin hat er bisher verpasst. Es wird ein schöner Abend, aber leider sehr spät. Mein Wecker wird wieder um 4 Uhr klingeln...

 

Dienstag, 03.02.2004

Seit gestern bin ich nun wieder unter der arbeitenden Bevölkerung. Es geht wohl jedem so, dass der Job nicht immer nur Spaß macht, aber das ist normal. Weniger normal ist es jedoch für mich, dass man einen Kollegen hat, der eigentlich gleichgestellt ist, sich aber als eine Art Vorgesetzter fühlt, da er sich um einige Dinge kümmert und Kleinreparaturen an unseren Bussen macht. Bei den Kollegen macht er sich mit seiner Art immer unbeliebter, zumal er auch jede Kleinigkeit in die Chefetage trägt. Auch von unserer letzten Auseinandersetzung wusste man „oben“ sofort Bescheid. Somit unterhält man sich mit Kollegen teilweise nur noch unter vorgehaltener Hand, manchmal fühle ich mich in DDR- Zeiten zurückversetzt, traurig aber wahr....

Nun glaubt doch heute dieser Kollege, mir sagen zu dürfen, dass ich meine privaten Termine zurückstellen könne und meinen Bus nach Feierabend (immer noch das Elektronikproblem) in die Werkstatt bringen soll. Es ist nicht das erste Mal, dass ich mich mit ihm anlege und verbitte mir ausdrücklich, dass er über meinen Feierabend verfügt. Kurios ist nur, dass genau dieser Kollege dann eine gute halbe Stunde vor Feierabend nach hause geht und sein Beifahrer die Restzeit allein dableibt, um zur korrekten Zeit die Fahrtenschreiberscheibe heraus zu nehmen.

Ich bin über so viel Dreistigkeit und Anmaßung so wütend, dass ich während der Heimfahrt innerlich nicht abschalten kann. Ich muss ständig an Jana denken, denn wenn ich mich früher über diesen Kollegen ärgerte, nahm sie mich in den Arm und sagte: „ He Mum, ärgere dich nicht über solch einen Idioten.“ Ich rede in Gedanken wieder mit ihr und höre ihre Stimme, die mich liebevoll tröstet, aber bei mir kullern die Tränen... 

 

Sonnabend, 31.01.2004

Als ich morgens aufstehe, bin ich schon ganz aufgeregt, denn ich freue mich auf Steffis Besuch! Wir erledigen noch unseren Wochenendeinkauf bei Lidl, und dann schaue ich bereits laufend auf die Uhr. Um 12 Uhr will Steffi hier sein, aber es ist schon eine halbe Stunde später.... Ich mache mir Sorgen, versuche sie auf Handy anzurufen, aber es ist ausgeschaltet. In meinem Kopf überschlagen sich die Gedanken, mich überkommt eine furchtbare Angst. Ständig schaue ich aus dem Fenster. Es ist fast 13 Uhr, da sehe ich sie kommen. Bin ich froh! An der Tür drängelt sich Jill mit ihrer Willkommensfreude so vor, dass ich mit meiner Begrüßung warten muss. Aber dann halte ich meine kleine Steffi ganz fest im Arm und bin einfach nur glücklich, dass sie da ist! Da es nun auch in Steffis Tagbuch steht, kann ich hier schreiben, dass sie nicht allein gekommen ist. Ich lerne auch ihren Sohn kennen. Steffi schrieb es mir in dem ersten Brief aus der Klinik (siehe Tagebucheintrag vom 23.12.03), bis dahin hatte sie mir nichts von ihrem Kind erzählt. Sie hatte immer Angst, dass ich sie verurteilen könnte, dass sie als Mutter an Selbstmord denkt. Aber diese Angst konnte ich ihr nach dieser „Beichte“ nehmen, denn Depressionen kann man nicht mit Verantwortungslosigkeit oder mangelndem Pflichtbewusstsein gleichsetzen. 

Steffis Sohn ist ein richtig süßer und aufgeweckter Bengel. Wenn er lacht, guckt man momentan in eine große Zahnlücke. Er spielt mit Jill, malt Bilder, tobt und spielt am Computer. Nun weiß ich auch, woher Steffi ihre Kraft nimmt, denn sie kämpft nicht nur für sich.

Ich bin zuversichtlich, ich glaube an sie! Wir kennen uns jetzt etwa ein Jahr. Nie hat sie offen über ihre Gefühle gesprochen. In den letzten Wochen hat sie angefangen darüber zu reden, was sie bewegt. Wie hat doch Christoph neulich zu mir am Telefon gesagt? Steffi muss auf dem Seil laufen lernen, wir reichen ihr auf beiden Seiten Hilfestellung, aber laufen muss sie allein. Nun ist sie auf dem Seil, der Weg ist bestimmt noch weit, aber das Ziel ist zu sehen....  

 

Donnerstag, 29.01.2004

Während ich noch einige Dinge am Computer einrichte, klingelt um 11.15 Uhr plötzlich mein Handy. Es ist eine SMS von Steffi: „Hallo Eva. Bin ab morgen nur noch Tagespatient *freu* Hab dich lieb, deine Steffi und drück dich ganz doll.“ Ich bin richtig überrascht, telefoniere mit ihr. Steffis Stimme klingt ganz anders als sonst, glücklich und zufrieden. Ich freue mich und verabrede mit ihr, dass sie gleich am Sonnabend herkommt. Wir werden uns ein gemütliches Wochenende machen. So kann sie den ersten Spieltag der Bundesliga nach der Winterpause auf Premiere mitverfolgen. Dann habe ich hier nicht nur Norbert, sondern zwei Fußballfans sitzen, die um Hertha fiebern..... Wir sind beide richtig aufgeregt, möchten uns am liebsten jetzt schon in die Arme nehmen. Steffi freut sich auch besonders auf Jill, die ich ins Krankenhaus ja nie mitnehmen konnte.

In den letzten Tagen ist hier immer etwas los, entweder kommt Olav oder Norberts Sohn, heute kommen abends beide Kinder von Norbert, Andi und Simone, genannt Momo. Es ist richtig gemütlich, aber ich werde gerade fast von meinem Platz hier verscheucht, denn Momo will unser neues Suchtspiel an meinem Computer spielen. So werde ich schnell aktualisieren und dann den Platz hier räumen.... 

 

Mittwoch, 28.01.2004

Meine Mama hat heute Geburtstag und wird 76 Jahre. Also rufe ich gleich früh an, um ihr zu gratulieren. Ein kleines Päckchen ist bereits gestern bei ihr eingetroffen, die Überraschung ist gelungen, denn sie hat nicht damit gerechnet. 

Ich gehe vormittags nochmals zum Arzt und bekomme einen neuen Salbenverband. Die entzündungshemmenden Tabletten haben die Beschwerden schon merklich gelindert. So hoffe ich, dass ich es über das Wochenende schaffe und nächste Woche wieder arbeiten kann.

Nach meinem Arztbesuch rufe ich Olav an, um zu hören, wie es ihm geht. An seiner Stimme merke ich bereits, dass er gut drauf ist und spreche ihn daraufhin an. Eigentlich wollte er gestern seine letzten Sachen von seiner Freundin abholen. Aber sie versuchen es wohl noch einmal. Ich wünsche ihnen jedenfalls von Herzen alles Liebe....

Um meine „zwangsweise Freizeit“ sinnvoll zu nutzen, formatiere ich mal wieder meinen Computer. Zuvor wird jedoch die kleinere von den beiden Festplatten entfernt, damit er schneller wird. Diese „Bauarbeiten“ im Tower und die Einstellungen im Bios lasse ich jedoch von Marcus (Sohn meiner Nachbarin Katrin) machen, der diesbezüglich mehr Ahnung hat als ich. Dann lege ich los, installiere Windows und richte alles neu ein. Danach hat man wieder solch ein gutes Gefühl, wie wenn man Frühjahrsputz gemacht hat...

 

Dienstag, 27.01.2004

Als ich morgens aufstehe, wundere ich mich, warum mein rechter Arm so weh tut, als hätte ich mir ganz fürchterlich den Ellenbogen gestoßen. Ich hoffe, dass es im Laufe der Zeit besser wird, aber im Gegenteil, ich kann den Arm nicht anwinkeln und auch nicht durchstrecken. Es ist nicht nur schmerzhaft, sondern so hinderlich, dass ich nach einem kurzen Einkauf bei Lidl froh bin, mein Auto unversehrt eingeparkt zu haben. Das ist dann auch der Punkt, an dem ich mich für einen Arztbesuch entscheide, denn das Auto wird wohl vorerst stehen bleiben. Wie soll ich dann noch Bus fahren und Rollstühle tragen? Der Arzt diagnostiziert aufgrund der für ihn eindeutigen Symptome eine Schleimbeutelentzündung. Die Ursache ist Überbelastung, aber bei meiner Arbeit wohl kein Wunder. Manchmal frage ich mich sowieso, wie lange ich diese Schlepperei von den Rollstühlen körperlich noch durchhalte.

Obwohl ich ja nichts dafür kann, ist mir das heute sehr unangenehm, dass ich mich erneut krank melden muss. Da hatte ich drei Wochen mit meinem Infekt zu tun, bin 6 Tage arbeiten und falle wieder aus, blöder geht es kaum....

 

Sonnabend, 24.01.2004

Drei Kreuze, dass endlich Wochenende ist! Diese Woche war Stress pur, aber ich will mein Tagebuch nicht mit Berichten von der Arbeit überfluten. Außerdem wäre es für Außenstehende irgendwann langweilig.

Nachdem Norbert die Woche über zu hause war, kam er gestern nach der Arbeit wieder zu mir. Heute klingelt glücklicherweise kein Wecker um 4 Uhr, endlich ist ausschlafen angesagt! Es ist wie vorige Woche, wir wollen zuerst wieder Steffi besuchen und unsere Einkäufe danach auf dem Heimweg erledigen. Bevor wir losfahren, schicke ich Steffi eine SMS, dass wir uns auf den Weg machen und ich mich freue.... Da eine Sendebestätigung kommt, weiß ich, dass meine SMS sie erreicht hat. Als wir bereits 10 Minuten im Auto sitzen, kommt eine SMS von Steffi: „Eva, ich hab Ausgang, sorry, grad erst gelesen“. Schade, aber für Steffi ja auch schön, wenn sie Ausgang bekommt....  Also kehren wir um und erledigen unterwegs unsere Einkäufe. Jill freut sich natürlich, dass wir schon wieder kommen, und der Nachmittag wird auch nicht so ruhig, wie wir anfangs denken: Norberts Sohn Andreas kommt kurz vorbei, auch Olav macht einen Besuch. Es ist schön, wenn die erwachsenen Kinder zu Besuch da sind. Als Olav und Andreas hier sitzen, denke ich daran, dass auch Jana hier sitzen könnte.... Sie ist in meinen Gedanken immer bei mir. Dann sehe ich, wie sie mit uns lacht und sich wohl fühlt.....

 

Dienstag, 20.01.2004

Eigentlich will ich in meinem Tagebuch keine „Arbeitsberichte“ schreiben, aber ich will beim Schreiben Frust abbauen, da geht es halt auch manchmal um die Arbeit, die man machen muss, um zu leben..... Manchmal macht sie richtig Spaß, manchmal verflucht man den Job. Ich dachte, dass gestern bereits genug Stress war, aber heute gab es noch eine Steigerung. Der Reserve- Bus sprang trotz Ladegerät über Nacht morgens nicht an, dann ließ ich mich vom Zivi mit seinem Privatauto zur Werkstatt fahren, um meinen Bus von der Reparatur abzuholen. Mein Bus stand jedoch noch auf der Grube und war nicht fertig, obwohl man mir gestern zusicherte, dass ich ihn früh ab 6 Uhr abholen kann. Man teilte mir mit, dass diese Kontrollleuchte nicht an war, weil die Bremsbeläge erneuert werden müssen, sondern es wäre ein Problem in der Elektronik. Na gut, ich hatte Verständnis, dass manches nicht vorhersehbar ist, aber stand zum Schichtbeginn nun ohne Bus da :-(  In meiner Panik rief ich meine zuständige Vorgesetzte zu hause an, sie ist in der Beziehung schon einiges gewöhnt.... Oft wird sie durch solche Anrufe aus dem Bett geholt. Ich sollte mir dann den Bus von dem Kollegen nehmen, der heute die späteste Schicht hat.....

Aufgrund dieser Zeitverzögerung hat die Zentrale den ersten Fahrauftrag an andere Kollegen vergeben, die sicher nicht gerade erfreut waren. Auch wir sind immer ganz „happy“, wenn wir sogenannte Spontis bekommen, weil ein anderer Bus ausgefallen ist......  Der Dienst verlief dann ganz normal, aber ich war von diesem Start für den Rest des Tages bedient. Ja, und dann näherte sich der Feierabend, und die Zieladresse des letzten Fahrgastes war schwer zu finden. Unser Fahrgast, ein geistig und körperlich behindertes Kind, konnte uns natürlich keinerlei Unterstützung geben. Ja, dadurch kamen wir in der Firma an, als ich eigentlich schon mit dem Einkaufswaagen durch Lidl fahren wollte.

Als ich zu hause ankomme, „betätigt“ Jill mit ihrer Freude meinen Schalter im Gehirn, und die Arbeit ist ausgeschaltet, der Ärger vergessen...  Auch Olav kommt wenig später. Es wird ein zwangloser gemütlicher Abend.... Ich spiele zwischendurch meine neuen Lieblingsspiele „Power- Chips“ und „Chainz“ (für Interessenten: http://www.mumbojumbo.com ),  Olav guckt in das Fernsehprogramm, was denn so geboten wird.... Nun habe ich inzwischen auch das Tagebuch aktualisiert, und es ist wieder viel später geworden, als ich wollte, also abermals eine kurze Nacht. Hoffe nur, dass es morgen stressfrei wird, obwohl ich nicht einmal weiß, mit welchem Bus ich morgen fahren werde...... 

 

Montag, 19.01.2004

Mein erster Arbeitstag hatte es in sich! Sonst kann man sich nie auf den Wetterbericht verlassen, aber schlechtes Wetter kommt mit Garantie! Den halben Tag hat es geschneit, auf den Hauptstraßen Matsch, in den Nebenstraßen superglatt! Die logische Folge bei den Straßenverhältnissen ist, dass man kaum noch seine vorgegebenen Fahrzeiten einhalten kann. Hinzu kam das zusätzliche „Glück“, dass Fahrgäste nicht aufmachten oder nicht zur bestellten Zeit fertig waren. Na ja, wenn schon, dann richtig! Außerdem hatten wir heute fast nur „Quasselstrippen“ als Fahrgäste, eine Alzheimerkranke, eine geistig Behinderte, einen Mann, der alles besser wusste....  Das stresst dann noch zusätzlich, da man durch das Wetter und den Zeitdruck ohnehin bereits genervt ist. Zum Feierabend musste ich dann noch meinen Bus in der Werkstatt abgeben, da die Kontrollleuchte aufleuchtete, die auf abgefahrene Bremsbeläge hinweist. Dadurch habe ich dann noch eine halbe Stunde von meinem Feierabend eingebüßt.

Drei Kreuze, als ich zu hause bin! Jill überschlägt sich fast vor Freude. Aber mein Schalter im Kopf funktioniert, ich schalte das Thema Arbeit ab. Jedoch kommen Anrufe von meiner Mutter und von Renate, die mich fragen, wie ich den heutigen Tag überstanden habe. Von meiner Schwester ist eine Email im Postfach, auch sie hat heute an mich gedacht....

Dann kommt Olav, holt von gestern seine Tasche mit seinen Sachen und will zu seiner Freundin, die nur wenige Ecken weiter wohnt. Er ist nicht gut drauf, denn die beiden haben Probleme und wollen miteinander reden... Einige Zeit später ruft mich Olav vom Handy an, er ist auf dem Weg zu mir – es ist Schluss... Es tut mir so wahnsinnig leid, natürlich kann er jederzeit zu mir kommen. Er wird in nächster Zeit wohl öfter hier sein, um nicht allein zu sein. Es ist für mich auch sehr schlimm, denn ich weiß nicht, wie ich ihn trösten soll. Strapazierte Redewendungen will ich nicht benutzen, denn für ihn war dies eine wirklich ernsthafte Beziehung. Mein Ole- Bole hatte schon oft Liebeskummer, aber noch nie hatte er dabei Tränen in den Augen.... Er nimmt mich mehrmals in den Arm, dann sagt er mir, dass er so froh über unser gutes Verhältnis ist. Ich muss dabei an Jana denken und sage ihm, dass sie sich bestimmt freut, wenn sie uns so sieht. Olav glaubt es auch....    

      

Sonntag, 18.01.2004

Ich erschrecke fast, als ich morgens wach werde, denn es ist fast Mittag. Mein erster Gedanke ist die Frage, wie ich denn morgen zur Frühschicht aus dem Bett kommen werde. Erst einmal gehe ich mit Jill Gassi. Auf unserem "Standardweg" lasse ich sie immer ohne Leine laufen. An diesem Weg sind mehrere Eingänge in den Park. Heute rennt sie plötzlich in den Parkeingang, ich rufe sie zurück, aber null Chance.... Nach einiger Zeit endlich hört sie und kommt zu mir. Nun muss ich sie auch noch dafür loben, dass sie gekommen ist! In Wirklichkeit bin ich stinksauer, aber eine Bestrafung würde sie zu diesem Zeitpunkt nicht mehr verstehen. Das ist nun das dritte Mal, dass sie allein in den Park geflitzt ist. Sonst nehme ich sie an die Leine, wenn ich mit ihr in den Park gehe. Oft treffen wir dann andere Hunde, und ich mache sie von der Leine ab, damit sie toben können. Der Park muss eine unheimliche Anziehungskraft auf sie haben.... 

Nach diesem aufregenden Tagesauftakt wird es wieder ruhiger, ein gemütliches Frühstück mit Norbert, im Fernsehen Wintersport, ich schreibe weiter am Tagebuch. Dann kommt uns Norberts Sohn Andreas besuchen. Vater und Sohn verfolgen im Fernsehen gespannt das Eishockey- Spiel der „Eisbären“, ich sorge derweil für das leibliche Wohl. Am späten Nachmittag fährt Norbert mit seinem Sohn nach hause, aber zur gleichen Zeit kommt mein Ole- Bole. Er hat Sorgen und will nicht allein zu hause sitzen. Ich bin froh, dass er zu mir kommt, wenn es ihm nicht gut geht. Wir reden viel miteinander. Er bedankt sich sogar bei mir, weil ihm meine Meinung weiter hilft. Nun sitze ich wieder vor meiner Tastatur. Olav hat sich „Final Destination“ auf DVD angeguckt und nun auf einen spannenden Film im Fernsehen umgeschaltet. Jetzt werde ich noch aktualisieren und dann zusehen, dass es nicht zu spät wird, denn vor dem zeitigen Aufstehen grault es mir. Sicher ist sicher: meine Mutter weckt mich morgen früh per Telefon......

 

Sonnabend, 17.01.2004

Wir schlafen richtig aus. Dann wird es mit unserem Zeitplan für heute schon richtig eng. Eigentlich wollten wir noch zu Norbert, dann zu Lidl.... Wir setzen uns in das Auto und fahren zuerst zu Steffi in die Klinik, um pünktlich zu Beginn der Besuchszeit da zu sein. Eine lange Umarmung gehört zur Begrüßung. Etwas später kommen noch Steffis Tante und Cousine. So gehen wir nach einer Stunde, und erledigen auf dem Heimweg noch unsere Einkäufe. Eigentlich wollten wir erst nach 18 Uhr bei mir ankommen, denn viele Besucher der „Grünen Woche“ machen uns Anwohnern die Parkplatzsuche schwer, da wir sehr dicht am Messegelände wohnen. Aber ich habe Glück, finde nur wenige Meter vom Haus einen Parkplatz, jedoch ist es sehr eng und Norbert muss draußen gucken. Oft verfluche ich diesen Kombi mit seinem großen Wendekreis, der selbst mir als „Profi“ das Einparken manchmal zur Qual macht.   

 

Freitag, 16.01.2004

Meinen Infekt habe ich einigermaßen überstanden. Jedoch der Husten ist auf dem Weg der Besserung an einer Stelle stehen geblieben und hält sich auf einem fast konstanten Level. Ich werde nachts noch oft durch den Husten wach. Aber was soll’s, nach drei Wochen probiere ich es einfach. Ich sage in der Firma Bescheid, dass ich ab Montag wieder arbeiten komme.

Ist richtig komisch bei dem Gedanken, nach drei Wochen ist alles so weit von einem abgerückt. Früher konnte ich gedanklich nicht von der Arbeit abschalten, wenn ich krank geschrieben war oder Urlaub hatte. Ich träumte fast täglich von der Arbeit. Immer waren es fast Albträume, mein Gehirn konnte scheinbar nicht abschalten. Woran lag es? Ich stellte fest, dass ich hauptsächlich lebte, um zu arbeiten. Dann fiel mir irgendwann auf, dass andere Kollegen es genau umgekehrt machen: sie arbeiten, um zu leben. Seitdem habe ich meine Prioritäten überdacht und festgestellt, dass Arbeit zwar sehr wichtig ist, aber nur die Grundlage für das Leben ist. Nun macht es zum Feierabend oder im Urlaub immer „klick“ im Gehirn, der Schalter stellt sich um, ich bin „Privatmensch“ und Thema „Arbeit“ ruht im Gehirn bis zum nächsten Dienst. Seitdem träume ich auch nicht mehr von der Arbeit – zum Glück!

 

Mittwoch, 14.01.2004

Bevor Norbert zur Arbeit fährt, weckt er mich, damit ich nicht den Handwerkertermin verschlafe, wäre peinlich! Mühsam verlasse ich also um 6 Uhr das schöne warme Bett, wecke gegen halb sieben Olav und gehe mit Jill Gassi. 

Wie es immer so ist, kommt der Handwerker natürlich nicht gleich um 7 Uhr, sondern um 8.30 Uhr. Die Balkontürverriegelung ist völlig kaputt und muss erneuert werden. Dadurch dauert es auch wesentlich länger. Da der Tischler beim Arbeiten die Balkontüren offen hat und zeitweise sogar aushängen muss, fällt mein Zimmerthermometer immer tiefer. Draußen stürmt und regnet es, und ich friere....  Nach dreieinhalb Stunden bin ich froh, als die Balkontür endlich geschlossen wird und auch bleibt! Dann werden noch die Fenster im kleinen Zimmer und in der Küche vermessen. Nun wird ein Kostenvoranschlag gemacht, und dann wird entschieden, ob diese Fenster erneuert werden. Ich hoffe natürlich, denn es sind die ersten Fenster, und das Haus wurde 1956 gebaut. Bisher wurde nur geflickt und repariert, aber nicht saniert.... 

 

Dienstag, 13.01.2004

Abends ruft Olav an. Er ist in der Nähe und hat keine Lust auf seinen langen Heimweg. So fragt er, ob er herkommen und hier schlafen kann. Natürlich kann er, nur muss ich ihn vorwarnen, weil er morgen zeitig aufstehen müsste. Ab 7 Uhr hat sich ein Handwerker angesagt, der die Verriegelung der Balkontür reparieren wird. In dem Zimmer, in dem Olav schläft, wird außerdem das Fenster vermessen, da es wahrscheinlich erneuert werden soll. 

 

Sonntag, 11.01.2004

Am Nachmittag gucke ich auf Steffis Homepage. Sie sollte heute Ausgang bekommen und wollte die Zeit nutzen, um sich mal an den Computer zu setzen. Ich freue mich, es scheint geklappt zu haben, denn sie hat einen Tagebucheintrag gemacht. 

 

Sonnabend, 10.01.2004

Norbert und ich, wir fahren zur Besuchszeit zu Steffi in die Klinik. Zwei Wochen habe ich sie nicht gesehen, konnte sie nicht in die Arme nehmen. Das ist dann auch das Erste, was ich tue, denn ich freue mich so, bei ihr zu sein! Ihr ging es letzte Nacht ziemlich mies. Sie erzählt uns, dass sie von Durchfall geplagt wurde und darum kaum geschlafen hat.

Wie im Fluge vergehen zwei Stunden, in denen wir uns gegenseitig Neuigkeiten erzählen und auch sehr viel lachen. Es ist Norbert, der es immer wieder schafft, Steffis Lachmuskeln zu strapazieren. Es ist seine Art, wie er etwas erzählt, trocken und ganz ernst. Auch Jana liebte Norberts einmaligen Humor. Oftmals lachte sie schon, während ich noch überlegte, wie er das denn nun gemeint hat. Heute ist es genauso....

Gegen 17 Uhr müssen wir uns langsam verabschieden, denn Jill wartet zu hause. Der Pfleger schließt uns die Stationstür auf. Wir sehen Steffi hinter der wieder verschlossenen Glastür stehen und winken uns gegenseitig zu, bis wir uns nicht mehr sehen können. Es ist ein verdammt mieses Gefühl....

 

Freitag, 09.01.2004

Ich muss rechtzeitig aufstehen, denn ab 8 Uhr haben sich Handwerker angemeldet, die meine Mischbatterie an der Badewanne reparieren wollen. Jedoch ist die Reparatur nicht möglich, und die Mischbatterie wird durch eine neue ersetzt.

Gegen 9.30 Uhr sind die Handwerker wieder weg, ich muss noch zum Arzt. Das Wartezimmer ist voll, ich sitze fast eine Stunde, bis ich dran bin. Ich bekomme abermals einen Krankenschein, da ich zwar auf dem Wege der Besserung bin, aber noch nicht gesund. Der Arzt sagt, dass man mit zunehmendem Alter auch länger braucht, um sich zu erholen. Das „knabbert“ zwar am Ego, aber er hat Recht, ich merke es ja selber.... Wenn es mir gut geht, fühle ich mich noch lange nicht wie fünfzig, aber zur Zeit habe ich das Gefühl, als wäre ich schon lange Rentner...

Nachdem Norbert die letzten zwei Tage bei sich zu hause war, kommt er nach der Arbeit heute wieder zu mir. Auch er ist seine Erkältung noch nicht richtig los. Also freuen sich zwei „Rentner“ auf ein ruhiges Wochenende....

 

Donnerstag, 08.01.2004

Nachdem gestern der Brief von Steffi ankam, versuche ich heute sie anzurufen, denn ihre Zeilen waren sehr traurig. Ich weiß nicht, warum niemand an das Patiententelefon geht, ich versuche es immer wieder. Dann wird endlich abgenommen, aber man sagt mir, dass Steffi im Ausgang ist. Gegen 20.15 Uhr erreiche ich sie dann endlich. Ich freue mich so sehr, endlich ihre Stimme zu hören und merke, wie auch sie sich über meinen Anruf freut. Ich sage ihr, wie gern ich sie in den Arm nehmen würde. Ihr geht es ebenso, sie hat große Sehnsucht nach mir. Fast zwei Wochen sind seit dem letzten Besuch vergangen, dann kam der Grippe- Rückfall.... Ich sage ihr, dass ich auf jeden Fall am Sonnabend kommen werde. Falls ich noch nicht selber fahren kann, muss Norbert den Chauffeur spielen. Steffi hat noch nicht mit meinem Besuch gerechnet, ist von dieser Mitteilung richtig überrascht und freut sich sehr. Ich merke wieder einmal, wie sehr sie mir ans Herz gewachsen ist. Könnte ich es, würde ich sie von allen Problemen befreien. Ich grüble immer wieder, wie ich ihr nur helfen könnte, damit sie gesund wird und ein ganz „normaler“ Mensch sein kann. Aber ich merke, dass ich eigentlich nicht mehr tun kann, als immer da zu sein, und das werde ich! Neulich sagte Christoph am Telefon zu mir: „Steffi muss allein auf dem Seil laufen. Wir reichen ihr an beiden Seiten die Hände zur Hilfestellung, aber laufen muss sie allein.“ Ich glaube, dass man es kaum treffender formulieren kann.    

 

Dienstag, 06.01.2004

Um 9.30 Uhr bin ich zum Arzt bestellt. Es ist nur 10 Minuten Fußweg, aber ich merke, dass es mich noch ganz schön anstrengt. Ich bin jedoch froh, dass der Arzt beim Abhören schon eine kleine Besserung feststellt. Aber er warnt mich auch, mich nochmals vorschnell zu übernehmen.... 

Als ich den Heimweg hinter mir habe, bin ich froh, dass ich mich auf die Couch legen kann - bis der Paketbote klingelt.... Ich warte schon sehnsüchtig auf dieses Päckchen, um meinem Ole- Bole eine Freude zu bereiten. Olav zeigte mir neulich im Internet bei Ebay Uhren, die ihm besonders gefallen. Er träumt von einer Diesel- Armbanduhr, die er sich momentan allerdings nicht leisten kann. Mir ließ es hinterher keine Ruhe. Ich kaufte ihm seinen großen Wunsch, um ihn zu überraschen.

Nun schicke ich ihm eine SMS, womit ich ihn bitte, heute unbedingt zu kommen. Olav kommt abends, und ich tue so, als wollte ich ihn einfach nur mal wieder in den Arm nehmen. Ich drücke ihn ganz doll, denn im neuen Jahr haben wir bisher nur telefoniert. Nach ein paar Minuten gebe ich ihm ganz nebenbei die Uhr, die ich in Geschenkpapier eingewickelt habe. Olav packt aus..... Seine Augen glauben noch nicht, was sie sehen, er sucht nach Worten.... Ich sitze daneben und bin einfach nur glücklich, meinem Sohn solch eine Freude gemacht zu haben. Seine freudig glänzenden Augen und seine Sprachlosigkeit sind für mich der schönste Dank.

 

Sonntag, 04.01.2004

Das Wochenende vergeht ganz ruhig, etwas fernsehen, etwas surfen, faulenzen.... Der Mittagschlaf wird durch das Klingeln vom Telefon beendet, es ist Bea. Nach knappen Emails und zu Silvester SMS wird es ein längeres Gespräch, zumal es einige Neuigkeiten gibt. Bea und Csaba ziehen Ende Januar von Bayern nach NRW. Berlin wäre mir ja lieber gewesen, aber Bea bekommt dort einen guten Job. 

Am späten Nachmittag rufe ich bei Steffi auf Station an., denn besuchen kann ich sie noch nicht. Ich würde so gern hinfahren, aber nach ein paar Schritten auf der Straße fange ich an zu schwitzen und bekomme weiche Knie. Steffi sagt mir, dass sie wieder einen Brief an mich geschrieben hat, will darum nicht viel erzählen, um nichts vorweg zu nehmen. Aber es ist schön ihre Stimme zu hören. Ihre Verfassung kann ich schlecht einschätzen, denn ich weiß, dass sie sich oft fröhlicher gibt als sie ist....  

 

Freitag, 02.01.2004

Ich gehe heute nochmals zum Arzt, denn ich habe das Gefühl, dass meine Genesung etwas stagniert. Auch der Arzt ist noch nicht zufrieden und greift nun zu den stärkeren Mitteln. Ich bekomme ein Antibiotikum. Am Dienstag soll ich wiederkommen.....  

 

Neujahr, 01.01.2004

Zuerst möchte ich allen Besuchern dieser Homepage ein gesundes und möglichst sorgenfreies Neues Jahr wünschen!

An den Besucherzahlen sehe ich, dass Jana und Mario in den Herzen vieler Menschen unvergessen sind, dafür möchte ich allen treuen Lesern dieser Homepage einfach nur DANKE sagen!

Danken möchte ich an dieser Stelle auch einmal den vielen lieben Menschen um mich herum, angefangen bei Norbert, meinem Sohn, meiner Mutter, meiner Schwester, Nachbarn wie Bernhard und Katrin, Steffi, Linn, Bea, Christoph sowie vielen, die ich nur per Email oder Telefon kenne. Diese Aufzählung ist keinesfalls vollständig, denn der Kreis derer, die mir im letzten Jahr beigestanden haben, ist noch wesentlich größer. Eine besonders wichtige Person war und ist Renate für mich, jedoch will ich keine Wertung erstellen, denn alle genannten und ungenannten sind für mich wie ein Puzzle, nicht ein Teil dürfte fehlen....

 

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